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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Lyrik als Thema von Lyrik
Eingestellt am 11. 11. 2013 19:18


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AllAN GAP
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Feb 2011

Werke: 66
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Hallo,

ich habe eine ganze Zeit ĂŒberlegt folgenden Text einzustellen. Nach einer threadkonversation mit Eberhard Schick habe ich mir nun doch ein Herz gefasst es hier einzustellen. Vielleicht passen meine Ansichten nicht. Und doch denke ich ist es eine Art die Sache zu sehen. Macht das Beste daraus. Ich versuche es auch immer wieder aufs Neue....
--- ---
Lyrik

Sie - Lust zu schreiben aus
sprachlichem Schatz, verwendet
sie Schalk, Ernst, Selbst-Ironie,
Trauer, Entsetzen, Melancholie,

Sie - institutionelle Literatur
entstanden aus Handwerk,
Beobachtung der Natur,
in ihr singt eine Botschaft,

eine, die kein Handwerk bezwingt,
doch umgekehrt verkĂŒmmert - sie
siecht dahin in blutleerem Raum,
steckt in zu engem Korsett.

doch sieh nur sieh, vor deiner TĂŒr,
Wahnsinn auf die Haut geschrieben,
gibt Löcher zum Binden vor,
Wind beflĂŒgelt die Natur,

so ist die Welt - bricht mit Vernunft,
vielleicht ist's ihre Tugend,
kommt endlich hoch aus FundamenTal,
um Ihr Leben stolz zu loben,

bin ich von dort, schon zu weit,
doch habt keine Angst,
mich treibt nicht GrĂ¶ĂŸenwahn,
eher - Irrtum meiner Zeit.
__________________
AllAN GAP
es gibt immer etwas in unserer Mitte

Version vom 11. 11. 2013 19:18

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1554
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hallo allan gap,

das ist ein furiose poetologie und durchaus nicht experimentell. immer wenn ein dichter so etwas persönliches schreibt, möchte ich gerne "kritisieren". da ist zuviel herzblut dran, und ich möchte nicht verletzend sein.

aber ich kann es ja mal mit ein paar hinweisen probieren.

(1) du solltest die vielen kommata, die dem ganzen eine gewisse atemlosigkeit verpassen, durch den einen oder anderen punkt ersetzen, um dem text so eine gewisse ordnung zu geben. besonders das letzte komma hinter "vielleicht" ist in jedem fall ein punkt.

(2) das "vielleicht" könntest du aber sparen, denn eigentlich hast du einen klaren standpunkt, den du hier prÀsentierst. den sollte man nicht einschrÀnken und relativieren. es ist gut, wenn man sich seiner eigenen vorstellung von lyrik versichert. und diese kennt kein vielleicht, sondern allenfalls entwicklung.

(3) wenn du freie texte schreibst, bleib in der sprachmelodie. die verÀnderung der satzstellung ist ein mittel, das man so wenig wie möglich einsetzen sollte. hier wÀre statt

quote:
in ihr eine Botschaft singt,

Botschaft, die nie Handwerk bezwingt,
besser das zu setzten:
quote:
in ihr singt eine Botschaft,

eine, die kein Handwerk bezwingt,
der reimt bringt hier nichts, vielmehr entwertet er wegen der falschen satzstellung den text unnötigerweise. ebenso hier:
quote:
bin ich von dort, schon zu weit,
doch habt keine Angst,
nicht GrĂ¶ĂŸenwahn mich treibt,
Irrtum meiner Zeit,

vielleicht,
wÀre das
quote:
bin ich von dort, schon zu weit,
doch habt keine Angst,
mich treibt nicht GrĂ¶ĂŸenwahn,
der Irrtum meiner Zeit.
wohl die glattere und klarere alternative.

in diesem sinne weiterhin frohes werken!

lg w.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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AllAN GAP
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Feb 2011

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Hallo Walther,

ich habe, Dein EinverstÀndnis vorausgesetzt, Deine Quoten in den Text eingearbeitet.
Außerdem danke ich Dir fĂŒr Deine Antwort auf meine Poetologie. ;-)
Ich muss ein wenig Schmunzeln bei diesem Wort, aber Du hast vermutlich recht. Es trifft es wohl.
Und es ist in der Tat eine persönliche Ansicht, die ein 'vielleicht' in keinem Fall verdient. Sonst brĂ€uchte ich dieses Statement nicht zu geben. Doch bezieht sich dieses 'vielleicht' im Text nicht auf meine Meinung, sondern nur auf den Irrtum. Ich hoffe, ich habe es durch die Änderungen jetzt deutlicher gemacht. Ob der Text experiementell ist, können wir gern diskutieren. Wenn er selbst es nicht ist, so vielleicht der Ansatz einer direkten Aussage. Sie ist immer seltener zu finden. Meines Erachtens ist das ein beĂ€ngstigender Zustand. Außerdem ist es die Schwierigkeit mit Botschaften, die sich hinter Metaphern verstecken. Ihre Interpretation liegt im VerstĂ€ndnis des Konsumenten.
Ich sehe in einem Text eher die Botschaft, als etwas anderes. Über sie erlange ich Zugang und dringend notwendige Information. Unter diesem Gesichtspunkt ist sie fĂŒr mich automatisch das Experiment. Es sei denn, es ist eine stets wiederkehrende, allgemein bekannte Botschaft. Liege ich damit richtig, oder nicht? Ich weiß das schlussendlich nicht zu beantworten. Aber wer kann das schon? Aus meiner Sicht lohnt sich das GesprĂ€ch darĂŒber. Es ist spannend und ich glaube das Ende ist offen.

Danke noch einmal und lieben Gruß

vom GAP

__________________
AllAN GAP
es gibt immer etwas in unserer Mitte

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