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Luisas Reise
Eingestellt am 29. 08. 2015 17:17


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Hyazinthe
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Luisas Reise

Luisa war dabei ihren Koffer zu packen. Neuerdings durfte man auf Flugreisen bei manchen Airlines nur noch f├╝nfzehn Kilo Gep├Ąck mitnehmen, also musste sie gut ├╝berlegen, was sie brauchte. F├╝r die f├╝nf Tage auf Mallorca ben├Âtigte sie vor allem sommerliche Sachen. Jetzt im September w├╝rde es sicher noch sehr warm sein dort unten. Also einige Blusen, leichte Sommerhosen, vielleicht eine Strickjacke, wenn es abends einmal etwas k├╝hler werden sollte. Dazu Unterw├Ąsche, Str├╝mpfe und Schuhe. Am besten die bequemen Sandalen f├╝r die Spazierg├Ąnge in der sch├Ânen mallorquinischen Landschaft. Luisa l├Ąchelte bei der Erinnerung daran, wie oft sie mit Paul, als er noch lebte, zwischen den Weinst├Âcken und den Orangenb├Ąumen herumgeschlendert war und die milde Luft genossen hatte, die vom Meer her├╝ber wehte.
├ťberhaupt waren sie viel gereist, Paul und sie. Paul hatte Freude daran gehabt, die Reisen bis ins Kleinste vorher zu planen und zu organisieren, auch die gro├čen Touren durch Amerika oder die St├Ądtereisen. Alle Hauptst├Ądte in Europa hatten sie besucht. Paris, London, Madrid, Rom. Sogar in Stockholm, Helsinki und Oslo waren sie gewesen. Luisa war dabei die Aufgabe zugefallen, Fotos zu machen, ein Reisetagebuch zu f├╝hren und anschlie├čend alles in einem Album zu ordnen. Inzwischen f├╝llten etliche solcher Alben ihren B├╝cherschrank. Paul hatte w├Ąhrend seiner Krankheit oft Stunden damit zugebracht, darin zu bl├Ąttern und sich an die Erlebnisse zu erinnern.Ja, die Erinnerungen ...
Luisa seufzte. Aber jetzt musste sie sich konzentrieren. Nicht, dass sie etwas Wichtiges verga├č mitzunehmen. Sie war so vergesslich geworden in letzter Zeit. Manchmal musste sie schon kleine Post-it-Zettel an die K├╝hlschrankt├╝r heften, um nicht zu vergessen, was sie einkaufen wollte. Diese Reise war die erste, die sie ohne Paul unternehmen wollte. Es f├╝hlte sich zwar seltsam an, allein zu reisen, aber schlie├člich konnte sie nicht immer nur zu Hause hocken. Und einen Flug nach Mallorca w├╝rde sie ja wohl noch allein bewerkstelligen k├Ânnen.
Sie ├Âffnete ihre Schmuckschatulle. Sollte sie vielleicht ein paar Ohrringe mitnehmen? Eigentlich nahm sie nie Schmuck mit auf ihren Reisen, aus Angst, ihn zu verlieren oder vor Dieben. Ihr Blick fiel auf ein Paar brauner Perlenohrringe. Sie bestanden aus dem Wurzelholz eines Mammutbaumes; Luisa hatte sie auf ihrer Reise entlang der nordamerikanischen Westk├╝ste in einem Andenkenladen gekauft. Paul und sie hatten diese Reise anl├Ąsslich ihres 25. Hochzeitstages gemacht. Luisa kicherte. Jeden Tag hatten sie miteinander geschlafen auf dieser Reise! Wie ein junges Liebespaar. Er war schon einer, ihr Paul! Ja, diese Ohrringe w├╝rde sie anlegen; sie w├╝rden sie an Paul erinnern.
Hatte sie alles? Halt, ihr Strickzeug durfte sie nicht vergessen. Damit ihre H├Ąnde etwas zu tun hatten w├Ąhrend des Fluges. Sie schloss den Koffer und rollte ihn aus ihrem Schlafzimmer in den Flur. Bedacht achtete sie darauf, dabei keinen L├Ąrm zu verursachen; Martin und seine Frau schliefen oben und sie wollte sie nicht wecken. Im Flur nahm sie das Telefon von der Ladestation. Wie war noch die Nummer der Taxizentrale? Sie musste im Telefonbuch nachschlagen. Hier war sie, gleich auf der ersten Seite. Luisa w├Ąhlte die Nummer. Wohin sie das Taxi schicken sollten? Na, hierher, an ihre Adresse. Wie hie├č noch gleich die Stra├če? Diese verflixte Vergesslichkeit! Ja, richtig, Amselstra├če 23. Es w├╝rde nicht lange dauern, bis das Taxi da war. Sie nahm ihre Handtasche und den Koffer, ├Âffnete leise die Haust├╝r und wartete drau├čen auf das Taxi. Es war noch dunkel, eine Stra├čenlaterne warf ihr sp├Ąrliches Licht auf die menschenleere Stra├če.
ÔÇ×Wo soll's hingehenÔÇť, fragte der Taxifahrer, als er ihren Koffer im Kofferraum verstaute.
ÔÇ×Zum FlughafenÔÇť, sagte Luisa. Sie machte es sich auf dem R├╝cksitz bequem. Die Fahrt dauerte etwa eine halbe Stunde. Aus dem Radio kam leise Unterhaltungsmusik, die gelegentlich von einem Knacken und einer Anweisung aus der Taxizentrale unterbrochen wurde, auf die der Fahrer mit einer knappen Antwort reagierte.
Luisa hing ihren Gedanken nach. Wie sehr sie Paul immer noch vermisste! Zwar konnte sie sich nicht ├╝ber Einsamkeit beklagen; Martins Familie k├╝mmerte sich r├╝hrend um sie. Aber ihr fehlte die Vertrautheit des gemeinsamen Lebens mit Paul. Das ÔÇ×Wei├čt du noch?ÔÇť, das sie mit ihm verbunden hatte. Die Alltagsroutine mit ihm. Jeder hatte genau gewusst, wann der andere Gesellschaft brauchte oder lieber allein sein wollte. Sie hatten eben ihr Leben miteinander verbracht, so viele Jahre.
ÔÇ×Das macht 26,80 ÔéČÔÇť, sagte der Taxifahrer.
Luisa kramte drei├čig Euro aus ihrem Portemonnaie und reichte die Scheine nach vorne.
ÔÇ×Stimmt soÔÇť, sagte sie und stieg aus.
ÔÇ×Besten Dank!ÔÇť Der Fahrer holte den Koffer aus dem Kofferraum. ÔÇ×Gute ReiseÔÇť, sagte er freundlich und stieg wieder in sein Auto.
Luisa rollte ihren Koffer durch die riesige Glast├╝r in die Flughafenhalle. Der Schalter f├╝r die Gep├Ąckaufgabe war noch geschlossen. Wahrscheinlich war sie viel zu fr├╝h. 'Macht nichts', dachte sie, 'besser zu fr├╝h als zu sp├Ąt.' Das hatte Paul auch immer gesagt. Sie setzte sich auf einen der bequemen Sessel in der Wartehalle, von wo aus sie die Anzeigentafel im Auge behalten konnte, und stellte den Koffer auf den Sitz neben sich. Gut, dass sie ihr Strickzeug mitgenommen hatte. Sie ├Âffnete den Koffer und nahm die Stricksachen heraus. Paul w├╝rde sich ├╝ber diesen neuen Schal ganz bestimmt freuen. Er war aus dunkelblauer Mohairwolle, die einen hohem Seidenanteil hatte. Das machte die Wolle so griffig und weich. Fr├╝her hatte sie alle m├Âglichen Sachen gestrickt: Pullover f├╝r die Enkelkinder, Westen f├╝r Martin, M├╝tzen und Handschuhe f├╝r seine Frau. Wie hie├č sie noch gleich? Ja, richtig, Susanne. Solche Sachen waren ihr jetzt zu kompliziert. Deshalb ein Schal. Der war einfach. Es war so angenehm, die H├Ąnde zu besch├Ąftigen und dabei etwas Sch├Ânes herzustellen. Man hatte das Gef├╝hl, etwas N├╝tzliches zu tun.
Luisa sah auf. Sie hatte eine Bewegung neben sich wahrgenommen. Verbl├╝fft sah sie sich um. War sie eingenickt? Wo war sie? Und wo war Paul?
Ein Mann hatte sich auf den Sessel neben sie gesetzt. Er blickte sie merkw├╝rdig an. Freundlich, aber auch besorgt. Irgendwie kam er ihr bekannt vor.
ÔÇ×Hallo, Mama!ÔÇť, sagte der Mann.
Luisa runzelte die Stirn. Meinte er sie? Er musste sie wohl verwechseln. Unwillig sch├╝ttelte sie den Kopf und wandte sich wieder ihrer Strickarbeit zu.
ÔÇ×Mama, was machst du hier? Mitten in der Nacht? Wir haben dich ├╝berall gesucht!"
Luisa wurde ├Ąrgerlich. ÔÇ×Wer sind Sie? Lassen Sie mich in Ruhe!ÔÇť
ÔÇ×Mama, ich bin's. Dein Sohn Martin!ÔÇť
Luisa musterte den Mann. Er war bestimmt schon Mitte f├╝nfzig, hatte eine Halbglatze und einen Bauch. Das sollte ihr Martin sein? Niemals. Martin war jung und h├╝bsch ...
Verwirrt schaute sie sich um. Was war das f├╝r ein merkw├╝rdiges Geb├Ąude? Und die vielen Menschen! Alle hatten Koffer oder Taschen dabei. Luisa sp├╝rte, wie ihr Herz angstvoll anfing zu klopfen. Was machte sie hier? Wo war Paul geblieben? Ihre H├Ąnde fingen an zu zittern. Sie konnte nicht verhindern, dass einige Maschen von der Nadel rutschten. Tr├Ąnen stiegen ihr in die Augen.
ÔÇ×Wir wollen nach Mallorca, Paul und ichÔÇť, sagte sie. ÔÇ×Ja, nach Mallorca. Paul hat alles organisiert. Dies ist doch der Flughafen, oder?ÔÇť Unsicher sah sie sich um.
ÔÇ×Du kannst jetzt nicht nach Mallorca fliegen, MamaÔÇť, sagte der Mann. ÔÇ×Schau nur, du hast ja gar keine Schuhe an.ÔÇť
Luisa blickte auf ihre F├╝├če. Tats├Ąchlich, sie trug keine Schuhe! Die wei├čen Baumwollsocken hatten ganz schmutzige Sohlen. Wie konnte es sein, dass sie ohne Schuhe aus dem Haus gegangen war? Das war doch nicht normal! Luisa f├╝hlte, wie Panik in ihr aufstieg. Hilfesuchend sah sie den Mann an.
ÔÇ×Keine Angst, MamaÔÇť, sagte Martin, ÔÇ×wir gehen jetzt nach Hause. Man kann ohne Schuhe ja nicht verreisen. Und nach Mallorca fliegen wir ein andermal, in Ordnung?ÔÇť
ÔÇ×Ja, nach HauseÔÇť, sagte Luisa. Sie packte ihr Strickzeug wieder in den Koffer und schloss ihn sorgf├Ąltig. Der Mann legte ihr den Arm um die Schultern. Er meinte es gut mit ihr, das sp├╝rte sie. ÔÇ×Man kann ohne Schuhe nicht verreisen", murmelte sie. "Jetzt gehen wir nach Hause. Nach Mallorca fliegen wir ein andermal." Sie nahm ihren Koffer und lie├č sich von Martin aus der Halle f├╝hren.

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Version vom 29. 08. 2015 17:17
Version vom 03. 09. 2015 20:46

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DocSchneider
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Hallo Hyazinthe,

eine h├╝bsch konstruierte Geschichte mit ernsten Hintergrund. Die Idee ist gut, aber der Bruch zwischen der "normal" wirkenden Frau, die vern├╝nftig ihren Koffer packt - leider wird nicht erw├Ąhnt, dass sie ihre Reiseunterlagen dabei hat - und in der Lage ist, sich ein Taxi zu bestellen und der verwirrten Frau ab der Mitte des Textes ist viel zu gro├č.

Vielleicht schon zu Beginn ein paar Hinweise auf ihren wahren Zustand einstreuen.


Offen bleibt auch, wieso der Sohn sie relativ schnell findet. Kein Hinweis im Text. Beinahe kommt es unverantwortlich her├╝ber, dass sie ├╝berhaupt aus dem Haus kann.

LG DS
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Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem, niemals erm├╝dendem Lesen. (Virgina Woolf)

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Ji Rina
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Hallo Hyazinthe,

Die Idee dieser Geschichte hat mir damals sehr gut gefallen und ich fand sie, bis auf die L├╝cken, die DocSchneider bereits erw├Ąhnte, sehr glaubw├╝rdig. Es ist eine traurige Geschichte, die leider auch bittere Realit├Ąt ist: Immer mehr Menschen leiden an Alzheimer und immer mehr Familien-Angeh├Ârige, werden vor ein Problem gestellt, mit dem sie nur schwer fertig werden: Auch wenn die erkrankten Angeh├Ârigen physisch v├Âllig gesund sind, kann man sie aufgrund ihrer Vergesslichkeit, nicht mehr alleine lassen. Ich kenne mehrere solcher F├Ąlle, in denen die erkrankten pl├Âtzlich aus dem Haus verschwunden sind und die Angeh├Ârigen sie ├╝ebrall suchen - und sogar eine Vermissten Anzeige bei der Polizei aufgeben mussten.

Die Hinweise auf die Vergesslichkeit, hast du jetzt gut eingestreut. Das die Frau keine Reiseunterlagen bei sich hat, find ich nicht komisch (sicherlich kann sie sich noch ein Ticket am Flughafen kaufen, denkt sie, oder sie denkt sich garnichts. Ich finde dies k├Ânnte offen bleiben, da die Frau mit all ihren Erinnerungen zu Recht sehr besch├Ąftigt ist). Das seltsame an der Geschichte damals war, das Auftauchen des Sohnes auf dem Flughafen.

Nun hast du den Satz ÔÇťEs ist ja noch viel zu fr├╝h zum AufstehenÔÇŁ eingef├╝gt.

Soll es bedeuten, dass die Frau nie aus dem Haus gegangen ist? War es alles (Taxi rufen, zum Flughafen fahren, den Schal stricken, ihre weissen Socken an den F├╝ssen) nur Einbildung? Am Ende der Geschichte, l├Ąsst die Frau sich aber von ihrem Sohn aus der Flughafen-Halle f├╝hren.

Falls du mit der oben genannten Zeile zu verstehen geben m├Âchtest, dass die Frau nie am Flughafen war, f├Ąnde ich es schade...Weil das wirkliche Problem (ausreissen) umgangen wird.

Warum f├╝gst Du nicht einfach nur diese eine (oder ├Ąhnliche) Zeile ein?

"""Hatte sie alles? Halt, ihr Strickzeug durfte sie nicht vergessen. Damit ihre H├Ąnde etwas zu tun hatten w├Ąhrend des Fluges. Sie schloss den Koffer und rollte ihn aus ihrem Schlafzimmer in den Flur. Bedacht achtete sie darauf, dabei keinen L├Ąrm zu verursachen; Martin und seine Frau schliefen oben und sie wollte sie nicht wecken. Im Flur nahm sie das Telefon von der Ladestation. Wie war noch die Nummer der Taxizentrale? Sie musste im Telefonbuch nachschlagen. Hier war sie, gleich auf der ersten Seite. Luisa w├Ąhlte die Nummer. Wohin sie das Taxi schicken sollten? Na, hierher, an ihre Adresse. Wie hie├č noch gleich die Stra├če? Diese verflixte Vergesslichkeit! Ja, richtig, Amselstra├če 23. Es w├╝rde nicht lange dauern, bis das Taxi da war. Sie kritzelte eine kaum lesbare Nachricht auf einen Zettel: ÔÇťSind auf dem Weg zum Flughafen, heute nach Mallorca! Bis bald!ÔÇŁ und legte ihn auf den K├╝chentisch. Dann nahm sie ihre Handtasche und den Koffer, ├Âffnete leise die Haust├╝r und wartete drau├čen auf das Taxi. Es war noch dunkel, eine Stra├čenlaterne warf ihr sp├Ąrliches Licht auf die menschenleere Stra├če."""

ÔÇ×Du kannst jetzt nicht nach Mallorca fliegen, MamaÔÇť, sagte der Mann. ÔÇ×Schau nur, du tr├Ągst ja deine Hausschuhe (Pantoffeln)!.ÔÇť (Ohne Schuhe, m├╝sste dem Taxifahrer vielleicht aufgefallen sein. Oder am Flughafen f├╝r Aufsehen sorgen).

Ich f├Ąnde es vollkommen glaubw├╝rdig. Habe schon ganz anderes ├╝ber Demenz-Kranke geh├Ârt (und Angeh├Ârige sind da vollkommen aufgeschmissen).
Liebe Gr├╝sse,
Ji

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Der Leser hat┬┤s gut: Er kann sich seine Schriftsteller aussuchen.
(Kurt Tucholsky)

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Hyazinthe
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Liebe Ji Rina!

Danke f├╝r deinen Kommentar und deine interessanten Vorschl├Ąge.

Ich bin nicht auf die Idee gekommen, dass man die Geschichte wegen des Satzes "Es ist noch viel zu fr├╝h zum Aufstehen" auch als Traumerlebnis o. ├Ą. missverstehen k├Ânnte. Es ist nat├╝rlich eine ganz reale Begebenheit, die ich hier aus der Sicht der dementen Frau erz├Ąhle, deren Gedanken nicht immer der normalen Logik folgen. Daher halte ich den Zettel mit der Nachricht auch f├╝r falsch, denn so weit denkt dieses Frau nicht.
Das "zu fr├╝h zum Aufstehen" bezieht sich darauf, dass es mitten in der Nacht ist und Luisa vergessen hat, sich vollst├Ąndig anzuziehen.
Um jedoch die M├Âglichkeit eines Missverst├Ąndnisses auszuschlie├čen, k├Ânnte Martin sagen:"Keine Angst, Mama! Wir gehen jetzt nach Hause. Ohne Schuhe kann man ja nicht verreisen. Und nach Mallorca fliegen wir ein andermal."
Er muss seine Mutter ja ├╝berzeugen, dass sie jetzt nicht verreisen kann. Und sie gleichzeitig beruhigen, damit sie in ihrer Verwirrtheit nicht noch panischer wird.
Was h├Ąlst du davon?

Liebe Gr├╝├če,
Hyazinthe


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Hyazinthe
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Liebe Ji!

Wie du selbst in deinen ersten Kommentar beschrieben hast, leben Demenzkranke in ihrer eigenen Welt. Sie vergessen, was sie vor f├╝nf Minuten getan oder gesagt oder gedacht haben.
Luisas Sohn Martin kennt offenbar das Verhalten seiner Mutter. Er sagt ja: "Was machst du hier? Wir haben dich ├╝berall gesucht." Sinnvollerweise sucht man an solchen Orten wie Bahnh├Âfen, Bushaltestellen oder Flughafen, wenn man feststellt, dass die demente Mutter mitten in der Nacht mit einem Koffer verschwunden ist. Vielleicht ist er vom Taxi wachgeworden, oder durch irgend etwas anderes. Das erz├Ąhle ich in meiner Geschichte nicht explizit, weil man es sich als Leser denken kann.
Den irritierenden Satz "Es ist noch zu fr├╝h zum Aufstehen" werde ich also ersetzen.
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