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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Luzie wartet in ihrer Stammkneipe
Eingestellt am 20. 04. 2015 17:38


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MichaelKuss
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2015

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Luzie wartet in ihrer Stammkneipe

Luzie wohnt in der Berliner Wildenbruchstraße, in einem grauen, fünfstöckigen Altbau aus Zilles Zeiten, genau zwischen den Stadtteilen Neukölln und Treptow, wo einst die Grenze zwischen zwei Welten verlief und wo die Menschen, egal auf welcher Seite sie wohnen, noch immer auf blühende Landschaften warten.

Vor der Glotze hat Luzie sich noch Sturm der Liebe und dann Barbara Salesch reingezogen, da war der Vormittag vorbei, und dann ist sie zur Sonnenallee gestiefelt und in Anitas Kneipe gelandet. Noch ist bei Anita tote Hose; es riecht nach altem Bier und kaltem Tabakrauch. Das Nichtrauchergesetz hängt eingerahmt als Witz an der Wand. Helmuth, den sie hier Helle nennen, steht am Spielautomat. Unruhige Augen zwischen Flimmerlicht und rotierenden Zahlen. Nervöse Hände wollen mit Stopptasten programmierte Technik manipulieren. Helle hat viel riskiert und’n Fuffi in den Automaten geschoben, aber das Klack-Klack der Serie ist ausgeblieben.

An einem kleinen Tisch vor der Dartscheibe sitzt der dürre Heinrich. Mit Totengräbermiene starrt er in ein halbvolles Glas mit abgestandenem Bier und man sieht an seinen Lippenbewegungen, dass er lautlos mit sich selbst spricht. Anita putzt gelangweilt den Tresen.

Luzie ruft „Moin-moin“ in den Raum und setzt sich an die Eingangstür. Hier hat sie alles im Blick! Wenn er kommt, kann er nicht an ihr vorbeischleichen. Luzie ist auf der Suche nach Rolf, den sie liebt.

„Hallo meine Süße!“ Anita kommt an Luzies Tisch. „Was darf ich dir Gutes tun?“ Die beiden Frauen deuten Wangenküsse an.
„Wenig los!“ sagt Luzie.
„Mädchen, wir ham’n den Dreißigsten!“ lacht Anita. „Hartz-Vier iss erst heut Abend auf’m Konto!“ Luzie stöhnt und rollt die Augen: „Ach Schätzchen, wem sagst du das!“
Die täglichen Rentner hatten ihren Frühschoppen beendet und waren schon wieder gegangen. Der Rest der Bande wird erst nach und nach antanzen, sobald sie an ihre Staatsknete herankommen. Anita lässt nicht mehr anschreiben; sie kann die unbezahlten Deckel in ihrer Schublade nicht mehr zählen, und Happy Hour mit dem Ein-Euro-Bier ist nur Mittwochs.

Luzie behält die Tür im Auge. Heute wird Rolle ihr nicht durch die Lappen gehen! Anita erkennt Luzies Absicht und denkt, das naive Huhn wartet sich den Arsch in die Seele, und der Scheißtyp hängt bei Hilde herum. Alle wissen es, auch Luzie müsste es wissen, wenn sie nicht total bescheuert ist, aber die Hoffnung und die Dummheit der Weiber sterben zuletzt. Ich hab’ ihm damals gleich den Koffer vor die Tür gestellt! denkt Anita zufrieden. Also was geht’s mich heute noch an …? Sie wischt weiter über den Tresen.

„Iss Rolle mal aufgetaucht?“ fragt Luzie wie beiläufig mit gespielter Gleichgültigkeit. Anita schüttelt den Kopf. „Nee Luzie! Nicht dass ich wüsste!“ Heinrich blickt von seinem abgestandenen Bier hoch und denkt: Verlogenes Pack! Gestern war Rolle mit Hilde hier und Hilde hat wie immer für beide bezahlt und sie hat Rolle noch ’n Zwanziger zugesteckt, für Zigaretten und ’n Taxi. Aber was geht’s ihn an?! Heinrich glotzt wieder stumpf vor sich hin.

Helle wechselt seinen letzten Geldschein und stiert hypnotisch auf die Leuchtziffern des Spielautomaten. Luzie ruft „Schätzchen, bring mir noch ’nen doppelten Wodka! Auf einem Bein steht man nicht!“ Anita ruft zurück: „Recht hast du, Luzie!“ und greift ins Kühlfach.

Vier Männer kommen herein und postieren sich vor der Dartscheibe. Die Jungs haben kahle Köpfe und sind mit armeefarbenen Dockerhosen, Kapuzenpullis und Schnürstiefel uniformiert. Einer holt bei Anita die Dartpfeile. Sie werfen die Pfeile auf die Scheibe, zack, immer knapp an Heinrich vorbei. Heinrich zieht erst den Kopf ein, dann setzt er sich schweigend hinten in eine Ecke. Luzie denkt, jetzt machen sich diese Glatzen auch hier breit. Man sollte mal mit Rudi, dem Inhaber der Kneipe, reden! Aber auch Rudi ist heutzutage das Hemd näher wie die Hose, also was bringt’s?!
„Nette Gäste habt ihr neuerdings hier!“ sagt Luzie zu Anita.
„Naja!“ antwortet Anita und zuckt mit den Schultern. „Ich kannse mir nich aussuchen!“

In diesem Moment kommt Markus herein und gibt Luzie und Anita die Hand. „Du bist früh dran heute!“ frotzelt Luzie. „Dir fällt wohl zu Hause die Decke auf’n Kopf?“ Markus lacht. „Nee, meine Kleene. Ick hatte Sehnsucht nach dir!“ Er setzt sich alleine an einen freien Tisch. Luzie lacht zurück. Der Eigenbrötler hat höchstens Sehnsucht nach’n paar Bier mit Korn, denkt sie. Und dann Hauruck und immer hinein, abfüllen bis zur Hutkrempe. Dem fehlt ’ne Frau und ’ne anständige Arbeit! War bis zur Wende ein ziemlich hohes Tier im diplomatischen Dienst der Ostrepublik, vielleicht war er sogar bei der Stasi, wer weiß, jedenfalls isser seitdem arbeitslos. Ich frag’ mich, warum der nicht wie andere Wendehälse die Kurve gekriegt hat und bei irgendeiner Bundesbehörde untergekrochen ist? Aber wer so tief fällt, dem bleibt ja nur der Suff …

„Und wie geht’s sonst?“ Anita kommt zu Luzie und setzt sich halb auf einen Stuhlrand.
„Es geht!“ sagt Luzie ausweichend. „Man schlägt sich so durch!“
„Haste wieder feste Arbeit?“ fragt Anita, obwohl sie Luzies Geschichte und die Geschichten aller Stammgäste in allen Variationen bis zum Erbrechen kennt.
„Nee, aber bald ’ne neue Umschulung!“ sagt Luzie. „Die dritte! Diesmal zur Altenpflegerin!“
„Na ja. Wenigstens etwas!“ Anita verschiebt den Aschenbecher in die Mitte des Tisches.
„Ja!“ sagt Luzie. „Wenigstens Kohle vom Amt!“ Sie popelt eine Jing-Ling aus der Packung, die sie sich beim Vietnamesen auf’m Netto-Parkplatz besorgt.

Anita sagt: „Hast ja noch deine privaten Putzstellen!“ Luzie weicht aus. „Ich komm’ über die Runden!“ sagt sie und deutet auf die leeren Gläser. „Bring noch mal das Gleiche!“ Anita geht hinter den Tresen. Wenn die dumme Kuh neben ihren verzogenen Gören nicht auch noch Rolf aushalten würde, könnt’s ihr echt gut gehen, denkt sie und greift an den Zapfhahn.

Beim Dart wird es laut. „Stellt euch vor, die Scheibe wär’n Türke“, sagt einer der Vier. „Und dann immer mitten rein in die Kanackenfresse!“ Die Vier feixen und klopfen sich auf die Schultern. Heinrich hebt kurz den Kopf und Markus beschließt, dass er sich verhört hat. Helles Geld verschwindet erfolglos im Automaten.

In diesem Augenblick kommen Dicke Molle, Ulla, Kirstin und Hackepeter herein und rufen „Hallöchen, hallöchen!“ in die Runde. Hackepeter geht zum Billardtisch, Ulla zur Musikbox. „Leute, was wollt ihr hören?“ fragt sie mit schriller Stimme.
„Rammstein!“ ruft Dicke Molle.
„Scheiß Rammstein! Dann schon lieber Andrea Berg!“ schreit Kirstin.
„Wat denn nu, ihr Eierköppe?“ fragt Ulla und drückt Tasten. Das Innenleben der Musikbox rotiert.

Dicke Molle wirft Münzen in den Schlitz des Billardtisches. Die Bälle rollen heraus und Hackepeter drapiert sie auf dem grünen Tuch. Er beugt sich über den Tisch, stößt zu, aber keine Kugel findet ein Loch. „Du lässt doch sonst kein Loch aus!“ feixt Dicke Molle. Ulla lästert „Das halte ich aber für’n Gerücht!“ sagt sie, “Der unn keene Löcher auslassen!“ Hackepeter legt von hinten seine Arme um Ullas Brüste und drückt sich gegen ihren Hintern. „Du musst es ja wissen!“ ruft er. Ulla kichert schrill. Kirstin schreit: „Heh, was geht’n hier ab?!“

Anita bringt den Vier am Dart noch vier Halbe und sagt mit versöhnlicher Stimme: „Jungs, benehmt euch! Ich will hier keinen Ärger!“ Einer fragt „Wieso Ärger?“ und Anita sagt „Ihr wisst genau, was ich meine!“ Sie geht zum Tresen zurück; ihre Absätze klappern, der kurze Rock spannt sich über ihrem Hintern und Hackepeter ruft „Gibt’s Ärger, Anita?“ Anita sagt „Nee, schon gut, Hacke. Alles im grünen Bereich!“

Hacke beugt sich wieder über den Billardtisch. Luzie bestellt ein Hefeweizen und’n doppelten Wodka. Markus deutet auf Luzies Gedeck und ruft „Anita, das geht diesmal auf mich!“ Helle schlägt wütend mit der flachen Hand auf den Automaten, als der lange Jörg die Kneipe betritt.

Jörg blickt beunruhigt auf die vier Glatzen. Markus sagt freundlich zu Jörg „Na, du Scheiß-Wessi!“ und Jörg feixt zurück „Na, du Scheiß-Ossi!“ Sie geben sich die Hand. „Setz dich, mein Gutster!“ sagt Markus. Jörg klemmt sich an den Tisch. Luzie denkt, die beiden Intelligenzbestien haben sich gesucht und gefunden. Zwei Einzelgänger, die das ganze Theater hier nicht mitspielen und nur Zuschauer mimen. Anita denkt, ob die beiden vielleicht doch schwul sind, aber Jörg hat ’ne feste Freundin und Markus ist einfach nur beziehungsgestört.

Hackepeter hat beim Billard verloren und bestellt die Runde. Zu Luzie ruft er „Mädchen! Hock’ nicht so alleene rum! Komm, setz’ dich zu uns!“ Luzie denkt, bin ick blöde, ick spiel’ bei denen doch nich det fünfte Rad am Wagen und in eener Stunde is Ulla wie imma besoffen und dann jibt et wieda Zoff. Sie winkt ab. „Lass mal Hacke! Ick warte auf jemand …!“

„Der kommt sowieso nicht!“ grinst Hackepeter. “Der amüsiert sich anderweitig!“ Ulla schreit schrill dazwischen: „Leute! Luzie wartet auf ihre große Liebe! Auf den größten Playboy vom janzen Kiez!“ Luzie denkt, du blödes Arschloch und sagt zu Hacke: „Was macht eigentlich deine neue Geschäftsidee?“
„Alles bestens!“ sagt Hacke. „Die Verhandlungen mit der Bank laufen! Das wird’n Knüller!“ Luzie sagt „Wohl genau so’n Knüller wie alle deine Projekte?“ Hacke ruft beleidigt zurück: „Mädchen, du hast doch keene Ahnung von Jeschäfte“.

Verächtlich sagt Luzie: „Deine Jeschäfte, die kenn ick!“ Sie denkt an Hackepeters letztes Angebot. „Steig’ bei mir ein!“ hatte Hacke damals getönt. „Ick zieh det janz groß uff! Mit Internet unn eigener Webseite! Nacktputzen! Ick sach dir: Da iss zehnmal mehr drinne als beim normalen Putzen! Unn wenn de den geilen Opas nachher noch ein bisschen an ihrem Schlappi herumstreichelst, springt noch’n Extraschein für dich raus! Da iss an einem Tag mehr drin als in einem Monat vom Amt! Steuerfrei unn kaum Spesen!“

„Nee danke, du Spinner!“ hatte Luzie erwidert. „Ick brauch keenen Zuhälter! Wenn Rolle davon erfährt, der würde mich windelweich prügeln!“
„Na, wenn du dich prügeln lässt!“ hatte Hackepeter verächtlich gesagt und Luzie hatte geantwortet: „Das musst ausgerechnet DU sagen…!“

Ulla hat wieder Andrea Berg gewählt. Die Meute grölt „Du hast mich tau-send-mal be-looo-gen!“ Hacke zerrt Kirstin in die Mitte. Die beiden tanzen tapsend wie dressierte Bären. Ulla will Hacke ein Bier reichen und ihn von Kirstin wegreißen. Kirstin sagt „Eifersüchtige Kuh!“ und krallt sich an Hackepeter fest. Ulla lässt das Bier fallen und Anita kommt mit dem Putzlappen.

Dann kommen wie jeden Freitag die vier Polizisten vom Revier nebenan zum Skatspiel und setzen sich an den großen runden Tisch. Angenehme Kunden, kein Stress, denkt Anita und begrüßt die Männer mit aufmunterndem Strahlen.

Jörg sinniert vor sich hin und sagt zu Markus: „Im Fernsehen läuft nur noch Schrott! Unsere ganze TV-Kultur ist im Arsch!“
„Nicht nur das Fernsehen, die ganze Gesellschaft ist im Arsch!“ erwidert Markus, schon mit belegter Stimme.
„Man müsste was tun!“ sagt Jörg. “Sich irgendwo engagieren ...“

„Spinnst du?“ sagt Markus. „Irgendwo engagieren? Mich hat man einmal verarscht! Das reicht!“
„Du hattest daran geglaubt!“ sagt Jörg leise.
„Na und!“ fragt Markus mit leerer Stimme. „Was ist daraus geworden? Hmm? Was iss daraus geworden?“

Helle hat sein letztes Geld im Automaten verloren und hält Hackepeter eine Armbanduhr hin. „Für zehn Euro isse dir!“ sagt er. Ulla mischt sich ein und Hacke gibt Helle schließlich fünf Euro für die Uhr.

Jörg steht auf und sagt „Ich geh’ denn mal! Heike wartet mit dem Essen auf mich!“ Markus bestellt das fünfte Bier mit Korn und Anita ahnt, Jörg geht nur, weil Markus langsam besoffen wird und Jörg kann Suff nicht ab. Es schmerzt ihn, wenn bei Markus die Gesichtszüge entgleisen und seine Sätze immer verworrener werden.

Luzie versucht Rolf mit dem Handy zu erreichen und quatscht seine Mailbox voll. Helle steckt die fünf Euro, die er von Hacke für die Uhr bekommen hat, in den Automaten. Die Glatzen zahlen und gehen. Luzie spendiert dem dürren Heinrich ein Bier. Polizisten reizen sich. Hacke schwoft mit Ulla. Kirstin hampelt mit Dicke Molle herum. Luzie fragt Markus mit belegter Stimme: „Kann ick mir zu dir setzen?“ Markus sagt „Aber klar doch, Kleene!“ Luzie geht schwankend rüber an Markus Tisch und schiebt sich unsicher einen Stuhl hin.

„Habt ihr außer Andrea Berg noch andere Musik auf Lager?“ ruft einer der Skat spielenden Polizisten genervt. Ulla schreit „Wer was gegen Andrea Berg hat, wird von der Polizei abgeführt!“ Die Meute grölt über den Witz. Luzie und Markus prosten sich zu.

Hellmuth schlägt jetzt mit der Faust auf den Automaten. Anita schaut ihn mit hochgezogenen Augenbrauen tadelnd an. Helle sagt kleinlaut: „Iss doch wahr!“ und dann: „Ich geh’ mal schnell zur Bank rüber! Bin gleich zurück!“
Anita sagt „Alles klar, Helmuth!“ und denkt, wenn der noch was auf’m Konto hat, fress’ ich’n Besen.

Heinrich ist mit dem Kopf auf dem Tisch eingeschlafen.
Markus und Luzie zahlen. Anita sieht die beiden erstaunt an und sagt „Dann mal los, ihr beiden Hübschen! Bis demnächst in diesem Theater!“ Hacke ruft laut über den ganzen Raum „Macht’s gut, Kleene, aber nicht zu oft!“ Ulla geifert sächselnd zu Kirstin „Nu guck dir mal diese Heuchlerin an!“ und deutet mit einer Kopfbewegung auf Luzie.

Hacke schreit „Die Serie!“ und stürzt zum Automaten. Es klackert anhaltend. Hacke greift sich die Münzen. Sofort steht Ulla neben ihm und schaut mit gierigen Augen zu.

Unsicher auf den Beinen hakt Luzie sich bei Markus unter. Die beiden verlassen die Kneipe. Auf der anderen Straßenseite sehen sie Helle am Bankautomaten hantieren. Luzie sagt „Armes Schwein!“ und deutet mit den Augen zu Helle. Markus zuckt mit den Schultern und sagt „Mädchen, ich hab’ noch’n paar Flaschen im Kühlschrank. Haste nicht Lust auf’n Absacker mit zu mir …?“

Luzie antwortet mit unsicherer Stimme: „Lieb von dir, Markus, aber lass mal! Ick muss nach Hause. Rolf wartet sicher auf mich! Er war’n paar Tage beruflich unterwegs. Aber jetzt isser sicher zurück …!“

„Na ja“, sagt Markus mit müder Stimme. „War ja auch nur so’ne Idee…, ick dachte, wir beede…?!“
„Iss schon okay …“ Kumpelhaft streichelt Luzie entschuldigend über Markus Arm. „Tschüss alter Junge. Und nichts für ungut!“
„Alles klar, Kleene. Tschüss denn, bis demnächst!“
Die beiden gehen leicht schwankend in entgegengesetzte Richtungen davon.
__________________
Michael Kuss
Geschichten aus dem Leben

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Vagant
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Hallo Michael,

also nur nochmal zum Verständnis; Luzie wartet auf Rolf, den sie liebt, Rolf kommt aber nicht. Markus läd Luzie daraufhin auf einen Absacker (wir kennen ja diese Tricks) ein? War das richtig so? Wenn ja, dann wäre das doch die Geschichte: Luzie geht mit Markus mit. Und dann halt mal schauen, was Rolle dazu sagt.
Na ja, ehrlich gesagt, ich bin mittendrin ein wenig raus gekommen. Mir war das zu viel Personal auf engstem Raum.
Es kommen aber auch alle vor: Anita, Dicke Molle, Ulla, Jörg, vier Glatzen, Hacke, SchlagerBerg, die Meute, Polizisten, Jörg und noch irgendein dünner Säufer – wahrscheinlich habe ich noch ein paar vergessen. Stoff für 10 Geschichten.

Diese Art Erzählton hat es schwer in der Leselupe. Heißt nicht, dass ich da nicht mit zurecht kommen, war eher so allgemein gesagt. Da es ja im Milieu spielt kann ich da gut mit leben.

Der Einstiegssatz erscheint mir vorneweg mal zu lang, und endet dann auch noch mit dem, was die Erzähltheorie wohl 'Referezcode' nennt. Also; der Autor legt dem Erzähler Verallgemeinerungen und seine eigenen weltanschauliche Betrachtungen in den Mund. Ich finde, das gehört dort nicht hin; und wenn es unbedingt sein muss, dass sich der Erzähler positioniert, dann soll er's dort machen wo es passt, nur nicht gleich im ersten Satz. In dieser Kneipenszene hätte es tausend weitere Möglichkeiten dafür gegeben – über Dialog geht da immer was.

Michael, du musst jetzt stark sein. Ich sage am Ende immer so lapidar: gern gelesen – und das stimmt so gut wie immer, zu der Geschichte sage ich nun einfach mal: ich hab's gelesen. Ich habe mir aber vorgenommen noch ein paar Sachen von dir zu lesen. Du hast das Forum in den letzten Tagen ja regelrecht geflutet. Ich denke, dass ich bei dir sicher noch was finden werde an dem ich etwas mehr Spaß habe.

Lg Vagant.

ps... sorry, kleiner nachtrag... was ich zum ersten satz eigentlich noch sagen wollte: für eine Story ist es unerheblich, wie und wo luzie woht. die storie spielt ja nicht in dieser wohnung, und zur charakterisierung von luzie taugt's halt auch nicht.

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Marlen
Autorenanwärter
Registriert: Apr 2015

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Hallo Michael!

Mein erster spontaner Eindruck/Wunsch war: mehr Dialekt bitte; da schließe ich mich dem vorigen Beitrag an.

Ansonsten hab' ich die Geschichte gern gelesen und auch mal gelacht. Ich finde deine Einleitung ehrlich gesagt gar nicht so unpassend. Sie passt für sowas wie eine Kurzgeschichtensammlung unter dem unten aufgeführten Motto "Geschichten aus dem Leben"; wobei du diese Art der Einleitung meiner Meinung nach dann konsequent jeder anderen Geschichte unter diesem Motto geben solltest; als ein verbindendes Element (ich habe mir deine anderen Beiträge noch nicht angeschaut, verzeih' ;-)).

Zur Struktur der Geschichte und den auftretenden Personen: Du hast die Impressionen in einer Berliner Kneipe eingefangen. Ich kann mir zwei Möglichkeiten vorstellen mit diesem Wust an Eindrücken umzugehen: 1) Du konzentrierst dich mehr auf die Hauptperson(en). Dass so viele andere Menschen mit Luzie interagieren, ist tatsächlich verwirrend und ich wusste am Ende gar nicht mehr, was sie macht, außer warten. 2) Du beschreibst alle Personen von außen; stellst sie gleichberechtigt nebeneinander und legst eine Milieustudie hin. Diese sollte aber, wie ich finde, aus einer neutralen, unbeteiligten Perspektive geschrieben sein; also ohne Luzie im Mittelpunkt. Damit geht der Plot aber verloren; und der Titel; und wenn ich es recht bedenke auch deine Einleitung...

Liebe Grüße
Marlen

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