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Leselupe.de > Lange Texte
M/DWdS_Kapitel4
Eingestellt am 03. 02. 2004 14:51


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Najitzabeth
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jan 2004

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Die Sklavenhändler


Es war bereits nach Mitternacht und deswegen machten sie noch einmal halt um ein bisschen zu schlafen. Todie hatte sich in der Zeit, die sie brauchen würden bis sie im Dorf wären, gründlich verschätzt. Worüber Kim sich ärgerte, da sie schnellstmöglich wieder nach Hause wollte. Aber sie sagte dem Beakermädchen nichts davon.
Am nächsten Morgen aßen sie den Rest ihres Proviants auf und gingen mit einen unerträglichen Durst weiter. Zum Glück war es ja nicht mehr weit und dort würde man ihnen sicher etwas zu trinken geben. Das hoffte Kim zumindest.

Gegen Mittag kam endlich Todie’ s Heimatdorf in Sicht.
Dort herrschte reges Treiben. Es war ein kleines Dorf mit etwa zwei Dutzend einstöckigen Häusern, die irgendwie alle gleich aussahen. Gleich hinter dem Dorf erkannte Kim den Ozean. Das einzige das sie in diesem Moment an der Szene störte war, dass die typische frische Luft, die ein wenig salzig schmeckte, ausblieb. Sie liefen weiter.
Eine halbe Stunde später standen die Beiden im Zentrum Jordyheims. Einem Dorfplatz, in dessen Mitte ein keiner Ziehbrunnen stand.
Kim und Todie wussten, dass sie bemerkt worden waren, denn sie hatten gesehen, wie die Menschen in Panik ausgebrochen waren und in ihre Häuser geflüchtet waren.
Todie wusste auch warum!
„Habt keine Angst!“ schrie sie mit ihrer krächzenden Stimme. „Ich bin es, Todie, habt ihr mich etwa schon vergessen?“
Kim wollte diesen dummen Menschen am liebsten entgegen brüllen, wie töricht sie doch waren, dass sie das Mädchen nicht erkannten. Aber sie wusste natürlich auch das die Bewohner von Jordyheim großen Respekt vor den angeblich menschenfressenden Beakern hatten.
Jäh trat ein Mann mittleren Alters aus einer Tür. Er war mit einer Mistgabel bewaffnet.
„Die kleine Todie ist vor über einem halben Jahr verschwunden und wahrscheinlich von euch Beakern aufgefressen worden!“ sprach er und fuchtelte drohend mit seiner improvisierten Waffen herum. Kim sah wie Todie Tränen über die Wangen liefen. Die Arme musste sich schrecklich fühlen.
Jetzt traten noch mehr Männer aus den Häusern und alle waren bewaffnet. Entweder, auch mit Mistgabeln oder mit Knüppeln und einer hatte sogar ein langes, silbrig glänzendes Schwert.
Sie stellten sich im Kreis um die Mädchen auf. Kim bekam es langsam mit der Angst zu tun.
„Ich dachte, die Leute hier wären friedlich. Zumindest hat Todie das gesagt!“ dacht sie.
Auch Gwgl wurde unruhig.
„Die Beaker essen keine Menschen!“ meldete sich jetzt Todie wieder zu Wort und der Mann mit dem Schwert entgegnete ihr: „Und warum ist dann noch nie jemand zurückgekehrt der sich zu weit in den Wald gewagt hat?“
„Kannst du dir das denn nicht denken, Thomas?“
Der Mann wunderte sich überhaupt nicht, als er mit seinem Namen angesprochen wurde.
„Sie verwandeln sich in Beaker, deswegen spreche ich ja auch noch eure Sprache, weil ich eben noch nicht lange genug da war!“ schrie Todie, die jetzt der Verzweiflung nahe war: „Und außerdem bin ich...“
„Todie! Meine kleine Todie, da bist du ja wieder“ rief plötzlich eine zittrige Frauenstimme und eine weißhaarige, alte Frau in einem weißen Gewand kam aus der Tür, aus der auch schon der Mann gekommen war den Todie Thomas nannte. Sie trug ein buntes Tuch über den Schultern und war auf einen Stock gestützt.
„Großmutter!“ Todie stürmte auf die alte Frau zu und umarmte sie.
„Deine Stimme hat sich verändert, aber ich hab dich gleich wiedererkannt!“ sagte sie. Kim war erleichtert, dass wenigstens die Frau ihre Freundin erkannt hat und das ganze nicht in einem Massaker endete.
„Geh wieder ins Haus, Alte“ sagte jetzt der Mann mit der Mistgabel, der sie zuerst angesprochen hatte.
„Das ist nicht deine Enkelin. Das ist einer von diesen menschenfressenden Vogelmenschen!“
„Vogel hin oder her! Das ist sie, ich erkenne doch ihre Stimme! Und ihr geht jetzt besser wieder an die Arbeit oder habt ihr etwa Angst vor einem kleinen Mädchen?“ fragte Todie’ s Großmutter.
„Betaste doch mal ihr Gesicht!“ Die Alte tat, was ihr geheißen und betastete mit beiden Händen Todie’ s Gesicht. Sie zuckte sichtlich zusammen, als sie über den Schnabel fuhr, sagte aber dann: „Das Aussehen kann man verändern, die Stimme aber nicht. Das ist meine Enkelin Todie und da könnt ihr noch so viel maulen!“
Thomas wollte noch etwas sagen, wurde aber sofort wieder unterbrochen.
„Und falls ihr Angst habt, sie könnte nur die Vorhut sein und das der Rest nachkommt um uns alle zu verspeisen. Da kann ich euch beruhigen, die Beaker verlassen nie den Wald und das wisst ihr selbst.“
Kim wollte die Frau in diesem Punkt verbessern behielt es aber dann lieber für sich.
Langsam wurde der Platz an den Brunnen immer voller. Kinder und Frauen traten in den Kreis und bald waren Kim, Gwgl, Todie und ihre Großmutter von einer Menschenmenge umzingelt.
„Todie ist wieder da“ hörte man manchmal jemanden flüstern, aber niemand traute sich näher zu kommen oder das Mädchen anzusprechen.
„Komm Todie, gehen wir nach Hause, ich mache uns etwas zu Essen.“ schlug Todie’ s Großmutter vor.
„Warte! Ich muss dir noch jemanden vorstellen“ sagte Todie schnell: „Also, das ist Kim. Wir sind gemeinsam geflohen!“
Die alte Frau sagte nichts, sondern streckte die Hände aus und lies sie sich von Todie zu Kim’ s Gesicht führen um es zu betasten. Gwgl hatte sonderbarerweise nichts dagegen.
„Sie ist blind, weißt du!“ erzählte Todie, als Kim nur verdutzt guckte. Sie entspannte sich sofort.
„Wo kommst du her Kind?“ fragte die Großmutter. Kim wollte es ihr erzählen, wurde aber sofort wieder unterbrochen: Enkelin und Großmutter waren sich wirklich sehr ähnlich: „Nein, warte, erzähle es mir im Haus, wenn wir essen. Es wird kalt!“
Die Frau drehte sich um und ging. Sie kannte ihren Weg genau und mit den Stock tastete sie den Boden ab. Kim und Todie folgten ihr durch die Menschenmenge, die respektvoll zur Seite wich. Es herrschte bedrückendes Schweigen.
Nur Thomas und der Mann mit der Mistgabel sahen ihnen wütend nach. Todie erzählte, sie seien die Oberhäupter des Dorfes und das der andere Mann Christoph heiße. Sie gingen aber nicht in das Haus aus dem Todies Großmutter gekommen war, sondern eine schmale Straße entlang, an den Rand des Dorfes. „Was ist das eigentlich für ein Tier, das da auf deiner Schulter sitzt?“ fragte die Großmutter an Kim gewandt, als sie die Holztür öffnete.
„Er ist ein Goobljn und heißt Gwgl.“ antwortete sie.
„Ein Goobljn! Ich dachte die leben nur im Gebirge?... Aber ihr könnt mir alles beim Essen erzählen“
Die Tür war sehr klein, sodass sich Kim fast den Kopf stieß. Im inneren des Lehmhauses war es äußerst dunkel. Nur durch ein kleines Fenster kam Licht ins Innere. Die alte Frau entzündete eine Lampe, die sie zielsicher gefunden hatte und im Raum wurden ein Holztisch mit Stühlen, ein Ofen und ein Schrank sichtbar. Außer der Eingangstür gab es noch zwei weitere Türen. Als die Frau anfing sich Sachen zusammenzusuchen, die sie fürs Kochen brauchte, merkte man ihr nichts von der Behinderung an. Kim, mit Gwgl auf der Schulter, und Todie setzten sich an den Tisch und sahen der Frau beim Kochen zu. Gwgl sprang von Kim’ s Schulter und setzte sich neben sie auf einen Stuhl um ebenfalls zuzusehen.
Als das Essen fertig war, stellte Todie’ s Großmutter für Gwgl einen Teller mit rohem Fisch auf den Boden. Keiner wusste, was der Goobljn aß, also entschieden sie sich dafür. Die Mädchen bekamen Suppe und Tee.
Nachdem sie fertig gegessen hatten mussten Todie und Kim die ganze Geschichte von ihrer Begegnung, bis zur Ankunft im Dorf erzählen. Kim ließ mit Absicht die Sache mit Keith und der Ruine weg, da es ihr peinlich war zuzugeben, dass sie dem Jungen gefolgt war. Sie erzählte einfach, sie hätte sich im Wald verlaufen.
„Und jetzt haben wir vor zur Burg zu gehen, um mit den Vorurteilen über die Beaker aufzuräumen und zu fragen, wie Kim wieder nach Hause kommt.“ schloss Todie die Erzählung.
„Ihr habt wirklich ein gutes Herz! Aber auch ihr braucht mal Ruhe.“ begann die alte Frau. „Todie, ich habe dein Zimmer nicht verändert, weil ich wusste, dass du zurückkommst. Für Kim muss ich aber noch Stroh aus der Scheune holen, damit ihr ein Bett machen könnt.“
„Oh, das brauchen sie nicht“ wandte Kim ein. „Wenn sie mir den Weg sagen, dann hole ich das Stroh selbst.“
„Ich komm mit!“ rief Todie, sprang auf und zog Kim hinter sich her. Gwgl, der seinen Fisch nicht einmal angesehen hatte, wollte noch hinterher, aber er rannte nur gegen die Tür die Todie hinter sich zuschlug. Die Mädchen hörten nur noch den Zusammenstoß und Gwgls wehleidiges Geschrei.
Kim war froh, dass sie kurz mit Todie alleine war.
„Ich muss ihr sowieso noch etwas sagen!“ dachte sie.
Die Scheune war gleich nebenan, erst jetzt sah Kim das Wasser.
„Ist das das Meer?“ fragte sie, aber Kim dachte, sie wüsste die Antwort schon, denn man konnte bis zum Horizont nur Wasser sehen.
„Nein, das Meer liegt weiter im Norden. Das ist Mysthikala. Es ist ein See! Auf einer Insel in der Mitte ist das Schloss!“
Kim sah verdutzt: „Wirklich? Dann muss dieser See ja riesig sein!“ Es gab einen Strand und ein paar Kinder planschten im seichten Wasser. Todie zog Kim weiter. In der Scheune war es düster, nur durch die Spalten zwischen den Brettern kam ein wenig Licht. Es roch muffig und als sie die Tür öffneten flatterten ein paar Vögel in der Decke auf und verschwanden durch ein kleines Dachfenster. Im Heu raschelte etwas.
„Todie, ich muss dir noch was sagen“ begann Kim. „Du musst nicht mitkommen!“
„Wie?“
„Na, ins Schloss meine ich! Ich kann ihnen auch sagen, dass die Beaker nicht gefährlich sind und du möchtest sicher bei deiner Großmutter bleiben.“
„Du kommst vielleicht auf Ideen! Was glaubst du, wie lange ich schon nach einem Vorwand suche um zur Burg reisen zu können? Außerdem ist es ja nicht für lange.“
Für Todie war das Thema damit beendet aber Kim hatte trotzdem das Gefühl das es das Beste für das junge Mädchen wäre, wenn sie hier bliebe. Andererseits war sie froh nicht alleine zu sein.
„Wir werden das Heu in einen von diesen Körben tun, damit wir es nicht im ganzen Haus verstreuen.“ sagte Todie und schnappte sich einen großen Korb, den sie alleine wahrscheinlich sowieso nicht tragen könnte.
Die Beiden stopften den Korb mit Stroh voll. Aber trotz der Größe des Korbes mussten die Mädchen zweimal gehen, bevor sie genug Heu hatten, um ein gemütliches Bett daraus zu machen. Todie’ s Großmutter gab ihnen ein weißes Laken, das sie über den Strohberg breiteten. Die unteren Enden drückten sie unter das Stroh. Erschöpft setzten sich die Beiden auf das neue Strohbett, als Todie’ s Großmutter hereinkam. Sie brachte ein Kissen und eine Wolldecke.
„Kommt, das Abendessen ist fertig“ sagte sie. Erst jetzt bemerkte Kim, dass die Sonne unterging. rotes Licht fiel durch das kleine Fenster in den Raum.
Sie standen auf und wollten in die Küche gehen, als Kim plötzlich stehen blieb: „Wo ist eigentlich Gwgl schon wieder?“ fragte sie.
„Er ist kurz nach euch gegangen. Wahrscheinlich wollte er sich etwas zu essen suchen, der Fisch schien ihm nicht geschmeckt zu haben!“ antwortete die Großmutter. Damit war Kim beruhigt und folgte ihr in die Küche.
Es gab Brot, Käse und Milch das die Mädchen dankbar verzehrten. Gleich danach wünschten sie der alten Frau eine gute Nacht und gingen zu Bett. Kim und Todie hatten kaum ihre Kissen berührt, da schliefen sie schon ein.

Als Kim erwachte, musste sie an einen seltsamen Traum denken in dem es um Menschen mit Vogelgesichtern ging und ein rotgesichtiges, geflügeltes Wesen.
Aber halt! Das war kein Traum gewesen! Sie war ja wirklich in diesem Dorf! Für einen Moment dachte sie, sie wäre noch in dem Hotel bei ihrer Mutter. Heimweh überkam sie. Kim verdrängte das Gefühl und setzte sich auf. Todie war bereits aufgestanden und redete im Nebenraum mit ihrer Großmutter. Auf einem Holzhocker lagen ein paar frische Kleider, wofür Kim sehr dankbar war, denn sie fühlte sich wirklich sehr schmutzig.
Kim stand auf um sich anzuziehen und wäre beinahe in die Wasserschale getreten, die am Boden stand. Sie schüttelte den Kopf über ihre eigene Schusseligkeit und wusch sich mit dem mittlerweile kalten Wasser. Dann zog sie sich an. Todie’ s Großmutter hatte ihr ein enges Kleid, das man von obern bis unten zuknöpfen musste und ein weiße Schürze hergerichtet und es passte wie angegossen. Sie leerte ihren Rucksack aus und band sich den Zierdolch, den sie in der Ruine gefunden hatte, hinten an die Schürze. Der Rest war entweder kaputt oder unbrauchbar geworden.
Kim öffnete ihren Pferdeschwanz und fuhr sich ein paar Mal mit den Fingern durch die Haare, denn einen Kamm hatte sie nicht. Sie zog sich ihre Turnschuhe an und ging in die Küche.
„Guten Morgen“ sagte sie als sie den Raum betrat.
„Morgen? Es ist fast Mittag!“ begann Todie. „Großmutter ist zum Fischer, um ein Boot für uns auszuleihen!“
Erst jetzt fiel Kim auf, dass die alte Frau nicht da war.
„Wie?“ fragte sie und gähnte.
„Na, wir fahren in ein paar Stunden los. Großmutter sagte, ich solle wenigstens noch warten, bis du etwas gegessen hast!“
„Was? Ich dachte wir bleiben ein paar Tage und fahren dann erst los!“
„Aber umso früher wir losfahren umso eher sind wir wieder da!“ entgegnete Todie. Das sah sie ein, denn umso schneller war auch sie wieder zu Hause. So schlang Kim ihr Mittagessen hinunter und ging dann mit Todie nach draußen, um ihre Großmutter zu suchen.
Sie gingen am Ufer des Sees entlang und nach ein paar Minuten kamen sie zu einem Steg, an dem mehrere Boote angebunden waren. Teilweise nur gewöhnlich Ruderboote, teilweise aber auch größere Segelboote. Todie’ s Großmutter stand am Ende des Stegs und redete mit einem Mann, von dem Todie erklärte, dass er der Fischer sei, der ihnen das Boot leihe.
„Großmutter wir sind soweit!“ schrie Todie und rannte auf sie zu.
„Hast du gut geschlafen?“ fragte die Frau als Kim eintraf.
„Ja, sehr gut!“ log Kim. Kim hörte Schritte und als sie sich umdrehte sah sie, wie die beiden Oberhäupter des Dorfes, Thomas und Christoph, kamen. Aber sie beachtete die beiden Männer nicht weiter.
„Nehmen wir denn überhaupt nichts zu essen und trinken mit?“ fragte Kim.
„Doch, natürlich! Es ist alles schon auf dem Boot“ antwortete Todie und zeigte auf das kleine Segelboot hinter ihrer Großmutter.
„Also, mach’s gut Oma, ich bin in ein paar Tagen wieder da!“ sagte sie und umarmte ihre Großmutter.
„Ja, mach’s gut meine Kleine. Pass gut auf dich auf.“
Jetzt wandte sich die alte Frau an Kim, zuerst suchte sie noch mit der Hand nach ihr, aber Kim reichte der Blinden dann ihre Hand damit sie wusste wo sie stand.
„Kim, es war schön dich kennen zulernen, vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder. Viel Glück!“ Kim wurde verlegen und sagte einfach: „Danke, auch ihnen viel Glück“ Sie hatte die gutmütige, alte Frau in der kurzen Zeit, die sie sich kannten doch lieb gewonnen. Auch sie umarmten sich. Dann verabschiedeten sie sich noch von Christoph und Thomas, die aussahen als würde sie etwas bedrücken und dankten dem Fischer. Als Kim noch einmal nach dem Goobljn gerufen hatte und dieser nicht kam stiegen in das Boot. Zuerst schwankte es noch gefährlich, aber es beruhigte sich schnell wieder.
„Kannst du das Ding eigentlich steuern?“ fragte Kim ungläubig als Todie das Tau löste.
„Natürlich, das kann doch jedes Kind!“ antwortete sie.
Die Beiden winkten noch einmal allen und wollten gerade ablegen, als sie plötzlich Geschrei vom Ufer hörten. Mit ein paar Sätzen sprang der Goobljn den Steg entlang und landete auf Kim’ s Schulter. Diese streichelte Gwgl kurz und lächelte Todie zu. „Jetzt hätten wir ihn doch beinahe vergessen!“
So legten sie ab. Nachdem Todie das Segel gehisst hatte drehte sich Kim noch einmal um. Todie’ s Großmutter winkte ihnen noch hinterher. Nur die beiden Oberhäupter sahen erleichtert aus, als die Drei immer weiter in der See hinausfuhren. Einen Augenblick war es Kim so, als würde etwas den Himmel verdunkeln. Sie verscheuchte den Gedanken aber sofort wieder.
Todie erklärte, dass sie etwa gegen Abend des nächsten Tages ankommen würden.

Kim war ein wenig Seekrank, da sie das Geschaukel des kleinen Bootes nicht gewohnt war, ließ sich aber nichts anmerken. Die Beiden redeten über dies und das, während Todie steuerte und hin und wieder die Richtung korrigierte. Gwgl saß auf dem Mast und hielt Ausschau nach irgendetwas und hin und wieder stieß er ein gelangweiltes „Gwgl“ aus und widmete sich dann wieder dem Horizont. Kim beobachtete die kleinen Wellen, die sich am Bug brachen. So eine Seereise war eben, im Gegensatz zu den anderen Abenteuern die Kim bereits überstanden hatte, ziemlich langweilig!
Keine Seeungeheuer, kein gefährlicher Wasserstrudel und kein Piratenschiff. Nur Wasser, überall Wasser!
Als es allmählich kälter wurde holte Todie Decken aus einem Hohlraum unter dem Boot. Sie legten sich die Decken über die Schultern und holten den Proviant hervor. Gwgl war unter Kim’ s Decke geschlüpft, weigerte sich aber strickt auch nur einen Bissen zu essen. Auch Kim hatte keinen rechten Hunger, Todie dafür umso mehr.
„Segeln macht hungrig!“ sagte sie, als Begründung.
Kim und Gwgl waren da anderer Meinung. Als die Drei mit dem Abendbrot fertig waren, war es bereits dunkel geworden und sie legten sich schlafen, der nächste Tag würde sehr anstrengend werden.

Kim erwachte, weil sie dachte, sie hätte ein Geräusch gehört. Sie konnte aber nichts sehen. Naja, sie würde nicht mal ihre Hand sehen können, so neblig war es. Todie schlief noch und Gwgl stand am Bug und starrte wie gebannt in den Nebel. Dann war es wieder, ein plätschern und... Stimmen?
„Jetzt krieg ich von dem ewigen hin und her Geschaukel schon Halluzinationen! Hoffentlich sind wir bald wieder auf festem Boden.“ dachte sich Kim und wollte Todie wecken.
Sie deckte sich ab und setzte sich auf. Ihr tat von dem harten Boden der Rücken weh. Plötzlich schrie Gwgl auf, wovon Todie wie vom Blitz getroffen hochfuhr. Gwgl sprang mit einem Satz hinter Kim und unter ihre Decke. Todie wollte gerade fragen, was los sei, als vor ihnen ein riesiges, schwarzes Etwas auftauchte. Ein Schiff!
Kim und Todie hatten gerade noch Zeit entsetzt aufzuschreien, als das Schiff sie rammte. Das kleine Segelboot zersplitterte und die Mädchen wurden über Bord gespült. Das Wasser schlug über Kim zusammen. In ihrer Panik paddelte sie wie wild, um wieder an die Wasseroberfläche zu kommen. Es half nichts, sie wurde immer weiter hinunter gezogen. Es war als würde etwas sie nach unten zerren. Ihre Lungen begannen zu schmerzen. Kim wusste, dass sie, wenn sie nicht bald wieder an der Oberfläche war, Wasser einatmen würde und das wäre ihr Ende! Das Pochen in ihren Lungen wurde immer stärker und noch immer sank sie in die Tiefe. Plötzlich sah sie über sich einen Schatten. Er bewegte sich, er kam auf sie zu. Jemand packte ihren Arm und zog sich nach oben. Gleich würde es zu spät sein. Der Schmerz in Kim’ s Lunge explodierte, sie öffnete den Mund und atmete ein! Aber genau in diesem Augenblick durchbrachen sie die Wasseroberfläche und Kim atmete Luft. Keuchend und Hustend wurde sie in ein kleines Ruderboot gezogen.
Jemand stieß sie in den hinteren Teil des Bootes, wo auch Gwgl und Todie saßen. Allerdings war Gwgl in einem Netz gefangen und Todie gefesselt. Kim setzt sich zu ihnen. Sie zitterte am ganzen Leib, das Wasser war eisig gewesen.
„Wenn du versuchst abzuhauen oder auch nur den Mund aufmachst, dann müssen wir dich auch fesseln!“ sagte einer der beiden Männer die Ruderten. Sie erinnerten Kim irgendwie an ... Wikinger!
Sie hatten beide sehr breite Schultern und ihre langen Bärte waren kunstvoll geflochten. Ansonsten sahen sie eben aus wie man sich Wikinger vorstellen würde. Jeder hatte einen Helm mit Hörnen und zahlreiche Narben im Gesicht.
Sie ruderten auf das schwarze Schiff zu, das Kim und Todie gerammt hatte. Langsam löste sich der Nebel auf und Kim sah wie jemand eine Strickleiter über die Reling warf. Der Blonde der beiden Männer deutete den beiden Mädchen, das sie hochklettern sollten und packte das Netz in dem Gwgl gefangen war.
Sie kletterten die Leiter hoch. Als erstes der Blonde mit Gwgl, dann Todie und Kim und zum Schluss der Andere der beiden Männer.
An Deck des Schiffes warteten noch mehr der in Leder und Felle gekleideten Männer. Kim zitterte am ganzen Leib und das nicht nur aus Angst, man hatte ihr keine Decke gegeben aber zu allen Überfluss wehte nun auch noch ein kalter Wind.
„Was haben die bloß mit uns vor?“ dachte sie als sie einer der Männer packte wurde und unter Deck gebracht brachte. Sie hörte gerade noch wie ein besonders großer und furchteinflößender Rothaariger sagte: „Den kleinen, widerspenstigen Kerl da bringt ihr auf meine Kabine, aber verpasst ihm einen Maulkorb!“ Dann klappte die Holzluke über Kim zu.
Der Raum war stickig und düster. Es gab nur eine einzige kleine Öllampe, die um die Decke hing. Unter ihr stand ein Tisch und zwei Stühle, auf denen zwei der breitschultrigen Männer saßen. Diese blickten jetzt finster von ihrem Kartenspiel auf. Einer nickte dem Mann, der Kim festhielt zur Begrüßung zu.
„Wo ist meine Freundin?“ fragte Kim endlich den Mann hinter ihr.
„Die Bestie?“ fragte er. „Wir wissen noch nicht, was wir mit ihr machen, außerdem solltest du dich jetzt erst mal fragen, was wir mit dir machen!“ er sah Kim seltsam an und stieß sie in eine dunkle Ecke. Sie stolperte und da sie immer noch nass war, blieb das Heu, das auf dem Boden gestreut war, an ihr hängen.
Der Mann sagte noch ein paar Wörter zu den beiden Männern an dem Tisch und ging dann wieder. Kim setzte sich langsam auf. Ihr tat jeder Knochen im Leib weh und ihr war eiskalt.
Bis auf die eine Lampe war der gesamte Lagerraum pechrabenschwarz. Kim rutschte nach hinten, um sich an die Wand zu lehnen. Sie fragte sich welche Ladung dieses Schiff wohl transportierte. Langsam tastete sie sich rückwärts und im sitzen nach hinten. Plötzlich hörte sie von dort ein Rascheln. War dort jemand?
Kim bewegte sich nicht mehr, sondern lauschte.
Da war es wieder. Sie traute sich nicht etwas zu sagen, denn die beiden Männer unter der Lampe würden das mit Sicherheit nicht dulden.
Stattdessen raschelte sie auch ein wenig mit dem Stroh. Sie bekam eine Antwort.
„Komm hier hinter!“ flüsterte eine Frauenstimme. Kim stand auf und ging in die Richtung aus der die Stimme kam. Ein paar Mal wäre sie fast hingefallen, weil sie über kleinere Strohballen stolperte. Dann stieß sie auf die hölzerne Schiffswand. „Hierher!“ sagte die Stimme noch einmal. Kim ging nach links und wäre beinahe über eine Person gestolpert, die an die Wand ab, die gegenüber von ihr war. Die Person saß in der Ecke. Neben ihr hörte Kim es auch rascheln. „Kannst du nicht aufpassen, wo du hinläufst?“ flüsterte die Person unter Kim. Es war eine Männerstimme. „Tut mir leid, aber ich kann leider im Dunkeln nichts sehen!“ zischte Kim zurück.
Kim stellte sich langsam auf, wieder raschelte es. „Setz dich hin“ sagte der Mann. Kim ließ sich auf alle viere sinken und ertastete sich den Weg zu dem leeren Fleck. Sie setzte sich hin und lehnte sich an die Schiffswand.
„Wenn ihr mit eurem pläuschen fertig seid, könntet ihr dann vielleicht mal euer Maul halten!“ schrie ein Mann von dem Tisch am anderen Ende des Schiffes. Sofort war es totenstill.
„Wer sind die Typen?“ fragte Kim den Mann neben ihr. „Pssst!“ war die Antwort. Kim lehnte den Kopf an die Wand und dachte nach, aber nicht lange, denn die Gedanken die ihr kamen machten ihr nur noch mehr Angst.
Trotzdem war sie schnell eingeschlafen.

Sie wurde von einem Unsanften Knuff in die Seite geweckt. „Jetzt wach endlich auf!“ hörte sie.
Kim schlug die Augen auf. Sie war wieder auf Dunkelheit gefasst und war im ersten Augenblick ein wenig geblendet, denn vor ihr stand eine Laterne. Und gleich daneben stand ein Teller mit grünem Schleim.
„Jetzt iss endlich, sonst nehmen sie es dir wieder weg!“ sagte er Mann neben ihr. Kim rieb sich den Schlaf aus den Augen. Sie setzt sich auf und nahm den verbogenen, rostigen Löffel in die Hand. Vorsichtig zog sie den Teller zu sich und nahm einen Löffel und schob ihn sich in den Mund... und spukte das grüne Zeug sofort wieder aus.
„Wäh! Was ist das denn für ne´ Pampe? ...“ Kim wollte weiterschreien, aber ihr wurde der Mund zugehalten.
„Halt die Klappe, sonst kriegst du eine Woche nichts mehr zu essen“ Sie drehte sich um, um den Mann endlich anzusehen. Es war ein Junge, ein Jugendlicher, Etwa in ihrem Alter. Sie sahen sich an. Plötzlich wurde Kim, aus keinem bestimmten Grund, wütend und biss ihrem Gegenüber ohne Vorwarnung in die Hand. „Au!“ schrie er auf und ließ Kim los. „Was ist denn jetzt schon wieder los?“ fragte ein besonders breitschultriger und erschreckend großer >>Wikinger<<. Er stand auf und ging auf Kim und den Jungen zu. Der Mann bückte sich und hob die Schlüssel auf, betrachtete sie eine Weile und warf sie dann mit wucht gegen die Wand. Sein Blick verfinsterte sich, dann trat er noch einen Schritt auf Kim zu. Er holte aus um ihr eine Ohrfeige zu verpassen als der Junge die Hand der Riesen festhielt.
„Was ...?“ der Mann war sprachlos.
„Bitte tut ihr nichts, Herr, sie ist noch neu hier und kennt die Regeln noch nicht.“
„Dann wird es Zeit, dass sie sie lernt!“ erwiderte der breitschultrige und holte ein zweites mal aus.
Kim zuckte zusammen und hielt instinktiv die Hand vor ihr Gesicht. Sie hörte einen Seufzer und dann die brummende Stimme des Mannes: „Wenn so etwas noch mal vorkommt, dann fliegt sie über Bord!“ warnte er und ging wieder hinter zu seinen Kumpanen.
„Da hattest du ja noch mal Glück!“ sagte der Junge.
Kim betrachtete ihn näher: Er hatte lange schwarze Haare bis kurz übers Kinn und durchdringend braune Augen.
Jetzt erst antwortete sie. „Ja, wahrscheinlich. Sag mal, wie heißt du eigentlich?“
„Josh“ antwortete er kurz.
„Ich bin Kim“ sie hielt ihm die Hand entgegen.

Auch die nächsten zwei bis drei Tage verliefen nicht sehr anders. Kim und Josh unterhielten sich viel, wobei sie zum Beispiel erfuhr, dass Josh etwa 17 Jahre alt war und in einer Mühle am Ufer des Sees gelebt hatte bevor er von diesen Sklavenhändlern entführt wurde.
Die Frauenstimme die Kim zu ihm gelotst hatte, war seine Mutter, die rechts neben Kim saß und etwas weiter abseits, saß sein Vater und seine kleineren Geschwister, außer ihnen waren auch noch einige andere ärmlich aussehende Leute im Lagerraum des Schiffes. Jeden Tag zur selben Zeit bekamen sie den gleichen grünen Schleim vorgesetzt, den Kim dann angeekelt runterwürgte um nicht vor Hunger und Durst den Verstand zu verlieren.
Am fünften Tag nachdem Todie’ s Boot gesunken war, wurde ihnen wie bisher ihr Essen gebracht. Der Mann, der es brachte war außerordentlich Fett und trug eine Schürze, die früher wahrscheinlich einmal weiß gewesen war. Er grinste Kim verschmitzt an und sagte dann: „Du bist wahrscheinlich die Freundin von diesem Vogelbiest? Zum Glück sin wir se heut Abend los. Mit dem Vieh an Bord war mir echt net geheuer!“
Kim sah ihn fragend an: „Wie?“ sagte sie.
„Na, da geht se über Bord. Noch n´ Stein an die Füß´ und Tschü´!“
„Wie Bitte!“ Kim war mehr als entsetzt.
„Du hast mich schon verstanden, Kindschen!“ der Fette grinste wieder über beide Ohren und ging.
Diesmal bekam Kim wirklich nichts hinunter. Sie grübelte, über die wagemutigsten Befreiungsversuche nach, während sie auf der grünen Schleim starrte, der heute, wie sie feststellte, auch noch orange Bröckchen enthielt. Aber ihr wollte nichts einfallen. Irgendwie musste sie ihrer Freundin doch helfen können?
Josh versuchte sie die ganze Zeit über sie ein wenig zu beruhigen aber sie hatte schon die letzten Tage damit verbracht diverse Fluchtmöglichkeiten auszutüfteln. Sie waren allerdings alle halsbrecherisch gewesen.
Gut sie war ja auch aus dem Spey der Beaker entkommen, obwohl es so gut wie unmöglich gewesen war. Nur das sie nicht alleine gewesen war, Todie hatte ihr geholfen! Nun war sie auf sich gestellt. Natürlich hätte sie die andern Gefangenen um Hilfe bitten können, aber würden ihr das dann nicht auch nutzen?
Es war sinnlos, Kim würde ein Wunder brauchen.
„Von welchen >>Vogelbiest<< hat der den geredet?“ sprach Josh Kim an. Sie schreckte aus ihren Gedanken hoch und sah ihn verwirrt an.
„Ich habe gefragt, was der Typ mit >>Vogelbiest<< gemeint hat?“ wiederholte er sich.
„Oh! Ähm ... er meinte Todie. Wir sind Freunde!“ antwortete Kim schnell.
„Und wieso nannte er sie dann so?“
„Na ja, sie ist ein Beaker.“ Josh sog die Luft ein und rutschte ein Stück von Kim weg. Sie hatte ganz vergessen wie verhasst die Beaker waren. Ein paar andere Leute, die das Gespräch zufällig gehört hatten, hatten sich umgedreht und starrten Kim jetzt an.
„Sie fressen keine Menschen, wie die meisten denken, sie sind ganz ungefährlich!“ fügte sie schnell hinzu.
Auch Josh starrte sie weiter an. „Ich habe ja noch nie einen gesehen, aber was ich gehört habe genügt mir!“ sagt er dann und drehte sich von Kim weg. Auch die anderen waren auf einmal nicht mehr an Kim interessiert und widmeten sich wieder ihrem Essen. Kim hörte aber immer wieder Gesprächsfetzen wie „... eine Beakerfreundin ...“ oder „... Menschenfresser ...“.
So ging es den ganzen Tag weiter. Kim wurde ignoriert, war aber trotzdem Mittelpunkt aller Gespräche. Sie konnte nicht sagen wie spät es war, Kim wusste aber das es bereits Abend sein musste. Bald würde man Todie, die einzige Freundin die sie hier in dieser seltsamen Welt hatte, umbringen und dann war sie wieder ganz alleine. Sie wusste nicht einmal was man mit ihr vorhatte. Kim fühlte sich hilflos und einsam wie noch nie in ihrem ganzen Leben. Niemand war da der ihr helfen konnte, sie war ganz auf sich gestellt.
Plötzlich wurden Geräusche auf Deck laut. Normalerweise hörte man hier unten nichts vom Schiffdeck, nur wenn es laut wurde. Kim hörte Schreie. Jubel? War es denn wirklich schon so spät?
Kim kamen die Tränen, sie vernahm Schritte, dann so etwas das sich anhörte wie Kampflärm!
Jemand stieß die Luke auf und gleißendes Licht blendete Kim und die anderen Gefangenen. Drei Gestalten kletterten die Leiter herunter. Zwei sehr groß und breitschultrig, der Dritte etwas kleiner mit weniger breiten Schultern. Die beiden Männer, die wie immer an dem kleinen Tisch saßen sprangen auf und zogen ihre Waffen. Der eine nahm eine schwer aussehende Axt in die Hand, der andere zog sein Schwert und griff an. Die beiden anderen Breitschultrigen stießen den etwas kleineren zurück, der davon nicht sehr begeistert zu sein schien es aber dann doch geschehen ließ. Kim griff unbewusst zu dem Zierdolch, der immer noch hinten an ihrer Schürze hing, sie war froh von dem blutigen Schauspiel nicht viel sehen zu können. Aber langsam gewöhnten sich ihre Augen and die Sonne und sie konnte erkennen das die beiden Männer, die von oben aus der Luke gekommen waren, weiß blaue Uniformen und silberne Helme trugen. Die kleinere Person trug keinen Helm, aber ebenfalls eine weiße Uniform und einen langen weißen Umhang. Er kam Kim irgendwie bekannt vor.
Als Kim sie sich dem Kampf wieder zuwandte lagen die beiden >>Wikinger<< bereits bewegungslos am Boden und eine Blutpfütze breitete sich unweigerlich unter den Körpern aus.
Die Uniformierten wollten gerade weiter auf die Gefangen zugehen, als von oben ein Schrei ertönte und eine kleine Gestalt mit gelben Haaren die Leiter herunter sprang.
„Kim!“ rief Todie und rannte auf ihre Freundin zu.
Kim sah die kleinere Person bei Todie’ s Schrei unmerklich zusammenzucken. Dann warf sich Todie ihr um den Hals.
„Ich dachte du wärst tot!“ gestand Kim und die Mädchen weinten Freudentränen. Ein weiterer Mann kam in den Lagerraum: „Es tut mir leid, eure Majestät! Aber sie hat mich gebissen und ist dann einfach losgerannt.“ sagte dieser zu den Kleinern.
„Ist schon in Ordnung.“ antwortete er.
Wieso kam Kim diese Stimme so bekannt vor? Endlich ließ Todie Kim wieder los und sah durch die Reihen der Gefangenen.
„Was starrt ihr mich alle so an? Habt ihr Angst das ich euch Auffresse?“ fragte Todie bissig und setzte sich dann neben Kim.
Die Männer kamen nun näher und endlich erkannte Kim den dunkelhaarigen Jungen mit den braunen Augen. Sie konnte es nicht fassen, hier steckte er also die ganze Zeit.
Empört stand sie auf und schrie ihn an: „Was zum Teufel machst du denn hier?“

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Wenn etwas leicht zu lesen ist, dann war es schwer zu schreiben.
Enrique Jardiel Poncela
spanischer Humorist

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hallo,

hier ist leider das blau ausgerutscht. haste das schon ausgedruckt? wenn ja, dann muss ich es komplett noch mal machen.
lg
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Old Icke

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Najitzabeth
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Hi
Nein, ich habe es noch nicht ausgedruck. Nur gespeichert.
Mfg Najitzabeth
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Enrique Jardiel Poncela
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flammarion
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hallo,

ich habs noch mal gemacht, damit du besser durchsiehst. hoffe, dass es diesmal klappt.
ich schau erst am sonntag wider rein, am samstag treffen sich nämlich einige berliner lupis bei mir.

M/DWdS_Kapitel4

Die Sklavenhändler


Es war bereits nach Mitternacht und deswegen machten sie noch einmal halt (Halt Komma) um ein bisschen zu schlafen. Todie hatte sich in der Zeit, die sie brauchen würden(Komma) bis sie im Dorf wären, gründlich verschätzt. Worüber Kim sich ärgerte, da sie schnellstmöglich wieder nach Hause wollte. Aber sie sagte dem Beakermädchen nichts davon.
Am nächsten Morgen aßen sie den Rest ihres Proviants auf und gingen mit einen (einem) unerträglichen Durst weiter. Zum Glück war es ja nicht mehr weit und dort würde man ihnen sicher etwas zu trinken (groß) geben. Das hoffte Kim zumindest.

Gegen Mittag kam endlich Todie’ s Heimatdorf in Sicht.
Dort herrschte reges Treiben. Es war ein kleines Dorf mit etwa zwei Dutzend einstöckigen Häusern, die irgendwie alle gleich aussahen. Gleich hinter dem Dorf erkannte Kim den Ozean. Das einzige(Komma) das sie in diesem Moment an der Szene störte(Komma) war, dass die typische frische Luft, die ein wenig salzig schmeckte, ausblieb. Sie liefen weiter.
Eine halbe Stunde später standen die Beiden (sie) im Zentrum Jordyheims. Einem Dorfplatz, in dessen Mitte ein keiner (kleiner) Ziehbrunnen stand.
Kim und Todie wussten, dass sie bemerkt worden waren, denn sie hatten gesehen, wie die Menschen in Panik ausgebrochen waren und in ihre Häuser geflüchtet waren.
Todie wusste auch(Komma) warum!
„Habt keine Angst!“ schrie sie mit ihrer krächzenden Stimme. „Ich bin es, Todie, habt ihr mich etwa schon vergessen?“
Kim wollte diesen dummen Menschen am liebsten entgegen brüllen, wie töricht sie doch waren, dass sie das Mädchen nicht erkannten. Aber sie wusste natürlich auch(Komma) das (dass) die Bewohner von Jordyheim großen Respekt vor den angeblich menschenfressenden Beakern hatten.
Jäh trat ein Mann mittleren Alters aus einer Tür. Er war mit einer Mistgabel bewaffnet.
„Die kleine Todie ist vor über einem halben Jahr verschwunden und wahrscheinlich von euch Beakern aufgefressen worden!“ sprach er und fuchtelte drohend mit seiner improvisierten Waffen herum. Kim sah(Komma) wie Todie Tränen über die Wangen liefen. Die Arme musste sich schrecklich fühlen.
Jetzt traten noch mehr Männer aus den Häusern und alle waren bewaffnet. Entweder, auch (überflüssig) mit Mistgabeln oder mit Knüppeln und einer hatte sogar ein langes, silbrig glänzendes Schwert.
Sie stellten sich im Kreis um die Mädchen auf. Kim bekam es langsam mit der Angst zu tun.
„Ich dachte, die Leute hier wären friedlich. Zumindest hat Todie das gesagt!“ dacht (dachte) sie.
Auch Gwgl wurde unruhig.
„Die Beaker essen keine Menschen!“ meldete sich jetzt Todie wieder zu Wort und der Mann mit dem Schwert entgegnete ihr: „Und warum ist dann noch nie jemand zurückgekehrt(Komma) der sich zu weit in den Wald gewagt hat?“
„Kannst du dir das denn nicht denken, Thomas?“
Der Mann wunderte sich überhaupt nicht, als er mit seinem Namen angesprochen wurde.
„Sie verwandeln sich in Beaker, deswegen spreche ich ja auch noch eure Sprache, weil ich eben noch nicht lange genug da war!“ schrie Todie, die jetzt der Verzweiflung nahe war: „Und außerdem bin ich...“
„Todie! Meine kleine Todie, da bist du ja wieder“ rief plötzlich eine zittrige Frauenstimme und eine weißhaarige, alte Frau in einem weißen Gewand kam aus der Tür, aus der auch schon der Mann gekommen war(Komma) den Todie Thomas nannte. Sie trug ein buntes Tuch über den Schultern und war auf einen Stock gestützt.
„Großmutter!“ Todie stürmte auf die alte Frau zu und umarmte sie.
„Deine Stimme hat sich verändert, aber ich hab dich gleich wiedererkannt!“ sagte sie. Kim war erleichtert, dass wenigstens die Frau ihre Freundin erkannt hat und das ganze (groß) nicht in einem Massaker endete.
„Geh wieder ins Haus, Alte“ sagte jetzt der Mann mit der Mistgabel, der sie zuerst angesprochen hatte.
„Das ist nicht deine Enkelin. Das ist einer von diesen menschenfressenden Vogelmenschen!“
„Vogel hin oder her! Das ist sie, ich erkenne doch ihre Stimme! Und ihr geht jetzt besser wieder an die Arbeit oder habt ihr etwa Angst vor einem kleinen Mädchen?“ fragte Todie’ s Großmutter.
„Betaste doch mal ihr Gesicht!“ Die Alte tat, was ihr geheißen und betastete mit beiden Händen Todie’ s Gesicht. Sie zuckte sichtlich zusammen, als sie über den Schnabel fuhr, sagte aber dann: „Das Aussehen kann man verändern, die Stimme aber nicht. Das ist meine Enkelin Todie und da könnt ihr noch so viel maulen!“
Thomas wollte noch etwas sagen, wurde aber sofort wieder unterbrochen.
„Und falls ihr Angst habt, sie könnte nur die Vorhut sein und das (dass) der Rest nachkommt(Komma) um uns alle zu verspeisen.(besser Komma) Da kann ich euch beruhigen, die Beaker verlassen nie den Wald und das wisst ihr selbst.“
Kim wollte die Frau in diesem Punkt verbessern(Komma) behielt es aber dann lieber für sich.
Langsam wurde der Platz an den (am) Brunnen immer voller. Kinder und Frauen traten in den Kreis und bald waren Kim, Gwgl, Todie und ihre Großmutter von einer Menschenmenge umzingelt.
„Todie ist wieder da“ hörte man manchmal jemanden flüstern, aber niemand traute sich(Komma) näher zu kommen oder das Mädchen anzusprechen.
„Komm Todie, gehen wir nach Hause, ich mache uns etwas zu Essen.“ schlug Todie’ s Großmutter vor.
„Warte! Ich muss dir noch jemanden vorstellen“ sagte Todie schnell: „Also, das ist Kim. Wir sind gemeinsam geflohen!“
Die alte Frau sagte nichts, sondern streckte die Hände aus und lies sie sich von Todie zu Kim’ s Gesicht führen um es zu betasten. Gwgl hatte sonderbarerweise nichts dagegen.
„Sie ist blind, weißt du!“ erzählte Todie, als Kim nur verdutzt guckte. Sie entspannte sich sofort.
„Wo kommst du her(Komma) Kind?“ fragte die Großmutter. Kim wollte es ihr erzählen, wurde aber sofort wieder unterbrochen: Enkelin und Großmutter waren sich wirklich sehr ähnlich: „Nein, warte, erzähle es mir im Haus, wenn wir essen. Es wird kalt!“
Die Frau drehte sich um und ging. Sie kannte ihren Weg genau und mit den Stock tastete sie den Boden ab. Kim und Todie folgten ihr durch die Menschenmenge, die respektvoll zur Seite wich. Es herrschte bedrückendes Schweigen.
Nur Thomas und der Mann mit der Mistgabel sahen ihnen wütend nach. Todie erzählte, sie seien die Oberhäupter des Dorfes und das der andere Mann Christoph heiße. Sie gingen aber nicht in das Haus(Komma) aus dem Todies Großmutter gekommen war, sondern eine schmale Straße entlang, an den Rand des Dorfes. „Was ist das eigentlich für ein Tier, das da auf deiner Schulter sitzt?“ fragte die Großmutter an Kim gewandt, als sie die Holztür öffnete.
„Er ist ein Goobljn und heißt Gwgl.“ antwortete sie.
„Ein Goobljn! Ich dachte(Komma) die leben nur im Gebirge?... Aber ihr könnt mir alles beim Essen erzählen“
Die Tür war sehr klein, sodass sich Kim fast den Kopf stieß. Im inneren (groß) des Lehmhauses war es äußerst dunkel. Nur durch ein kleines Fenster kam Licht ins Innere. Die alte Frau entzündete eine Lampe, die sie zielsicher gefunden hatte(Komma) und im Raum wurden ein Holztisch mit Stühlen, ein Ofen und ein Schrank sichtbar. Außer der Eingangstür gab es noch zwei weitere Türen. Als die Frau anfing(Komma) sich Sachen zusammenzusuchen, die sie fürs Kochen brauchte, merkte man ihr nichts von der Behinderung an. Kim, mit Gwgl auf der Schulter, und Todie setzten sich an den Tisch und sahen der Frau beim Kochen zu. Gwgl sprang von Kim’ s Schulter und setzte sich neben sie auf einen Stuhl(Komma) um ebenfalls zuzusehen.
Als das Essen fertig war, stellte Todie’ s Großmutter für Gwgl einen Teller mit rohem Fisch auf den Boden. Keiner wusste, was der Goobljn aß, also entschieden sie sich dafür. Die Mädchen bekamen Suppe und Tee.
Nachdem sie fertig gegessen hatten(Komma) mussten Todie und Kim die ganze Geschichte von ihrer Begegnung,(kein Komma) bis zur Ankunft im Dorf erzählen. Kim ließ mit Absicht die Sache mit Keith und der Ruine weg, da es ihr peinlich war(Komma) zuzugeben, dass sie dem Jungen gefolgt war. Sie erzählte einfach, sie hätte sich im Wald verlaufen.
„Und jetzt haben wir vor(Komma) zur Burg zu gehen, um mit den Vorurteilen über die Beaker aufzuräumen und zu fragen, wie Kim wieder nach Hause kommt.“ schloss Todie die Erzählung.
„Ihr habt wirklich ein gutes Herz! Aber auch ihr braucht mal Ruhe.“ begann die alte Frau. „Todie, ich habe dein Zimmer nicht verändert, weil ich wusste, dass du zurückkommst. Für Kim muss ich aber noch Stroh aus der Scheune holen, damit ihr ein Bett machen könnt.“
„Oh, das brauchen sie (Sie) nicht“ wandte Kim ein. „Wenn sie mir den Weg sagen, dann hole ich das Stroh selbst.“
„Ich komm mit!“ rief Todie, sprang auf und zog Kim hinter sich her. Gwgl, der seinen Fisch nicht einmal angesehen hatte, wollte noch hinterher, aber er rannte nur gegen die Tür(Komma) die Todie hinter sich zuschlug. Die Mädchen hörten nur noch den Zusammenstoß und Gwgls wehleidiges Geschrei.
Kim war froh, dass sie kurz mit Todie alleine war.
„Ich muss ihr sowieso noch etwas sagen!“ dachte sie.
Die Scheune war gleich nebenan, erst jetzt sah Kim das Wasser.
„Ist das das Meer?“ fragte sie, aber Kim dachte, sie wüsste die Antwort schon, denn man konnte bis zum Horizont nur Wasser sehen.
„Nein, das Meer liegt weiter im Norden. Das ist Mysthikala. Es ist ein See! Auf einer Insel in der Mitte ist das Schloss!“
Kim sah verdutzt: „Wirklich? Dann muss dieser See ja riesig sein!“ Es gab einen Strand und ein paar Kinder planschten im seichten Wasser. Todie zog Kim weiter. In der Scheune war es düster, nur durch die Spalten zwischen den Brettern kam ein wenig Licht. Es roch muffig und als sie die Tür öffneten(Komma) flatterten ein paar Vögel in der Decke auf und verschwanden durch ein kleines Dachfenster. Im Heu raschelte etwas.
„Todie, ich muss dir noch was sagen“ begann Kim. „Du musst nicht mitkommen!“
„Wie?“
„Na, ins Schloss meine ich! Ich kann ihnen auch sagen, dass die Beaker nicht gefährlich sind und du möchtest sicher bei deiner Großmutter bleiben.“
„Du kommst vielleicht auf Ideen! Was glaubst du, wie lange ich schon nach einem Vorwand suche(Komma) um zur Burg reisen zu können? Außerdem ist es ja nicht für lange.“
Für Todie war das Thema damit beendet(Komma) aber Kim hatte trotzdem das Gefühl(Komma) das (dass) es das Beste für das junge Mädchen wäre, wenn sie hier bliebe. Andererseits war sie froh(Komma) nicht alleine zu sein.
„Wir werden das Heu in einen von diesen Körben tun, damit wir es nicht im ganzen Haus verstreuen.“ sagte Todie und schnappte sich einen großen Korb, den sie alleine wahrscheinlich sowieso nicht tragen könnte.
Die Beiden (Sie) stopften den Korb mit Stroh voll. Aber trotz der Größe des Korbes mussten die Mädchen zweimal gehen, bevor sie genug Heu hatten, um ein gemütliches Bett daraus zu machen. Todie’ s Großmutter gab ihnen ein weißes Laken, das sie über den Strohberg breiteten. Die unteren Enden drückten sie unter das Stroh. Erschöpft setzten sich die Beiden (sie sich) auf das neue Strohbett, als Todie’ s Großmutter hereinkam. Sie brachte ein Kissen und eine Wolldecke.
„Kommt, das Abendessen ist fertig“ sagte sie. Erst jetzt bemerkte Kim, dass die Sonne unterging. rotes Licht fiel durch das kleine Fenster in den Raum.
Sie standen auf und wollten in die Küche gehen, als Kim plötzlich stehen blieb: „Wo ist eigentlich Gwgl schon wieder?“ fragte sie.
„Er ist kurz nach euch gegangen. Wahrscheinlich wollte er sich etwas zu essen suchen, der Fisch schien ihm nicht geschmeckt zu haben!“ antwortete die Großmutter. Damit war Kim beruhigt und folgte ihr in die Küche.
Es gab Brot, Käse und Milch(Komma) das (was) die Mädchen dankbar verzehrten. Gleich danach wünschten sie der alten Frau eine gute Nacht und gingen zu Bett. Kim und Todie hatten kaum ihre Kissen berührt, da schliefen sie schon ein.

Als Kim erwachte, musste sie an einen seltsamen Traum denken(Komma) in dem es um Menschen mit Vogelgesichtern ging und ein rotgesichtiges, geflügeltes Wesen.
Aber halt! Das war kein Traum gewesen! Sie war ja wirklich in diesem Dorf! Für einen Moment dachte sie, sie wäre noch in dem Hotel bei ihrer Mutter. Heimweh überkam sie. Kim verdrängte das Gefühl und setzte sich auf. Todie war bereits aufgestanden und redete im Nebenraum mit ihrer Großmutter. Auf einem Holzhocker lagen ein paar frische Kleider, wofür Kim sehr dankbar war, denn sie fühlte sich wirklich sehr schmutzig.
Kim stand auf(Komma) um sich anzuziehen und wäre beinahe in die Wasserschale getreten, die am Boden stand. Sie schüttelte den Kopf über ihre eigene Schusseligkeit und wusch sich mit dem mittlerweile kalten Wasser. Dann zog sie sich an. Todie’ s Großmutter hatte ihr ein enges Kleid, das man von obern bis unten zuknöpfen musste und ein (eine) weiße Schürze hergerichtet und es passte wie angegossen. Sie leerte ihren Rucksack aus und band sich den Zierdolch, den sie in der Ruine gefunden hatte, hinten an die Schürze. (ich würde ihn in die Tasche stecken) Der Rest war entweder kaputt oder unbrauchbar geworden.
Kim öffnete ihren Pferdeschwanz und fuhr sich ein paar Mal mit den Fingern durch die Haare, denn einen Kamm hatte sie nicht. Sie zog sich ihre Turnschuhe an und ging in die Küche.
„Guten Morgen“ sagte sie(Komma) als sie den Raum betrat.
„Morgen? Es ist fast Mittag!“ begann Todie. „Großmutter ist zum Fischer, um ein Boot für uns auszuleihen!“
Erst jetzt fiel Kim auf, dass die alte Frau nicht da war.
„Wie?“ fragte sie und gähnte.
„Na, wir fahren in ein paar Stunden los. Großmutter sagte, ich solle wenigstens noch warten, bis du etwas gegessen hast!“
„Was? Ich dachte(Komma) wir bleiben ein paar Tage und fahren dann erst los!“
„Aber umso früher wir losfahren(Komma) umso eher sind wir wieder da!“ entgegnete Todie. Das sah sie ein, denn umso schneller war auch sie wieder zu Hause. So schlang Kim ihr Mittagessen hinunter und ging dann mit Todie nach draußen, um ihre Großmutter zu suchen.
Sie gingen am Ufer des Sees entlang und nach ein paar Minuten kamen sie zu einem Steg, an dem mehrere Boote angebunden waren. Teilweise nur gewöhnlich Ruderboote, teilweise aber auch größere Segelboote. Todie’ s Großmutter stand am Ende des Stegs und redete mit einem Mann, von dem Todie erklärte, dass er der Fischer sei, der ihnen das Boot leihe.
„Großmutter(Komma) wir sind soweit!“ schrie Todie und rannte auf sie zu.
„Hast du gut geschlafen?“ fragte die Frau(Komma) als Kim eintraf.
„Ja, sehr gut!“ log Kim. Kim hörte Schritte und als sie sich umdrehte(Komma) sah sie, wie die beiden Oberhäupter des Dorfes, Thomas und Christoph, kamen. Aber sie beachtete die beiden Männer nicht weiter.
„Nehmen wir denn überhaupt nichts zu essen und trinken mit (besser keinen Proviant)?“ fragte Kim.
„Doch, natürlich! Es ist alles schon auf dem Boot“ antwortete Todie und zeigte auf das kleine Segelboot hinter ihrer Großmutter.
„Also, mach’s gut(Komma) Oma, ich bin in ein paar Tagen wieder da!“ sagte sie und umarmte ihre Großmutter.
„Ja, mach’s gut(Komma) meine Kleine. Pass gut auf dich auf.“
Jetzt wandte sich die alte Frau an Kim, zuerst suchte sie noch mit der Hand nach ihr, aber Kim reichte der Blinden dann ihre Hand(komma) damit sie wusste(Komma) wo sie stand.
„Kim, es war schön(Komma) dich kennen zulernen, vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder. Viel Glück!“ Kim wurde verlegen und sagte einfach: „Danke, auch ihnen (groß) viel Glück“ Sie hatte die gutmütige, alte Frau in der kurzen Zeit, die sie sich kannten(Komma) doch (überflüssig) lieb gewonnen. Auch sie umarmten sich. Dann verabschiedeten sie sich noch von Christoph und Thomas, die aussahen(Komma) als würde sie etwas bedrücken und dankten dem Fischer. Als Kim noch einmal nach dem Goobljn gerufen hatte und dieser nicht kam(Komma) stiegen in das Boot. Zuerst schwankte es noch gefährlich, aber es beruhigte sich schnell wieder.
„Kannst du das Ding eigentlich steuern?“ fragte Kim ungläubig(Komma) als Todie das Tau löste.
„Natürlich, das kann doch jedes Kind!“ antwortete sie.
Die Beiden (Sie) winkten noch einmal allen und wollten gerade ablegen, als sie plötzlich Geschrei vom Ufer hörten. Mit ein paar Sätzen sprang der Goobljn den Steg entlang und landete auf Kim’ s Schulter. Diese (Sie) streichelte Gwgl kurz und lächelte Todie zu. „Jetzt hätten wir ihn doch beinahe vergessen!“
So legten sie ab. Nachdem Todie das Segel gehisst hatte(Komma) drehte sich Kim noch einmal um. Todie’ s Großmutter winkte ihnen noch hinterher. Nur die beiden Oberhäupter sahen erleichtert aus, als die Drei immer weiter in der See hinausfuhren. Einen Augenblick war es Kim so, als würde etwas den Himmel verdunkeln. Sie verscheuchte den Gedanken aber sofort wieder.
Todie erklärte, dass sie etwa gegen Abend des nächsten Tages ankommen würden.

Kim war ein wenig Seekrank (klein), da sie das Geschaukel des kleinen Bootes nicht gewohnt war, ließ sich aber nichts anmerken. Die Beiden redeten über dies und das, während Todie steuerte und hin und wieder die Richtung korrigierte. Gwgl saß auf dem Mast und hielt Ausschau nach irgendetwas und hin und wieder stieß er ein gelangweiltes „Gwgl“ aus und widmete sich dann wieder dem Horizont. Kim beobachtete die kleinen Wellen, die sich am Bug brachen. So eine Seereise war eben, im Gegensatz zu den anderen Abenteuern(Komma) die Kim bereits überstanden hatte, ziemlich langweilig!
Keine Seeungeheuer, kein gefährlicher Wasserstrudel und kein Piratenschiff. Nur Wasser, überall Wasser!
Als es allmählich kälter wurde(Komma) holte Todie Decken aus einem Hohlraum unter dem Boot. Sie legten sich die Decken über die Schultern und holten den Proviant hervor. Gwgl war unter Kim’ s Decke geschlüpft, weigerte sich aber strickt (strikt Komma) auch nur einen Bissen zu essen. Auch Kim hatte keinen rechten Hunger, Todie dafür umso mehr.
„Segeln macht hungrig!“ sagte sie,(kein Komma) als Begründung.
Kim und Gwgl waren da anderer Meinung. Als die Drei mit dem Abendbrot fertig waren, war es bereits dunkel geworden und sie legten sich schlafen, der nächste Tag würde sehr anstrengend werden.

Kim erwachte, weil sie dachte, sie hätte ein Geräusch gehört. Sie konnte aber nichts sehen. Naja, sie würde nicht mal ihre Hand sehen können, so neblig war es. Todie schlief noch und Gwgl stand am Bug und starrte wie gebannt in den Nebel. Dann (Da) war es wieder, ein plätschern (groß) und... Stimmen?
„Jetzt krieg ich von dem ewigen hin und her Geschaukel schon Halluzinationen! Hoffentlich sind wir bald wieder auf festem Boden.“ dachte sich Kim und wollte Todie wecken.
Sie deckte sich ab und setzte sich auf. Ihr tat von dem harten Boden der Rücken weh. Plötzlich schrie Gwgl auf, wovon Todie wie vom Blitz getroffen hochfuhr. Gwgl sprang mit einem Satz hinter Kim und unter ihre Decke. Todie wollte gerade fragen, was los sei, als vor ihnen ein riesiges, schwarzes Etwas auftauchte. Ein Schiff!
Kim und Todie hatten gerade noch Zeit(Komma) entsetzt aufzuschreien, als das Schiff sie rammte. Das kleine Segelboot zersplitterte und die Mädchen wurden über Bord gespült. Das Wasser schlug über Kim zusammen. In ihrer Panik paddelte sie wie wild, um wieder an die Wasseroberfläche zu kommen. Es half nichts, sie wurde immer weiter hinunter gezogen. Es war(Komma) als würde etwas sie nach unten zerren. Ihre Lungen begannen zu schmerzen. Kim wusste, dass sie, wenn sie nicht bald wieder an der Oberfläche war, Wasser einatmen würde und das wäre ihr Ende! Das Pochen in ihren Lungen wurde immer stärker und noch immer sank sie in die Tiefe. Plötzlich sah sie über sich einen Schatten. Er bewegte sich, er kam auf sie zu. Jemand packte ihren Arm und zog sich nach oben. Gleich würde es zu spät sein. Der Schmerz in Kim’ s Lunge explodierte, sie öffnete den Mund und atmete ein! Aber genau in diesem Augenblick durchbrachen sie die Wasseroberfläche und Kim atmete Luft. Keuchend und Hustend (klein) wurde sie in ein kleines Ruderboot gezogen.
Jemand stieß sie in den hinteren Teil des Bootes, wo auch Gwgl und Todie saßen. Allerdings war Gwgl in einem Netz gefangen und Todie gefesselt. Kim setzt (setzte) sich zu ihnen. Sie zitterte am ganzen Leib, das Wasser war eisig gewesen.
„Wenn du versuchst(Komma) abzuhauen oder auch nur den Mund aufmachst, dann müssen wir dich auch fesseln!“ sagte einer der beiden Männer(Komma) die Ruderten (klein). Sie erinnerten Kim irgendwie an ... Wikinger!
Sie hatten beide sehr breite Schultern und ihre langen Bärte waren kunstvoll geflochten. Ansonsten sahen sie eben aus(Komma) wie man sich Wikinger vorstellen würde. Jeder hatte einen Helm mit Hörnen (auf) und zahlreiche Narben im Gesicht.
Sie ruderten auf das schwarze Schiff zu, das Kim und Todie gerammt hatte. Langsam löste sich der Nebel auf und Kim sah(Komma) wie jemand eine Strickleiter über die Reling warf. Der Blonde der beiden Männer deutete (bedeutete) den beiden Mädchen, das (dass) sie hochklettern sollten und packte das Netz(Komma) in dem Gwgl gefangen war.
Sie kletterten die Leiter hoch. Als erstes der Blonde mit Gwgl, dann Todie und Kim und zum Schluss der Andere (klein) der beiden Männer.
An Deck des Schiffes warteten noch mehr der in Leder und Felle gekleideten Männer. Kim zitterte am ganzen Leib und das nicht nur aus Angst, man hatte ihr keine Decke gegeben(Komma) aber zu allen (allem) Überfluss wehte nun auch noch ein kalter Wind.
„Was haben die bloß mit uns vor?“ dachte sie(Komma) als sie einer der Männer packte wurde (überflüssig) und unter Deck gebracht (überflüssig) brachte. Sie hörte gerade noch(Komma) wie ein besonders großer und furchteinflößender Rothaariger sagte: „Den kleinen, widerspenstigen Kerl da bringt ihr auf meine Kabine, aber verpasst ihm einen Maulkorb!“ Dann klappte die Holzluke über Kim zu.
Der Raum war stickig und düster. Es gab nur eine einzige kleine Öllampe, die um die (an der) Decke hing. Unter ihr stand ein Tisch und zwei Stühle, auf denen zwei der breitschultrigen Männer saßen. Diese blickten jetzt finster von ihrem Kartenspiel auf. Einer nickte dem Mann, der Kim festhielt(Komma) zur Begrüßung zu.
„Wo ist meine Freundin?“ fragte Kim endlich den Mann hinter ihr.
„Die Bestie?“ fragte er. „Wir wissen noch nicht, was wir mit ihr machen, außerdem solltest du dich jetzt erst mal fragen, was wir mit dir machen!“ er (Er) sah Kim seltsam an und stieß sie in eine dunkle Ecke. Sie stolperte und da sie immer noch nass war, blieb das Heu, das auf dem Boden gestreut war, an ihr hängen.
Der Mann sagte noch ein paar Wörter zu den beiden Männern an dem Tisch und ging dann wieder. Kim setzte sich langsam auf. Ihr tat jeder Knochen im Leib weh und ihr war eiskalt.
Bis auf die eine Lampe war der gesamte Lagerraum pechrabenschwarz. Kim rutschte nach hinten, um sich an die Wand zu lehnen. Sie fragte sich(Komma) welche Ladung dieses Schiff wohl transportierte. Langsam tastete sie sich rückwärts und im sitzen (groß) nach hinten. Plötzlich hörte sie von dort ein Rascheln. War dort jemand?
Kim bewegte sich nicht mehr, sondern lauschte.
Da war es wieder. Sie traute sich nicht(Komma) etwas zu sagen, denn die beiden Männer unter der Lampe würden das mit Sicherheit nicht dulden.
Stattdessen raschelte sie auch ein wenig mit dem Stroh. Sie bekam eine Antwort.
„Komm hier hinter!“ flüsterte eine Frauenstimme. Kim stand auf und ging in die Richtung(Komma) aus der die Stimme kam. Ein paar Mal wäre sie fast hingefallen, weil sie über kleinere Strohballen stolperte. Dann stieß sie auf die hölzerne Schiffswand. „Hierher!“ sagte die Stimme noch einmal. Kim ging nach links und wäre beinahe über eine Person gestolpert, die an die Wand ab, die gegenüber von ihr war (überflüssig). Die Person saß in der Ecke. Neben ihr hörte Kim es auch rascheln. „Kannst du nicht aufpassen, wo du hinläufst?“ flüsterte die Person unter Kim. Es war eine Männerstimme. „Tut mir leid, aber ich kann leider im Dunkeln nichts sehen!“ zischte Kim zurück.
Kim stellte sich langsam auf, wieder raschelte es. „Setz dich hin“ sagte der Mann. Kim ließ sich auf alle viere sinken und ertastete sich den Weg zu dem leeren Fleck. Sie setzte sich hin und lehnte sich an die Schiffswand.
„Wenn ihr mit eurem pläuschen (Pläuschchen) fertig seid, könntet ihr dann vielleicht mal euer Maul halten!“ schrie ein Mann von dem Tisch am anderen Ende des Schiffes. Sofort war es totenstill.
„Wer sind die Typen?“ fragte Kim den Mann neben ihr. „Pssst!“ war die Antwort. Kim lehnte den Kopf an die Wand und dachte nach, aber nicht lange, denn die Gedanken(Komma) die ihr kamen(Komma) machten ihr nur noch mehr Angst.
Trotzdem war sie schnell eingeschlafen.

Sie wurde von einem Unsanften (klein) Knuff in die Seite geweckt. „Jetzt wach endlich auf!“ hörte sie.
Kim schlug die Augen auf. Sie war wieder auf Dunkelheit gefasst und war im ersten Augenblick ein wenig geblendet, denn vor ihr stand eine Laterne. Und gleich daneben stand ein Teller mit grünem Schleim.
„Jetzt iss endlich, sonst nehmen sie es dir wieder weg!“ sagte er (der) Mann neben ihr. Kim rieb sich den Schlaf aus den Augen. Sie setzt (setzte) sich auf und nahm den verbogenen, rostigen Löffel in die Hand. Vorsichtig zog sie den Teller zu sich und nahm einen Löffel und schob ihn sich in den Mund... und spukte (spuckte) das grüne Zeug sofort wieder aus.
„Wäh! Was ist das denn für ne´ Pampe? ...“ Kim wollte weiterschreien, aber ihr wurde der Mund zugehalten.
„Halt die Klappe, sonst kriegst du eine Woche nichts mehr zu essen“ Sie drehte sich um, um den Mann endlich anzusehen. Es war ein Junge, ein Jugendlicher, Etwa (klein) in ihrem Alter. Sie sahen sich an. Plötzlich wurde Kim, aus keinem bestimmten Grund, wütend und biss ihrem Gegenüber ohne Vorwarnung in die Hand. „Au!“ schrie er auf und ließ Kim los. „Was ist denn jetzt schon wieder los?“ fragte ein besonders breitschultriger und erschreckend großer >>Wikinger<<. Er stand auf und ging auf Kim und den Jungen zu. Der Mann bückte sich und hob die Schlüssel (Schüssel) auf, betrachtete sie eine Weile und warf sie dann mit wucht (groß) gegen die Wand. Sein Blick verfinsterte sich, dann trat er noch einen Schritt auf Kim zu. Er holte aus(Komma) um ihr eine Ohrfeige zu verpassen(Komma) als der Junge die Hand der (des) Riesen festhielt.
„Was ...?“ der Mann war sprachlos.
„Bitte tut ihr nichts, Herr, sie ist noch neu hier und kennt die Regeln noch nicht.“
„Dann wird es Zeit, dass sie sie lernt!“ erwiderte der breitschultrige und holte ein zweites mal aus.
Kim zuckte zusammen und hielt instinktiv die Hand vor ihr Gesicht. Sie hörte einen Seufzer und dann die brummende Stimme des Mannes: „Wenn so etwas noch mal vorkommt, dann fliegt sie über Bord!“ warnte er und ging wieder hinter zu seinen Kumpanen.
„Da hattest du ja noch mal Glück!“ sagte der Junge.
Kim betrachtete ihn näher: Er hatte lange schwarze Haare bis kurz übers Kinn und durchdringend braune Augen.
Jetzt erst antwortete sie. „Ja, wahrscheinlich. Sag mal, wie heißt du eigentlich?“
„Josh“ antwortete er kurz.
„Ich bin Kim“ sie hielt ihm die Hand entgegen.

Auch die nächsten zwei bis drei Tage verliefen nicht sehr anders. Kim und Josh unterhielten sich viel, wobei sie zum Beispiel erfuhr, dass Josh etwa 17 Jahre alt war und in einer Mühle am Ufer des Sees gelebt hatte(Komma) bevor er von diesen Sklavenhändlern entführt wurde.
Die Frauenstimme(Komma) die Kim zu ihm gelotst hatte, war seine (gehörte seiner) Mutter, die rechts neben Kim saß und etwas weiter abseits,(kein Komma) saß sein Vater und seine kleineren Geschwister, außer ihnen waren auch noch einige andere ärmlich aussehende Leute im Lagerraum des Schiffes. Jeden Tag zur selben Zeit bekamen sie den gleichen grünen Schleim vorgesetzt, den Kim dann angeekelt runterwürgte(Komma) um nicht vor Hunger und Durst den Verstand zu verlieren.
Am fünften Tag nachdem Todie’ s Boot gesunken war, wurde ihnen wie bisher ihr Essen gebracht. Der Mann, der es brachte(Komma) war außerordentlich Fett (klein) und trug eine Schürze, die früher wahrscheinlich einmal weiß gewesen war. Er grinste Kim verschmitzt an und sagte dann: „Du bist wahrscheinlich die Freundin von diesem Vogelbiest? Zum Glück sin wir se heut Abend los. Mit dem Vieh an Bord war mir echt net geheuer!“
Kim sah ihn fragend an: „Wie?“ sagte sie.
„Na, da geht se über Bord. Noch n´ Stein an die Füß´ und Tschü´!“
„Wie Bitte!“ Kim war mehr als entsetzt.
„Du hast mich schon verstanden, Kindschen!“ der (Der) Fette grinste wieder über beide Ohren und ging.
Diesmal bekam Kim wirklich nichts hinunter. Sie grübelte,(kein Komma) über die wagemutigsten Befreiungsversuche nach, während sie auf der (den) grünen Schleim starrte, der heute, wie sie feststellte, auch noch orange Bröckchen enthielt. Aber ihr wollte nichts einfallen. Irgendwie musste sie ihrer Freundin doch helfen können?
Josh versuchte sie (doppelt) die ganze Zeit über(Komma) sie ein wenig zu beruhigen(Komma) aber sie hatte schon die letzten Tage damit verbracht(Komma) diverse Fluchtmöglichkeiten auszutüfteln. Sie waren allerdings alle halsbrecherisch gewesen.
Gut(Komma) sie war ja auch aus dem Spey der Beaker entkommen, obwohl es so gut wie unmöglich gewesen war. Nur(Komma) das (dass) sie nicht alleine gewesen war, Todie hatte ihr geholfen! Nun war sie auf sich gestellt. Natürlich hätte sie die andern Gefangenen um Hilfe bitten können, aber würden ihr das dann nicht auch (überflüssig) nutzen?
Es war sinnlos, Kim würde ein Wunder brauchen.
„Von welchen (welchem) >>Vogelbiest<< hat der den (denn) geredet?“ sprach Josh Kim an. Sie schreckte aus ihren Gedanken hoch und sah ihn verwirrt an.
„Ich habe gefragt, was der Typ mit >>Vogelbiest<< gemeint hat?“ wiederholte er sich.
„Oh! Ähm ... er meinte Todie. Wir sind Freunde!“ antwortete Kim schnell.
„Und wieso nannte er sie dann so?“
„Na ja, sie ist ein Beaker.“ Josh sog die Luft ein und rutschte ein Stück von Kim weg. Sie hatte ganz vergessen(Komma) wie verhasst die Beaker waren. Ein paar andere Leute, die das Gespräch zufällig gehört hatten, hatten sich umgedreht und starrten Kim jetzt an.
„Sie fressen keine Menschen, wie die meisten denken, sie sind ganz ungefährlich!“ fügte sie schnell hinzu.
Auch Josh starrte sie weiter an. „Ich habe ja noch nie einen gesehen, aber was ich gehört habe(Komma) genügt mir!“ sagt (sagte) er dann und drehte sich von Kim weg. Auch die anderen waren auf einmal nicht mehr an Kim interessiert und widmeten sich wieder ihrem Essen. Kim hörte aber immer wieder Gesprächsfetzen wie „... eine Beakerfreundin ...“ oder „... Menschenfresser ...“.
So ging es den ganzen Tag weiter. Kim wurde ignoriert, war aber trotzdem Mittelpunkt aller Gespräche. Sie konnte nicht sagen(Komma) wie spät es war, Kim wusste aber(Komma) das (dass) es bereits Abend sein musste. Bald würde man Todie, die einzige Freundin(Komma) die sie hier in dieser seltsamen Welt hatte, umbringen und dann war sie wieder ganz alleine. Sie wusste nicht einmal(Komma) was man mit ihr vorhatte. Kim fühlte sich hilflos und einsam wie noch nie in ihrem ganzen Leben. Niemand war da(Komma) der ihr helfen konnte, sie war ganz auf sich gestellt.
Plötzlich wurden Geräusche auf Deck laut. Normalerweise hörte man hier unten nichts vom Schiffdeck, nur wenn es laut wurde. Kim hörte Schreie. Jubel? War es denn wirklich schon so spät?
Kim kamen die Tränen, sie vernahm Schritte, dann so etwas(Komma) das sich anhörte wie Kampflärm!
Jemand stieß die Luke auf und gleißendes Licht blendete Kim und die anderen Gefangenen. Drei Gestalten kletterten die Leiter herunter. Zwei sehr groß und breitschultrig, der Dritte etwas kleiner mit weniger breiten Schultern. Die beiden Männer, die wie immer an dem kleinen Tisch saßen(Komma) sprangen auf und zogen ihre Waffen. Der eine nahm eine schwer aussehende Axt in die Hand, der andere zog sein Schwert und griff an. Die beiden anderen Breitschultrigen stießen den etwas kleineren zurück, der davon nicht sehr begeistert zu sein schien(Komma) es aber dann doch geschehen ließ. Kim griff unbewusst zu dem Zierdolch, der immer noch hinten an ihrer Schürze hing, sie war froh(Komma) von dem blutigen Schauspiel nicht viel sehen zu können. Aber langsam gewöhnten sich ihre Augen and die Sonne und sie konnte erkennen(Komma) das (dass) die beiden Männer, die von oben aus der Luke gekommen waren, weiß blaue Uniformen und silberne Helme trugen. Die kleinere Person trug keinen Helm, aber ebenfalls eine weiße Uniform und einen langen weißen Umhang. Er kam Kim irgendwie bekannt vor.
Als Kim sie (überflüssig) sich dem Kampf wieder zuwandte(Komma) lagen die beiden >>Wikinger<< bereits bewegungslos am Boden und eine Blutpfütze breitete sich unweigerlich unter den Körpern aus.
Die Uniformierten wollten gerade weiter auf die Gefangen zugehen, als von oben ein Schrei ertönte und eine kleine Gestalt mit gelben Haaren die Leiter herunter sprang.
„Kim!“ rief Todie und rannte auf ihre Freundin zu.
Kim sah die kleinere Person bei Todie’ s Schrei unmerklich zusammenzucken. Dann warf sich Todie ihr um den Hals.
„Ich dachte(Komma) du wärst tot!“ gestand Kim und die Mädchen weinten Freudentränen. Ein weiterer Mann kam in den Lagerraum: „Es tut mir leid, eure Majestät! Aber sie hat mich gebissen und ist dann einfach losgerannt.“ sagte dieser zu den Kleinern (zu dem Kleineren) .
„Ist schon in Ordnung.“ antwortete er.
Wieso kam Kim diese Stimme so bekannt vor? Endlich ließ Todie Kim wieder los und sah durch die Reihen der Gefangenen.
„Was starrt ihr mich alle so an? Habt ihr Angst(Komma) das (dass) ich euch Auffresse (klein)?“ fragte Todie bissig und setzte sich dann neben Kim.
Die Männer kamen nun näher und endlich erkannte Kim den dunkelhaarigen Jungen mit den braunen Augen. Sie konnte es nicht fassen, hier steckte er also die ganze Zeit.
Empört stand sie auf und schrie ihn an: „Was zum Teufel machst du denn hier?“







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Old Icke

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