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Leselupe.de > Ungereimtes
Lyrik
Eingestellt am 19. 01. 2019 12:10


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anbas
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Lyrik
kr├Ąhte der Hahn
Lyrik
vollendete Sprache
Fest der Poesie
ein Tanz
von Klang und Metrik

Lyrik
kr├Ąhte der Hahn
mit stolzer breiter Brust
Lyrik
Merkmal wahrer Kultur
Erhabenheit des Ausdrucks
Worte
auf h├Âchstem Niveau
zu hehrer Kunst vereint

Lyrik
kr├Ąhte der Hahn
im Glanze seines
prachtvoll angeschwollenen
Kammes
Lyrik
nur in edelster Form
sollte sie existieren
von den f├Ąhigsten Dichtern
in die Welt geboren
um den Geist zu erfreuen

Lyrik
kr├Ąhte der Hahn
und seine Stimme
drohte zu ├╝berschlagen
Lyrik
oh du Olymp
der sprachlichen Vollkommenheit
verteidigen werde ich dich
bis zur letzten Silbe


Du stehst auf Mist
grunzte das Schwein
und blubberte ein Sonett
in den Schlamm




Rezitation:
__________________
Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen.
(anbas)

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Artbeck Feierabend
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Hallo, Anbas!

Das Schwein habe ich hier als positive Figur, als Protagonisten des eitlen Hahns aufgefasst, sozusagen ein sympathischer Meister des Understatements, der ohne viel Aufhebens, ganz nebenbei ein Sonett raushaut, obwohl man es ihm kaum zutraut. Sonette zu verfassen, kommt hier also gar nicht als elfenbeinturmartig her├╝ber. Es ist eher das Gewese...Das ironisch- doppeldeutige ÔÇťDu stehst auf MistÔÇť passt gut zur Kritik an blasierter Selbstdarstellung, eine Botschaft, die von Anfang an recht deutlich zu erkennen ist - vielleicht auch ein bisschen zu offensichtlich von Anfang an, wie ich finde. Das Verhalten des Hahns w├╝rde ich deshalb in der Schilderung k├╝rzen, eine Strophe weniger h├Ątte auch gereicht - denn letztlich kreisen die ersten vier Strophen um einen nahezu identischen Inhalt.

Gru├č,
Artbeck

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anbas
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Moin Artbeck,

Deine Interpretation geht in die Richtung, die ich meine. Vielen Dank daf├╝r.

Was die L├Ąnge betrifft, so habe ich auch kurz ├╝berlegt, ob es vielleicht zu viel des Guten ist - aber gleichzeitig ist sie notwendig, damit sich der Hahn so richtig gut in sein Gehabe hineinsteigern kann. Daher m├Âchte ich nicht k├╝rzen.

Liebe Gr├╝├če

Andreas
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Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen.
(anbas)

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Perry
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Hallo Andreas,

ob der Hahn der richtige Vortragende f├╝r Lyrik ist, darf wohl rein sprachlich bezweifelt werden, sein aufgeplustertes Gehabe passt aber gut zu manchem Dichterf├╝rsten, bzw. zu solchen, die sich daf├╝r halten.
Aber die hohen Zeiten der Lyrik sind l├Ąngst vorbei, heute kr├Ąht kaum noch ein Hahn nach poetischen Texten.
Ich lese das Gedicht deshalb auch eher als Nachruf und weniger als Kritik. Die Rolle des Schweins halte ich als Gegenpart zum Hahn f├╝r gut besetzt, allerdings finde ich das Sonett zu wenig gegens├Ątzlich, wie w├Ąrs alternativ mit "Poetry Slam."
LG
Manfred

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anbas
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Hallo Manfred,

nicht jeder (M├Âchtegern-) Dichterf├╝rst kann auch gut vortragen .

├ťber das Ende des Gedichtes habe ich lange gegr├╝belt, da es tats├Ąchlich dem gesamten Text noch mal eine gesonderte Note gibt. Neben dem Sonett hatte ich u.a. auch an Haiku oder Limerick gedacht.
Das Sonett habe ich letztendlich als Bild daf├╝r genommen, dass man auch gute Kunst machen kann, ohne ein so gro├čes Bohei darum zu machen (hach, das Wort "bohei" habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr geh├Ârt, nun kam es mir gerade in den Sinn und musste nat├╝rlich sofort verbraten werden ).

Liebe Gr├╝├če und vielen Dank f├╝r Deine R├╝ckmeldung

Andreas
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(anbas)

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Schreibfan
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Hallo, Anbas. Dein Text gef├Ąllt mir wirklich gut. Ich sehe die Tiere so zu sagen als Fabelwesen. Den Hahn als (vllt etwas aufgeplusterten) Theoretiker, der selber keine Kunst betreibt, jdf nicht wissentlich der aber die Kunst glorifiziert.
Das Schwein scheint es gewohnt zu sein, die Dinge etwas realistischer und pragmatischer anzugehen. Ihm traut man qua auftreten k├╝nstlerisches Schaffen nicht zu. Genau dues praktiziert das Schrein aber wissentlich, nur nimmt es dies nicht so wichtig. Beide Typen habe ich in der Wirklichkeit schon getroffen.

Lg Schreibfan
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Guter Geschmack macht sehr einsam (Jan Josef Liefers als Prof. Boerne)

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anbas
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Hallo Schreibfan,

vielen Dank f├╝r Deine R├╝ckmeldung!

Ich freue mich, dass Dir dieses Gedicht gef├Ąllt. Deine Lesart kommt meiner Intention ziemlich nahe. Allerdings muss der Hahn nicht nur ein Theoretiker sein. Es gibt es auch Schreiberlinge, die sich, ihre Werke und die Literatur an sich f├╝r das Nonplusultra aller K├╝nste halten (eine Einstellung, die auch unter Musikern, bildenden K├╝nstlern, aber im Grunde unter allen Berufen und Berufungen, vorkommen soll ).


Vielen Dank auch an Dich und Tula f├╝r Eure Wertungen!


Liebe Gr├╝├če

Andreas
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(anbas)

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