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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Lyrische Farbspiele
Eingestellt am 29. 04. 2008 09:10


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Karl Feldkamp
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Gisela Becker-Berens, hoffnung in blassorange

Das Spiel mit den Farben beginnt bereits auf dem Einband. „hoffnung in blassorange“ kommt selbstredend auf blassorange gefärbter Pappe daher, allerdings kontrastiert durch ein von der Autorin mit kräftigen Farben gemaltes Titelbild und auf der Rückseite mit ihrem Porträtfoto, auf dem sie einen keineswegs blass orangenen Pullover trägt.
Gisela Becker-Berens wuchs im Saarland auf und absolvierte dort ihr Studium. An ihrem rheinischen Wohnort Bergisch Gladbach und in dessen Umgebung ist sie inzwischen längst keine unbekannte Lyrikerin mehr. Sie malt Wortbilder sowohl mit strahlender Leuchtkraft als auch in dezenten Pastelltönen oder Aquarellfarben. Und genau diese - parodoxer Weise verbindenden - Kontraste machen den eigentlichen Reiz ihrer Lyrik aus.
Nicht von ungefähr trägt ihr erstes Gedicht den Titel „blaue blume“. Diese Blume der Hoffnung vermutet die Autorin „jenseits der schatten“ oder gar „auf der rückseite des mondes“. Und dem vollen Blau folgt im nächsten Gedicht „herbst-zeit-lose“ „im fahlen licht des morgens“ schon ein äußerst zartes Aquarell.
Im dritten Gedicht wiederum starb ein Schmetterling im „spinnennetz“, der „ungebrochen“ auf seinen Fügeln „das auge des sommers“ trägt.
Becker-Berens Texte, weit jenseits unglaubwürdiger Sentimentalitäten, halten sich stets auf zwischen unbezwingbar sinnenfrohem Optimismus und den gelegentlich harten Realitäten des Lebens. Und selbstverständlich geht es dabei immer auch wieder um Liebe und Erotik.
Die Texte ergehen sich einerseits in Geheimnissen „wie eine schnecke so schlüpfrig/wie öl das durch die finger rinnt/und flecken hinterlässt“. Sie entführen in Märchen, in denen Rapunzel ihr langes Haar als Liebesleiter anbietet. Aber sie lassen auch mit dem Bus durch die „graue stadt“ fahren und die Folgen „atlantischer tiefausläufer“ fürchten. Einerseits verführen sie, vollkommen einzutauchen in die pralle Pracht der Natur, wie in den Gedichten über ihre „zweite Heimat“, die Provence, und verharren andererseits in sensibel mit feinstem Pinsel gemalten Metaphern, die gekonnte Lyrik auszeichnen.
Und wie könnte es anders sein: Der Lyrikband endet schließlich mit einem farbenprächtigen Bekenntnis zur Lebenslust. „tanzen möchte ich“ „im wind mein gesicht“ „grüne erde in mir/blauer ozean“.
Leserinnen und Leser, die nie die Hoffnung aufgeben und immer einen gangbaren Ausweg finden wollen, stoĂźen in diesem Lyrikband in nahezu jedem Gedicht auf einen versteckten lyrischen Wegweiser.
Gisela Becker-Berens, hoffnung in blassorange, Gedichte, Wiesenburg Verlag, Schweinfurt 2008, 116 Seiten, Paperback, € 12,90

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Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

Version vom 29. 04. 2008 09:10

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jon
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Das einzige, was ich "anmeckern"(1) möchte: Was sind "falsche Sentimentalitäten"? Meinst du vorgespielte Sentimentalitäten, falsch dosierte, "Sentimentalitäten im ihrer selbst willen", unglaubhafte oder solche, die nur so tun als seien sie welche?

(1) "Anmeckern" ist zu groß – es ist eher eine dieser Nuancen, die (selbst im literarischen) Alltag ok sind, aber eben doch nicht "perfekt" …
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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Karl Feldkamp
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Lieber jon,
ja, ich gebe dir recht. Ich werde es abändern.
Danke fĂĽr den Hinweis
und herzlichen GruĂź
Karl
__________________
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