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Leselupe.de > Lange Texte
M/DWdS_Kapitel2
Eingestellt am 31. 01. 2004 12:26


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Najitzabeth
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jan 2004

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Die Beaker


Als Kim am Morgen aufwachte war es ihr, als wĂ€re es nur ein Traum gewesen. Sie konnte sich an keine Einzelheiten mehr erinnern, nur noch, wie sie den Gang nach eventuellen Abzweigungen abgesuchte, die sie möglicherweise ĂŒbersehen hatte. Gefunden hatte sie nichts. Kim konnte sich auch noch erinnern, wie sie sich zurĂŒck zum Hotel schleppte, wobei ihr der Weg doppelt so lang vorkam, wie der, den sie gekommen war. Danach war sie dann wie ein Stein ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen.
Das Einzige, was ihr bewies, dass ihr nĂ€chtlicher Ausflug kein Traum war, waren ihre völlig verdreckten Kleider, die sie immer noch trug und die Tatsache, dass sie sich nicht einmal die MĂŒhe gemacht hatte, ihre Schuhe auszuziehen, als sie ins Bett ging.
Aber eins wusste sie genau, sie wĂŒrde heute noch einmal zur Ruine gehen und alles noch grĂŒndlicher absuchen
(„Der Vollidiot kann sich doch nicht in Luft auflösen!“), Schließlich war es ja dunkel gewesen und Kim war auch mĂŒde genug, um einen Gang zu ĂŒbersehen. Sie war fest entschlossen, das Versteck des Jungen zu finden. Kim rieb sich den Schlaf aus den Augen, denn lange hatte sie ja nicht geschlafen, wenn man bedenkt, dass sie erst morgens ins Bett gegangen war und bereits als es Hell wurde wieder aufgestanden ist. Schnell ging sie ins Bad, duschte, putzte sich die ZĂ€hne und kĂ€mmte ihre schulterlangen Haare. Dann ging sie wieder in ihren Schlafraum und suchte sich passende Kleidung fĂŒr ihren Ausflug. Sie zog ihre schwarze Lieblingsjeans, ein T-Shirt, das ihr Vater ihr zum Geburtstag geschenkt hatte und das ihr nicht besonders gefiel, an. Eigentlich war Kim froh, dass ihre Eltern geschieden waren, so hatte sie ihre Mutter an den wenigen Tagen, an denen sie sich sahen, ganz fĂŒr sich. Denn selbst wenn Kim ihre Mutter begleitete, so wie dieses Mal, sahen sie sich nur sehr selten.
Kim schnappte sich noch einen dicken Pullover und ihren Rucksack mit Taschenlampe, Kaugummi und TaschentĂŒchern und wollte schon runter zum FrĂŒhstĂŒck gehen, blieb aber noch mal stehen und ging zum Fenster zurĂŒck.
„Normalerweise musste man Shatesdoor doch von hier aus sehen können“ dachte Kim und blickte wie gebannt aus dem Fenster. Aber das Einzige, was sie sah, waren die Berge am Horizont, die Stadt und der See. Keine Ruine! Sie sah sogar den Wald und das Feld, durch das sie Nachts gelaufen sein musste. Die Burg war allerdings nicht zu sehen.
Kim dachte nicht weiter darĂŒber nach, denn jetzt spĂŒrte sie, wie viel Hunger sie hatte. Sie beschloss, die Wirtin beim FrĂŒhstĂŒck danach zu fragen und so machte sie sich auf den Weg zum Speisesaal. WĂ€hrend sie die lange, geschwungene Treppe hinunter ging dachte sie noch einmal ĂŒber Keith nach. „Was ist, wenn er jetzt am Tisch sitzt und sich ĂŒber mich totlacht?“, ĂŒberlegte sie. „Hm, dann kann er froh sein, dass dieses Kaff einen Arzt hat!“ Kim betrat jetzt den Saal und sah sich um. Keith saß nicht am Tisch. Kim war fast erleichtert. Die Wirtin betrat den Raum und brachte das FrĂŒhstĂŒck fĂŒr Kim. „Wo ist Keith?“ fragte Kim gerade heraus. „Oh, ich denke er schlĂ€ft noch oder er geht spazieren. Manchmal verschwindet er auch einfach fĂŒr ein paar Tage, ich kann ihm das einfach nicht austreiben!“, antwortete die Frau und zuckte mit den Schultern, nachdem sie das Tablett auf den Tisch absetzte.
Kim hatte die ganze Zeit das GefĂŒhl, etwas vergessen zu haben aber ihr fiel beim besten Willen nicht ein, was. Und so frĂŒhstĂŒckte sie und machte sich dann auf den Weg zur Ruine. Sie lief eine gute Stunde. Kim ĂŒberraschte, dass sie in der vergangenen Nacht nur eine knappe halbe Stunde gelaufen war. Als sie an der Burg ankam, fiel ihr als Erstes auf, dass bereits ein BaugerĂŒst fĂŒr die Renovierung aufgebaut war.
„Das habe ich heute Nacht gar nicht bemerkt“, dachte Kim, wĂ€hrend sie auf den kleinen Seiteneingang zusteuerte, den sie auch schon benutzte, als sie Keith verfolgt hatte. Sie fand die TĂŒr auf anhieb wieder, trotz ihrer schlechten Orientierung.
Es roch immer noch muffig, als sie die Ruine betrat und auch der Boden knarrte gequĂ€lt als sie darauf trat. Kim fĂŒhlte sich wie in die Vergangenheit zurĂŒckversetzt. Sie liebte solche alten GebĂ€ude, denn sie waren Zeugen einer lĂ€ngst vergangenen Zeit und erzĂ€hlten ihre eigenen Geschichten. Sie hĂŒteten ihre Geheimnisse.
Im Keller war es Stockdunkel, aber Kim’ s Augen hatten sich schnell daran gewöhnt, und so erkannte sie, als sie die Treppe zu dem Geheimgang hinunterstieg, dass die TĂŒr zu dem Gang offen stand.
Sie stieg die Treppe vorsichtig nach unten.
Plötzlich bröckelte eine der steinernen Stufen unter Kims Fuß ab und sie verlor das Gleichgewicht. Sie versuchte noch irgendwo Halt zu finden was an den glatten WĂ€nden aber aussichtslos war. Und so stĂŒrzte Kim kopfĂŒber die Treppe hinunter. Sie fiel durch die offene TĂŒr, die hinter ihr ins Schloss flog, dann schlug Kim hart auf dem Boden auf und blieb bewusstlos liegen.

Sie wusste nicht mehr wie lange sie so dagelegen hatte, aber als Kim aufwachte bemerkte sie als erstes die SchĂŒrfwunde ĂŒber ihrem linken Auge die jetzt brannte wie Feuer. Kim rappelte sich auf. Doch als sie zur TĂŒr zu ging stieß sie gegen die kahle Wand.
„Hab ich jetzt völlig den Verstand verloren? Ich bin mir hundertprozentig sicher das die TĂŒr auf dieser Seite war!“, ĂŒberlegte Kim. „Vielleicht hab` ich ja eine
GehirnerschĂŒtterung!“ Sie drehte sich um und stolperte, fiel aber nicht. Sie fand ihr Balance im letzten Augenblick wieder. Als sie sich nach dem Gegenstand bĂŒckte, ĂŒber den sie beinahe gefallen war, sah sie ,dass es ein Zierdolch war, der, soweit sie erkennen konnte, in einer HĂŒlle aus weißem Leder steckte, die mit seltsam verschnörkelten Verziehrungen bestickt war. Sie schob den Dolch ein und ging weiter den Gang entlang und stieß auf die TĂŒr. Kim drĂŒckte die Klinke und zog sie langsam mit einem knarrenden GerĂ€usch auf.
Auf einmal schlug ihr ein grelles Sonnenlicht entgegen, sodass sie die Arme hob, um ihre Augen zu schĂŒtzen. Sie vernahm auch Vogelgesang und als sie sich ihre Augen an das Licht gewöhnt hatten erkannte sie das die TĂŒr nicht zu der Treppe fĂŒhrte sondern ins Freie.
„Da hat sich Keith also rausgeschlichen“, sagte Kim laut um ihren Erfolg noch zu unterstreichen.
Jetzt hatte sie seinen Fluchtweg entdeckt. Kim trat grinsend aus der TĂŒr und drehte sich zu Shatesdoor um.
Dann erstarrte sie.
Da war keine Ruine, die TĂŒr schwebte im nichts, mitten im Wald. Ihr war das unbegreiflich, denn sie konnte ja noch in den dunklen Gang sehen, aus dem sie gekommen war. Kim umrundete die TĂŒr einmal, aber es gab gar keinen Zweifel, es war nur die TĂŒr da, keine Wand! Sie schĂŒttelte unglĂ€ubig den Kopf. TrĂ€umte sie etwa?
Plötzlich fiel die TĂŒr zu und war entgĂŒltig verschwunden.
Sie war einfach weg! Puff!!
Kim stand mit offenem Mund da und starrte auf den leeren Fleck auf dem vor ein paar Sekunden noch die TĂŒr gestanden hatte und tastete ins Nichts.
Sie starrte noch eine geraume Weile in die Luft; mit dem Erfolg das ihr ein Bein einschlief.
Nachdem sie ĂŒberlegt hatte kam Kim zu der (mehr oder weniger) logischen Erkenntnis, dass sie nach ihrem Sturz, bei dem sie sich jetzt sicher eine GehirnerschĂŒtterung zugezogen hatte, im Halbschlaf aus der Burg und in den Wald gegangen sein musste und sich den Rest nur eingebildet hatte. So machte sich Kim auf den Weg um aus dem Wald zu kommen und nach einem Dorf zu suchen in dem sie ihre Mutter anrufen konnte.

Kim zÀhlte ihre Schritte um zu wissen wie weit und wie lange sie lief, weil ihr Uhr seitdem Sturz stehen geblieben war. Allerdings hörte sie nach einigen hundert Schritten auf zu zÀhlen. Sie ging noch etwa eine Stunde weiter, bis es ihr zu dumm wurde.
„Wie groß ist dem dieser dĂ€mliche Wald?“ brĂŒllte sie, sodass rings um Kim herum die Vögel aufflogen und es plötzlich totenstill wurde. Kim stöhnte auf und setzte sich auf einen umgestĂŒrzten Baum.
Es war noch immer seltsam ruhig, normalerweise hÀtte sie die GerÀusche, die man im Wald nun einmal hörte erwartet aber es blieb ruhig!
Und dann hörte sie etwas.
Erst war es nur ein entferntes rascheln in den BÀumen, das genauso gut ein Vogel hÀtte sein können, aber da war es wieder und diesmal nÀher! Kim bekam es mit der Angst zu tun und ihre innere Stimme riet ihr, dass sie aufstehen und weitergehen sollte, was sie dann auch tat.
Das Rascheln folgte ihr, aber es kam jetzt nicht nur von hinten sondern aus allen Richtungen. Es war ihr auch, als ob ĂŒber ihr Schatten wĂ€ren, aber jedes Mal wenn sie nach oben sah waren sie weg. Plötzlich wurde ihr bewusst das sie wirklich verfolgt wurde und sie begann zu rennen. Zuerst nur sehr langsam, aber dann immer schneller, sie rannte um ihr Leben. Stolperte ein paar mal ĂŒber Wurzeln und Äste oder rutschte auf dem feuchten Moos aus.
Es war als wĂŒrde der gesamte Wald die Luft anhalten, so still war es. Die einzigen GerĂ€usche waren Kim’ s Schritte und ihr keuchender Atem. FĂŒr einen Augenblick glaubte sie ihre Verfolger abgeschĂŒttelt zu haben und wurde langsamer. Dann hörte sie ein Pfeifen, das die Ruhe durchbrach. Es war ein schriller Ton, fast so wie ein Schrei.
Kim beschleunigte ihr Tempo wieder, denn sie hatte jetzt panische Angst. Was waren das fĂŒr Wesen? Was wollten sie von ihr? Sie diese Geschwindigkeit nicht mehr lange durchhalten, da sie bereits Seitenstechen bekam und nun immer öfter stolperte. Dann ertönte wieder einer dieser Pfiffe und es klang auf eine eigenartige Art und Weise befehlend. Auf ein mal ohne Vorwarnung stĂŒrzte einer ihrer schwarzen Verfolger von den BĂ€umen und ĂŒberwĂ€ltigte Kim, indem er sich wĂ€hrend sie rannte auf sie stĂŒrzte.
Mit einem erstickenden Schrei fiel Kim zu Boden und wurde sofort von zahlreichen HĂ€nden niedergedrĂŒckt. Sie wehrte sich nicht, als die MĂ€nner sie auf die FĂŒĂŸe zogen, denn sie hĂ€tte sowieso keine Change gehabt gegen das halbe Dutzend MĂ€nner, die fast drei Köpfe grĂ¶ĂŸer waren als sie und außerdem war sie viel zu erschöpft dazu. WĂ€hrend sie von ihnen abgefĂŒhrt wurde konnte sie ihre Peiniger dafĂŒr jetzt genauer betrachten. Sie trugen alle einen schwarzen Umhang mit einer Kapuze, die sie weit ins Gesicht gezogen hatten, sodass Kim nur einen Teil einer Maske sehen konnte, die wahrscheinlich ein Vogelgesicht darstellen sollte, das verriet ihr zumindest der Schnabel. Außerdem trugen alle Hosen die aussahen als wĂ€hren sie aus Federn gewebt worden. Sie hĂ€tte eher irgendwelche normalen Menschen erwartet, die sie ausrauben wollten oder schlimmeres. Aber anscheinend waren das hier VerrĂŒckte!
Die kleine Gruppe ging etwa eine halbe Ewigkeit durch den Wald, der jetzt immer dichter wurde. Da Kim so erschöpft war trug sie einer der Maskierten huckepack. Was sie seltsam fand, war, dass nicht einmal ein Ast sie streifte, es war fast so als wĂŒrden die Zweige, Äste und Wurzeln vor den seltsamen MĂ€nnern zurĂŒckweichen und sich hinter ihnen wieder schließen. Dann lichtete sich der Wald wieder ein wenig. Zuerst dachte Kim sie wĂ€ren auf einer Lichtung, aber rings um sie herum standen BaumstĂ€mme, aber nicht die normalen StĂ€mme, die sie kannte, nein, diese waren so dick, dass sich zwanzig MĂ€nner im Kreis darum aufstellen mĂŒssten, um eine Kette darum zu bilden und dementsprechend hoch waren die BĂ€ume auch.
Wie Wolkenkratzer!
Der Mann ließ Kim runter und jetzt konnte sie sich auch genauer umsehen. Über ihr in den Baumkronen war etwas. Kim blieb der Mund offen stehen, als sie sah was das war, es war eine Stadt! Eine Stadt die so riesig war das mindestens zehntausend darin leben mussten. War das etwa das zu Hause der Maskierten? Diese Frage beantwortete sich wie von selbst, als einer der MĂ€nner einen dieser schrillen Pfiffe ausstieß, die Kim bereits kannte. Plötzlich wurde eine Strickleiter von oben heruntergeworfen, an denen sie hochklettern sollten. Die MĂ€nner nahmen Kim in die Mitte und drĂ€ngten sie die Leiter hinauf.
Die rauen Sprossen rissen ihre HĂ€nde auf. Als sie etwa die HĂ€lfte des Weges hinter sich hatten, konnte Kim die Stadt genauer erkennen. Sie war, wie ein riesiges Baumhaus, aus vielen kleinen Teilen. Auf jedem der RiesenbĂ€ume war eine Plattform mit mehreren HĂ€usern. Die einzelnen BĂ€ume waren mit HĂ€ngebrĂŒcken verbunden und alles bestand nur aus Holz! Kim bekam eine Knuff von dem Mann, der unter ihr kletterte, denn sie war so erstaunt ĂŒber das, was sie da sah, dass sie ganz vergessen hatte zu klettern. So stiegen sie weiter auf bis sie die Stadt erreicht hatten. Und Kim hatte sich nicht getĂ€uscht, alles bestand aus Holz. Sie wollte sich erst gar nicht ausmahlen, was passieren wĂŒrde, wĂŒrde hier ein Feuer ausbrechen!
Dann waren sie oben.
Kim stand auf einer der Plattformen und konnte nun fast die ganze riesige Stadt ĂŒberblicken. Sie war unendlich froh das sie keine Höhenangst hatte.
Plötzlich stand vor ihr ein alter Mann. Kim erschrak, trat einen Schritt zurĂŒck und rempelte dabei einen der MĂ€nner an, die sie hierher gebracht hatten. Der wĂ€re um ein Haar rĂŒckwĂ€rts von der Plattform gestĂŒrzt hĂ€tte er nicht im letzten Moment das Gleichgewicht wiedergefunden.
Der Alte, er war auf einen Stock gestĂŒtzt und trug ebenfalls einen Umhang mit Kapuze unter der die Vogelmaske einwenig zu sehen war, mustert Kim kurz und wandte sich dann an einen der anderen. Sie redeten miteinander, dass war ganz eindeutig, aber in einer Sprache die Kim noch nie zuvor gehört hatte. Es war fast wie ein Vogelgesang und hin und wieder stießen sie einen dieser markerschĂŒtternden Schreie aus.
Kim schauderte.
Nach einer Weile wandte sich der Alte um und ging, wĂ€hrend der andere sich zu Kim umdrehte, einen kurzen Pfiff losließ und die Kapuze abnahm. Kim stockte der Atem den das was sie die ganze Zeit fĂŒr eine Maske gehalten hatte war in Wirklichkeit sein Gesicht! Diese seltsamen Kreaturen hatten statt Nase und Mund einen Schnabel, ihre Augen waren groß und rund und ihre Haut war grau und etwas runzlig wie die eines Vogels! Außerdem hatten sie statt Haare Federn auf dem Kopf.
Kim wurde schwindlig! Wo war sie hier nur hingeraten?
Einer die Vogelmenschen packte sie am Arm und zog sie mit sich.
Sie gingen in die Stadt und nun sah Kim immer mehr dieser seltsamen Leute. Jetzt aber auch Frauen und Kinder, Leute die arbeiteten, die Hausarbeit verrichteten oder einfach nur beisammen standen und in der Vogelsprache redeten. Manche drehten sich auch nach Kim um, aber sie sahen nicht ĂŒberrascht aus, eher im Gegenteil, sie sahen aus als hĂ€tten sie Mitleid mit ihr!
Was um alles in der Welt geschah mit ihr?
Der Mann fĂŒhrte sie in ein kleines Haus ohne Fenster und schloss sie ein. Kim setzte sich auf den mit Stroh bedeckten Boden und nachdem sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten sah sie sich im dem Haus, das nur aus einem Raum bestand, um. In einem Eck schien so etwas wie ein Bett zu sein, aber eigentlich war es ein Strohhaufen mit einem Laken. Ansonsten war der Raum leer. Es roch nach Heu und Holz und von draußen hörte Kim manchmal ein Pfeifen. Sie dachte nach, wer oder was diese Kreaturen sein konnten. Vielleicht waren es Außerirdische oder eine neue Spezies oder eine Mischung aus beidem und sie waren hierher vor den Menschen geflohen. Aber warum hatte Kim dann nie von ihnen gehört, denn so groß konnte dieser Wald nicht sein das sich so viele Geschöpfe jahrelang verstecken konnten, ohne das sie je ein Mensch gesehen hĂ€tte.
Außerdem mĂŒsste man diese RiesenbĂ€ume sehen.
„Und alles nur wegen Keith, wĂ€re er nicht verschwunden, wĂ€re ich ihm nicht nachgegangen. Aber vielleicht haben sie ihn ja auch gefangen genommen...“
Kim begann zu schluchzen.
Sie wusste nicht mehr vor oder zurĂŒck.
„Und warum hat noch keiner mit mir gesprochen, oder können die vielleicht gar nicht sprechen...“
Kim ĂŒberlegte so noch ein paar Stunden, aber es hĂ€tten auch nur Minuten sein können, denn Kim hatte ihr ZeitgefĂŒhl völlig verloren.
Plötzlich wurde die TĂŒr geöffnet und ein Lichtstrahl fiel in den ansonsten dunklen Raum, soweit Kim das beurteilen konnte, kam ein MĂ€dchen herein. Sie trug ein Tablett.
„Hi! Ich bringe dir dein Essen“, sagte das MĂ€dchen mit einer etwas zu piepsigen Stimme als das sie Menschlich sein konnte.
„Du...du kannst...du kannst ja Sprechen!“
„Ja, ich bin eine der GlĂŒcklichen!“ sie gab einen seltsamen Ton von sich der wahrscheinlich ein Lachen sein sollte. „Sag mal, wie heißt du!“
„Kim“, antwortete Kim.
„Ich bin Todie! Willkommen in Spy Schestnat!“
Todie stellte das Tablett auf den Boden und setzte sich neben Kim.
„Du kannst ruhig schon essen, sonst wird die Suppe nur kalt, ich warte so lange hier, dann können wir uns noch ein bisschen unterhalten. Ich habe so selten jemanden zum Reden. Ach ja, du kannst ĂŒbrigens gehen wann du willst, ich sperre die TĂŒr nicht mehr zu, du darfst nur die Stadt nicht verlassen. Aber das kannst du sowieso nicht, außer du willst springen!“
Todie grinste, aber es sah mit ihrem zahnlosen Schnabel eher gruselig als aufheiternd aus. „Weißt du, es kommt nicht oft vor, dass ich jemanden zum quatschen finde...!“ Das hatte sie schon gesagt aber Kim dachte sich das bereits als sie den Raum betrat, denn das MĂ€dchen redete wirklich ununterbrochen.
WĂ€hrend Kim ihre Suppe löffelte, betrachtete sie Todie etwas genauer. Sie war etwa 12 Jahre alt, soweit man das bei ihrem Aussehen sagen konnte und sah etwas anders aus als die anderen Vogelmenschen, die Kim bis jetzt gesehen hatte. Ihre Augen waren Menschlicher und ihre Haut war grau, aber nicht runzlig außerdem waren ihre HĂ€nde und FĂŒĂŸe eindeutig die von Menschen. Sie trug einen braunen Kapuzenumhang, der mit einem schwarzen GĂŒrtel zugebunden war, darunter ein blau-grĂŒnes Federkleid. Die Federn auf ihrem Kopf waren gelb und orange.
Todie erinnerte Kim irgendwie an ein Huhn!
Das MĂ€dchen stand auf: „Ich muss jetzt gehen! SagÂŽ mal, hast du Lust dir morgen das Spy anzusehen?“
„Schon, aber was ist ein Spy ?“ fragte Kim.
„Die Stadt, was glaubst du denn? Also ich hol dich dann morgen ab, bis dann“
Todie nahm das Tablett mit dem leeren Teller und ging zu TĂŒr.
„Warte mal, was... was seid ihr eigentlich?“
„Was?... Achso, wir sind Beaker!“, damit drehte sie sich um und ging endgĂŒltig.




__________________
Wenn etwas leicht zu lesen ist, dann war es schwer zu schreiben.
Enrique Jardiel Poncela
spanischer Humorist

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flammarion
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bin auch hier mit m stift . . .

M/DWdS_Kapitel2
Die Beaker


Als Kim am Morgen aufwachte(Komma) war es ihr, als wĂ€re es nur ein Traum gewesen. Sie konnte sich an keine Einzelheiten mehr erinnern, nur noch, wie sie den Gang nach eventuellen Abzweigungen abgesuchte (absuchte) , die sie möglicherweise ĂŒbersehen hatte. Gefunden hatte sie nichts. Kim konnte sich auch noch erinnern, wie sie sich zurĂŒck zum Hotel schleppte, wobei ihr der Weg doppelt so lang vorkam, wie der, den sie gekommen war. Danach war sie dann wie ein Stein ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen.
Das Einzige, was ihr bewies, dass ihr nĂ€chtlicher Ausflug kein Traum war, waren ihre völlig verdreckten Kleider, die sie immer noch trug und die Tatsache, dass sie sich nicht einmal die MĂŒhe gemacht hatte, ihre Schuhe auszuziehen, als sie ins Bett ging.
Aber eins wusste sie genau, sie wĂŒrde heute noch einmal zur Ruine gehen und alles noch grĂŒndlicher absuchen ("Der Vollidiot kann sich doch nicht in Luft auflösen!"), Schließlich war es ja dunkel gewesen und Kim war auch mĂŒde genug, um einen Gang zu ĂŒbersehen. Sie war fest entschlossen, das Versteck des Jungen zu finden. Kim rieb sich den Schlaf aus den Augen, denn lange hatte sie ja nicht geschlafen, wenn man bedenkt, dass sie erst morgens ins Bett gegangen war und bereits als es Hell (hell) wurde(Komma) wieder aufgestanden ist. Schnell ging sie ins Bad, duschte, putzte sich die ZĂ€hne und kĂ€mmte ihre schulterlangen Haare. Dann ging sie wieder in ihren Schlafraum und suchte sich passende Kleidung fĂŒr ihren Ausflug. Sie zog ihre schwarze Lieblingsjeans, ein T-Shirt, das ihr Vater ihr zum Geburtstag geschenkt hatte und das ihr nicht besonders gefiel, an. Eigentlich war Kim froh, dass ihre Eltern geschieden waren, so hatte sie ihre Mutter an den wenigen Tagen, an denen sie sich sahen, ganz fĂŒr sich. Denn selbst wenn Kim ihre Mutter begleitete, so wie dieses Mal, sahen sie sich nur sehr selten.
Kim schnappte sich noch einen dicken Pullover und ihren Rucksack mit Taschenlampe, Kaugummi und TaschentĂŒchern und wollte schon runter zum FrĂŒhstĂŒck gehen, blieb aber noch mal stehen und ging zum Fenster zurĂŒck.
"Normalerweise musste man Shatesdoor doch von hier aus sehen können" dachte Kim und blickte wie gebannt aus dem Fenster. Aber das Einzige, was sie sah, waren die Berge am Horizont, die Stadt und der See. Keine Ruine! Sie sah sogar den Wald und das Feld, durch das sie Nachts gelaufen sein musste. Die Burg war allerdings nicht zu sehen.
Kim dachte nicht weiter darĂŒber nach, denn jetzt spĂŒrte sie , wie viel Hunger sie hatte (besser: ihren Hunger). Sie beschloss, die Wirtin beim FrĂŒhstĂŒck danach zu fragen und so machte sie sich auf den Weg zum Speisesaal. WĂ€hrend sie die lange, geschwungene Treppe hinunter ging(Komma) dachte sie noch einmal ĂŒber Keith nach. "Was ist, wenn er jetzt am Tisch sitzt und sich ĂŒber mich tot (getrennt)lacht?", ĂŒberlegte sie. "Hm, dann kann er froh sein, dass dieses Kaff einen Arzt hat!" Kim betrat jetzt den Saal und sah sich um. Keith saß nicht am Tisch. Kim war fast erleichtert. Die Wirtin betrat den Raum und brachte das FrĂŒhstĂŒck fĂŒr Kim. "Wo ist Keith?" fragte Kim gerade heraus. "Oh, ich denke(Komma) er schlĂ€ft noch oder er geht spazieren. Manchmal verschwindet er auch einfach fĂŒr ein paar Tage, ich kann ihm das einfach nicht austreiben!", antwortete die Frau und zuckte mit den Schultern, nachdem sie das Tablett auf den Tisch absetzte.
Kim hatte die ganze Zeit das GefĂŒhl, etwas vergessen zu haben(Komma) aber ihr fiel beim besten Willen nicht ein, was. Und so frĂŒhstĂŒckte sie und machte sich dann auf den Weg zur Ruine. Sie lief eine gute Stunde. Kim ĂŒberraschte, dass sie in der vergangenen Nacht nur eine knappe halbe Stunde gelaufen war. Als sie an der Burg ankam, fiel ihr als Erstes auf, dass bereits ein BaugerĂŒst fĂŒr die Renovierung aufgebaut war.
"Das habe ich heute Nacht gar nicht bemerkt", dachte Kim, wĂ€hrend sie auf den kleinen Seiteneingang zusteuerte, den sie auch schon benutzte, als sie Keith verfolgt hatte. Sie fand die TĂŒr auf anhieb (Anhieb) wieder, trotz ihrer schlechten Orientierung.
Es roch immer noch muffig, als sie die Ruine betrat und auch der Boden knarrte gequĂ€lt(Komma) als sie darauf trat. Kim fĂŒhlte sich wie in die Vergangenheit zurĂŒckversetzt. Sie liebte solche alten GebĂ€ude, denn sie waren Zeugen einer lĂ€ngst vergangenen Zeit und erzĂ€hlten ihre eigenen Geschichten. Sie hĂŒteten ihre Geheimnisse.
Im Keller war es Stockdunkel (stockdunkel), aber Kim' s Augen hatten sich schnell daran gewöhnt, und so erkannte sie, als sie die Treppe zu dem Geheimgang hinunterstieg, dass die TĂŒr zu dem Gang offen stand.
Sie stieg die Treppe vorsichtig nach unten.
Plötzlich bröckelte eine der steinernen Stufen unter Kims Fuß ab und sie verlor das Gleichgewicht. Sie versuchte(Komma) noch irgendwo Halt zu finden(Komma) was an den glatten WĂ€nden aber aussichtslos war. Und so stĂŒrzte Kim kopfĂŒber die Treppe hinunter. Sie fiel durch die offene TĂŒr, die hinter ihr ins Schloss flog, dann schlug Kim hart auf dem Boden auf und blieb bewusstlos liegen.

Sie wusste nicht mehr(Komma) wie lange sie so dagelegen hatte, aber als Kim aufwachte(Komma) bemerkte sie als erstes die SchĂŒrfwunde ĂŒber ihrem linken Auge(Komma) die jetzt brannte wie Feuer. Kim rappelte sich auf. Doch als sie zur TĂŒr zu ging(Komma) stieß sie gegen die kahle Wand.
"Hab ich jetzt völlig den Verstand verloren? Ich bin mir hundertprozentig sicher(Komma) das (dass) die TĂŒr auf dieser Seite war!", ĂŒberlegte Kim. "Vielleicht hab` ich ja eine
GehirnerschĂŒtterung!" Sie drehte sich um und stolperte, fiel aber nicht. Sie fand ihr (ihre) Balance im letzten Augenblick wieder. Als sie sich nach dem Gegenstand bĂŒckte, ĂŒber den sie beinahe gefallen war, sah sie ,dass es ein Zierdolch war, der, soweit sie erkennen konnte, in einer HĂŒlle aus weißem Leder steckte, die mit seltsam verschnörkelten Verziehrungen (Verzierungen) bestickt war. Sie schob (besser steckte) den Dolch ein und ging weiter den Gang entlang und stieß auf die TĂŒr. Kim drĂŒckte die Klinke und zog sie langsam mit einem knarrenden GerĂ€usch auf.
Auf einmal schlug ihr ein grelles Sonnenlicht entgegen, sodass sie die Arme hob, um ihre Augen zu schĂŒtzen. Sie vernahm auch Vogelgesang und als sie (ĂŒberflĂŒssig) sich ihre Augen an das Licht gewöhnt hatten(Komma) erkannte sie(Komma) das (dass) die TĂŒr nicht zu der Treppe fĂŒhrte(Komma) sondern ins Freie.
"Da hat sich Keith also rausgeschlichen", sagte Kim laut(Komma) um ihren Erfolg noch zu unterstreichen.
Jetzt hatte sie seinen Fluchtweg entdeckt. Kim trat grinsend aus der TĂŒr und drehte sich zu Shatesdoor um.
Dann erstarrte sie.
Da war keine Ruine, die TĂŒr schwebte im nichts (Nichts), mitten im Wald. Ihr war das unbegreiflich, denn sie konnte ja noch in den dunklen Gang sehen, aus dem sie gekommen war. Kim umrundete die TĂŒr einmal, aber es gab gar keinen Zweifel, es war nur die TĂŒr da, keine Wand! Sie schĂŒttelte unglĂ€ubig den Kopf. TrĂ€umte sie etwa?
Plötzlich fiel die TĂŒr zu und war entgĂŒltig (endgĂŒltig) verschwunden.
Sie war einfach weg! Puff!!
Kim stand mit offenem Mund da und starrte auf den leeren Fleck(Komma) auf dem vor ein paar Sekunden noch die TĂŒr gestanden hatte und tastete ins Nichts.
Sie starrte noch eine geraume Weile in die Luft; mit dem Erfolg(Komma) das (dass) ihr ein Bein einschlief.
Nachdem sie ĂŒberlegt hatte(Komma) kam Kim zu der (mehr oder weniger) logischen Erkenntnis, dass sie nach ihrem Sturz, bei dem sie sich jetzt sicher eine GehirnerschĂŒtterung zugezogen hatte, im Halbschlaf aus der Burg und in den Wald gegangen sein musste und sich den Rest nur eingebildet hatte. So machte sich Kim auf den Weg(Komma) um aus dem Wald zu kommen und nach einem Dorf zu suchen(Komma) in dem (besser von wo) sie ihre Mutter anrufen konnte.

Kim zÀhlte ihre Schritte(Komma) um zu wissen(Komma) wie weit und wie lange sie lief, weil ihr (ihre) Uhr seit(getrennt)dem Sturz stehen geblieben war. Allerdings hörte sie nach einigen hundert Schritten auf zu zÀhlen. Sie ging noch etwa eine Stunde weiter, bis es ihr zu dumm wurde.
"Wie groß ist dem dieser dĂ€mliche Wald?" brĂŒllte sie, sodass rings um Kim herum die Vögel aufflogen und es plötzlich totenstill wurde. Kim stöhnte auf und setzte sich auf einen umgestĂŒrzten Baum.
Es war noch immer seltsam ruhig, normalerweise hÀtte sie die GerÀusche, die man im Wald nun einmal hörte(Komma) erwartet(Komma) aber es blieb ruhig!
Und dann hörte sie etwas.
Erst war es nur ein entferntes rascheln (Rascheln) in den BÀumen, das genauso gut ein Vogel hÀtte sein können, aber da war es wieder und diesmal nÀher! Kim bekam es mit der Angst zu tun und ihre innere Stimme riet ihr, dass sie aufstehen und weitergehen sollte, was sie dann auch tat.
Das Rascheln folgte ihr, aber es kam jetzt nicht nur von hinten(Komma) sondern aus allen Richtungen. Es war ihr auch, als ob ĂŒber ihr Schatten wĂ€ren, aber jedes Mal(Komma) wenn sie nach oben sah(Komma) waren sie weg. Plötzlich wurde ihr bewusst(Komma) das (dass) sie wirklich verfolgt wurde und sie begann zu rennen. Zuerst nur sehr langsam, aber dann immer schneller, sie rannte um ihr Leben. Stolperte ein paar mal ĂŒber Wurzeln und Äste oder rutschte auf dem feuchten Moos aus.
Es war(Komma) als wĂŒrde der gesamte Wald die Luft anhalten, so still war es. Die einzigen GerĂ€usche waren Kim' s Schritte und ihr keuchender Atem. FĂŒr einen Augenblick glaubte sie ihre Verfolger abgeschĂŒttelt zu haben und wurde langsamer. Dann hörte sie ein Pfeifen, das die Ruhe durchbrach. Es war ein schriller Ton, fast so wie ein Schrei.
Kim beschleunigte ihr Tempo wieder, denn sie hatte jetzt panische Angst. Was waren das fĂŒr Wesen? Was wollten sie von ihr? Sie (konnte) diese Geschwindigkeit nicht mehr lange durchhalten, da sie bereits Seitenstechen bekam und nun immer öfter stolperte. Dann ertönte wieder einer dieser Pfiffe und es klang auf eine eigenartige Art und Weise befehlend. Auf ein mal(Komma) ohne Vorwarnung(Komma) stĂŒrzte einer ihrer schwarzen Verfolger von den BĂ€umen und ĂŒberwĂ€ltigte Kim, indem er sich wĂ€hrend sie rannte auf sie stĂŒrzte.
Mit einem erstickenden (erstickten) Schrei fiel Kim zu Boden und wurde sofort von zahlreichen HĂ€nden niedergedrĂŒckt. Sie wehrte sich nicht, als die MĂ€nner sie auf die FĂŒĂŸe zogen, denn sie hĂ€tte sowieso keine Change (Chance) gehabt gegen das halbe Dutzend MĂ€nner, die fast drei Köpfe grĂ¶ĂŸer waren als sie und außerdem war sie viel zu erschöpft dazu. WĂ€hrend sie von ihnen abgefĂŒhrt wurde(Komma) konnte sie ihre Peiniger dafĂŒr jetzt genauer betrachten. Sie trugen alle einen schwarzen Umhang mit einer Kapuze, die sie weit ins Gesicht gezogen hatten, sodass Kim nur einen Teil einer Maske sehen konnte, die wahrscheinlich ein Vogelgesicht darstellen sollte, das verriet ihr zumindest der Schnabel. Außerdem trugen alle Hosen(Komma) die aussahen als wĂ€hren (wĂ€ren) sie aus Federn gewebt worden. Sie hĂ€tte eher irgendwelche normalen Menschen erwartet, die sie ausrauben wollten oder schlimmeres. Aber anscheinend waren das hier VerrĂŒckte!
Die kleine Gruppe ging etwa eine halbe Ewigkeit durch den Wald, der jetzt immer dichter wurde. Da Kim so erschöpft war(Komma) trug sie einer der Maskierten huckepack. Was sie seltsam fand, war, dass nicht einmal ein Ast sie streifte, es war fast so(Komma) als wĂŒrden die Zweige, Äste und Wurzeln vor den seltsamen MĂ€nnern zurĂŒckweichen und sich hinter ihnen wieder schließen. Dann lichtete sich der Wald wieder (ĂŒberflĂŒssig) ein wenig. Zuerst dachte Kim(Komma) sie wĂ€ren auf einer Lichtung, aber rings um sie herum standen BaumstĂ€mme, aber nicht die normalen StĂ€mme, die sie kannte, nein, diese waren so dick, dass sich zwanzig MĂ€nner im Kreis darum aufstellen mĂŒssten, um eine Kette darum zu bilden und dementsprechend hoch waren die BĂ€ume auch.
Wie Wolkenkratzer!
Der Mann ließ Kim runter und jetzt konnte sie sich auch genauer umsehen. Über ihr in den Baumkronen war etwas. Kim blieb der Mund offen stehen, als sie sah(Komma) was das war, es war eine Stadt! Eine Stadt(Komma) die so riesig war(Komma) das (dass) mindestens zehntausend darin leben mussten. War das etwa das zu Hause der Maskierten? Diese Frage beantwortete sich wie von selbst, als einer der MĂ€nner einen dieser schrillen Pfiffe ausstieß, die Kim bereits kannte. Plötzlich wurde eine Strickleiter von oben heruntergeworfen, an denen sie hochklettern sollten. Die MĂ€nner nahmen Kim in die Mitte und drĂ€ngten sie die Leiter hinauf.
Die rauen Sprossen rissen ihre HĂ€nde auf. Als sie etwa die HĂ€lfte des Weges hinter sich hatten, konnte Kim die Stadt genauer erkennen. Sie war (besser bestand oder war gefertigt), wie ein riesiges Baumhaus, aus vielen kleinen Teilen. Auf jedem der RiesenbĂ€ume war eine Plattform mit mehreren HĂ€usern. Die einzelnen BĂ€ume waren mit HĂ€ngebrĂŒcken verbunden und alles bestand nur aus Holz! Kim bekam eine (einen) Knuff von dem Mann, der unter ihr kletterte, denn sie war so erstaunt ĂŒber das, was sie da sah, dass sie ganz vergessen hatte(Komma) zu klettern. So stiegen sie weiter auf(Komma) bis sie die Stadt erreicht hatten. Und Kim hatte sich nicht getĂ€uscht, alles bestand aus Holz. Sie wollte sich erst gar nicht ausmahlen (ausmalen), was passieren wĂŒrde, wĂŒrde hier ein Feuer ausbrechen!
Dann waren sie oben.
Kim stand auf einer der Plattformen und konnte nun fast die ganze riesige Stadt ĂŒberblicken. Sie war unendlich froh(Komma) das sie keine Höhenangst hatte.
Plötzlich stand vor ihr ein alter Mann. Kim erschrak, trat einen Schritt zurĂŒck und rempelte dabei einen der MĂ€nner an, die sie hierher gebracht hatten. Der wĂ€re um ein Haar rĂŒckwĂ€rts von der Plattform gestĂŒrzt(Komma) hĂ€tte er nicht im letzten Moment das Gleichgewicht wiedergefunden.
Der Alte, er war auf einen Stock gestĂŒtzt und trug ebenfalls einen Umhang mit Kapuze(Komma) unter der die Vogelmaske einwenig zu sehen war, mustert Kim kurz und wandte sich dann an einen der anderen. Sie redeten miteinander, dass (das) war ganz eindeutig, aber in einer Sprache(Komma) die Kim noch nie zuvor gehört hatte. Es war fast wie ein Vogelgesang und hin und wieder stießen sie einen dieser markerschĂŒtternden Schreie aus.
Kim schauderte.
Nach einer Weile wandte sich der Alte um und ging, wĂ€hrend der andere sich zu Kim umdrehte, einen kurzen Pfiff losließ und die Kapuze abnahm. Kim stockte der Atem(Komma) den (denn) das(Komma) was sie die ganze Zeit fĂŒr eine Maske gehalten hatte(Komma) war in Wirklichkeit sein Gesicht! Diese seltsamen Kreaturen hatten statt Nase und Mund einen Schnabel, ihre Augen waren groß und rund und ihre Haut war grau und etwas runzlig wie die eines Vogels! Außerdem hatten sie statt Haare Federn auf dem Kopf.
Kim wurde schwindlig! Wo war sie hier nur hingeraten?
Einer die Vogelmenschen packte sie am Arm und zog sie mit sich.
Sie gingen in die Stadt und nun sah Kim immer mehr dieser seltsamen Leute. Jetzt aber auch Frauen und Kinder, Leute(Komma) die arbeiteten, die Hausarbeit verrichteten oder einfach nur beisammen standen und in der Vogelsprache redeten. Manche drehten sich auch nach Kim um, aber sie sahen nicht ĂŒberrascht aus, eher im Gegenteil, sie sahen aus(Komma) als hĂ€tten sie Mitleid mit ihr!
Was um alles in der Welt geschah mit ihr?
Der Mann fĂŒhrte sie in ein kleines Haus ohne Fenster und schloss sie ein. Kim setzte sich auf den mit Stroh bedeckten Boden und nachdem sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten(Komma) sah sie sich im dem Haus, das nur aus einem Raum bestand, um. In einem Eck schien so etwas wie ein Bett zu sein, aber eigentlich war es ein Strohhaufen mit einem Laken. Ansonsten war der Raum leer. Es roch nach Heu und Holz und von draußen hörte Kim manchmal ein Pfeifen. Sie dachte nach, wer oder was diese Kreaturen sein konnten. Vielleicht waren es Außerirdische oder eine neue Spezies oder eine Mischung aus beidem und sie waren hierher vor den Menschen geflohen. Aber warum hatte Kim dann nie von ihnen gehört, denn so groß konnte dieser Wald nicht sein(Komma) das sich so viele Geschöpfe jahrelang verstecken konnten, ohne das (dass) sie je ein Mensch gesehen hĂ€tte.
Außerdem mĂŒsste man diese RiesenbĂ€ume sehen.
"Und alles nur wegen Keith, wÀre er nicht verschwunden, wÀre ich ihm nicht nachgegangen. Aber vielleicht haben sie ihn ja auch gefangen genommen..."
Kim begann zu schluchzen.
Sie wusste nicht mehr vor oder zurĂŒck.
"Und warum hat noch keiner mit mir gesprochen, oder können die vielleicht gar nicht sprechen..."
Kim ĂŒberlegte so noch ein paar Stunden, aber es hĂ€tten auch nur Minuten sein können, denn Kim hatte ihr ZeitgefĂŒhl völlig verloren.
Plötzlich wurde die TĂŒr geöffnet und ein Lichtstrahl fiel in den ansonsten dunklen Raum, soweit Kim das beurteilen konnte, kam ein MĂ€dchen herein. Sie trug ein Tablett.
"Hi! Ich bringe dir dein Essen", sagte das MĂ€dchen mit einer etwas zu piepsigen Stimme(Komma) als das (dass) sie Menschlich (menschlich) sein konnte.
"Du...du kannst...du kannst ja Sprechen!"
"Ja, ich bin eine der GlĂŒcklichen!" sie gab einen seltsamen Ton von sich(Komma) der wahrscheinlich ein Lachen sein sollte. "Sag mal, wie heißt du!"
"Kim", antwortete Kim.
"Ich bin Todie! Willkommen in Spy Schestnat!"
Todie stellte das Tablett auf den Boden und setzte sich neben Kim.
"Du kannst ruhig schon essen, sonst wird die Suppe nur kalt, ich warte so lange hier, dann können wir uns noch ein bisschen unterhalten. Ich habe so selten jemanden zum Reden. Ach ja, du kannst ĂŒbrigens gehen(Komma) wann du willst, ich sperre die TĂŒr nicht mehr zu, du darfst nur die Stadt nicht verlassen. Aber das kannst du sowieso nicht, außer du willst springen!"
Todie grinste, aber es sah mit ihrem zahnlosen Schnabel eher gruselig als aufheiternd aus. "Weißt du, es kommt nicht oft vor, dass ich jemanden zum quatschen finde...!" Das hatte sie schon gesagt(Komma) aber Kim dachte sich das bereits(Komma) als sie den Raum betrat, denn das MĂ€dchen redete wirklich ununterbrochen.
WĂ€hrend Kim ihre Suppe löffelte, betrachtete sie Todie etwas genauer. Sie war etwa 12 Jahre alt, soweit man das bei ihrem Aussehen sagen konnte und sah etwas anders aus als die anderen Vogelmenschen, die Kim bis jetzt gesehen hatte. Ihre Augen waren Menschlicher (klein) und ihre Haut war grau, aber nicht runzlig(Komma) außerdem waren ihre HĂ€nde und FĂŒĂŸe eindeutig die von Menschen. Sie trug einen braunen Kapuzenumhang, der mit einem schwarzen GĂŒrtel zu(getrennt)gebunden war, darunter ein blau-grĂŒnes Federkleid. Die Federn auf ihrem Kopf waren gelb und orange.
Todie erinnerte Kim irgendwie an ein Huhn!
Das MĂ€dchen stand auf: "Ich muss jetzt gehen! SagÂŽ mal, hast du Lust(Komma) dir morgen das Spy anzusehen?"
"Schon, aber was ist ein Spy ?" fragte Kim.
"Die Stadt, was glaubst du denn? Also ich hol dich dann morgen ab, bis dann"
Todie nahm das Tablett mit dem leeren Teller und ging zu TĂŒr.
"Warte mal, was... was seid ihr eigentlich?"
"Was?... Ach(getrennt)so, wir sind Beaker!", damit drehte sie sich um und ging endgĂŒltig.

ja, spannend. Aber du verwendest den Namen Kim zu oft, das nervt.
Ganz lieb grĂŒĂŸt






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Old Icke

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