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Leselupe.de > Lange Texte
M/DWdS_Kapitel6.3
Eingestellt am 21. 02. 2004 10:24


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Najitzabeth
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jan 2004

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Unter dem See 3

Die helle Morgensonne schien durch das offene Fenster und der Wind ließ die grĂŒn-orange gemusterten VorhĂ€nge flattern. In dem Lichtstrahl sah man die feinen Staubpartikel, die in dem großen Zimmer herumflogen. Leise trug der Wind von draußen das stetige Rauschen der Brandung in das Zimmer. So mĂŒsste es fĂŒr immer bleiben, dachte sich der Prinz und drehte sich in den ĂŒbergroßen Bett um. Der gestrige Tag war anstrengend, aber auch wunderbar gewesen. Keith wĂ€re zwar lieber ohne den MĂŒllerssohn und nur mit Kim und Todie losgezogen, nachdem die MĂ€dchen aber darauf bestanden hatten, konnte er es ihnen einfach nicht abschlagen.
Heute hatte er allerdings so gute Laune, dass er es sogar mit Josh aushalten wĂŒrde. Keith sprang aus seinem Bett und zog sich an. Niemand wĂŒrde ihm die Laune verderben können, nicht an einem so schönem Sommertag wie heute.
Naja, einer vielleicht schon! Es klopfte, Keith stöhnte auf.
„Ja Benjamin, ich bin wach! Einen Moment noch!“ Er fuhr sich schnell mit den Fingern durch die Haare und lief dann zur TĂŒr. Er verstand immer noch nicht, warum MĂ€dchen morgens so lange brauchten.
„Ok, du kannst reinkommen!“
„Guten Morgen, eure Hoheit!“ begrĂŒĂŸte der Butler den Prinzen. Schon wenn Keith Benjamin nur reden hörte platzte ihm fast der Kragen. Seit Keith wusste, dass er nicht in Schottland zu Hause war, sonder hier in Mysthika und sein Vater ihm Benjamin als >>persönlichen Diener<< zugewiesen hatte, bemutterte ihn dieser eingebildete Schnösel und passte gut auf, dass er nur ja keine Freude fand. Benjamin stellte das Tablett mit dem FrĂŒhstĂŒck auf den Schreibtisch. Sofort wurde Keith von oben bis unten gemustert. Er hasste es, wenn sein Diener ihn praktisch nach Fehlern untersuchte. Gleich wĂŒrde er wie immer herumnörgeln.
„Eure Hoheit, ich weiß nicht, ob das die angemessene Kleidung ist!“
„Sie ist angemessen genug!“ schnauze der Prinz ihn an und setzte sich an den Schreibtisch, um zu essen. Er rĂŒhrte die Eier, den Speck und die anderen LuxusgĂŒter gar nicht erst an, sondern schmierte sich einfach ein kleines Marmeladenbrot. Auch das beĂ€ugte Benjamin wieder kritisch, sodass sich Keith einfach zum Fenster drehte.
Benjamin war, nachdem Keith fertiggegessen hatte, wieder verschwunden, mit der BegrĂŒndung, dass der Thronfolger sich in Ruhe mit seinem Studium befassen sollte. Was glaubt der eigentlich, was Andere in meinem Alter machen, lernen? Bestimmt nicht! Dachte er sich.
Nein, andere Prinzen machten jungen Damen den Hof oder gingen mit Freunden auf die Jagt! Zumindest taten das die anderen MĂ€nner auf der Burg. Aber Keith war immer alleine gewesen. Deswegen hatte er auch in Kim’s Welt keine Freunde. Es war einfach nicht seine Art, sich jemanden anzuvertrauen und seine Geheimnisse preis zugeben. Manchmal waren, als er noch jĂŒnger war, Kinder aus dem Dorf zum Hotel gekommen, um zu fragen, ob er mit ihnen spielen wolle, aber Keith hatte jedes Mal verneint, bis sie irgendwann aufgaben. Wie hĂ€tte er ihnen denn ĂŒberhaupt erklĂ€ren sollen, dass er manchmal einfach so ein paar Tage verschwand?
So lange war er noch nie fort gewesen, seine Stiefmutter wĂŒrde sich diesmal wirklich Sorgen machen. Aber vielleicht war ja noch nicht einmal eine Stunde vergangen. Das konnte man nie so genau sagen. Außerdem hatte Xandor gesagt, er und Kim mĂŒssten noch etwas bleiben. Kim... Keith musste grinsen, sie war genauso >>begeistert<< gewesen wie er, als seine Stiefmutter vorgeschlagen hatte, dass sie doch zusammen die Ruine besichtigen könnten. Mit ihr war es das selbe wie mit allen anderen. Keith wusste einfach nicht, was er mit ihr hĂ€tte reden sollen! Unbewusst war er ans Fenster getreten und sah jetzt hinĂŒber zu dem FlĂŒgel, indem Kim und Todie wohnten. Jetzt war das etwas anderes. Jetzt konnte er Kim von Mysthika und der Geschichte seiner Welt erzĂ€hlen.
Ich könnte ÂŽrĂŒbergehen und fragen, ob die beiden Lust hĂ€tten, mit mir auszureiten! Konnte Kim ĂŒberhaupt reiten? Er wollte gerade zur TĂŒr gehen, als es klopfte. Das musste Benjamin sein! In Rekordzeit setzte sich Keith an seinen Schreibtisch und schlug irgend ein Buch auf. Dann erst rief er „Herein!“
NatĂŒrlich war er der Diener, der auf den Ruf hin eintrat und auf Keith zuschritt. „Es tut mir unendlich leid euch bei eurer...“ er sah auf das Buch und blickte danach grimmig auf den Prinzen. Keith wunderte sich, was ihm jetzt wieder nicht passte und schaute dann ebenfalls auf das Buch. Er lag verkehrt herum! Er wollte sich gerade mit einer Ausrede herausreden, als Benjamin einfach weiterredete. „... Arbeit,“ dieses Wort betonte er besonders. „zu stören, aber das junge FrĂ€ulein ist schon wieder verschwunden.“
„Kim!?!“
„Jawohl und das BeakermĂ€dchen wartet...“, in diesem Moment kam Todie hereingestĂŒrmt.
„Keith, Keith! Kim ist schon wieder weg!“
„Na dann komm, wir suchen sie. Hast du Josh schon geholt?“
Er stand auf und folgte Todie, froh darĂŒber, Benjamin keine Ausrede erzĂ€hlen zu mĂŒssen, die er sowieso nicht geglaubt hĂ€tte.
„Und wo ist Gwgl?“, fragte Keith
„Keine Ahnung. Der ist auch weg!“
Seine Gedanken schweiften zur gestrigen Nacht, als Kim schlafgewandelt war. Wie sie durch einen mondbeschienenen Gang schlich, lautlos, das Haar und das Nachthemd von einem Wind gepeitscht, der gar nicht wirklich wehte. In diesen Moment hatte sie irgendwie magisch gewirkt.
„Vielleicht hĂ€tten wir sie letztes mal einfach gehen lassen sollen, nur um zu sehen, wo sie hingeht!“, dachte er laut. „Was?? Bist du verrĂŒckt!...“ folgte Todie’ s Antwort prompt: „... Damit sie eine Treppe runterfĂ€llt und sich das Genick bricht oder womöglich wĂ€re sie nach draußen gegangen und in den See gefallen. Du wĂ€rst ihr wahrscheinlich, Heldenhafterweise, hinterhergesprungen, hm? GroßzĂŒgig von dir!“
Darauf konnte Keith nichts erwidern. Die Beiden stiegen gerade die Treppe zum Dienstbotentrakt hinunter, als ihnen eine Horde Kinder entgegengerannt kam, die Ritter spielten. Die MÀdchen kreischten um Hilfe, wÀhrend die Buben mit einem imaginÀren Drachen kÀmpften. Keith lÀchelte. Er hatte nie Ritter gespielt...
„Jetzt muss ich erst einmal Kim finden,“ rief er sich ins GedĂ€chtnis zurĂŒck: „Dann kann ich immer noch den depressiven Gedanken ĂŒber meine vergeudete Kindheit nachhĂ€ngen!“
Todie wollte gerade an Josh’ s ZimmertĂŒr klopfen, als an der NebentĂŒr, die mit einem Stuhl zugeklemmt war, von innen heftig gerĂŒttelt wurde. Keith ging dorthin und nahm den Stuhl weg. Sofort öffnete sich die TĂŒr und Josh kam mit zerzausten Haaren heraus. Keith sah nach oben in sein Gesicht und wollte gerade fragen, was er da drinnen gemacht habe, als Josh ihm zuvor kam: „Die Rasselbande wollte unbedingt, dass ich einen RĂ€uber spiele! Ich bin nur froh, dass sie nicht auf die Idee gekommen sind mich zu foltern oder die Todesstrafe zu verhĂ€ngen!“
Er kratzte sich am Kopf und zuckte mit den Schultern. Todie und Keith mussten lachen.
„Wo ist Kim?“
„Die ist schon wieder verschwunden. Hilfst du uns suchen?“ Todie hatte Keith mal wieder das Wort abgeschnitten. „NatĂŒrlich, wo fangen wir an?“
Nach kurzen nachdenken schlug Keith vor: „Am besten da, wo wir sie das letzte mal gefunden haben, falls sie wieder dorthin wollte!“
Todie sah ihn schief an: „Jetzt fĂ€ngt er schon wieder damit an...!“, folgte ihm aber dann doch.
Einige Korridore, Treppen und TĂŒren weiter war die Stelle, an der Kim das letzte mal von der Wache aufgehalten worden war. Es stand auch heute ein Soldat vor dem, mit Schnitzereien verzierten, Holztor. Es fĂŒhrte in den Keller und damit auch in die königliche Schatzkammer. Die Wache verneinte, als die drei nach Kim und Gwgl fragten. So suchten sie weiter.
Es war seltsam niemand hatte die Zwei gesehen, als ob sie vom Erdboden verschluckt worden wÀren!
„Kann man eigentlich auch am Tag schlafwandeln?“, fragte das BeakermĂ€dchen den alten Xandor. Nachdem Keith ihn nach Kim gefragt hatte.
„Ich denke nicht, aber ihr solltet in den tieferen Geschossen nach dem MĂ€dchen und ihrem roten Freund suchen!“
Er runzelte die Stirn, als wĂ€re ihm geraden ein wichtiger Gedanke gekommen, und ließ die Drei dann einfach vor seiner geschlossenen TĂŒr stehen.
„Weiter unten? Der macht wohl Witze,“ begann Josh wĂ€hrend sie die endlos scheinende Treppe nach unten stiegen: „Wenn sie in den Keller gestiegen wĂ€re, hĂ€tte die Wache sie doch gesehen!“
„Genau!“, redete Todie weiter: „Sag mal,“ meinte sie an den Prinzen gewandt: „Habt ihr denn noch andere junge Höflinge auf der Burg, außer dir natĂŒrlich!“ , Todie grinste: „Ich meine dann mĂŒssten wir auch in deren Zimmern suchen.“ Sie grinste noch breiter.
Keith verstand im ersten Moment ĂŒberhaupt nichts: „Was?... Was!! Bist du bekloppt! Also, ich glaube nicht... oder?!!“
„Keith beruhig dich, das war doch nur ein Scherz!“, schritt Josh ein, musste sich aber Selbst das Lachen verkneifen. Keith warf ihm und Todie einen tödlichen Blick zu.
„Ich schlage vor, wir gehen in den Garten und sehen nach, ob sie da ist!“ ,wechselte er das Thema. Dann lief er voraus, immer zwei Stufen auf einmal nehmend.
Unten im Burghof angekommen teilten sie sich auf. Todie sollte im Rosengarten suchen, der in einer kleinen Nische an der SĂŒdseite der Burgmauer errichtet worden war. Josh und Keith gingen zu dem kleinen Stall in dem die königlichen Pferde gehalten wurden. Nur ein duzend Tiere bewohnten die hellen Boxen, denn auf der kleinen Insel wurden sie kaum bebraucht. Nur gelegentlich wurden die Pferde vor eine
Kutsche gespannt oder fĂŒr einen Ausritt geliehen. Die Jungs holten sich zwei der schlanken Schimmel und ritten den winzigen Wald und den felsigen Strand außerhalb der Burg ab. Sie redeten kaum miteinander, es herrschte immer noch Zwist zwischen ihnen. Keith kam das alles wie ein schlechtes Versteckspiel vor.
Ihre Stimmung war, wie das Wetter, dĂŒster, erste graue Wölkchen schoben sich vor die Sonne. Es wĂŒrde heute noch regnen. Ohne Erfolg durchstreiften sie die Dickichte und fragten einige SpaziergĂ€nger nach Kim.
Es war bereits spĂ€ter Nachmittag, als Keith und Josh zurĂŒck zum Schloss ritten.
„Benjamin wird stinksauer sein, wenn er erfĂ€hrt, dass ich ohne Bewachung das Schloss verlassen habe.“ dachte sich der Prinz. Eine TĂŒr, die gerade einmal groß genug war, dass sie mit den Pferden hineinpassten, öffnete sich in dem großen Tor um die Beiden einzulassen. Der Vorhof war friedlich wie eh und je.
An kleineren MarktstÀnden boten HÀndler aus aller Welt ihre Ware an. Hunde liefen neben ihren Herrchen her und Kinder tobten herum.
Ohne die geringste Vorwarnung begann die Erde zu vibrieren und ein Erdbeben zerrĂŒttete die idyllische Szene. Der Boden schien zu zerbersten. Die Burg wurde bis auf die Grundmauern erschĂŒttert. Ziegeln fielen von den DĂ€chern und die Menschen und Tiere flohen in Panik davon. Auch die Pferde von Josh und Keith scheuten und die Jungen flogen in hohen Bogen auf den harten Kiesboden. Keith hatte noch nicht einmal zeit zu schreien als er auf dem Boden landete und ein scharfer Schmerz ihn durchzuckte.
Das Beben verging nach kĂŒrzester Zeit, und die Angst kam erst jetzt als es bereits vorbei war. Keith versuchte aber sich zu beherrschen. Er konnte noch ein leichtes knistern, wie vor einem Gewitter, in der Luft spĂŒren. Gerade wollte er aufstehen als sich der Himmel verfĂ€rbte eine durchscheinende Wand aus rotem Licht herhob sich von außerhalb der Wehrmauern. Es stieg immer höher bis es sich ĂŒber der Burg, mit einem ohrenbetĂ€ubenden Knall, verschloss. Nach nicht einmal einer Minute war das gesamte Schloss unter einer rot schimmernden Kuppel gefangen. Alle Farben waren verfĂ€lscht und in purpurnes, fast gespenstisches Licht getaucht. Aus sĂ€mtlichen Ecken und GebĂ€uden strömten die Leute auf den Hof. Allesamt mit verwirrten Gesichtern. Viele kreischten und MĂŒtter riefen nach ihren Kindern, die meisten aber starrten aber nur mit offenem Mund in den Himmel. Genauso wie Keith. Josh hatte bereits die Pferde wieder eingefangen. Der große Junge wirkte kein bisschen verĂ€ngstigt und schien auch unverletzt. Keith ging auf ihn zu und half ihm die armen Tiere zu beruhigen.
„Josh!?“, Todie kam auf die beiden zugerannt. Ihre Augen waren weit aufgerissen und sie blutete an der linken Wange. „Was ist passiert?“, fragte sie.
„Ich habe keine Ahnung“, der Prinz rieb sich den Ellbogen. Sie wollten die Pferde gerade einem Stallburschen in die Hand drĂŒcken um im inneren des Schlosses nach dem rechten zu sehen da sahen sie eine Wache auf sie zulaufen: „Eure Hoheit, ist alles in Ordnung?“
Keith nickte und der Mann redete weiter: „Wenn ich euch Bericht erstatten dĂŒrfte... an der Westseite ist ein Teil der Mauer eingestĂŒrzt, ansonsten gibt es kaum SchĂ€den und auch nur leicht Verletzte.“ Er nickte wieder aber als der Soldat keine Anstalten machte zu gehen fragte er was es noch gĂ€be. „Benjamin lĂ€sst euch suchen!“ Keith verdrehte die Augen und beschloss sein KindermĂ€dchen lieber nicht lĂ€nger warten zu lassen.
Er verabschiedete sich von Todie und Josh. Zuerst wollte die Wache Keith begleiten aber dieser drĂŒckte ihm aus Protest die ZĂŒgel seines Pferdes in die Hand.
Langsam ging er durch den jetzt unnatĂŒrlich rot beschienenen Burghof. Keith wollte durch den Dienstboteneingang, der durch die KĂŒche fĂŒhrte, ins innere des Schlosses, um den Massen, die jetzt nach draußen strömten zu entgehen. Doch selbst hier kam er dem Personal und anderen in die Quere. In dem riesigen Raum, in dem das Essen zubereitet wurde, lagen sĂ€mtliche Töpfe und Pfannen, zerbrochenes Geschirr und auch einige der wertvollen KristallglĂ€ser auf dem Boden herum. Niemand von den Menschen die hinausstĂŒrmten bemerkte ihn. Ein MĂ€dchen rannte noch eine SchĂŒssel mit Obst um, die das Erdbeben ĂŒberlebt hatte. Die FrĂŒchte rollten auf den Fußboden und ein Apfel genau vor die FĂŒĂŸe des Prinzen. Er hob ihn auf, wischte in an seinem Hemd ab und biss hinein. Die SĂŒĂŸe beruhigte seine angespannten Nerven. Dann lief er weiter, den weiten Weg zu seinem Zimmer. In manchen GĂ€ngen lagen abgebröckelte Teile der Wand oder Decke oder zersplittertes Holz. Auch hier herrschte ĂŒberall Chaos, obwohl sich die Menschen bereits wieder beruhigten. Jeder der ihn erkannte fragte Keith nach seinem befinden und wollte ihn in ein GesprĂ€ch vertiefen, aber er ließ niemanden an sich ran.
Sie wollten frĂŒher nichts mit ihm zutun haben, warum sollte er die nach Neuigkeiten lĂŒsternen Adligen jetzt brauchen? Sie wollten sowieso nur ĂŒber Kim mit ihm reden, da sie ĂŒberall eine AffĂ€re witterten und jetzt neue GerĂŒchte in die Welt setzen wollten.

Benjamin erwartete ihn bereits in seinem Zimmer. Mit verschrĂ€nkten Armen stand er am Fenster und drehte sich gerade zu ihm um als Keith die TĂŒr öffnete. Der Diener sah in böse aber auch verĂ€ngstigt an als er das Zimmer betrat.
„Ja, hier bin ich!“, sagte der Prinz ohne Benjamin auf die seltsamen Ereignisse anzusprechen. Er biss noch einmal von dem Apfel ab. Auch hier im inneren der Burg war alles in das purpurne rot getaucht und das schwarze Sakko, das Benjamin fĂŒr gewöhnlich trug schien eher Weinrot zu sein.
Alles sah irgendwie falsch aus.
„Junger Herr!“ begann der Butler und ging einen Schritt auf seinen SchĂŒtzling zu, jetzt wieder so gefĂŒhlskalt wie immer: „Wie konntet ihr nur alleine und ohne jemanden bescheid zu sagen die Burg verlassen?!“ Keith glaubte zu sehen, dass das Gesicht seines GegenĂŒbers rot vor Wut wurde, aber das war es durch das gefĂ€lschte Licht ohnehin schon.
NatĂŒrlich wollte Keith sich sofort verteidigen:
„Aber ich war nicht alleine! Josh war dabei. Außerdem mussten wir Kim suchen!“
„Ja, ja immer dieses MĂ€dchen... ,“ als Benjamin das sagte, wich Keith automatisch einen Schritt zurĂŒck. Was sollte das denn heißen?
„Seitdem die junge Lady hier ist, verhaltet ihr euch sehr verantwortungslos! Heute werdet ihr auf keinen Fall weiter nach Kim suchen. Ich habe veranlasst, dass ihr euer Zimmer nicht mehr verlasst, bis wir wissen, was der rote Himmel zu bedeuten hat!“
„Was?!“, zuerst war Keith ĂŒberrascht ĂŒber diese Frechheit, aber dann wurde er trotzig: „Und wie willst du das verhindern, dass ich mein Zimmer verlasse, hm?“
„Ich habe, mit Erlaubnis des Königs, veranlasst, dass zwei Wachen vor eurer TĂŒr postiert werden!“
Der Prinz spĂŒrte wie ihm das Blut vor Wut in den Kopf schoss:
„Wie bitte? Wer gibt dir das Recht dazu, mich hier einzusperren?“, fuhr Keith auf: „Verschwinde sofort von hier!“ zuerst sah Benjamin nur erschrocken aus, dann immer zorniger:
„Wie redet ihr denn mit mir?...“ Keith ging zur TĂŒr und riss sie auf. TatsĂ€chlich standen davor zwei breitschultrige Soldaten in der Uniform der Palastwache. Sogar die schweren Vollhelme trugen sie, sodass Keith sie nicht erkennen konnte.
„Raus hier!“
Benjamin wollte protestieren: „Aber Hoheit... !“
„Sofort!!“ wiederstrebend verließ der Butler den Raum, blieb aber vor der TĂŒr noch einmal stehen. Lautstark schlug Keith die TĂŒr zu und genau in Benjamins Gesicht. Er hörte nur noch einen ĂŒberraschten Aufschrei und wĂŒtende Schritte.
Eine der Wachen kicherte.
Darauf folgte Stille. Keith hatte jetzt das dringende BedĂŒrfnis irgendetwas kaputt zu schlagen. Er hasste dieses GefĂŒhl der Hilflosigkeit! NatĂŒrlich hatte Benjamin das Recht ihn hier festzuhalten, wenn er den König, Keith’ Vater, davon ĂŒberzeugen konnte das es nur zu seiner Sicherheit war. Manchmal wĂŒnschte er sich nichts sehnlicher, als fĂŒr immer aus diesem goldenen KĂ€fig zu flĂŒchten, in Kim’ s Welt. Aber er wusste natĂŒrlich, dass es nicht funktionieren wĂŒrde. Sein Zuhause war hier!

An diesem Abend lag Keith noch lange wach in seinem Bett. Es war schon ewig dunkel und er konnte vor lauter Sorgen um Kim nicht einschlafen. Sie war immer noch nicht aufgetaucht. Irgendwann zwischen dem Abendessen und dem Mondaufgang waren Josh und Todie gekommen um ihm von der erfolglosen Suche zu berichten. Sie hatten ihm auch erzÀhlt das man versucht habe das Schloss zu verlassen. Nichts und niemand konnte die rote Kuppel durchdringen.
Was, wenn Kim irgendwo außerhalb der Burg ist und nicht mehr hinein kommt?
Auch sein Vater hatte ihn einmal besuchen wollen, aber Keith hatte seine TĂŒr verschlossen und nach einigen Minuten war der König wieder gegangen.
Irgendwann in seinen Überlegungen war der Prinz unter dem von der Nacht dunkelroten Himmel und der hell-orangen Kugel des Mondes, der durch das offene Fenster schien, eingeschlafen.
Er trĂ€umte von Kim, wie sie lĂ€chelnd vor dem Burgtor stand und ihm winkte. Sie öffnete den Mund als wolle sie etwas sagen, als sich plötzlich der Himmel rot fĂ€rbte und sich ein riesiger schwarzer Drache mit FlĂŒgeln und einem langen Hals auf das MĂ€dchen stĂŒrzte. Der Windstoß, den die gigantischen schwingen verursachten, warf Kim um und Keith konnte genauer als es im wirklichen Leben war erkennen wie sich ihr Gesicht vor Angst verzehrte.
Dann sah er Rauch der sich schwarz und unheilvoll in der Luft verzog. Als Keith wieder klar sehen konnte war an der Stelle, wo Kim gestanden hatte, nur ein verkohlter Krater der noch dampfte.
Schreiend und schweißgebadet erwachte er in dem zerwĂŒhlten Bett. Immer noch umgab Nacht die Burg. Auch wenn es durch das purpurne GlĂŒhen unnatĂŒrlich hell war.
Keith atmete ein paar mal tief durch und sah sich aufmerksam um. Er fĂŒhlte sich beobachtet.
GegenĂŒber von seinem Bett stand eine Gestalt!
Er schĂŒttelte sich die letzten Fetzen seines Albtraumes ab. Der Kerl war etwa so groß wie ein Hund.
Wer war das? Wie war er hier herein gekommen?
Der Zwerg kam nÀher, bis das Licht, das durch das Fenster fiel, auf ihn traf.
„Gwgl! Was machst du denn hier?“ der Goobljn wirkte irgendwie seltsam Ă€ngstlich, als schĂ€mte er sich.
„Weist du wo Kim ist?“
Der Kleine nickte. Eine absolut menschliche Geste, die Keith bei ihm noch nie gesehen hatte. Der Prinz sprang mit einem Satz auf und schlĂŒpfte in seine Stiefel.
„Bring mich zu ihr!“ sagte er entschlossen.
Gwgl sah ihn erst eine Weile an als mĂŒsse er zuerst darĂŒber nachdenken, nickte wieder und sprang aus dem Fenster.
„He!“ schrie ihm der Junge hinterher: „Ich kann doch nicht fliegen!“ der Goobljn landete wieder auf dem Fensterbrett und blinzelte Keith mit schiefgelegten Kopf an. Dann hĂŒpfte er zur TĂŒr und wartete, bis aufgesperrt wurde.
Der Prinz war jetzt hellwach. An die Wache dachte er ĂŒberhaupt nicht mehr.
Er wĂŒrde Kim finden!
Eine seiner, dank Benjamin, einzigen Freunde, die er je gehabt hatte.

__________________
Wenn etwas leicht zu lesen ist, dann war es schwer zu schreiben.
Enrique Jardiel Poncela
spanischer Humorist

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flammarion
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M/DWdS_Kapitel6.3

Unter dem See 3

Die helle Morgensonne schien durch das offene Fenster und der Wind ließ die grĂŒn-orange gemusterten VorhĂ€nge flattern. In dem Lichtstrahl sah man die feinen Staubpartikel, die in dem großen Zimmer herumflogen. Leise trug der Wind von draußen das stetige Rauschen der Brandung in das Zimmer. So mĂŒsste es fĂŒr immer bleiben, dachte sich der Prinz und drehte sich in den (dem) ĂŒbergroßen Bett um. Der gestrige Tag war anstrengend, aber auch wunderbar gewesen. Keith wĂ€re zwar lieber ohne den MĂŒllerssohn und nur mit Kim und Todie losgezogen, nachdem die MĂ€dchen aber darauf bestanden hatten, konnte er es ihnen einfach nicht abschlagen.
Heute hatte er allerdings so gute Laune, dass er es sogar mit Josh aushalten wĂŒrde. Keith sprang aus seinem Bett und zog sich an. Niemand wĂŒrde ihm die Laune verderben können, nicht an einem so schönem (schönen) Sommertag wie heute.
Naja, einer vielleicht schon! Es klopfte, Keith stöhnte auf.
„Ja(Komma) Benjamin, ich bin wach! Einen Moment noch!“ Er fuhr sich schnell mit den Fingern durch die Haare und lief dann zur TĂŒr. Er verstand immer noch nicht, warum MĂ€dchen morgens so lange brauchten.
„Ok, du kannst reinkommen!“
„Guten Morgen, eure (Euer) Hoheit!“ begrĂŒĂŸte der Butler den Prinzen. Schon wenn Keith Benjamin nur reden hörte(Komma) platzte ihm fast der Kragen. Seit Keith wusste, dass er nicht in Schottland zu Hause war, sonder hier in Mysthika und sein Vater ihm Benjamin als >>persönlichen Diener<< zugewiesen hatte, bemutterte ihn dieser eingebildete Schnösel und passte gut auf, dass er nur ja keine Freude fand. Benjamin stellte das Tablett mit dem FrĂŒhstĂŒck auf den Schreibtisch. Sofort wurde Keith von oben bis unten gemustert. Er hasste es, wenn sein Diener ihn praktisch nach Fehlern untersuchte. Gleich wĂŒrde er wie immer herumnörgeln.
„Eure Hoheit, ich weiß nicht, ob das die angemessene Kleidung ist!“
„Sie ist angemessen genug!“ schnauze (schnauzte) der Prinz ihn an und setzte sich an den Schreibtisch, um zu essen. Er rĂŒhrte die Eier, den Speck und die anderen LuxusgĂŒter gar nicht erst an, sondern schmierte sich einfach ein kleines Marmeladenbrot. Auch das beĂ€ugte Benjamin wieder kritisch, sodass sich Keith einfach zum Fenster drehte.
Benjamin war, nachdem Keith fertiggegessen hatte, wieder verschwunden, mit der BegrĂŒndung, dass der Thronfolger sich in Ruhe mit seinem Studium befassen sollte. Was glaubt der eigentlich, was Andere (andere) in meinem Alter machen, lernen? Bestimmt nicht! Dachte er sich.
Nein, andere Prinzen machten jungen Damen den Hof oder gingen mit Freunden auf die Jagt (Jagd)! Zumindest taten das die anderen MĂ€nner auf der Burg. Aber Keith war immer alleine gewesen. Deswegen hatte er auch in Kim’s Welt keine Freunde. Es war einfach nicht seine Art, sich jemanden (jemandem) anzuvertrauen und seine Geheimnisse preis zugeben. Manchmal waren, als er noch jĂŒnger war, Kinder aus dem Dorf zum Hotel gekommen, um zu fragen, ob er mit ihnen spielen wolle, aber Keith hatte jedes Mal verneint, bis sie irgendwann aufgaben. Wie hĂ€tte er ihnen denn ĂŒberhaupt erklĂ€ren sollen, dass er manchmal einfach so ein paar Tage verschwand?
So lange war er noch nie fort gewesen, seine Stiefmutter wĂŒrde sich diesmal wirklich Sorgen machen. Aber vielleicht war ja noch nicht einmal eine Stunde vergangen. Das konnte man nie so genau sagen. Außerdem hatte Xandor gesagt, er und Kim mĂŒssten noch etwas bleiben. Kim... Keith musste grinsen, sie war genauso >>begeistert<< gewesen wie er, als seine Stiefmutter vorgeschlagen hatte, dass sie doch zusammen die Ruine besichtigen könnten. Mit ihr war es das selbe wie mit allen anderen. Keith wusste einfach nicht, was er mit ihr hĂ€tte reden sollen! Unbewusst war er ans Fenster getreten und sah jetzt hinĂŒber zu dem FlĂŒgel, indem (besser wo) Kim und Todie wohnten. Jetzt war das etwas anderes. Jetzt konnte er Kim von Mysthika und der Geschichte seiner Welt erzĂ€hlen.
Ich könnte ÂŽrĂŒbergehen und fragen, ob die beiden Lust hĂ€tten, mit mir auszureiten! Konnte Kim ĂŒberhaupt reiten? Er wollte gerade zur TĂŒr gehen, als es klopfte. Das musste Benjamin sein! In Rekordzeit setzte sich Keith an seinen Schreibtisch und schlug irgend ein Buch auf. Dann erst rief er „Herein!“
NatĂŒrlich war er (es) der Diener, der auf den Ruf hin eintrat und auf Keith zuschritt. „Es tut mir unendlich leid(Komma) euch bei eurer...“ er sah auf das Buch und blickte danach grimmig auf den Prinzen. Keith wunderte sich, was ihm jetzt wieder nicht passte und schaute dann ebenfalls auf das Buch. Er lag verkehrt herum! Er wollte sich gerade mit einer Ausrede herausreden, als Benjamin einfach weiterredete. „... Arbeit,“ dieses Wort betonte er besonders. „zu stören, aber das junge FrĂ€ulein ist schon wieder verschwunden.“
„Kim!?!“
„Jawohl und das BeakermĂ€dchen wartet...“, in diesem Moment kam Todie hereingestĂŒrmt.
„Keith, Keith! Kim ist schon wieder weg!“
„Na dann komm, wir suchen sie. Hast du Josh schon geholt?“
Er stand auf und folgte Todie, froh darĂŒber, Benjamin keine Ausrede erzĂ€hlen zu mĂŒssen, die er sowieso nicht geglaubt hĂ€tte.
„Und wo ist Gwgl?“, fragte Keith
„Keine Ahnung. Der ist auch weg!“
Seine Gedanken schweiften zur gestrigen Nacht, als Kim schlafgewandelt war. Wie sie durch einen mondbeschienenen Gang schlich, lautlos, das Haar und das Nachthemd von einem Wind gepeitscht, der gar nicht wirklich wehte. In diesen (diesem) Moment hatte sie irgendwie magisch gewirkt.
„Vielleicht hĂ€tten wir sie letztes mal einfach gehen lassen sollen, nur um zu sehen, wo sie hingeht!“, dachte er laut. „Was?? Bist du verrĂŒckt!...“ folgte Todie’ s Antwort prompt: „... Damit sie eine Treppe runterfĂ€llt und sich das Genick bricht oder womöglich wĂ€re sie nach draußen gegangen und in den See gefallen. Du wĂ€rst ihr wahrscheinlich, Heldenhafterweise (klein), hinterhergesprungen, hm? GroßzĂŒgig von dir!“
Darauf konnte Keith nichts erwidern. Die Beiden stiegen gerade die Treppe zum Dienstbotentrakt hinunter, als ihnen eine Horde Kinder entgegengerannt kam, die Ritter spielten. Die MÀdchen kreischten um Hilfe, wÀhrend die Buben mit einem imaginÀren Drachen kÀmpften. Keith lÀchelte. Er hatte nie Ritter gespielt...
„Jetzt muss ich erst einmal Kim finden,“ rief er sich ins GedĂ€chtnis zurĂŒck: „Dann kann ich immer noch den depressiven Gedanken ĂŒber meine vergeudete Kindheit nachhĂ€ngen!“
Todie wollte gerade an Josh’ s ZimmertĂŒr klopfen, als an der NebentĂŒr, die mit einem Stuhl zugeklemmt war, von innen heftig gerĂŒttelt wurde. Keith ging dorthin und nahm den Stuhl weg. Sofort öffnete sich die TĂŒr und Josh kam mit zerzausten Haaren heraus. Keith sah nach oben in sein Gesicht und wollte gerade fragen, was er da drinnen gemacht habe, als Josh ihm zuvor kam: „Die Rasselbande wollte unbedingt, dass ich einen RĂ€uber spiele! Ich bin nur froh, dass sie nicht auf die Idee gekommen sind(Komma) mich zu foltern oder die Todesstrafe zu verhĂ€ngen!“
Er kratzte sich am Kopf und zuckte mit den Schultern. Todie und Keith mussten lachen.
„Wo ist Kim?“
„Die ist schon wieder verschwunden. Hilfst du uns suchen?“ Todie hatte Keith mal wieder das Wort abgeschnitten. „NatĂŒrlich, wo fangen wir an?“
Nach kurzen nachdenken (kurzem Nachdenken) schlug Keith vor: „Am besten da, wo wir sie das letzte mal gefunden haben, falls sie wieder dorthin wollte!“
Todie sah ihn schief an: „Jetzt fĂ€ngt er schon wieder damit an...!“, folgte ihm aber dann doch.
Einige Korridore, Treppen und TĂŒren weiter war die Stelle, an der Kim das letzte mal von der Wache aufgehalten worden war. Es stand auch heute ein Soldat vor dem,(kein Komma) mit Schnitzereien verzierten,(kein Komma) Holztor. Es fĂŒhrte in den Keller und damit auch in die königliche Schatzkammer. Die Wache verneinte, als die drei nach Kim und Gwgl fragten. So suchten sie weiter.
Es war seltsam(Komma) niemand hatte die Zwei gesehen, als ob sie vom Erdboden verschluckt worden wÀren!
„Kann man eigentlich auch am Tag schlafwandeln?“, fragte das BeakermĂ€dchen den alten Xandor.(besser Komma) Nachdem Keith ihn nach Kim gefragt hatte.
„Ich denke nicht, aber ihr solltet in den tieferen Geschossen nach dem MĂ€dchen und ihrem roten Freund suchen!“
Er runzelte die Stirn, als wĂ€re ihm geraden ein wichtiger Gedanke gekommen, und ließ die Drei dann einfach vor seiner geschlossenen TĂŒr stehen.
„Weiter unten? Der macht wohl Witze,“ begann Josh(Komma) wĂ€hrend sie die endlos scheinende Treppe nach unten stiegen: „Wenn sie in den Keller gestiegen wĂ€re, hĂ€tte die Wache sie doch gesehen!“
„Genau!“, redete Todie weiter: „Sag mal,“ meinte sie an den Prinzen gewandt: „Habt ihr denn noch andere junge Höflinge auf der Burg, außer dir natĂŒrlich!“ , Todie grinste: „Ich meine(Komma) dann mĂŒssten wir auch in deren Zimmern suchen.“ Sie grinste noch breiter.
Keith verstand im ersten Moment ĂŒberhaupt nichts: „Was?... Was!! Bist du bekloppt! Also, ich glaube nicht... oder?!!“
„Keith(Komma) beruhig dich, das war doch nur ein Scherz!“, schritt Josh ein, musste sich aber Selbst (selbst) das Lachen verkneifen. Keith warf ihm und Todie einen tödlichen Blick zu.
„Ich schlage vor, wir gehen in den Garten und sehen nach, ob sie da ist!“ ,wechselte er das Thema. Dann lief er voraus, immer zwei Stufen auf einmal nehmend.
Unten im Burghof angekommen(Komma) teilten sie sich auf. Todie sollte im Rosengarten suchen, der in einer kleinen Nische an der SĂŒdseite der Burgmauer errichtet worden war. Josh und Keith gingen zu dem kleinen Stall(Komma) in dem die königlichen Pferde gehalten wurden. Nur ein duzend (Dutzend) Tiere bewohnten die hellen Boxen, denn auf der kleinen Insel wurden sie kaum bebraucht (gebraucht). Nur gelegentlich wurden die Pferde vor eine Kutsche gespannt oder fĂŒr einen Ausritt geliehen. Die Jungs holten sich zwei der schlanken Schimmel und ritten den winzigen Wald und den felsigen Strand außerhalb der Burg ab. Sie redeten kaum miteinander, es herrschte immer noch Zwist zwischen ihnen. Keith kam das alles wie ein schlechtes Versteckspiel vor.
Ihre Stimmung war, wie das Wetter, dĂŒster, erste graue Wölkchen schoben sich vor die Sonne. Es wĂŒrde heute noch regnen. Ohne Erfolg durchstreiften sie die Dickichte und fragten einige SpaziergĂ€nger nach Kim.
Es war bereits spĂ€ter Nachmittag, als Keith und Josh zurĂŒck zum Schloss ritten.
„Benjamin wird stinksauer sein, wenn er erfĂ€hrt, dass ich ohne Bewachung das Schloss verlassen habe.“ dachte sich der Prinz. Eine TĂŒr, die gerade einmal groß genug war, dass sie mit den Pferden hineinpassten, öffnete sich in dem großen Tor(Komma) um die Beiden einzulassen. Der Vorhof war friedlich wie eh und je.
An kleineren MarktstÀnden boten HÀndler aus aller Welt ihre Ware an. Hunde liefen neben ihren Herrchen her und Kinder tobten herum.
Ohne die geringste Vorwarnung begann die Erde zu vibrieren und ein Erdbeben zerrĂŒttete die idyllische Szene. Der Boden schien zu zerbersten. Die Burg wurde bis auf die Grundmauern erschĂŒttert. Ziegeln fielen von den DĂ€chern und die Menschen und Tiere flohen in Panik davon. Auch die Pferde von Josh und Keith scheuten und die Jungen flogen in hohen Bogen auf den harten Kiesboden. Keith hatte noch nicht einmal zeit (Zeit Komma) zu schreien(Komma) als er auf dem Boden landete und ein scharfer Schmerz ihn durchzuckte.
Das Beben verging nach kĂŒrzester Zeit, und die Angst kam erst jetzt(Komma) als es bereits vorbei war. Keith versuchte aber(Komma) sich zu beherrschen. Er konnte noch ein leichtes knistern (Knistern), wie vor einem Gewitter, in der Luft spĂŒren. Gerade wollte er aufstehen(Komma) als sich der Himmel verfĂ€rbte(Punkt) eine durchscheinende Wand aus rotem Licht herhob (erhob) sich von außerhalb der Wehrmauern. Es stieg immer höher(Komma) bis es sich ĂŒber der Burg, mit einem ohrenbetĂ€ubenden Knall, verschloss. Nach nicht einmal einer Minute war das gesamte Schloss unter einer rot schimmernden Kuppel gefangen. Alle Farben waren verfĂ€lscht und in purpurnes, fast gespenstisches Licht getaucht. Aus sĂ€mtlichen Ecken und GebĂ€uden strömten die Leute auf den Hof. Allesamt mit verwirrten Gesichtern. Viele kreischten und MĂŒtter riefen nach ihren Kindern, die meisten aber starrten aber nur (ĂŒberflĂŒssig) mit offenem Mund in den Himmel. Genauso wie Keith. Josh hatte bereits die Pferde wieder eingefangen. Der große Junge wirkte kein bisschen verĂ€ngstigt und schien auch unverletzt. Keith ging auf ihn zu und half ihm(Komma) die armen Tiere zu beruhigen.
„Josh!?“, Todie kam auf die beiden zugerannt. Ihre Augen waren weit aufgerissen und sie blutete an der linken Wange. „Was ist passiert?“, fragte sie.
„Ich habe keine Ahnung“, der Prinz rieb sich den Ellbogen. Sie wollten die Pferde gerade einem Stallburschen in die Hand drĂŒcken(Komma) um im inneren (Inneren) des Schlosses nach dem rechten (Rechten) zu sehen(Komma) da sahen sie eine Wache auf sie zulaufen: „Eure Hoheit, ist alles in Ordnung?“
Keith nickte und der Mann redete weiter: „Wenn ich euch Bericht erstatten dĂŒrfte... an der Westseite ist ein Teil der Mauer eingestĂŒrzt, ansonsten gibt es kaum SchĂ€den und auch nur leicht Verletzte.“ Er nickte wieder(Komma) aber als der Soldat keine Anstalten machte(Komma) zu gehen(Komma) fragte er(Komma) was es noch gĂ€be. „Benjamin lĂ€sst euch suchen!“ Keith verdrehte die Augen und beschloss(Komma) sein KindermĂ€dchen lieber nicht lĂ€nger warten zu lassen.
Er verabschiedete sich von Todie und Josh. Zuerst wollte die Wache Keith begleiten(Komma) aber dieser drĂŒckte ihm aus Protest die ZĂŒgel seines Pferdes in die Hand.
Langsam ging er durch den jetzt unnatĂŒrlich rot beschienenen Burghof. Keith wollte durch den Dienstboteneingang, der durch die KĂŒche fĂŒhrte, ins innere des Schlosses, um den Massen, die jetzt nach draußen strömten(Komma) zu entgehen. Doch selbst hier kam er dem Personal und anderen in die Quere. In dem riesigen Raum, in dem das Essen zubereitet wurde, lagen sĂ€mtliche Töpfe und Pfannen, zerbrochenes Geschirr und auch einige der wertvollen KristallglĂ€ser auf dem Boden herum. Niemand von den Menschen(Komma) die hinausstĂŒrmten(Komma) bemerkte ihn. Ein MĂ€dchen rannte noch eine SchĂŒssel mit Obst um, die das Erdbeben ĂŒberlebt hatte. Die FrĂŒchte rollten auf den Fußboden und ein Apfel genau vor die FĂŒĂŸe des Prinzen. Er hob ihn auf, wischte in an seinem Hemd ab und biss hinein. Die SĂŒĂŸe beruhigte seine angespannten Nerven. Dann lief er weiter, den weiten Weg zu seinem Zimmer. In manchen GĂ€ngen lagen abgebröckelte Teile der Wand oder Decke oder zersplittertes Holz. Auch hier herrschte ĂŒberall Chaos, obwohl sich die Menschen bereits wieder beruhigten. Jeder(Komma) der ihn erkannte(Komma) fragte Keith nach seinem befinden (Befinden) und wollte ihn in ein GesprĂ€ch vertiefen, aber er ließ niemanden an sich ran.
Sie wollten frĂŒher nichts mit ihm zu(getrennt)tun haben, warum sollte er die nach Neuigkeiten lĂŒsternen Adligen jetzt brauchen? Sie wollten sowieso nur ĂŒber Kim mit ihm reden, da sie ĂŒberall eine AffĂ€re witterten und jetzt neue GerĂŒchte in die Welt setzen wollten.

Benjamin erwartete ihn bereits in seinem Zimmer. Mit verschrĂ€nkten Armen stand er am Fenster und drehte sich gerade zu ihm(Komma) um als Keith die TĂŒr öffnete. Der Diener sah in böse(Komma) aber auch verĂ€ngstigt(Komma) an(Komma) als er das Zimmer betrat.
„Ja, hier bin ich!“, sagte der Prinz ohne Benjamin auf die seltsamen Ereignisse anzusprechen. Er biss noch einmal von dem Apfel ab. Auch hier im inneren der Burg war alles in das purpurne rot getaucht und das schwarze Sakko, das Benjamin fĂŒr gewöhnlich trug(Komma) schien eher Weinrot (klein) zu sein.
Alles sah irgendwie falsch aus.
„Junger Herr!“ begann der Butler und ging einen Schritt auf seinen SchĂŒtzling zu, jetzt wieder so gefĂŒhlskalt wie immer: „Wie konntet ihr nur alleine und ohne jemanden bescheid (jemandem Bescheid) zu sagen die Burg verlassen?!“ Keith glaubte zu sehen, dass das Gesicht seines GegenĂŒbers rot vor Wut wurde, aber das war es durch das gefĂ€lschte Licht ohnehin schon.
NatĂŒrlich wollte Keith sich sofort verteidigen:
„Aber ich war nicht alleine! Josh war dabei. Außerdem mussten wir Kim suchen!“
„Ja, ja(Komma) immer dieses MĂ€dchen... ,“ als Benjamin das sagte, wich Keith automatisch einen Schritt zurĂŒck. Was sollte das denn heißen?
„Seitdem die junge Lady hier ist, verhaltet ihr euch sehr verantwortungslos! Heute werdet ihr auf keinen Fall weiter nach Kim suchen. Ich habe veranlasst, dass ihr euer Zimmer nicht mehr verlasst, bis wir wissen, was der rote Himmel zu bedeuten hat!“
„Was?!“, zuerst war Keith ĂŒberrascht ĂŒber diese Frechheit, aber dann wurde er trotzig: „Und wie willst du das verhindern, dass ich mein Zimmer verlasse, hm?“
„Ich habe,(kein Komma) mit Erlaubnis des Königs,(kein Komma) veranlasst, dass zwei Wachen vor eurer TĂŒr postiert werden!“
Der Prinz spĂŒrte(Komma) wie ihm das Blut vor Wut in den Kopf schoss:
„Wie bitte? Wer gibt dir das Recht dazu, mich hier einzusperren?“, fuhr Keith auf: „Verschwinde sofort von hier!“ zuerst (Zuerst) sah Benjamin nur erschrocken aus, dann immer zorniger:
„Wie redet ihr denn mit mir?...“ Keith ging zur TĂŒr und riss sie auf. TatsĂ€chlich standen davor zwei breitschultrige Soldaten in der Uniform der Palastwache. Sogar die schweren Vollhelme trugen sie, sodass Keith sie nicht erkennen konnte.
„Raus hier!“
Benjamin wollte protestieren: „Aber Hoheit... !“
„Sofort!!“ wiederstrebend (Widerstrebend) verließ der Butler den Raum, blieb aber vor der TĂŒr noch einmal stehen. Lautstark schlug Keith die TĂŒr zu und genau in Benjamins Gesicht. Er hörte nur noch einen ĂŒberraschten Aufschrei und wĂŒtende Schritte.
Eine der Wachen kicherte.
Darauf folgte Stille. Keith hatte jetzt das dringende BedĂŒrfnis(Komma) irgendetwas kaputt zu schlagen. Er hasste dieses GefĂŒhl der Hilflosigkeit! NatĂŒrlich hatte Benjamin das Recht(Komma) ihn hier festzuhalten, wenn er den König, Keith’ Vater, davon ĂŒberzeugen konnte(Komma) das (dass) es nur zu seiner Sicherheit war. Manchmal wĂŒnschte er sich nichts sehnlicher, als fĂŒr immer aus diesem goldenen KĂ€fig zu flĂŒchten, in Kim’ s Welt. Aber er wusste natĂŒrlich, dass es nicht funktionieren wĂŒrde. Sein Zuhause war hier!

An diesem Abend lag Keith noch lange wach in seinem Bett. Es war schon ewig dunkel und er konnte vor lauter Sorgen um Kim nicht einschlafen. Sie war immer noch nicht aufgetaucht. Irgendwann zwischen dem Abendessen und dem Mondaufgang waren Josh und Todie gekommen(Komma) um ihm von der erfolglosen Suche zu berichten. Sie hatten ihm auch erzÀhlt(Komma) das (dass) man versucht habe(Komma) das Schloss zu verlassen. Nichts und niemand konnte die rote Kuppel durchdringen.
Was, wenn Kim irgendwo außerhalb der Burg ist und nicht mehr hinein kommt?
Auch sein Vater hatte ihn einmal besuchen wollen, aber Keith hatte seine TĂŒr verschlossen und nach einigen Minuten war der König wieder gegangen.
Irgendwann in seinen Überlegungen war der Prinz unter dem von der Nacht dunkelroten Himmel und der hell-orangen Kugel des Mondes, der durch das offene Fenster schien, eingeschlafen.
Er trĂ€umte von Kim, wie sie lĂ€chelnd vor dem Burgtor stand und ihm winkte. Sie öffnete den Mund(Komma) als wolle sie etwas sagen, als sich plötzlich der Himmel rot fĂ€rbte und sich ein riesiger schwarzer Drache mit FlĂŒgeln und einem langen Hals auf das MĂ€dchen stĂŒrzte. Der Windstoß, den die gigantischen schwingen (Schwingen) verursachten, warf Kim um und Keith konnte genauer als es im wirklichen Leben war erkennen(Komma) wie sich ihr Gesicht vor Angst verzehrte (verzerrte).
Dann sah er Rauch(Komma) der sich schwarz und unheilvoll in der Luft verzog. Als Keith wieder klar sehen konnte(Komma) war an der Stelle, wo Kim gestanden hatte, nur ein verkohlter Krater(Komma) der noch dampfte.
Schreiend und schweißgebadet erwachte er in dem zerwĂŒhlten Bett. Immer noch umgab Nacht die Burg. Auch wenn es durch das purpurne GlĂŒhen unnatĂŒrlich hell war.
Keith atmete ein paar mal tief durch und sah sich aufmerksam um. Er fĂŒhlte sich beobachtet.
GegenĂŒber von seinem Bett stand eine Gestalt!
Er schĂŒttelte sich die letzten Fetzen seines Albtraumes ab. Der Kerl war etwa so groß wie ein Hund.
Wer war das? Wie war er hier herein gekommen?
Der Zwerg kam nÀher, bis das Licht, das durch das Fenster fiel, auf ihn traf.
„Gwgl! Was machst du denn hier?“ der (Der) Goobljn wirkte irgendwie seltsam Ă€ngstlich, als schĂ€mte er sich.
Weist (Weißt) du(Komma) wo Kim ist?“
Der Kleine nickte. Eine absolut menschliche Geste, die Keith bei ihm noch nie gesehen hatte. Der Prinz sprang mit einem Satz auf und schlĂŒpfte in seine Stiefel.
„Bring mich zu ihr!“ sagte er entschlossen.
Gwgl sah ihn erst (ĂŒberflĂŒssig) eine Weile an(Komma) als mĂŒsse er zuerst darĂŒber nachdenken, nickte wieder und sprang aus dem Fenster.
„He!“ schrie ihm der Junge hinterher: „Ich kann doch nicht fliegen!“ der (Der) Goobljn landete wieder auf dem Fensterbrett und blinzelte Keith mit schiefgelegten (schiefgelegtem) Kopf an. Dann hĂŒpfte er zur TĂŒr und wartete, bis aufgesperrt wurde.
Der Prinz war jetzt hellwach. An die Wache dachte er ĂŒberhaupt nicht mehr.
Er wĂŒrde Kim finden!
Eine seiner, dank Benjamin, einzigen Freunde (Freundinnen), die er je gehabt hatte.


wer soll n nach so einer lektĂŒre einschlafen können? ich nicht! ich zieh mir die nĂ€chsten kapitel aufe platte!
ganz lieb grĂŒĂŸt
__________________
Old Icke

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