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Leselupe.de > Lange Texte
M/DWdS_Kapitel3
Eingestellt am 01. 02. 2004 15:30


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Najitzabeth
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Gwgl


Gleich nachdem Todie gegangen war, hatte sich Kim auf das improvisierte Bett gelegt und war eingeschlafen. Der Tag hatte sie doch mehr angestrengt, als sie dachte.
Als Kim erwachte dachte sie für einen kurzen Moment, sie wäre in ihrem Hotelzimmer in Schottland, aber dann fiel ihr ein, dass sie von Außerirdischen entführt worden war, in einer Stadt die auf Bäumen erbaut ist und von seltsamen Vogelmenschen bewohnt wird, die sich Beaker nannten. Wo war sie hier nur hingeraten? Oder träumte sie etwa nur? Aber wenn...
Kim wurde ganz plötzlich aus ihren Gedanken gerissen.
Sie wurde beobachtet, das fühlte sie ganz deutlich. Es war dieses Gefühl, wenn einem ein Schauer den Rücken hinunter jagt und das man hat wenn man Nachts alleine nach Hause geht. Sie fühlte eiskalte Blicke, die sie musterten und abschätzten.
Jemand oder Etwas war hier!
Kim bekam eine Gänsehaut. Sie sah sich um... nichts.
Oder doch! Im Eck neben der Tür schien etwas von der Dunkelheit, die in dem Haus herrschte, Gestallt angenommen zu haben! Kim erkannte aber nicht mehr als einen Schatten. Dann plötzlich bewegte er sich und... war verschwunden!
Es war nicht so, dass er sich in Luft aufgelöst hatte, er war einfach verschwunden. Und mit ihm ging auch die Angst! So als wäre er nie da gewesen.
Hatte Kim jetzt schon Halluzinationen oder waren in dem Essen vielleicht Drogen. Waren die Beaker etwa Menschenfresser?
„Unsinn!“ Kim rief sich zur Vernunft. Wie kam sie nur auf diese Idee?
Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und Todie stürmte herein
„Guten Morgen, ich hoffe du hast gut geschlafen. Ich hab dir Frühstück mitgebracht. Wenn du gegessen hast sehen wir uns die Stadt an, ok? Beeil dich ja!“, sie redete wieder ununterbrochen, sodass Kim erst gar nicht zu Wort kam, also nahm sie wortlos das Tablett, das Todie trug und aß, während das Beakermädchen redete.
Dann starteten sie die Stadtbesichtigung.
Als erstes zeigte Todie ihr die große Brücken die sich über die zwei am weitesten voneinander entfernten Bäume erstreckte. Sie war wirklich gigantisch. Sie bestanden eigentlich nur aus Holz ( wie alles andere auch) und Seilen, trotzdem war ihr Anblick überwältigend. Sie war nach unten durchgebogen, wie das bei Hängebrücken nun mal der Fall ist und ihr hinteres Ende war von Zweigen und Blättern so zugedeckt, dass man nicht erkennen konnte, was auf dem anderen Baum war.
Kim fragte sich immer wieder wie die Beaker es geschafft hatten ihr Holz so fein zu bearbeite. Überall konnte sie kleinste Schnitzereien entdecken und an manchen Stellen sah sie hölzerne Bögen und andere Dinge, von denen sie nie erwartet hätte, das man sie aus Holz bewerkstelligen könnte.
Sie gingen weiter. Todie zeigt Kim noch viele andere interessante Gebäude, wie zum Beispiel den Wehrturm, der etwas über die Baumwipfel ragte und von dem aus man einen fantastischen Blick über den gesamten Wald hatte. Kim fiel auf, dass sie sich direkt im Zentrum des Waldes befanden. Das Mädchen war Begeistert von den ganzen kunstvollen Schnitzereien und Bemalungen, mit denen die Beaker ihre Stadt verzierten. Sie fragte sich wie diese Wesen es geschafft hatten unentdeckt eine solche Kultur aufzubauen. Zum Schluss wollte Todie Kim ihr Haus zeigen und so fanden sie sich nach ihrer Besichtigungstour in dem kleinen einstöckigen Wohnhaus wieder. Das Beakermädchen zeigte ihr voller Stolz, die zwei Räume: Der hintere diente als Schlafzimmer, in dem nur ein Bett und ein grobgezimmerter Schrank standen. Kim und Todie saßen in der Küche, an einem großen Tisch, um den vier Stühle standen. Rechts neben der Eingangstür stand ein kleiner Backoffen mit Herd, darüber hangen zwei Töpfe und eine Pfanne, alles aus Bronze. Ein kleiner Schrank, indem Todie wahrscheinlich ihre Vorräte aufbewahrte stand noch daneben. Der Raum hatte nur ein einziges, kleines Fenster, trotzdem war es sehr hell. Todie und Kim setzten sich.
„Nur so aus Neugier, aber wie schaffst du es, dass nicht gleich das ganz Haus abfackelt?“ fragte Kim.
„Das Holz brennt nicht!“
„Ja, natürlich und ich komm vom Mars“
„Wirklich? Du hast doch gesagt du kommst aus... Ähm, Schottland? Wo ist das?“
„Ach vergiss es! Todie was ist eigentlich auf der anderen Seite dieser riesigen Brücke?“
„Das Rathaus! Wir dürfen, aber nicht rübergehen!“
„Warum?“
„Das dürfen nur fertige Beaker, weil sie uns noch nicht vertrauen.“ Todie stand auf und ging zu dem kleinen Schrank und hantierte mit etwas herum.
„Wie meinst du das >>fertig<<?“, drängte Kim als das Beakermädchen nicht weitersprach.
„Na, eben nicht fertig Entwickelt, verstehst du?“
„Äh... “, Kim verzog das Gesicht „... ehrlich gesagt nicht“
„Oh man, du bist echt schwer von Begriff. Ich spreche doch noch meine alte Sprache und noch nicht Beakisch, ich verstehe es zwar schon aber..“
„Moment mal“, unterbrach Kim. „Wie meinst du denn das nun wieder?“
„Na ja als ich noch bei meiner Großmutter gewohnt habe, da dachte ich, wie alle anderen, dass die Beaker Menschenfresser sind, wenn sie sie gefangen haben, in Wirklichkeit verwandeln sich die Menschen in Beaker. Und ich bin eben noch nicht lange genug hier und deshalb bin ich noch nicht >>fertig<<. Aber eigentlich müsste ich es schon sein, ich bin nämlich schon ein halbes Jahr hier, aber die Magie vergeht und...“, Todie wurde unterbrochen.
„Stopp, willst du damit sagen, dass du mal ein ganz normaler Mensch warst, wie ich?“
„Ja, natürlich!“ antwortete Todie ganz lässig.
Kim klappte die Kinnlade herunter. „Du meinst ... ich auch?“
„Ja“ Todie ging auf Kim zu, griff ihr mit der Hand in die Haare und zog sie wieder heraus. „Siehst du! Es geht schon los, in zwei Wochen hast du das Problem mit deiner Frisur nicht mehr.“ Das Beakermädchen hielt eine kleine schwarzweiße Daunenfeder in der Hand und Kim hatte es die Sprache verschlagen.

Todie hatte Kim angeboten, dass sie bei ihr wohnen könnte und so bauten sie im Schlafzimmer ein zweites Bett aus Stroh. Die beiden redeten den ganzen Tag nur noch das nötigste. Kim dachte nur noch an eines: Flucht!! Sie überlegte hin und her, wie sie von dem Baumriesen runterkommen sollte, kam aber auf keinen grünen Zweig.
Kim sollte ihre Gelegenheit eher bekommen als ihr lieb war.
Beim Abendessen dann brach sie das Schweigen.
„Hast du eigentlich noch nie darüber nachgedacht von hier weg zu gehen, zurück zu deiner Großmutter?“
„Doch schon“ antwortete Todie, zum erstenmal seit Kim sie kannte in einem ernsten Ton. „Am Anfang, ...aber es ist unmöglich! Ich meine wie willst du hier herunterkommen? Springen!“
„Nein, aber es muss doch eine Möglichkeit geben!“
Todie stand auf und zündete eine Petroleumlampe an. Die kleine Lampe brachte kaum Licht und so blieb der Raum düster, wie die Stimmung der beiden Mädchen.
„Eine Möglichkeit gäbe es da schon“
„Welche?“ sofort regte sich ein Hoffnungsschimmer in Kim’ s Gedanken
„Du willst doch nicht wirklich abhauen, oder?“ mahnte Todie.
„Wie kommst du denn auf die Idee? Wieso sollte ich, aber jetzt sag´ schon!“ Kim wollte Todie nicht anlügen, aber sie wollte auch nicht als menschlicher Vogel enden.
„Also gut“ fuhr Todie fort: „Heute Nacht kommen die Jäger zurück, die jeden Monat nach unten gehen um zu jagen. Damit sie wieder nach oben klettern können, muss die Leiter heruntergelassen werden. Während sie runtergekurbelt wird könnte man theoretisch daran herunterklettern nur das sie oben bewacht wird und unten die Jäger warten!“
„Aha, gut, danke. Ich geh´ jetzt ins Bett, ok? Gute Nacht, Todie“ Kim stand auf und ging ins Schlafzimmer.



Todie sah ihr nur nach und schüttelte verdutzt den Vogelkopf über Kim’ s plötzlichen Abgang. Dann stand sie auf um bei den Nachbarn, die freundlicherweise ihre Waschzuber zur verfügen stellen, das Geschirr abzuspülen und danach auch ins Bett zu gehen. Aber kurz bevor sie das Haus verlassen wollte schlich sich ein Gedanke der sie nun schon so lange quälte wieder in ihren Kopf. Vielleicht gab es eine Möglichkeit...



In der Zwischenzeit hatte Kim alle ihre wenigen Habseligkeiten zusammengekratzt und noch ein wenig Brot aus Todie’ s Vorräteschränkchen entwendet. Sie stopfte alles in ihren Rucksack und legte sich dann samt Schuhe ins Bett um so zu tun, als würde sie schlafen. Nach einiger Zeit kam Todie und legte sich auch schlafen. Kim wartete noch bis Todie’ s gleichmäßige Atmung ihr verriet, dass sie schlief und stand dann vorsichtig auf um das jüngere Mädchen nicht zu wecken. Sie schlich leise in den Wohnraum, ging hindurch bis zur Tür und öffnete sie.
„Kim!“, sagte Todie von der gegenüberliegenden Wand des Raumes „Du wärst also wirklich gegangen...“
„Ach, es tut mir leid, aber..“
Todie unterbrach Kim „...ohne mich!“
„Was?! Du...du willst...mitkommen? Wirklich?“
„Ja, wir sind noch früh genug dran, ich habe nämlich eine Idee!!“ Todie schnappte sich ihre Tasche und ihren Mantel, die sie sich anscheinend schon bereitgelegt hatte und die beiden gingen los.
Sie schlichen nur durch dunkle Gässchen wo sie niemanden aus Versehen über den Weglaufen konnten. So liefen sie stumm zur Hauptplattform, in der Hoffnung, dass die Beaker, die die Leiter herunterkurbeln sollten, noch nicht da waren.
Sie hatten Glück, der Platz vor der Strickleiter war leer.
„Wir müssen vorsichtig sein, die Leiter wird sicherlich beobachtet!“ flüsterte Todie
„Ja, ok!... Schau, da in dem Haus brennt noch Licht“ Kim deutete auf das kleine Häuschen links neben der Leiter, aus dessen Fenster ein fahler Lichtstrahl schien.
Die zwei Mädchen verschwanden zurück hinter die Wohnhäusern und tauchten ein paar Minuten später wieder neben dem Wachhäuschen auf. Auf allen vieren krochen Kim und Todie unter dem Fenster hindurch.
„Wie kommen wir jetzt an die Leiter ´ran?“ fragte Kim leise
„Pssst!!“ machte Todie und deutete mit ihrer grauen Hand in den Himmel.
Der Mond stand senkrecht. Plötzlich kam eine schwarze Gestalt aus der Richtung, aus der auch Kim und Todie gekommen waren. Sie gingen geradewegs auf das Wachhäuschen zu. Vor der Tür blieb sie stehen und klopfte an. Die Tür öffnete sich und die Gestallt trat ein. Im Haus wurden Stimmen laut.
„Jetzt schnell komm!“ sagte Todie.
Die Mädchen liefen flott zur Leiter, die natürlich noch nicht heruntergekurbelt war, aber trotzdem schon weit genug herunterhing das zwei erwachsene Menschen sich daran hängen konnten.
„Wer war das?“ fragte Kim während sie ein paar Stufen hinunter stieg um auch für Todie Platz zu machen.
„Mein Nachbar, er schuldet mir noch einen Gefallen“
„Hast du ihm etwa erzählt was wir vorhaben, Todie?“
„ Unsinn, ich hab ihm gesagt er soll für mich ein Päckchen beim Wächter abgeben, der es um Mitternacht erwartet!“
„Und ...was war in dem Päckchen?“
„Na, das schmutzige Geschirr!“ grinste Todie

Nach 10 Minuten begann schon langsam die Kälte durch die Kleider der Mädchen zu kriechen.
„Also, wenn die jetzt nicht bald...“ flüsterte Kim.
„Sei ruhig, Kim. Sie kommen, ich höre Schritte!“ Kaum eine Minute später setzte sich die Leiter ruckartig in Bewegung, sodass Kim beinahe den Halt verloren hätte und sich einen Schrei verkneifen musste. Langsam wurden die Beiden mitsamt der Leiter heruntergekurbelt. Nach ein paar Minuten waren sie in der Dunkelheit verschwunden.
Etwas später konnten sie endlich den Boden unter ihnen sehen.
„Kim!“
„Hmm... was denn?“
„Wir müssen jetzt springen sonst sehen uns die Jäger!“
„Was!?!“
„Psst!“ machte Todie „Sie sind schon da hinten“ sie zeigte in die Dunkelheit
„Ich kann nichts sehen !“ flüsterte Kim.
„Natürlich, mit den menschlichen Sinnen ist es ein Wunder, wenn du ein Gewitter bemerkst, selbst wenn der Blitz direkt neben dir einschlägt. Wir müssen froh sein, dass sie uns noch nicht bemerkt haben, aber das kann sich schnell ändern und jetzt komm!“
Todie sprang und landete mehr oder weniger weich aber wenigstens lautlos in dem moosigen Waldboden. Danach sprang auch Kim, die es aber einige Überwindung kostete. Bei der Landung überschlug sie sich einmal und blieb dann ziemlich unsanft auf dem Hosenboden sitzen.
Todie zog Kim auf die Füße und riss sie mit sich. Sie liefen in den Wald und sie hofften nicht entdeckt worden zu sein aber plötzlich ertönte hinter ihnen ein schriller Laut.
„Sie haben uns gesehen, schnell!“ rief Todie und zog Kim hinter sich her.
„Nicht so schell, Todie. Ich kann gar nicht sehen, wo ich hinlaufe!“
„Folge mir einfach!“
Äste zerkratzten Kims Gesicht und zerrissen ihr Kleider, hinter sich hörte sie die Schritte und Rufe der Verfolger.
„Die sind... verdammt schnell“ keuchte Kim.
„Sie... sind nicht... umsonst...Jäger! Wir... brauchen ein Versteck!“
Das Beakermädchen war auch schon ganz aus der Puste. Plötzlich stürzte Kim und zog Todie mit sich. Die beiden kugelten einen Hügel hinunter und blieben im Gebüsch liegen. Todie reagierte blitzschnell und presste Kim die Hand auf den Mund, als diese etwas sagen wollte. Über sich hörten sie die Beaker die in der Vogelsprache miteinander redeten.
Kims Herz schlug so laut, dass sie glaubte die Männer müssten es hören können. Einer der Beaker blieb an dem Ort stehen, an der Kim gestürzt war und sah sich um aber er bemerkte sie nicht! Die Mädchen sahen aus ihrem Versteck, wie die Verfolger weiterliefen.
„Ich würde vorschlagen, dass wir hier noch eine Weile warten“ flüsterte Todie und gähnte herzhaft als wäre nichts gewesen.
Kim lehnte sich an einen Baumstamm und rieb sich die Hände, die sie sich bei dem Sturz aufgeschürft hatte. Sie hörten Grillen zirpen und die Blätter rascheln. Irgendwo, jetzt schon weit entfernt konnten sie die Pfiffe der aufgebrachten Beaker hören. Kim hoffte das sie nicht auf die Idee kamen die Gegend um das Spy besser zu durchsuchen. Sie gähnte. Es war kaum zu glauben, sie hatten es tatsächlich geschafft.
Ihr Knöchel schmerzte von dem Sturz und sie legte sich auf das Moos.
Es war eine warme Nacht und ein paar Minuten später waren die Mädchen eingeschlafen.

Kim erwachte, als es bereits zu dämmern begann. Sie blinzelte sich den Schlaf aus den Augen und sah sich nach Todie um. Das Beakermädchen lag ein paar Meter weit weg, zusammengerollt da. Im dämmrigen Licht sah sie mehr aus wie ein Felsen als wie... ja, was eigentlich! Ein Mensch? Ein Vogel? Kim wusste es nicht.
Sie dachte an ihre Mutter. „Sie machte sich bestimmt Riesen Sorgen! Und alles nur wegen diesem Vollidioten. Warum wollte ich eigentlich wissen wohin Keith verschwunden ist, es geht mich doch überhaupt nichts an! Soll der Typ doch hingehen wo der Pfeffer wächst!“
„Du bist schon wach?“ Todie hatte sich aufgesetzt und grinste Kim mit ihren seltsamen Vogellächeln an.
„An wen denkst du denn gerade, hm? Sag, schon!“
„An meine Mutter, ob sie sich wohl große Sorgen macht?“ Kim kamen die Tränen und Todie setzte sich neben sie:
“Weißt du, dass kann ich dir nicht sagen! Aber komm, wir müssen weiter!“
Die Mädchen schnappten sich ihre Taschen und gingen los.
„Wo gehen wir eigentlich hin?“ fragte Kim.
„Ich würde sagen nach Jordyheim, oder?“
„Wohin?“
„Na, in mein Heimatdorf!“
„Aha, und in welcher Richtung liegt das?“
„Im Norden!“ antwortete Todie.
„Ja, natürlich. Im Norden, wo denn sonst?“
„Oh man, du hast ja gar keinen Orientierungssinn! Da lang!“ Todie zeigte nach links
„Orientierungssinn braucht man in einer Stadt nicht, da gibt es Wegweiser!“
„Wo?“
„Ach, vergiss es!“

Die Sonne war mittlerweile im Zenit und Kim und Todie kämpften sich immer noch durchs Gebüsch. Todie ging vor, da sie den Weg kannte und Kim ging hinter ihr. Sie hatten den ganzen Tag noch nichts von den anderen Beakern gehört:
„Glaubst du, sie verfolgen uns nicht?“ wollte Kim wissen.
„Wir werden verfolgt, aber nicht von einem Beaker!“
„Von was dann?“
Todie zuckte zur Antwort nur mit den Schultern. So vergingen weitere Stunden in denen sie sich im Gänsemarsch durch das Dickicht kämpften.
„Ich glaube wir können jetzt eine Pause machen!“ meinte das Beakermädchen. Kim war damit voll und ganz einverstanden. Sie setzten sich nebeneinander auf den Waldboden und packten ihre Vorräte aus. Die beiden aßen etwas Käse und Brot, an etwas zu Trinken hatte keine gedacht.
„Wir finden schon einen Bach oder so.“ wollte Kim gerade sagen, als Todie plötzlich aufschreckte.
„Todie, was ist los?“ Todie saß wie gerädert da und starrte ins Leere.
„Etwas ist hinter uns !“ Sie standen langsam auf und drehte sich um, darauf gefasst einen wütenden Beaker hinter sich stehen zu sehen .
Plötzlich wurde Kim von der Gestalt angesprungen. Das Mädchen schrie und schlug auf die Person ein, aber die ließ nicht locker. Auch Todie versuchte ihrer Freundin zu helfen, aber sie wurde von dem Gegner zurückgeworfen und landete ziemlich unsanft auf dem Hintern. Währenddessen zappelte und schrie Kim in Todesangst und die Kreatur zerfetzte ihren Pullover um sich dann über ihr Gesicht herzumachen. Erst jetzt bemerkte Todie, dass der Fremde rote Haut hatte und kleine Fledermausflügel auf dem Rücken. Sie bemerkte auch, dass er nicht versuchte Kim umzubringen, sondern sie mit seiner gespaltenen Zunge im Gesicht abschleckte.
„Heia!“ Todie hechtete über Kim und packte im Flug den Eidechsenähnlichen Schwanz der Ungetüms. Der wurde mitgezogen und gegen einen Baum geschleudert.
Der Baum wurde durch den Aufprall so erschüttert, das prompt ein Ast auf den Kopf des Geschöpfes fiel. Das Kerlchen blieb benommen liegen und starrte Todie an, die wieder aufgestanden war und jetzt auf Kim zuging. Kim konnte das rote Etwas nur dumm anglotzten. Todie wollte Kim aufhelfen, als das Tier einen fauchenden, zischenden Laut ausstieß. Es klang eindeutig drohend! Todie wich automatisch einen Schritt von Kim zurück. Das Etwas kam langsam auf Kim zu und diese rutschte immer weiter zurück bis sie an einen Baum stieß. Die Kreatur saß jetzt neben ihr und zupfte an den Überresten des Pullovers. Kim betrachtete ihr Gegenüber genauer. Es hatte grünes Haar und sehr große, spitze Ohren außerdem einen großen, verschmitzt lächelnden Mund, aus dem zwei fingerlange Reißzähne schauten. An jeder Hand hatte es vier Finger, je drei davon mit sehr langen Krallen und drei lange Zehen an jedem Fuß. Kim fiel außerdem auf, dass die Arme extrem lang waren, wie ein Affe, und würde das Geschöpf aufrecht stehen, könnte es ohne sich zu bücken an die Knie fassen. Es ging aber nicht aufrecht sondern stand in der Hocke da und stützte sich mit den Knöcheln der langen Finger ab.
„Todie, was is´ das fürn´ Vieh?“ murmelte Kim ohne den Blick von dem >>Vieh<< zu wenden.
„Also ich bin mir nicht sicher, ich glaube es ist ein Goobljn, aber wie gesagt, ich bin mir nicht sicher. Die leben normal im Gebirge und ich hab´ auch noch nie einen gesehen!“ gab Todie zur Antwort, ebenfalls ohne den vermeintlichen Goobljn aus den Augen zu lassen. Der kleine Kerl gab eine Art Schnurren von sich und rutschte ein Stück näher an Kim heran. Er griff ihr in die Haare und wie ein Reflex schrie Kim auf und schlug dem Goobljn mit der Faust ins Gesicht. Der kroch winselnd mit gesengten Kopf zurück. Dann setzte er sich hin und begann aus vollem Hals zu brüllen, wie ein kleines Kind dem man den Schnuller geklaut hat.
Den Mädchen dröhnten die Ohren.
„Ist ja gut, es tut mir leid!“ sagte Kim und ging mit zugehaltenen Ohren auf den schreienden Quälgeist zu. „Ich wollte dir nicht wehtun!“.
Als sie ihn erreichte, legte sie ihm die Hand auf den Kopf und kraulte ihn hinter den Ohren. Sofort hörte er auf zu schreien und begann zu schnurren. Der Goobljn guckte wie eine Katze, die sich ihre täglichen Streicheleinheiten abholt. Jetzt kam auch Todie und setzte sich neben Kim. Aber als sie den Goobljn berühren wollte, fing sie sich einen schmerzhaften Kratzer an der Hand ein. Beleidigt rutschte sie ein Stück weg und verschränkte die Arme.
„Wieso kannst du ihn anfassen und ich nicht?“ motzte sie. „Ich finde das unfair!“
„Reg dich nicht so auf, ich weiß es doch auch nicht!“ versuchte Kim ihre Freundin zu beruhigen.
„Na, hast du einen Namen, kleiner?“ sagte sie an den Goobljn gewandt, der sie jetzt schief ansah und große Augen machte.
„Gwgl!“ machte er.„Gwgl!“ Es hörte sich irgendwie an, als würde er schlucken.
Kim sah ihn fragend an: „Wie? Ist das ein Name?“
„Gwgl!“ machte er wieder.
„Also gut, ich hatte zwar eher an etwas wir Schnurri oder Pummelchen gedacht, aber wenn du meinst. Also Gwgl!“
„Gwgl!“ machte Gwgl zur Bestätigung.
„Es tut mir leid, dass ich euch unterbrechen muss, aber wenn wir nicht bald weitergehen können wir gleich hier übernachten!“ sagte Todie.
„Ja, du hast Recht. Machs gut, Gwgl!“ antwortete Kim und stand auf.
„Gwgl?“ der Goobljn war aufgesprungen und machte ein Gesicht, das ganze Gletscher schmelzen könnten und damit erreichte er auch das gewünschte Ergebnis:
„Also gut, dann komm mit“
„Waas?!“ Todie war entsetzt: „Du willst das Vieh wirklich mitnehmen?“
Gwgl grinste über das ganze Gesicht und sprang mit einem Satz auf Kim’ s Schulter. Der Goobljn war erstaunlich leicht und so ließ Kim ihn sitzen.
„Jetzt hab´ dich nicht so, er tut dir ja nichts, oder?“ sagte Kim und ging los in Richtung Norden.
So gingen die Mädchen den ganzen restlichen Nachmittag über. Von ihrem Verfolger bemerkten sich immer noch nichts, so waren sie zu der Schlussfolgerung gekommen, dass es wohl Gwgl gewesen sein musste den Todie am Morgen bemerkt hatte. Dieser entfernte sich den ganzen Tag nur sehr selten von Kim, um einen Vogel nachzujagen (der ihm aber jedes Mal entwischte) oder nur um sich die Füße zu vertreten. Er kehrte aber jedes Mal nach kurzer Zeit wieder auf Kim’ s Schulter zurück. Gegen Abend entdeckten sie dann endlich einen kleinen Bach, an dem sie ihren Durst stillen konnten. Kim und Todie beschlossen die Nacht hier zu verbringen.

Am nächsten Morgen standen alle drei einigermaßen ausgeruht auf. Sie aßen ein paar Bissen und gingen weiter. Gwgl hatte wieder den gewohnten Platz auf Kim´s Schulter eingenommen, worauf Todie nur den Kopf schüttelte. Sie gingen eine Weile, als der Goobljn plötzlich aufflog und verschwand. Das war das erste mal das die Mädchen ihn fliegen sahen. Sie gingen weiter. Es war ein schöner, sonniger Tag. Die Vögel sangen und hin und wieder hörten sie es im Gebüsch, wenn ein Tier floh, rascheln. Nur Gwgl war noch nicht wiedergekommen.
„Wie weit ist es eigentlich noch?“ fragte Kim.
„Gegen Abend müssten wir aus dem Wald rauskommen und dann sind es vielleicht noch zwei Stunden über die Felder bis wir das Dorf erreichen! Du glaubst gar nicht wie ich mich auf zu Hause freue.“ sagte Todie.
„Doch, tu ich. Vielleicht kann mir jemand aus dem Dorf sagen, wie ich nach Hause komme?“
„Nein, ich denke niemand aus Jordyheim kennt >>Schottland<<, aber wir können dann ja zur Burg Lybra gehen, die wissen bestimmt wie du nach Hause kommst. Außerdem können wir ihnen sagen, dass die Beaker gar nicht böse sind. Wenn sie dann in Ruhe gelassen werden, brauchen sie auch keine Menschen mehr gefangen halten!“ schlug Todie vor.
„Ok, so können wir es machen!“

Als der Mond aufging war das Ende des Beakerwalds endlich in Sicht. Vor Freude wollte Kim los laufen, als Todie sie aufhielt: “Warte!“
„Was ist?“ wollte Kim wissen.
„Irgendwas stimmt hier nicht!“
„Vielleicht ist es nur Gwgl, der uns erschrecken will!“
„Nein...“ Todie wollte noch etwas sagen, als es aus allen Richtungen plötzlich zu raschelten begann, auch über ihnen. Und dann waren die Mädchen umzingelt von Beakern. Die großen Krieger am Boden hatten lange Sperre, die mit Federn geschmückt waren. Die Beaker auf den Bäumen hatten Pfeil und Bogen. Kim war sich ziemlich sicher, dass sie damit auch sehr gut umgehen konnten!
„Sie haben auf uns gewartet, dass hätte ich wissen müssen. Kim, wir müssen sie irgendwie ablenken und aus dem Wald raus. Sie verlassen den Wald nie. Nur so haben wir eine Chance!“ flüsterte Todie zu Kim. Die Mädchen standen jetzt Rücken an Rücken.
Kim überlegte: „Hmm... ja ich hab sie noch... das müsste funktionieren!“ und laut sagte sie: „Todie kommst du irgendwie an meinen Rucksack?“ Die Vogelmenschen rückten immer näher: „Da ist ein längliches glattes Ding drin! Hol es ´raus und gib es mir unauffällig!“ Kim fühlte wie Todie begann in ihrem Rucksack zu wühlen und dann etwas heraus zog. Todie gab ihr den Gegenstand. Einer der Beaker hatte gesehen was die Beiden taten aber er schien es nicht für nötig zu halten sie aufzuhalten.
Kim zielte auf den größten der Jäger der vermutliche der Anführer war.
Hoffentlich funktioniert sie noch!
Sie schaltete die Taschenlampe ein.
Sofort schrieen die Beaker auf und stoben in Panik auseinander, genauso wie Kim es sich gedacht hatte! Zuerst war auch Todie erschrocken aber dann vertraute sie Kim einfach als diese sie mitzog. Die beiden Mädchen rannten los, aber die Beaker überwanden den Schreck schneller, als gut war. Sie verfolgten sie und die zwei hatten die Hoffnung schon beinahe aufgegeben es zu schaffen. Sie sprangen über einen kleinen Graben ... und waren aus dem Wald draußen.
Die Beaker verfolgten sie weiter!
„Ich... dachte sie... verlassen den Wald... nicht?“ keuchte Kim, während sie weiter rannte.
„Das... dachte ich... auch!“
Ihre Verfolger waren zwar jetzt nicht mehr so schnell wie im Wald, was wahrscheinlich daran lag, dass sie sich im offenen Gelände nicht besonders wohlfühlten, aber trotzdem schnell genug. Kim hörte wie die Schritte hinter ihr immer lauter wurden. Sie konnte die Spitzen der Speere beinahe schon in ihrem Rücken spüren.
Plötzlich lag ein Rauschen in der Luft und ein riesiger Schatten legte sich über die Beaker.
Ein Brüllen war zu hören und dann die vogelartigen Schreie der Beaker. Die Mädchen liefen weiter ohne sich umzudrehen. Dann war es urplötzlich ruhig.
Kim und Todie hielten, ganz außer Puste, an und drehten sich um. Die Beaker waren in den Wald geflohen und eine mindestens drei Meter große Gestalt kam auf sie zu. Die Gestalt spreizte die Flügel und verschwand. Die Mädchen konnten den Umriss noch kurz sehen, als er sich vom Mond abhob. Dann war er endgültig weg. Plötzlich spürte Kim ein gewohntes Gewicht auf der Schulter: „Gwgl, du bist wieder da!“
„Das war bestimmt Gwgls Vater!“ sagte Todie.
„Ja, bestimmt!“ meinte Kim und an den Goobljn gewannt meinte sie: „Danke, du hast uns gerettet!“ Sie hob die Hand und durchwühlte Gwgl’ s Haare. Der wiederum zerzauste auch Kim’ s Haare, worüber sie aber weniger begeistert war.
„Komm, gehen wir weiter!“ sagte Todie endlich. Und so gingen die drei weiter in Richtung Jordyheim.

__________________
Wenn etwas leicht zu lesen ist, dann war es schwer zu schreiben.
Enrique Jardiel Poncela
spanischer Humorist

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M/DWdS_Kapitel3
Gwgl


Gleich nachdem Todie gegangen war, hatte sich Kim auf das improvisierte Bett gelegt und war eingeschlafen. Der Tag hatte sie doch mehr angestrengt, als sie dachte.
Als Kim erwachte(Komma) dachte sie für einen kurzen Moment, sie wäre in ihrem Hotelzimmer in Schottland, aber dann fiel ihr ein, dass sie von Außerirdischen entführt worden war, in einer (eine) Stadt(Komma) die auf Bäumen erbaut ist und von seltsamen Vogelmenschen bewohnt wird, die sich Beaker nannten. Wo war sie hier nur hingeraten? Oder träumte sie etwa nur? Aber wenn...
Kim wurde ganz plötzlich aus ihren Gedanken gerissen.
Sie wurde beobachtet, das fühlte sie ganz deutlich. Es war dieses Gefühl, wenn einem ein Schauer den Rücken hinunter jagt und das man hat(Komma) wenn man Nachts alleine nach Hause geht. Sie fühlte eiskalte Blicke, die sie musterten und abschätzten.
Jemand oder Etwas war hier!
Kim bekam eine Gänsehaut. Sie sah sich um... nichts.
Oder doch! Im Eck neben der Tür schien etwas von der Dunkelheit, die in dem Haus herrschte, Gestallt angenommen zu haben! Kim erkannte aber nicht mehr als einen Schatten. Dann plötzlich bewegte er sich und... war verschwunden!
Es war nicht so, dass er sich in Luft aufgelöst hatte, er war einfach verschwunden. Und mit ihm ging auch die Angst! So(Komma) als wäre er (sie) nie da gewesen.
Hatte Kim jetzt schon Halluzinationen oder waren in dem Essen vielleicht Drogen.(besser Fragezeichen) Waren die Beaker etwa Menschenfresser?
„Unsinn!“ Kim rief sich zur Vernunft. Wie kam sie nur auf diese Idee?
Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und Todie stürmte herein
„Guten Morgen, ich hoffe(Komma) du hast gut geschlafen. Ich hab dir Frühstück mitgebracht. Wenn du gegessen hast(Komma) sehen wir uns die Stadt an, ok? Beeil dich ja!“, sie redete wieder ununterbrochen, sodass Kim erst gar nicht zu Wort kam, also nahm sie wortlos das Tablett, das Todie trug und aß, während das Beakermädchen redete.
Dann starteten sie die Stadtbesichtigung.
Als erstes zeigte Todie ihr die große Brücken (Brücke) (Komma) die sich über die zwei am weitesten voneinander entfernten Bäume erstreckte. Sie war wirklich gigantisch. Sie bestanden (bestand) eigentlich nur aus Holz ( wie alles andere auch) und Seilen, trotzdem war ihr Anblick überwältigend. Sie war nach unten durchgebogen, wie das bei Hängebrücken nun mal der Fall ist und ihr hinteres Ende war von Zweigen und Blättern so zugedeckt, dass man nicht erkennen konnte, was auf dem anderen Baum war.
Kim fragte sich immer wieder(Komma) wie die Beaker es geschafft hatten(Komma) ihr Holz so fein zu bearbeite (bearbeiten). Überall konnte sie kleinste Schnitzereien entdecken und an manchen Stellen sah sie hölzerne Bögen und andere Dinge, von denen sie nie erwartet hätte, das man sie aus Holz bewerkstelligen könnte.
Sie gingen weiter. Todie zeigt Kim noch viele andere interessante Gebäude, wie zum Beispiel den Wehrturm, der etwas über die Baumwipfel ragte und von dem aus man einen fantastischen Blick über den gesamten Wald hatte. Kim fiel auf, dass sie sich direkt im Zentrum des Waldes befanden. Das Mädchen war Begeistert (klein) von den ganzen kunstvollen Schnitzereien und Bemalungen, mit denen die Beaker ihre Stadt verzierten. Sie fragte sich(Komma) wie diese Wesen es geschafft hatten(Komma) unentdeckt eine solche Kultur aufzubauen. Zum Schluss wollte Todie Kim ihr Haus zeigen und so fanden sie sich nach ihrer Besichtigungstour in dem kleinen einstöckigen Wohnhaus wieder. Das Beakermädchen zeigte ihr voller Stolz,(kein Komma) die zwei Räume: Der hintere diente als Schlafzimmer, in dem nur ein Bett und ein grobgezimmerter Schrank standen. Kim und Todie saßen in der Küche, an einem großen Tisch, um den vier Stühle standen. Rechts neben der Eingangstür stand ein kleiner Back offen (ofen) mit Herd, darüber hangen (hingen) zwei Töpfe und eine Pfanne, alles aus Bronze. Ein kleiner Schrank, in(getrennt)dem Todie wahrscheinlich ihre Vorräte aufbewahrte(Komma) stand noch daneben. Der Raum hatte nur ein einziges, kleines Fenster, trotzdem war es sehr hell. Todie und Kim setzten sich (überflüssig, sie saßen schon).
„Nur so aus Neugier, aber wie schaffst du es, dass nicht gleich das ganz Haus abfackelt?“ fragte Kim.
„Das Holz brennt nicht!“
„Ja, natürlich und ich komm vom Mars“
„Wirklich? Du hast doch gesagt(Komma) du kommst aus... Ähm, Schottland? Wo ist das?“
„Ach vergiss es! Todie(Komma) was ist eigentlich auf der anderen Seite dieser riesigen Brücke?“
„Das Rathaus! Wir dürfen,(kein Komma) aber nicht rübergehen!“
„Warum?“
„Das dürfen nur fertige Beaker, weil sie uns noch nicht vertrauen.“ Todie stand auf und ging zu dem kleinen Schrank und hantierte mit etwas herum.
„Wie meinst du das >>fertig<<?“, drängte Kim(Komma) als das Beakermädchen nicht weitersprach.
„Na, eben nicht fertig Entwickelt (klein), verstehst du?“
„Äh... “, Kim verzog das Gesicht „... ehrlich gesagt(Komma) nicht“
„Oh man (Mann) , du bist echt schwer von Begriff. Ich spreche doch noch meine alte Sprache und noch nicht Beakisch, ich verstehe es zwar schon(Komma) aber..“
„Moment mal“, unterbrach Kim. „Wie meinst du denn das nun wieder?“
„Na ja(Komma) als ich noch bei meiner Großmutter gewohnt habe, da dachte ich, wie alle anderen, dass die Beaker Menschenfresser sind, wenn sie sie gefangen haben (überflüssig) , in Wirklichkeit verwandeln sich die Menschen in Beaker. Und ich bin eben noch nicht lange genug hier und deshalb bin ich noch nicht >>fertig<<. Aber eigentlich müsste ich es schon sein, ich bin nämlich schon ein halbes Jahr hier, aber die Magie vergeht und...“, Todie wurde unterbrochen.
„Stopp, willst du damit sagen, dass du mal ein ganz normaler Mensch warst, wie ich?“
„Ja, natürlich!“ antwortete Todie ganz lässig.
Kim klappte die Kinnlade herunter. „Du meinst ... ich auch?“
„Ja“ Todie ging auf Kim zu, griff ihr mit der Hand in die Haare und zog sie wieder heraus. „Siehst du! Es geht schon los, in zwei Wochen hast du das Problem mit deiner Frisur nicht mehr.“ Das Beakermädchen hielt eine kleine schwarzweiße Daunenfeder in der Hand und Kim hatte es die Sprache verschlagen.

Todie hatte Kim angeboten, dass sie bei ihr wohnen könnte und so bauten sie im Schlafzimmer ein zweites Bett aus Stroh. Die beiden redeten den ganzen Tag nur noch das nötigste. Kim dachte nur noch an eines: Flucht!! Sie überlegte hin und her, wie sie von dem Baumriesen runterkommen sollte, kam aber auf keinen grünen Zweig.
Kim sollte ihre Gelegenheit eher bekommen(Komma) als ihr lieb war.
Beim Abendessen dann (überflüssiges Füllwort) brach sie das Schweigen.
„Hast du eigentlich noch nie darüber nachgedacht(Komma) von hier weg zu gehen, zurück zu deiner Großmutter?“
„Doch(Komma) schon“ antwortete Todie, zum erstenmal seit Kim sie kannte in einem ernsten Ton. „Am Anfang, ...aber es ist unmöglich! Ich meine(Komma) wie willst du hier herunterkommen? Springen!(besser Fragezeichen)“
„Nein, aber es muss doch eine Möglichkeit geben!“
Todie stand auf und zündete eine Petroleumlampe an. Die kleine Lampe brachte kaum Licht und so blieb der Raum düster, wie die Stimmung der beiden Mädchen.
„Eine Möglichkeit gäbe es da schon“
„Welche?“ sofort regte sich ein Hoffnungsschimmer in Kim’ s Gedanken
„Du willst doch nicht wirklich abhauen, oder?“ mahnte Todie.
„Wie kommst du denn auf die Idee? Wieso sollte ich, aber jetzt sag´ schon!“ Kim wollte Todie nicht anlügen, aber sie wollte auch nicht als menschlicher Vogel enden.
„Also gut“ fuhr Todie fort: „Heute Nacht kommen die Jäger zurück, die jeden Monat nach unten gehen(Komma) um zu jagen. Damit sie wieder nach oben klettern können, muss die Leiter heruntergelassen werden. Während sie runtergekurbelt wird(Komma) könnte man theoretisch daran herunterklettern nur(Komma) das (dass) sie oben bewacht wird und unten die Jäger warten!“
„Aha, gut, danke. Ich geh´ jetzt ins Bett, ok? Gute Nacht, Todie“ Kim stand auf und ging ins Schlafzimmer.



Todie sah ihr nur nach und schüttelte verdutzt den Vogelkopf über Kim’ s plötzlichen Abgang. Dann stand sie auf(Komma) um bei den Nachbarn, die freundlicherweise ihre Waschzuber zur verfügen (Verfügung) stellen, das Geschirr abzuspülen und danach auch ins Bett zu gehen. Aber kurz bevor sie das Haus verlassen wollte(Komma) schlich sich ein Gedanke(Komma) der sie nun schon so lange quälte(Komma) wieder in ihren Kopf. Vielleicht gab es eine Möglichkeit...



In der Zwischenzeit hatte Kim alle ihre wenigen Habseligkeiten zusammengekratzt und noch ein wenig Brot aus Todie’ s Vorräteschränkchen entwendet. Sie stopfte alles in ihren Rucksack und legte sich dann samt Schuhe ins Bett(Komma) um so zu tun, als würde sie schlafen. Nach einiger Zeit kam Todie und legte sich auch schlafen. Kim wartete noch(Komma) bis Todie’ s gleichmäßige Atmung ihr verriet, dass sie schlief und stand dann vorsichtig auf(Komma) um das jüngere Mädchen nicht zu wecken. Sie schlich leise in den Wohnraum, ging hindurch bis zur Tür und öffnete sie.
„Kim!“, sagte Todie von der gegenüberliegenden Wand des Raumes „Du wärst also wirklich gegangen...“
„Ach, es tut mir leid, aber..“
Todie unterbrach Kim „...ohne mich!“
„Was?! Du...du willst...mitkommen? Wirklich?“
„Ja, wir sind noch früh genug dran, ich habe nämlich eine Idee!!“ Todie schnappte sich ihre Tasche und ihren Mantel, die sie sich anscheinend schon bereitgelegt hatte und die beiden gingen los.
Sie schlichen nur durch dunkle Gässchen(Komma) wo sie niemanden (niemandem) aus Versehen über den Weg(getrennt)laufen konnten. So liefen sie stumm zur Hauptplattform, in der Hoffnung, dass die Beaker, die die Leiter herunterkurbeln sollten, noch nicht da waren.
Sie hatten Glück, der Platz vor der Strickleiter war leer.
„Wir müssen vorsichtig sein, die Leiter wird sicherlich beobachtet!“ flüsterte Todie
„Ja, ok!... Schau, da in dem Haus brennt noch Licht(Punkt)“ Kim deutete auf das kleine Häuschen links neben der Leiter, aus dessen Fenster ein fahler Lichtstrahl schien.
Die zwei Mädchen verschwanden zurück hinter die Wohnhäusern (Wohnhäuser) und tauchten ein paar Minuten später wieder neben dem Wachhäuschen auf. Auf allen vieren krochen Kim und Todie unter dem Fenster hindurch.
„Wie kommen wir jetzt an die Leiter ´ran?“ fragte Kim leise
„Pssst!!“ machte Todie und deutete mit ihrer grauen Hand in den Himmel.
Der Mond stand senkrecht. Plötzlich kam eine schwarze Gestalt aus der Richtung, aus der auch Kim und Todie gekommen waren. Sie gingen (ging) geradewegs auf das Wachhäuschen zu. Vor der Tür blieb sie stehen und klopfte an. Die Tür öffnete sich und die Gestallt trat ein. Im Haus wurden Stimmen laut.
„Jetzt schnell komm!“ sagte Todie.
Die Mädchen liefen flott zur Leiter, die natürlich noch nicht heruntergekurbelt war, aber trotzdem schon weit genug herunterhing(Komma) das (dass) zwei erwachsene Menschen sich daran hängen konnten.
„Wer war das?“ fragte Kim(Komma) während sie ein paar Stufen hinunter stieg(Komma) um auch für Todie Platz zu machen.
„Mein Nachbar, er schuldet mir noch einen Gefallen(Punkt)“
„Hast du ihm etwa erzählt(Komma) was wir vorhaben, Todie?“
„ Unsinn, ich hab ihm gesagt(Komma) er soll für mich ein Päckchen beim Wächter abgeben, der es um Mitternacht erwartet!“
„Und ...was war in dem Päckchen?“
„Na, das schmutzige Geschirr!“ grinste Todie

Nach 10 (zehn) Minuten begann schon langsam die Kälte durch die Kleider der Mädchen zu kriechen.
„Also, wenn die jetzt nicht bald...“ flüsterte Kim.
„Sei ruhig, Kim. Sie kommen, ich höre Schritte!“ Kaum eine Minute später setzte sich die Leiter ruckartig in Bewegung, sodass Kim beinahe den Halt verloren hätte und sich einen Schrei verkneifen musste. Langsam wurden die Beiden mitsamt der Leiter heruntergekurbelt. Nach ein paar Minuten waren sie in der Dunkelheit verschwunden.
Etwas später konnten sie endlich den Boden unter ihnen sehen.
„Kim!“
„Hmm... was denn?“
„Wir müssen jetzt springen(Komma) sonst sehen uns die Jäger!“
„Was!?!“
„Psst!“ machte Todie „Sie sind schon da hinten“ sie zeigte in die Dunkelheit
„Ich kann nichts sehen !“ flüsterte Kim.
„Natürlich, mit den menschlichen Sinnen ist es ein Wunder, wenn du ein Gewitter bemerkst, selbst wenn der Blitz direkt neben dir einschlägt. Wir müssen froh sein, dass sie uns noch nicht bemerkt haben, aber das kann sich schnell ändern und jetzt komm!“
Todie sprang und landete mehr oder weniger weich(Komma) aber wenigstens lautlos in dem moosigen Waldboden. Danach sprang auch Kim, die es aber einige Überwindung kostete. Bei der Landung überschlug sie sich einmal und blieb dann ziemlich unsanft auf dem Hosenboden sitzen.
Todie zog Kim auf die Füße und riss sie mit sich. Sie liefen in den Wald und sie hofften(Komma) nicht entdeckt worden zu sein(Komma) aber plötzlich ertönte hinter ihnen ein schriller Laut.
„Sie haben uns gesehen, schnell!“ rief Todie und zog Kim hinter sich her.
„Nicht so schell (schnell), Todie. Ich kann gar nicht sehen, wo ich hinlaufe!“
„Folge mir einfach!“
Äste zerkratzten Kims Gesicht und zerrissen ihr (ihre) Kleider, hinter sich hörte sie die Schritte und Rufe der Verfolger.
„Die sind... verdammt schnell“ keuchte Kim.
„Sie... sind nicht... umsonst...Jäger! Wir... brauchen ein Versteck!“
Das Beakermädchen war auch schon ganz aus der Puste. Plötzlich stürzte Kim und zog Todie mit sich. Die beiden kugelten einen Hügel hinunter und blieben im Gebüsch liegen. Todie reagierte blitzschnell und presste Kim die Hand auf den Mund, als diese etwas sagen wollte. Über sich hörten sie die Beaker(Komma) die in der Vogelsprache miteinander redeten.
Kims Herz schlug so laut, dass sie glaubte(Komma) die Männer müssten es hören können. Einer der Beaker blieb an dem Ort stehen, an der (dem) Kim gestürzt war und sah sich um(Komma) aber er bemerkte sie nicht! Die Mädchen sahen aus ihrem Versteck, wie die Verfolger weiterliefen.
„Ich würde vorschlagen, dass wir hier noch eine Weile warten(Punkt)“ flüsterte Todie und gähnte herzhaft(Komma) als wäre nichts gewesen.
Kim lehnte sich an einen Baumstamm und rieb sich die Hände, die sie sich bei dem Sturz aufgeschürft hatte. Sie hörten Grillen zirpen und die Blätter rascheln. Irgendwo, jetzt schon weit entfernt(Komma) konnten sie die Pfiffe der aufgebrachten Beaker hören. Kim hoffte(Komma) das (dass) sie nicht auf die Idee kamen(Komma) die Gegend um das Spy besser zu durchsuchen. Sie gähnte. Es war kaum zu glauben, sie hatten es tatsächlich geschafft.
Ihr Knöchel schmerzte von dem Sturz und sie legte sich auf das Moos.
Es war eine warme Nacht und ein paar Minuten später waren die Mädchen eingeschlafen.

Kim erwachte, als es bereits zu dämmern begann. Sie blinzelte sich den Schlaf aus den Augen und sah sich nach Todie um. Das Beakermädchen lag ein paar Meter weit weg, zusammengerollt da. Im dämmrigen Licht sah sie mehr aus wie ein Felsen als wie... ja, was eigentlich! Ein Mensch? Ein Vogel? Kim wusste es nicht.
Sie dachte an ihre Mutter. „Sie machte sich bestimmt Riesen Sorgen! Und alles nur wegen diesem Vollidioten. Warum wollte ich eigentlich wissen(Komma) wohin Keith verschwunden ist, es geht mich doch überhaupt nichts an! Soll der Typ doch hingehen(Komma) wo der Pfeffer wächst!“
„Du bist schon wach?“ Todie hatte sich aufgesetzt und grinste Kim mit ihren (ihrem) seltsamen Vogellächeln an.
„An wen denkst du denn gerade, hm? Sag, schon!“
„An meine Mutter, ob sie sich wohl große Sorgen macht?“ Kim kamen die Tränen und Todie setzte sich neben sie: “Weißt du, dass (das) kann ich dir nicht sagen! Aber komm, wir müssen weiter!“
Die Mädchen schnappten sich ihre Taschen und gingen los.
„Wo gehen wir eigentlich hin?“ fragte Kim.
„Ich würde sagen(Komma) nach Jordyheim, oder?“
„Wohin?“
„Na, in mein Heimatdorf!“
„Aha, und in welcher Richtung liegt das?“
„Im Norden!“ antwortete Todie.
„Ja, natürlich. Im Norden, wo denn sonst?“
„Oh man, du hast ja gar keinen Orientierungssinn! Da lang!“ Todie zeigte nach links
„Orientierungssinn braucht man in einer Stadt nicht, da gibt es Wegweiser!“
„Wo?“
„Ach, vergiss es!“

Die Sonne war mittlerweile im Zenit und Kim und Todie kämpften sich immer noch durchs Gebüsch. Todie ging vor, da sie den Weg kannte und Kim ging hinter ihr. Sie hatten den ganzen Tag noch nichts von den anderen Beakern gehört:
„Glaubst du, sie verfolgen uns nicht?“ wollte Kim wissen.
„Wir werden verfolgt, aber nicht von einem Beaker!“
„Von was dann?“
Todie zuckte zur Antwort nur mit den Schultern. So vergingen weitere Stunden(Komma) in denen sie sich im Gänsemarsch durch das Dickicht kämpften.
„Ich glaube(Komma) wir können jetzt eine Pause machen!“ meinte das Beakermädchen. Kim war damit voll und ganz einverstanden. Sie setzten sich nebeneinander auf den Waldboden und packten ihre Vorräte aus. Die beiden aßen etwas Käse und Brot, an etwas zu Trinken hatte keine gedacht.
„Wir finden schon einen Bach oder so.“ wollte Kim gerade sagen, als Todie plötzlich aufschreckte.
„Todie, was ist los?“ Todie saß wie gerädert da und starrte ins Leere.
„Etwas ist hinter uns !“ Sie standen langsam auf und drehte (drehten) sich um, darauf gefasst(Komma) einen wütenden Beaker hinter sich stehen zu sehen .
Plötzlich wurde Kim von der Gestalt angesprungen. Das Mädchen schrie und schlug auf die Person ein, aber die ließ nicht locker. Auch Todie versuchte ihrer Freundin zu helfen, aber sie wurde von dem Gegner zurückgeworfen und landete ziemlich unsanft auf dem Hintern. Währenddessen zappelte und schrie Kim in Todesangst und die Kreatur zerfetzte ihren Pullover(Komma) um sich dann über ihr Gesicht herzumachen. Erst jetzt bemerkte Todie, dass der Fremde rote Haut hatte und kleine Fledermausflügel auf dem Rücken. Sie bemerkte auch, dass er nicht versuchte(Komma) Kim umzubringen, sondern sie mit seiner gespaltenen Zunge im Gesicht abschleckte.
„Heia!“ Todie hechtete über Kim und packte im Flug den Eidechsenähnlichen (klein) Schwanz der Ungetüms. Der wurde mitgezogen und gegen einen Baum geschleudert.
Der Baum wurde durch den Aufprall so erschüttert, das (dass) prompt ein Ast auf den Kopf des Geschöpfes fiel. Das Kerlchen blieb benommen liegen und starrte Todie an, die wieder aufgestanden war und jetzt auf Kim zuging. Kim konnte das rote Etwas nur dumm anglotzten (anglotzen). Todie wollte Kim aufhelfen, als das Tier einen fauchenden, zischenden Laut ausstieß. Es klang eindeutig drohend! Todie wich automatisch einen Schritt von Kim zurück. Das Etwas kam langsam auf Kim zu und diese rutschte immer weiter zurück(Komma) bis sie an einen Baum stieß. Die Kreatur saß jetzt neben ihr und zupfte an den Überresten des Pullovers. Kim betrachtete ihr Gegenüber genauer. Es hatte grünes Haar und sehr große, spitze Ohren(Komma) außerdem einen großen, verschmitzt lächelnden Mund, aus dem zwei fingerlange Reißzähne schauten. An jeder Hand hatte es vier Finger, je drei davon mit sehr langen Krallen und drei lange Zehen an jedem Fuß. Kim fiel außerdem auf, dass die Arme extrem lang waren, wie (bei einem) ein Affe, und würde das Geschöpf aufrecht stehen, könnte es (sich Komma) ohne sich zu bücken(Komma) an die Knie fassen. Es ging aber nicht aufrecht(Komma) sondern stand in der Hocke da und stützte sich mit den Knöcheln der langen Finger ab.
„Todie, was is´ das fürn´ Vieh?“ murmelte Kim(Komma) ohne den Blick von dem >>Vieh<< zu wenden.
„Also(Komma) ich bin mir nicht sicher, ich glaube(Komma) es ist ein Goobljn, aber wie gesagt, ich bin mir nicht sicher. Die leben normal im Gebirge und ich hab´ auch noch nie einen gesehen!“ gab Todie zur Antwort, ebenfalls ohne den vermeintlichen Goobljn aus den Augen zu lassen. Der kleine Kerl gab eine Art Schnurren von sich und rutschte ein Stück näher an Kim heran. Er griff ihr in die Haare und wie ein Reflex schrie Kim auf und schlug dem Goobljn mit der Faust ins Gesicht. Der kroch winselnd mit gesengten (gesenktem) Kopf zurück. Dann setzte er sich hin und begann aus vollem Hals zu brüllen, wie ein kleines Kind(Komma) dem man den Schnuller geklaut hat.
Den Mädchen dröhnten die Ohren.
„Ist ja gut, es tut mir leid!“ sagte Kim und ging mit zugehaltenen Ohren auf den schreienden Quälgeist zu. „Ich wollte dir nicht wehtun!“.
Als sie ihn erreichte, legte sie ihm die Hand auf den Kopf und kraulte ihn hinter den Ohren. Sofort hörte er auf zu schreien und begann zu schnurren. Der Goobljn guckte wie eine Katze, die sich ihre täglichen Streicheleinheiten abholt. Jetzt kam auch Todie und setzte sich neben Kim. Aber als sie den Goobljn berühren wollte, fing sie sich einen schmerzhaften Kratzer an der Hand ein. Beleidigt rutschte sie ein Stück weg und verschränkte die Arme.
„Wieso kannst du ihn anfassen und ich nicht?“ motzte sie. „Ich finde das unfair!“
„Reg dich nicht so auf, ich weiß es doch auch nicht!“ versuchte Kim ihre Freundin zu beruhigen.
„Na, hast du einen Namen, kleiner (Kleiner)?“ sagte sie an den Goobljn gewandt, der sie jetzt schief ansah und große Augen machte.
„Gwgl!“ machte er.„Gwgl!“ Es hörte sich irgendwie an, als würde er schlucken.
Kim sah ihn fragend an: „Wie? Ist das ein Name?“
„Gwgl!“ machte er wieder.
„Also gut, ich hatte zwar eher an etwas wir Schnurri oder Pummelchen gedacht, aber wenn du meinst. Also Gwgl!“
„Gwgl!“ machte Gwgl zur Bestätigung.
„Es tut mir leid, dass ich euch unterbrechen muss, aber wenn wir nicht bald weitergehen(Komma) können wir gleich hier übernachten!“ sagte Todie.
„Ja, du hast Recht. Machs gut, Gwgl!“ antwortete Kim und stand auf.
„Gwgl?“ der Goobljn war aufgesprungen und machte ein Gesicht, das ganze Gletscher schmelzen könnten und damit erreichte er auch das gewünschte Ergebnis: „Also gut, dann komm mit“
„Waas?!“ Todie war entsetzt: „Du willst das Vieh wirklich mitnehmen?“
Gwgl grinste über das ganze Gesicht und sprang mit einem Satz auf Kim’ s Schulter. Der Goobljn war erstaunlich leicht und so ließ Kim ihn sitzen.
„Jetzt hab´ dich nicht so, er tut dir ja nichts, oder?“ sagte Kim und ging los in Richtung Norden.
So gingen die Mädchen den ganzen restlichen Nachmittag über. Von ihrem Verfolger bemerkten sich (sie) immer noch nichts, so waren sie zu der Schlussfolgerung gekommen, dass es wohl Gwgl gewesen sein musste(Komma) den Todie am Morgen bemerkt hatte. Dieser entfernte sich den ganzen Tag nur sehr selten von Kim, um einen (einem) Vogel nachzujagen (der ihm aber jedes Mal entwischte) oder nur(Komma) um sich die Füße zu vertreten. Er kehrte aber jedes Mal nach kurzer Zeit wieder auf Kim’ s Schulter zurück. Gegen Abend entdeckten sie dann endlich einen kleinen Bach, an dem sie ihren Durst stillen konnten. Kim und Todie beschlossen(Komma) die Nacht hier zu verbringen.

Am nächsten Morgen standen alle drei einigermaßen ausgeruht auf. Sie aßen ein paar Bissen und gingen weiter. Gwgl hatte wieder den gewohnten Platz auf Kim´s Schulter eingenommen, worauf Todie nur den Kopf schüttelte. Sie gingen eine Weile, als der Goobljn plötzlich aufflog und verschwand. Das war das erste mal(Komma) das (dass) die Mädchen ihn fliegen sahen. Sie gingen weiter. Es war ein schöner, sonniger Tag. Die Vögel sangen und hin und wieder hörten sie es im Gebüsch, wenn ein Tier floh, rascheln. Nur Gwgl war noch nicht wiedergekommen.
„Wie weit ist es eigentlich noch?“ fragte Kim.
„Gegen Abend müssten wir aus dem Wald rauskommen und dann sind es vielleicht noch zwei Stunden über die Felder(Komma) bis wir das Dorf erreichen! Du glaubst gar nicht(Komma) wie ich mich auf zu Hause freue.“ sagte Todie.
„Doch, tu ich. Vielleicht kann mir jemand aus dem Dorf sagen, wie ich nach Hause komme?“
„Nein, ich denke(Komma) niemand aus Jordyheim kennt >>Schottland<<, aber wir können dann ja zur Burg Lybra gehen, die wissen bestimmt(Komma) wie du nach Hause kommst. Außerdem können wir ihnen sagen, dass die Beaker gar nicht böse sind. Wenn sie dann in Ruhe gelassen werden, brauchen sie auch keine Menschen mehr gefangen halten!“ schlug Todie vor.
„Ok, so können wir es machen!“

Als der Mond aufging(Komma) war das Ende des Beakerwalds endlich in Sicht. Vor Freude wollte Kim los laufen, als Todie sie aufhielt: “Warte!“
„Was ist?“ wollte Kim wissen.
„Irgendwas stimmt hier nicht!“
„Vielleicht ist es nur Gwgl, der uns erschrecken will!“
„Nein...“ Todie wollte noch etwas sagen, als es aus allen Richtungen plötzlich zu raschelten (rascheln) begann, auch über ihnen. Und dann waren die Mädchen umzingelt von Beakern. Die großen Krieger am Boden hatten lange Sperre (Speere), die mit Federn geschmückt waren. Die Beaker auf den Bäumen hatten Pfeil und Bogen. Kim war sich ziemlich sicher, dass sie damit auch sehr gut umgehen konnten!
„Sie haben auf uns gewartet, dass (das) hätte ich wissen müssen. Kim, wir müssen sie irgendwie ablenken und aus dem Wald raus. Sie verlassen den Wald nie. Nur so haben wir eine Chance!“ flüsterte Todie zu Kim. Die Mädchen standen jetzt Rücken an Rücken.
Kim überlegte: „Hmm... ja(Komma) ich hab sie noch... das müsste funktionieren!“ und laut sagte sie: „Todie(Komma) kommst du irgendwie an meinen Rucksack?“ Die Vogelmenschen rückten immer näher: „Da ist ein längliches glattes Ding drin! Hol es ´raus und gib es mir unauffällig!“ Kim fühlte(Komma) wie Todie begann(Komma) in ihrem Rucksack zu wühlen und dann etwas heraus zog. Todie gab ihr den Gegenstand. Einer der Beaker hatte gesehen(Komma) was die Beiden taten(Komma) aber er schien es nicht für nötig zu halten(Komma) sie aufzuhalten.
Kim zielte auf den größten der Jäger(Komma) der vermutliche der Anführer war.
Hoffentlich funktioniert sie noch!
Sie schaltete die Taschenlampe ein.
Sofort schrieen die Beaker auf und stoben in Panik auseinander, genauso wie Kim es sich gedacht hatte! Zuerst war auch Todie erschrocken(Komma) aber dann vertraute sie Kim einfach(Komma) als diese sie mitzog. Die beiden Mädchen rannten los, aber die Beaker überwanden den Schreck schneller, als gut war. Sie verfolgten sie und die zwei hatten die Hoffnung schon beinahe aufgegeben(Komma) es zu schaffen. Sie sprangen über einen kleinen Graben ... und waren aus dem Wald draußen.
Die Beaker verfolgten sie weiter!
„Ich... dachte sie... verlassen den Wald... nicht?“ keuchte Kim, während sie weiter rannte.
„Das... dachte ich... auch!“
Ihre Verfolger waren zwar jetzt nicht mehr so schnell wie im Wald, was wahrscheinlich daran lag, dass sie sich im offenen Gelände nicht besonders wohlfühlten, aber trotzdem schnell genug. Kim hörte(Komma) wie die Schritte hinter ihr immer lauter wurden. Sie konnte die Spitzen der Speere beinahe schon in ihrem Rücken spüren.
Plötzlich lag ein Rauschen in der Luft und ein riesiger Schatten legte sich über die Beaker.
Ein Brüllen war zu hören und dann die vogelartigen Schreie der Beaker. Die Mädchen liefen weiter(Komma) ohne sich umzudrehen. Dann war es urplötzlich ruhig.
Kim und Todie hielten, ganz außer Puste, an und drehten sich um. Die Beaker waren in den Wald geflohen und eine mindestens drei Meter große Gestalt kam auf sie zu. Die Gestalt spreizte die Flügel und verschwand. Die Mädchen konnten den Umriss noch kurz sehen, als er sich vom Mond abhob. Dann war er endgültig weg. Plötzlich spürte Kim ein gewohntes Gewicht auf der Schulter: „Gwgl, du bist wieder da!“
„Das war bestimmt Gwgls Vater!“ sagte Todie.
„Ja, bestimmt!“ meinte Kim und an den Goobljn gewannt meinte sie: „Danke, du hast uns gerettet!“ Sie hob die Hand und durchwühlte Gwgl’ s Haare. Der wiederum zerzauste auch Kim’ s Haare, worüber sie aber weniger begeistert war.
„Komm, gehen wir weiter!“ sagte Todie endlich. Und so gingen die drei weiter in Richtung Jordyheim.



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