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Leselupe.de > Lange Texte
M/DWdS_Kapitel9
Eingestellt am 14. 03. 2004 11:43


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Najitzabeth
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jan 2004

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Der Wanderer


Kim ging zu ihrer Freundin: „Hey, mach dir keine Sorgen. Bestimmt beruhigen sie sich wieder!“
„Naja, so sicher wäre ich mir da nicht!“ warf Keith ein und fing sich einen vielsagenden Blick von Kim ein, der ihn zum Schweigen brachte.
„Komm schon Todie,“ sprach das Mädchen weiter. „wenn wir ihnen alles erklären, verstehen sie es garantiert!“
„Das Glaubst du doch wohl selber nicht!“ Todie hatte sich nun Kim zugewandt.
„Am besten wäre es gewesen, wenn ich bei meiner Großmutter, oder noch besser im Spey, geblieben wäre! Dann hättest du weniger Probleme!“
„Bist du jetzt total verrückt geworden? Ohne dich hätte ich es nicht einmal aus dem Wald herausgeschafft! Geschweige denn bis hier her.“
Todie senkte wieder den Kopf, denn sie wusste ganz genau, dass das der Wahrheit entsprach.
In dem Moment kam Hans aus der Tür, wieder mit seiner Sense bewaffnet. Brüllend stürmte er auf die Fünf zu. „I glabs net, ia saids vielleicht a Haffa! Ia schleppts soga so a Mistviech mit, wo meine Kinder ogreift!“ er deutete auf Todie, dann wanderte sein Blick durch die Runde und blieb an Keith hängen. „Beim Aug’ des Einhorns! Is des dess wo I glab?“
Keith sah an sich hinunter um zu begreifen, was er meinte. Dann baute er sich auf und begann zu grinsen.
„Ja!“
Jetzt verstand auch Kim. Der Bauer hatte die rote Brosche entdeckt, die den Mantel zusammen hielt. Jeder hatte von Xandor so eine keine Sonne bekommen.
Bei der Wasserschlacht musste es den ganzen Schlamm weggewaschen haben. Nach einer Schrecksekunde warf sich der Mann vor Keith auf den Boden.
„Eire Hoheit. Kennst ia mia no amoi verzeihen?“ Er sah zu dem Prinzen auf. „Wie ko I des wiada guad mocha?“
Keith überlegte kurz: „Also als erstes entschuldigen sie sich bei Todie. Dann bräuchten wir einen Schlafplatz für heute Nacht und Pferde... Achja, Proviant wäre auch nicht schlecht!“
„Jo, freilich! Des is ja des mindeste wos I do konn!“
Hans stand auf und bat das Beakermädchen um Verzeihung, auch seinen Kindern trug er das auf. Auch wenn die ganze Familie Todie jetzt wie ein rohes Ei behandelte, so hatten sie jetzt, nachdem sie Keith erkannt hatten, doch Respekt vor der Gruppe.
Nachdem sich die Fünf (Gwgl eher unfreiwillig) gewaschen hatte, aßen sie gemeinsam. Sie redeten nicht lange und erzählten natürlich auch nicht die ganze Geschichte. Es war gerade einmal dunkel geworden, als sie in ihre Zimmer gingen und schliefen.
Kim und Todie unterhielten sich noch eine Weile über die Geschehnisse der letzten Tage und auch über Themen, die Kim sehr unangenehm und fand.
„Weißt du was ich glaube?“ fragte Todie ganz ernst.
„Nein, was denn?“
„Ich denke, Keith ist in dich verliebt!“
Kim schluckte, während Gwgl leise schnarchte.
„Blödsinn! Wie kommst du denn auf so eine Idee?“
Todie war immer noch ernst, das war also keiner ihrer Scherze.
„Na, ich meine wie er dich immer verteidigt und vor allem wie er dich ansieht!“
„Ach, das hat bestimmt einen ganz anderen Grund!“
Todie verdrehte die Augen. „Ja klar, und welchen? Du willst es ja bloß nicht wahrhaben. Aber ich versteh nicht warum... Ich meine er ist ein Prinz! Das ist irgendwie wie im Märchen!“
„Sehr witzig, die ganze Sache ist ein Märchen!“
Darauf ging Todie nicht weiter ein, sondern stellte stattdessen die Frage, vor der Kim insgeheim Angst gehabt hatte: „ Und was ist mit dir? Liebst du ihn?“
„NEIN!“ schrie Kim.
„Du brauchst nicht gleich auszuflippen!“ kicherte sie. „Das war doch nur eine rein hypothetische Frage!“
„Wir sind nur Freunde!“ sagte Kim kleinlaut, denn sie wusste selbst nicht mehr, ob es noch stimmte.
In Wirklichkeit hatte sie ein wenig Angst davor, dass es nicht so war. Kim war durch Todie’ s Fragen irritiert und wollte nur noch schlafen.
Aber trotz ihrer Müdigkeit träumte sie. Sie träumte davon, das Todie recht hatte und als das Beakermädchen am nächsten Tag aufwachte, sah sie das ihre Freundin im Schlaf lächelte.

Kim blinzelte in die Sonne, die durch das offene Fenster hinein schien. Sie fühlte sich frisch und war, was den kommenden Tag anging, neugierig. Nachdem sie tief die frische Landluft eingeatmet hatte, setzte sie sich auf.
„Guten Morgen!“ rief ihr Todie entgegen, die sich gerade anzog. „Na, hast du etwas schönes geträumt?“ fragte sie lächelnd. Anscheinend ging es ihr heute wieder besser und die düstere Stimmung war wie weggeblasen. Kim sah das jüngere Mädchen fragend an und schnappte sich dann auch ihr Kleid. Es war ganz sauber, Birgit hatte es gestern Abend noch ausgewaschen, genauso wie die Kleidung der Anderen.
Die Drei, Gwgl saß wieder auf Kim’ s Schulte, verließen gerade das Zimmer, als die kräftige Stimme der Bäuerin nach oben drang, dass das Frühstück fertig sei.
Auch die Tür des Zimmer’ s nebenan, in dem die Jungs geschlafen hatten, öffnete sich. Sie begrüßten sich mit einem fröhlichen: „Guten Morgen!“
Als sie die kurze Treppe hinunter gingen fragte Josh: „Sagt mal, wer von euch hat denn gestern so ´rumgeschrien?“
Kim blieb fast das Herz stehen. Hatte man ihre panische Antwort auf Todie’ s
>>rein hypothetische<< Frage etwa auch im Nebenraum gehört? Sie fühlte wie ihr die Schamesröte ins Gesicht stieg. Todie bekam natürlich einen Lachanfall und hatte ihnen doch glatt von ihrem Gespräch erzählt.
„Todie!!“ brüllte Kim und wurde noch röter. Jetzt starrten alle das Mädchen an, auch Todie, als wäre sie auf die Ausrede gespannt.
„Es war nichts...,“ auch die Bauernfamilie wartete, denn sie waren mittlerweile im Esszimmer angelangt.
„... nur, ähm, eine Spinne!“
Im versuchte überzeugend zu Lächeln und Todie dazu zu bringen mit dem kichern aufzuhören.
„Ja klar, eine Spinne!“ Josh tat so als würde er ihr glauben. Kim’ s Blick wanderte zu Keith aber als sie bemerkte, das auch er sie ansah, blickte sie schnell in die andere Richtung. Die Vier setzten sich und nach dem Birgit tausendmal dafür entschuldigt hatte, dass das Essen so schmählich ausgefallen war und es nicht eines Prinzen würdig war, begannen sie zu essen.
Nach dem gemütlichen Frühstück, das, wie Kim fand gar nicht schmählich war, gingen alle auf den Hof, denn Josh bestand darauf so bald wie möglich aufzubrechen.
Mit den Satteltaschen voller frischem Proviant, waren sie bereit für die nächste Etappe ihrer Reise.
Kim war ziemlich überrascht, als Laura und Jonas mit vier fertig gesattelten Pferden bereitstanden.
„Moment mal! Hab ich erwähnt, dass es schon eine halbe Ewigkeit her ist, seit ich das letzte Mal geritten bin?“ Sie sah sich in der Runde um. Josh und Todie sahen sie schief an, aber Keith versuchte sie zu beruhigen.
„Das ist wie Fahrradfahren. Reiten verlernt man auch nie!“
„Bist du dir sicher?“ bemerkte Kim ironisch und wollte einfach nicht zugeben, dass sie noch nie geritten war. Während sie sich von der Bauernfamilie verabschiedeten, fragte Todie ihre Freundin: „Was ist eigentlich Fahrradfahren?“
„Ach, vergiss es einfach!“ maulte Kim.
Mit Hans’ Hilfe hievte Kim sich auf den Rücken der braunen Maya, da der Bauer versichert hatte, die Stute wäre die zuverlässigste und bravste. Kim hatte sich sofort in die treuen Augen des Tieres verliebt, nur Gwgl hielt Abstand als sie im Schritt, der Familie winkend, den Hof verliefen. Er hatte ziemlichen Respekt vor den viel größeren Vierbeinern. Kim musste sich erst langsam an den Takt des Pferdes gewöhnen. Aber nach einiger Zeit, den Hof konnten sie schon nicht mehr erkennen, saß das Mädchen schon recht ordentlich auf der ruhigen Maya. Todie bohrte noch einmal: „... Aber, war ist >>Fahrradfahren<<?“
„Ach, vergiss es doch endlich!“ sagte Kim, um das Gespräch zum Stillstand zu bringen, damit sie sich besser auf das Reiten konzentrieren konnte.
Die endlos scheinende, Grasbewachsene Steppe, durch die sie ihre Reisen nun führte, wellte sich in sanften Hügeln vor ihnen her. Kim hatte das Gefühl, als würden sie immer an der gleichen Stellen reiten, da die Landschaft ewig die selbe blieb. Der einzige Lichtblick waren die Waldausläufer, die sich in einiger Entfernung neben ihnen erstreckten.
Nahe an ihnen schlängelte sich ein kleiner glasklarer Bach seinen Weg durch die hügelige Landschaft. Eine ganze Weile schon ritten die Vier entgegen der Strömung, immer an dem steilen Ufer entlang. Die Umhänge hatten sie schon nach kurzer Zeit in ihren Satteltaschen verstaut, aber trotzdem litten sie unter der Hitze des sonnigen Sommertages. In den Mittagsstunden machten sie eine kleine Pause. Sie aßen im Schatten eines Buchenhains und ließen die Pferde in Frieden grasen.
Kim beobachtete wie Gwgl immer wieder versuchte, sich den Pferden zu nähern aber jedes Mal, wenn sich eines der großen Tiere bewegte, ergriff er die Flucht. Kim schmunzelte über ihre Situation hier. So weit waren sie nun schon gekommen. Sie hatte keine Ahnung, wie die Aufgabe, die sie sich aufgehalst hatte, bewältigen könnte. Kim dachte an die Gefahren und an den langen Weg, der ihnen noch bevorstand. Das Mädchen hörte, wie Josh und Keith darüber diskutierten, wie sie die Vorräte rationieren sollten und wäre beinahen eingenickt, wenn Todie nicht in diesem Moment aufgestanden wäre und gesagt hätte, das es Zeit zu Aufbrechen wäre.
Also packten sie ihre Sachen wieder in die Taschen und stiegen auf. Diesmal schaffte Kim es alleine sich auf Maya’ s rücken zu setzen und ihre Laune verbesserte sich auch ein wenig, als sie ihren Weg, den Bach entlang, fortsetzten.

Die Vier ritten nun schon wieder eine ganze Weile, immer in einem gleichmäßigen Kräfte sparenden Trab und Kim konnte schon langsam jeden Muskel in ihrem Körper spüren. Vor ihr ritt Keith, auf großen gescheckten Hengst Xano. Er saß putzmunter auf dem Pferd, als wären sie eben erst los geritten und unterhielt sich mit Todie. Sie erzählte ihm von den Bräuchen und Traditionen der Beaker und von den Göttern, die die Vogelmenschen außer Saphira noch anbeteten. Und natürlich von der Angst vor den Menschen und davor, nicht mehr in Frieden Leben zu können.
Mit Kim hatte er heute noch kaum ein Wort geredet. Sie war sauer auf ihn, weil er nicht zu ihr kam um ihr ein wenig Gesellschaft zu leisten, doch er unterhielt sich lieber mit Todie.
War sie etwa eifersüchtig?
Wieso sollte sie das sein?
Und trotzdem hatte sich etwas verändert. Irgendwas war anders geworden seit sie sich kennen gelernt hatten. Kim konnte gar nicht glauben, dass das noch nicht vor allzu langer Zeit gewesen war. Es kam ihr vor, als würden sie sich schon ewig kennen. Vorsichtig lenkte Kim Maya näher an das Ufer des nun langsam dahin gleitenden Stromes, um einen Blick auf ihr Spiegelbild zu werfen. Wolken schoben sich vor die, sich dem Horizont zu neigenden, Sonne und ermöglichten Kim einen ziemlich klaren Blick auf ihr eigenes Ich.
Müde Augen über dunklen Augenringen sahen ihr entgegen. Ein paar Strähnen ihres Haares fielen Kim ins Gesicht und verdeckte einen Pickel, der auf ihrer Wange gewachsen war. Kim stöhnte auf. Ihr einziger Trost war, dass sie nicht die einzige war, die so fertig aussah. Ohne es selbst zu merken wanderte ihr Blick wieder zu Keith. Gerade in diesem Augenblick drehte er sich lächelnd zu ihr um.
Kim’s Herz machte einen Sprung. Der Prinz sah genauso müde aus wie alle Anderen, aber trotzdem er war so... Kim kam nicht mehr dazu diesen Gedanken fertig zu bringen. Maya verlor auf dem schlüpfrigen Ufer den Halt und stürzte unter einem herzzerreißenden Schrei einen Meter tief in den Bach. Auch Kim schrie, als sie von Maya’ s Rücken geworfen wurde und im Wasser landete. Das Pferd stand sofort wieder auf und erklomm den steilen Hang zurück zu seinen Kumpanen. Dort blieb es erschrocken stehen und schüttelte sich das Wasser aus dem Fell. Auch Kim rappelte sich wieder auf. Zum Glück war das Gewässer nicht besonders tief gewesen.
Todie, Josh und Keith waren abgesessen und kletterten nun zu Kim um ihr zu helfen.
„Ist dir was passiert?“ fragte Keith, der als Erster bei ihr ankam. Kim schüttelte den Kopf und ging stumm zu den Anderen. Ihre Rippen schmerzten und ihr Kopf brummte wie verrückt, aber es war nichts Ernstes.
Todie reichte Kim eine Decke mit der sie sich ins Gras setzte während Josh die verängstigte Maya untersuchte.
Ein paar Minuten später kam er zu den Anderen um ihnen Bericht zu erstatten: „Sie lahmt. Es ist nichts ernstes, aber..., er wandte sich an Kim „du wirst sie wohl zwei, drei Tage nicht reiten können!“
„Na klasse, und was soll ich dann machen?... Hinter euch herlaufen?“
Die Anderen sahen sich an, bis Keith zurückhaltend vorschlug: „Du kannst mit mir Reiten!“
Kim schluckte, aber Josh klatschte in die Hände bevor sie noch etwas sagen konnte und sagte: „Na also, dann wäre dieses Problem ja gelöst.“ Er ging zu seinem Pferd Silvo und holte Verbände und eine Salbe aus den Satteltaschen um Kim’ s Pferd zu verbinden.
Kim schrie innerlich um Hilfe! Der Gedanke mit Keith ein Pferd zu teilen, ihm so nahe zu sein, behagte ihr gar nicht. Sie wusste nicht, wie sie sich herausreden wollte ohne das es sich anhörte, als würde sie nicht wollen. Denn insgeheim, aber das wollte sie sich selbst nicht eingestehen, hatte sie nichts dagegen.
Gleich nachdem Josh Maya verarztet hatte, stiegen sie auf um nach einem Nachtquartier zu suchen. Zuerst Keith, dann nahm er den Fuß wieder aus dem Steigbügel und streckte Kim seine Hand entgegen. Nach drei vergeblichen Versuchen, saß Kim endlich hinter dem Jungen auf dem großen Hengst. Hilflos saß sie nun dort und wusste nicht was sie tun sollte.
„Und wo soll ich mich festhalten?“ fragte sie kleinlaut. Keith drehte sich ein wenig im Sattel um, sodass Kim beinahe das Gleichgewicht verloren hätte.
„An mir!“
Das hatte sie schon vermutet. Also legte sie ihre Hände auf seine Schulter und unterdrückte die Röte, die in ihr aufsteigen wollte. Sie sah zu Josh, der schon ungeduldig darauf wartete, dass sie endlich aufbrachen, da es schon zu Dämmern begann. Dann zu Todie, die sie hämisch und schadenfroh angrinste. Kim wusste, was sie sich jetzt in der nächsten Zeit von dem Beakermädchen anhören musste.
Ein Rascheln hinter ihnen ließ Kim sich umdrehen. Gwgl war gerade wieder zu ihnen gestoßen. Kim hatte ihn in all der Aufregung total vergessen.
Da sie jetzt wieder komplett waren brachen sie auf.
Zuerst fand Kim, das es zu Zweit auf einem Pferd noch unbequemer war als alleine, aber bald begriff sie, dass sie bei dieser Variante einfach nur sitzen bleiben musste und sonst nichts zu tun hatte.
Josh und Todie hatten zusammen die Führung übernommen und suchten nun die immer dunkler werdende Gegend nach einem geeignetem Schlafplatz ab. Keith und Kim mit Maya im Schlepptau, bildeten das Schlusslicht, da Kim darauf bestanden hatte, Gwgl nicht so alleine zu lassen.
Irgendwann versuchte Keith ein Gespräch in Gang zu bringen : „Hast du eine Ahnung was mit Josh los ist?“ fragte er sie. „Was soll denn mit ihm los sein?“
„Ich weiß auch nicht, er ist heute so still und er hat noch keine bissige Bemerkung abgegeben!“
„Oh... !“ Kim war gar nicht aufgefallen, dass mit dem Müllerssohn etwas nicht stimmte, aber jetzt, da Keith sie darauf angesprochen hatte, bemerkte die die Sorgen in seinem Blick auch.
„Fragen wir ihn doch einfach!“ Kim sagte das und ohne das Keith sie davon abhalten konnte rief sie Josh auch schon. Er zügelte Silvo und ritt neben den Beiden.
„Was ist?“
„Irgendetwas stimmt doch nicht mit dir!“ äußerte Kim geradewegs heraus.
„Wie kommst du denn auf die Idee?“ fragte er abweisend, aber Kim bemerkte sofort das sie genau ins Schwarze getroffen hatte.
„Sag schon... !“ drängte sie ihn weiter. Er stöhnte und gab dann nach. Auch Todie war zu ihnen nach hinten gekommen.
„Also gut... Ich vermisse meine Freundin, Sarah! Sie macht sich bestimmt schreckliche Sorgen um mich!“ Kim sah wie seine Augen bei dem Gedanken an seine Freundin zu leuchten begannen.
„Wir kennen uns schon seit unserer Kindheit. Ihr Vater ist Bäcker und kauft unser Mehl. Sie wohnt in Phjenamo, im Südviertel.“
„Das ist ja soooo süß!“ sagte Todie und zeigte auf den Wald, dem sie im Laufe des Tages immer näher gekommen waren: „Da kannst du weiter träumen!“
Also steuerten sie den Mischwald mit seinen schönen alten Bäumen an, deren Äste, wie zur Begrüßung in der frischen Abendprise schwangen.
Nicht weit im Inneren hatte sie einen geschützten Platz zum übernachten gefunden. Gerade rechtzeitig als das letzte Licht der Sonne verlosch, hatte sie ein Feuer entzündet, die Pferde versorgt und ihr Nachtlager aufgebaut. Zu fünft saßen sie um das gemütlich knisternde Feuer und aßen ihr Abendessen.
„Wisst ihr eigentlich in welchem Wald wir sind?“ fragte Keith in einem düsteren Ton.
„Oh bitte, keine Gruselgeschichten.“ jammerte Kim: „Ich will heute noch schlafen können!“
„Erzähl schon... ,“ forderte Todie und damit wurde Kim überstimmt.
„Wir sind im Wald der Zentauren, jene Wesen, die Saphira’ s Wächter sind! Es heißt, dass sie einst Menschen wie wir waren. Aber dann, vor vielen Jahrhunderten, haben sie sich entschlossen, ihr Leben ganz und gar Saphira zu widmen. Sich machte sie zu dem, was sie heute sind, damit sie ihr ähnlicher waren. Heute sind sie halb Mensch und halb Pferd und es heißt weiter, sie seien gefürchtete Krieger, die jeden, der den Wald betritt bestrafen... Habt ihr das gerade gehört?“
„Haha, sehr witzig! So schrecklich war deine Geschichte nicht, dass ich auf so was Reinfalle!“ gab Kim ihm zu verstehen.
Aber auch Gwgl, der die ganze Zeit neben ihr gelegen hatte und sich den Kopf kraulen ließ, stellte plötzlich die Ohren auf. Todie schluchzte: „Jetzt hab ich es auch gehört!“
„Jetzt hört aber auf... !“ wollte Kim die anderen zurechtweisen, aber dann hörte sie das Geräusch selbst. Ein knacken von Zweigen, Blätter raschelten, waren das etwa Schritte?
„Was ist das?“



Die Staubpartikel schwebten durch den achteckigen Raum und war durch das sinkende Sonnenlicht, dass durch die vier großen Fenster hereinfiel, gut sichtbar. Der Staub lag auch bereits auf den Kleidern, dem Haupt- und Barthaar des alten Mannes. Er suchte in den veralteten Kisten und Schränken, hinter Bücherstapeln und brösligen Pergamentrollen.
Wo war dieses verfluchte Ding nur?
Er war doch ein Seher, er müsste es Wissen!
Gerade schob Xandor einen Stapel mit Büchern über die Finanzen des Landes zur Seite, als er auf ein kleines verziertes Kästchen aufmerksam wurde. Er hob es vorsichtig auf und wischte mit einem Leinentuch den Staub ab.
„Ahh, da haben wir dich ja!“ rief er aus, und machte sich auf den Weg zur Krönungshalle.
Während der Seher die lange Wendeltreppe zu seinem Turm hinabstieg, ging er noch einmal die komplizierte Zauberformel durch, die er zur Beschwörung der Kugel benötigte.
Das Portal, das in den Saal führte, öffnete sich von selbst als der Mann in die Nähe kam. Im Inneren warteten bereits der König und der Butler Benjamin, dessen Nase noch verbunden war.
Der Prinz hatte ihm bei der Flucht die Nase gebrochen, sie würde wahrscheinlich immer schief bleiben.
Ungeduldig blickten sie auf den Seher als dieser einen kleinen Tisch und ein Kissen von einem Diener holen ließ. Der König stand aus seinem Thron auf und ging zu Xandor. Kurz darauf kam auch Benjamin.
„Wie geht es dir Anwar?“ begrüßte Xandor den König, für den er schon als dieser noch ein kleines Kind gewesen, jeden Tag gesorgt hatte.
„So weit gut, aber das weißt du sicher. Aber solange ich nicht erfahre, was mit den Kindern ist, werde ich wohl keinen Schlaf mehr finden!“
„Das verstehe ich gut!“ bestätigte Benjamin seinen König.
„Na dann wollen wir mal sehen!“ Xandor nahm das kleine Kästchen, das er den ganzen Tag so verzweifelt gesucht hatte und öffnete das bereits Rostansetzende Schloss.
Ganz behutsam entnahm er die zwei Fäuste große Glaskugel, die auf samt gebettet war und legte sie vorsichtig auf das Kissen. Sobald er die Kugel berührte begann sich das milchige innere zu bewegen. Es war schon Ewigkeiten her, das Xandor sie das letzte Mal benutzt hatte. Xandor rief sich noch einmal die Formel ins Gedächtnis und begann dann leise murmelnd die gläserne Kugle zu beschwören. Farben und Formen begannen sich zwischen den Glaswänden zu bilden. Langsam wurden Personen erkennbar und eine Weile später konnte der König sie als Keith, den Müllerssohn, Todie und den Goobljn erkennen. Aber wo war das Mädchen? Auch Xandor war überrascht.
War es möglich, das Saphira sie aus ihrem Exil heraus abschirmte, damit der schwarze Magier sie nicht entdecken konnte? Das Bild wurde schärfer. Dann konnte er etwas erkennen. Eine verschwommene Gestalt, kaum als Mensch zu identifizieren. Das musste Kim sein! Wieder hatte sich ein Teil der Prophezeiung erfüllt. Sie war unsichtbar!
Der König machte sich Sorgen, dass sie es nicht aus den Katakomben schaffen würden, da die Tunnel eingestürzt sind. Das Tunnelsystem unter der Burg war nun komplett unter Wasser, aber dafür war die rote Kuppel, in der sie gefangen gehalten wurden, verschwunden.
Auch Nevytar’ s Macht hatte Grenzen.
Die drei Männer beobachteten, wie die fünf Gefährten durch die dunklen Tunnel gingen, sie sahen ihre Verzweiflung, als der Goobljn die Karte stahl und dann brach das Wasser in die uralten Höhlen, dass die Freunde mit sich riss. Worauf irgendetwas geschah und sie waren gerettet.
Der König lachte erfreut, als er sah wie der Bauer den Prinzen erkannte und sie in sein Haus einlud. Benjamin schimpfte über die Kindereien während er die Wasserschlacht beobachtete und Xandor war erschüttert über die Intoleranz, die man Todie entgegenbrachte.
Inzwischen war es dunkel geworden und ein paar Diener hatten Licht gemacht.
„Die Kugel hat uns nun die Vergangenheit gezeigt, wollen wir nun zur Gegenwart übergehen... !“ erklärte er den Beiden, bevor er wieder einen Spruch aufsagte, um zu sehen, was genau in diesem Augenblick bei den fünf Reisenden geschah.
Zuerst war die Sicht wieder sehr verschwommen, aber schon bald klärte sich das Bild und gab den Blick auf ein Feuer frei, um das die vier schattenhaften Gestalten saßen und eine nicht erkennbare Person. Sie sahen allen erschrocken in eine Richtung, in die Dunkelheit der Bäume. Die drei Männer hätten ihnen am liebsten geholfen, aber das war jetzt unmöglich. Gerade in dem Moment, in dem sich die Blätter und Äste teilten und sie hätten sehen können was dort geschah, verzerrte sich das Bild und die Kugel verwandelte sich wieder zu dem Stück milchigem Glas, dass es ohne eine Zauberformel gewesen war.



Also gut, wenn er diese Möchtegern Abenteurer nicht aufhalten konnte, würde er eben dafür Sorgen, dass die fünf Kinder ihr Ziel erreichten. Er wusste auch schon auf welche Weise.
Der Dunkle lachte, sodass die Cylaptoren, die in dem Gebälk der großen Halle auf Befehle warteten, erschrocken aufflogen und wie zur Antwort ihre ohrenbetäubenden schrillen Schreie ausstießen. Messerscharfe Krallen zischten so nahe an seinem Gesicht vorbei, dass jeder andere panisch die Flucht ergriffen hätte. Aber er wusste, sie würden ihm nichts antun, so sehr sie ihn auch hassten. Die großen geflügelten Echsenwesen hatten viel zu viel Angst vor Ihm.
Das Lachen und die Schreie hallten in dem schwarzen Marmorwänden weiter, als er zu seinen Gemächern ging, um sich eine Weile auszuruhen. Das konnte er sich nun leisten. Er würde dieses törichte Balge in seinem eigenen Reich vernichten. Dachten sie wirklich, dass es so einfach wäre, ihn zu besiegen?



Die Schritte kamen näher. Für einen kurzen Moment übertönte der Wind die fremden Geräusche. Dann konnte Keith einen Schatten im Dickicht erkennen. Fetzen hingen von der Gestalt und flatterten im Wind. Die Pferde, die von der Anspannung angesteckt worden waren, wurden unruhig und zerrten an den Zügeln, mit denen sie angebunden waren. Die finstere Gestalt ging weiter auf sie zu. Aus den Baumwipfeln schrie eine Krähe.
Keith stand auf und wollte sein Schwert holen, um sich wehren zu können, als Licht auf den Fremden Mann fiel. Er trug typische Kleidung für einen Reisenden.
Naturfarben, einen geschlitzten Umhang, um den Rucksack bequemer tragen zu können, über der Hose waren Tücher um die Beine gewickelt, um sie vor den scharfen Dornen der Waldpflanzen zu schützen und natürlich feste Schuhe.
Der Fremde war ein Mann von etwa 20 Jahren, dessen langes blondes Haar zu einem Zopf im Nacken gebunden war. Seine Indigofarbenen Augen strahlten in die Runde. Er trat noch einen Schritt auf die Gruppe zu und senkte seinen verzierten Wanderstab.
„Es tut mir wirklich Leid, wenn ich euch erschreckt habe!“ entschuldigte er sich mit einer freundlichen Stimme, mit der er sicher jeden um den Finger wickeln konnte.
Keith konnte ihn nicht leiden.
„Das ist ja auch gut so!“
„Keith... !“ fauchte Kim ihn an und sprach dann weiter zu dem Wanderer: „Ist schon in Ordnung... setz dich doch!“ sie rutschte zur Seite um ihm Platz zu machen. Der Mann lächelte sie strahlend an und Keith bemerkte sofort, wie Kim den Blick schüchtern abwandte.
Er hasste ihn!
„Wie schade, wir wollten gerade schlafen gehen!“ warf der Prinz ein, und die Anderen dazu zu bewegen und diesen Kerl endlich fortzuscheuchen. Schließlich kannten sie ihn überhaupt nicht. „Blödsinn“, warf Kim ein. Was hatte sie denn nur? „Du kannst gerne noch bleiben. Wie ist dein Name?“
„Ich heiße Chico.“
Keith hatte sich mittlerweile wieder hingesetzt und musterte den Neuankömmling von oben bis unten. Jetzt stellten sich auch die Anderen einer nach dem anderen vor, nur Keith blieb stumm, sodass Todie Chico seinen Namen sagte. Nach einer Weile wurde es dem Jungen zu dumm und er legte sich auf seine Decke und schlief, noch ehe er sich versah, ein.
„Keith... Wach endlich auf!“ er öffnete die Augen und sah Kim über sich stehen. „Du schläfst als erster und wachst als letzter auf!“
Keith lächelte sie an: „Guten Morgen!“ überging er ihre Worte. Die letzte Nacht war vergessen, bis Kim es wieder zur Sprache brachte: „Du hättest gestern ruhig etwas netter zu Chico sein können!“ warf sie ihm vor. Seine gute Laune war wie weggeblasen. „Ach ja, vielleicht hättest du nicht so ganz nett zu ihm sein sollen!“ fuhr er sie an. In dem Moment ging Todie vorbei um ihre Decke in der Satteltasche zu verstauen und hörte die beiden.
„Aha, Ehekrach!“ grinste sie und Josh lachte als er das hörte.
„Blödsinn!“ schrieen Kim und Keith gleichzeitig, dann ging Kim ohne ein weiteres Wort, um ihre Sachen zu packen.
Keith sah sich um. Der Wanderer war nirgends zu sehen. Er war wohl weiter gezogen. „Zum Glück!“ murmelte Keith zu sich selbst. Es war als würde ihm ein Stein vom Herzen fallen. Er setzte sich auf. Sein Rücken schmerzte, denn er war es nicht gewohnt, auf dem harten Boden zu schlafen. Aber auch die Anderen sahen nicht aus, als hätten sie eine bequeme Nacht hinter sich. Nur Gwgl sprang in den Bäumen von Ast zu Ast, wie ein Affe, den Keith einmal im Zoo gesehen hatte. Der Goobljn war gestern, nachdem Chico aufgetaucht war, verschwunden. Auch er schien etwas gegen Bekanntschaften dieser Art zu haben.
Ein paar Stunden später saßen sie alle wieder auf den Pferden und ritten Richtung Norden. Jetzt hatten sie sie die nördliche Grasebene erreicht. Sie waren umgeben vom Geheul der wilden Wölfe, aber man erzählte sich sie seien harmlos, da sie Saphira’ s Freunde waren. Was wäre also jetzt, da das Einhorn verschwunden war? Die Einzigen, die dieser Gedanke nicht zu quälen schien waren, erstaunlicher Weise, die Pferde. Sie liefen ganz ruhig wohin sie ihre Reiter lenkten, immer die Hügel auf und ab in der einseitigen Landschaft.
Kim rutschte unruhig hinter Keith hin und her. Sie waren in einer furchtbar peinlichen Situation, denn sie hatten seit dem Streit am Morgen nur noch das nötigste miteinander geredet. Keith wusste nicht, wie er das Schweigen, das sich zwischen ihnen ausbreitete, hätte brechen können. Er wollte doch mit ihr Reden, aber über was?
Xano begann aufgeregt zu tänzeln. Die Stimmung der beiden Reiter übertrug sich auf das Pferd. Auch Maya schien es nicht zu gefallen, denn sie zog immer wieder an dem Strick mit dem sie am Sattelknauf des Hengstes festgebunden war. Die Pferden waren den ganzen Tag nur Schritt gegangen aus Rücksicht auf Maya. Aber selbst der verletzten Stute wurde bereits langweilig.
Da kam Keith eine Idee, wie der die angespannte Stimmung in der Gruppe etwas bessern konnte. Vorsichtig löste er den Knoten mit dem Maya angebunden war. „Was haltet ihr von einem Wettrennen?“
„Bist du verrückt?“ mahnte Kim aber er hörte gar nicht hin.
„Du hast keine Chance!“ Josh grinste ihn selbstsicher an.
„Nein!“ brüllte Kim jetzt als sie bemerkte, das die anderen nicht abgeneigt waren. „Ich bin dabei!“ rief Todie und trabte bereits an. Kim schrie noch einmal und hätte, als Keith losgaloppierte, beinahe das Gleichgewicht verloren und wäre nach hinten gestürzt. Aber sie krallte sich fest, sodass Keith ihre Fingernägel noch durch seine Kleidung spürte. All das ging im Donner der Hufe unter, als die drei großen Tiere den leicht ansteigenden Hang, mit dem Kniehohen Gras, hinauf rasten. Zuerst sah es so aus, als hätte Xano die Nase vorn, aber da er zwei Reiter transportieren musste, ermüdete er schneller. Todie hatte mit ihrer Rappstute Jena eine kleine Meinungsverschiedenheit, weil die Stute nur schwer dazu zu bewegen war ein schnelleres Tempo als nötig einzuschlagen. So blieb sie die ganze Zeit hinter den beiden Hengsten zurück. Wie zwei Blitze schossen sie den Hügel hinauf, Gwgl hatte sich der braunen Stute angeschlossen, die ruhig hinter ihnen her trabte.
Keith fühlte wie Kim sich langsam wieder entspannte und es Xano leichter machte Silvo einzuholen. Kurz bevor sie den höchsten Punkt erreicht hatten, setzte der Fuchs aber noch einmal zum Endsport an und so gewann Josh mit einer halben Pferdelänge Vorsprung.
Mit einem noch breiteren Siegergrinsen wendete er sich Keith und Kim zu.
„Ich hab’ s ja gesagt... !“
„Ja, ja ist schon gut!“ grinste Keith zurück. Kim setzte sich wieder bequem in den Sattel, nachdem sie sich beruhigt hatte. „Dafür... “ keuchte sie Keith leise ins Ohr: „... hasse ich dich!“ obwohl er genau wusste, das sie es nicht ernst meinte, versetzte es ihm einen Stich. „Tu das... “ brachte er halbwegs lächelnd zu Stande.
Endlich kamen auch Todie, die auf halben Wege den Kampf mit Jena aufgegeben hatte und kurz nach ihr Maya mit Gwgl, der sich in Sicherheitsabstand hielt. Dieser verringerte sich allerdings mit der Zeit. „Was?! Ich hab’ euch absichtlich gewinnen lassen!“ verschönte das Beakermädchen ihre Niederlage.
„Natürlich!“ alberte Kim, nachdem sich auch ihre Laune gebessert hatte.
Sie ritten den Hügel auf der anderen Seite wieder hinunter um im Schatten einiger Sträucher Pause machen zu können.
An diesem Abend machten sie etwas eher halt. Sie bauten ihr Lager auf. Dann brach Josh auf, um, wie er es früher mit seinem Vater getan hatte, auf Kaninchenjagd zu gehen. Er würde sie zuerst aufscheuchen und dann mit einem gut gezielten Pfeil töten. Das hohe Gras erschwerte seinen Beutezug erheblich, aber von Silvo’ s Rücken aus und mit Gwgl’ s Hilfe hatte er beim ersten Einbruch der Dunkelheit, zwei, zwar kleine, aber fette Tiere erlegt. Als er zurück kam brannte bereits ein Feuer auf dem er die Kaninchen grillen würde.
Einige Zeit später hing der verführerische Duft von Frischgebratenem Fleisch in der Luft. Über der kleinen Gruppe funkelten die Sterne wie Diamanten in dem glasklaren Himmel und der Mond erhellte ihr spätes Abendmahl. Nachdem Kim’ s Magen begonnen hatte lautstark zu rebellieren hatte sogar sie sich dazu überwunden, ein Stück des Kaninchens zu probieren. Zu ihrer Überraschung schmeckte es ihr. Der Abend verlief ruhig und sie erzählten sich Lagerfeuergeschichten bis sie den Ruf einer Krähe vernahmen und ein bekannte Stimme sich aus der Dunkelheit erhob: „Euer Feuer ist weithin zu sehen, meine Freunde!“ Chico trat, wie an dem Abend zuvor, in das flackernde Licht. Keith stöhnte.
„Der schon wieder!“ murmelte er und bekam einen Schlag in die Hüfte von Kim, die sofort Platz machte, damit er sich setzten konnte. Genau zwischen Keith und ihr! „Ihr solltet darauf achten, dass euer Feuer nicht zu sehr Raucht. Denn sonst werdet ihr noch entdeckt!“ Der blonde Mann sah sich in der Runde voller fragender Gesichter um und blieb an Keith hängen. „Ich dachte nur... Ein kleine Gruppe von der jeder das königliche Wappen trägt, aber ohne Bewachung? Sieht so aus als wolltet ihr unentdeckt bleiben!“ Chico lächelte Keith wissend an.
Er hätte ihm am liebsten die Zähne aus seinem strahlendem Lächeln geschlagen. Aber Keith beherrschte sich.
„Wie konntest du uns so schnell einholen?“ hakte Todie nach, während sie ihm ein Stück Fleisch gab. Chico teilte es in zwei Hälften und pfiff dann einmal durch die Zähne.
„Ist er jetzt verrückt geworden?“ fragte sich Keith als ein schwarzer Schatten auf dem Behandschuhten Arm des Mannes landete. Die Krähe kam, schnappte sich das Stück das Chico ihr hinhielt und setzte sich dann damit ins Gras. Gwgl wich immer weiter zurück, bis er hinter Maya’ s Beinen versteckt war. Er hatte sich anscheinend mit der braunen Stute angefreundet. Erst als Chico selbst ein Stück gegessen hatte begann er zu sprechen: „Entschuldigt, meinen Begleiter,“ er deutete auf den Vogel: „Er hat etwas gegen Fremde... “
„Nicht nur er ... !“ dachte sich Keith.
„Sein Name ist Tyrone! Und um zu deiner Frage zurück zu kommen... Ich kenne viele Schleichwege und Abkürzungen!“ Der Prinz sah ihn Misstrauisch an, aber er schien der Einzige zu sein, der an dem makellosen Getue des Schönlings zweifelte. Alle Anderen waren begeistert von ihm.
„Ich könnte sehr nützlich für euch sein,“ sprach der Wanderer weiter: „egal wie eure Mission aussieht, ich würde euch gerne Helfen. Ich möchte euch begleiten.
Keith blieb der Mund offen stehen. Das konnte er doch nicht etwa ernst meinen, oder etwa doch?
Keith wusste sofort das seine Stimme nicht mehr zählte, als seine Freunde begannen ihren neuen Führer zu Feiern.

__________________
Wenn etwas leicht zu lesen ist, dann war es schwer zu schreiben.
Enrique Jardiel Poncela
spanischer Humorist

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flammarion
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ich habs neu gemacht, weil das rot ausgerutscht war. hoffentlich ist es jetzt korrekt.M/DWdS_Kapitel9

Der Wanderer

Kim ging zu ihrer Freundin: „Hey, mach dir keine Sorgen. Bestimmt beruhigen sie sich wieder!“
„Naja, so sicher wäre ich mir da nicht!“ warf Keith ein und fing sich einen vielsagenden Blick von Kim ein, der ihn zum Schweigen brachte.
„Komm schon(Komma) Todie,“ sprach das Mädchen weiter. „wenn wir ihnen alles erklären, verstehen sie es garantiert!“
„Das Glaubst (klein) du doch wohl selber nicht!“ Todie hatte sich nun Kim zugewandt.
„Am besten wäre es gewesen, wenn ich bei meiner Großmutter, oder noch besser im Spey, geblieben wäre! Dann hättest du weniger Probleme!“
„Bist du jetzt total verrückt geworden? Ohne dich hätte ich es nicht einmal aus dem Wald herausgeschafft! Geschweige denn bis hier her.“
Todie senkte wieder den Kopf, denn sie wusste ganz genau, dass das der Wahrheit entsprach.
In dem Moment kam Hans aus der Tür, wieder mit seiner Sense bewaffnet. Brüllend stürmte er auf die Fünf zu. „I glabs net, ia saids vielleicht a Haffa! Ia schleppts soga so a Mistviech mit, wo meine Kinder ogreift!“ er (Er) deutete auf Todie, dann wanderte sein Blick durch die Runde und blieb an Keith hängen. „Beim Aug’ des Einhorns! Is des dess wo I glab?“
Keith sah an sich hinunter(Komma) um zu begreifen, was er meinte. Dann baute er sich auf und begann zu grinsen.
„Ja!“
Jetzt verstand auch Kim. Der Bauer hatte die rote Brosche entdeckt, die den Mantel zusammen hielt. Jeder hatte von Xandor so eine keine Sonne bekommen.
Bei der Wasserschlacht musste es den ganzen Schlamm weggewaschen haben. Nach einer Schrecksekunde warf sich der Mann vor Keith auf den Boden.
„Eire Hoheit. Kennst ia mia no amoi verzeihen?“ Er sah zu dem Prinzen auf. „Wie ko I des wiada guad mocha?“
Keith überlegte kurz: „Also(Komma) als erstes entschuldigen sie (Sie) sich bei Todie. Dann bräuchten wir einen Schlafplatz für heute Nacht und Pferde... Achja, Proviant wäre auch nicht schlecht!“
„Jo, freilich! Des is ja des mindeste wos I do konn!“
Hans stand auf und bat das Beakermädchen um Verzeihung, auch seinen Kindern trug er das auf. Auch wenn die ganze Familie Todie jetzt wie ein rohes Ei behandelte, so hatten sie jetzt, nachdem sie Keith erkannt hatten, doch Respekt vor der Gruppe.
Nachdem sich die Fünf (Gwgl eher unfreiwillig) gewaschen hatte, aßen sie gemeinsam. Sie redeten nicht lange und erzählten natürlich auch nicht die ganze Geschichte. Es war gerade einmal (besser: kaum) dunkel geworden, als sie in ihre Zimmer gingen und schliefen.
Kim und Todie unterhielten sich noch eine Weile über die Geschehnisse der letzten Tage und auch über Themen, die Kim sehr unangenehm und (überflüssig) fand.
„Weißt du(Komma) was ich glaube?“ fragte Todie ganz ernst.
„Nein, was denn?“
„Ich denke, Keith ist in dich verliebt!“
Kim schluckte, während Gwgl leise schnarchte.
„Blödsinn! Wie kommst du denn auf so eine Idee?“
Todie war immer noch ernst, das war also keiner ihrer Scherze.
„Na, ich meine(Komma) wie er dich immer verteidigt und vor allem(Komma) wie er dich ansieht!“
„Ach, das hat bestimmt einen ganz anderen Grund!“
Todie verdrehte die Augen. „Ja klar, und welchen? Du willst es ja bloß nicht wahrhaben. Aber ich versteh nicht(Komma) warum... Ich meine(Komma) er ist ein Prinz! Das ist irgendwie wie im Märchen!“
„Sehr witzig, die ganze Sache ist ein Märchen!“
Darauf ging Todie nicht weiter ein, sondern stellte stattdessen die Frage, vor der Kim insgeheim Angst gehabt hatte: „Und was ist mit dir? Liebst du ihn?“
„NEIN!“ schrie Kim.
„Du brauchst nicht gleich auszuflippen!“ kicherte sie. „Das war doch nur eine rein hypothetische Frage!“
„Wir sind nur Freunde!“ sagte Kim kleinlaut, denn sie wusste selbst nicht mehr, ob es noch stimmte.
In Wirklichkeit hatte sie ein wenig Angst davor, dass es nicht so war. Kim war durch Todie’ s Fragen irritiert und wollte nur noch schlafen.
Aber trotz ihrer Müdigkeit träumte sie. Sie träumte davon, das (dass) Todie recht hatte und als das Beakermädchen am nächsten Tag aufwachte, sah sie(Komma) das (dass) ihre Freundin im Schlaf lächelte.

Kim blinzelte in die Sonne, die durch das offene Fenster hinein (überflüssig) schien. Sie fühlte sich frisch und war, was den kommenden Tag anging, neugierig. Nachdem sie tief die frische Landluft eingeatmet hatte, setzte sie sich auf.
„Guten Morgen!“ rief ihr Todie entgegen, die sich gerade anzog. „Na, hast du etwas schönes (groß) geträumt?“ fragte sie lächelnd. Anscheinend ging es ihr heute wieder besser und die düstere Stimmung war wie weggeblasen. Kim sah das jüngere Mädchen fragend an und schnappte sich dann auch ihr Kleid. Es war ganz sauber, Birgit hatte es gestern Abend noch ausgewaschen, genauso wie die Kleidung der Anderen .
Die Drei, Gwgl saß wieder auf Kim’ s Schulte (Schulter), verließen gerade das Zimmer, als die kräftige Stimme der Bäuerin nach oben drang, dass das Frühstück fertig sei.
Auch die Tür des Zimmer’ s nebenan, in dem die Jungs geschlafen hatten, öffnete sich. Sie begrüßten sich mit einem fröhlichen: „Guten Morgen!“
Als sie die kurze Treppe hinunter gingen(Komma) fragte Josh: „Sagt mal, wer von euch hat denn gestern so ´rumgeschrien?“
Kim blieb fast das Herz stehen. Hatte man ihre panische Antwort auf Todie’ s
>>rein hypothetische<< Frage etwa auch im Nebenraum gehört? Sie fühlte(Komma) wie ihr die Schamesröte ins Gesicht stieg. Todie bekam natürlich einen Lachanfall und hatte ihnen doch glatt von ihrem Gespräch erzählt.
„Todie!!“ brüllte Kim und wurde noch röter. Jetzt starrten alle das Mädchen an, auch Todie, als wäre sie auf die Ausrede gespannt.
„Es war nichts...,“ auch die Bauernfamilie wartete, denn sie waren mittlerweile im Esszimmer angelangt. „... nur, ähm, eine Spinne!“
Im (Kim) versuchte(Komma) überzeugend zu Lächeln (klein) und Todie dazu zu bringen(Komma) mit dem kichern (groß) aufzuhören.
„Ja klar, eine Spinne!“ Josh tat so(Komma) als würde er ihr glauben. Kim’ s Blick wanderte zu Keith(Komma) aber als sie bemerkte, das (dass) auch er sie ansah, blickte sie schnell in die andere Richtung. Die Vier setzten sich und nach(zusammen) dem Birgit (sich) tausendmal dafür entschuldigt hatte, dass das Essen so schmählich ausgefallen war und es nicht eines Prinzen würdig war, begannen sie zu essen.
Nach dem gemütlichen Frühstück, das, wie Kim fand(Komma) gar nicht schmählich war, gingen alle auf den Hof, denn Josh bestand darauf(Komma) so bald wie möglich aufzubrechen.
Mit den Satteltaschen voller frischem Proviant,(kein Komma) waren sie bereit für die nächste Etappe ihrer Reise.
Kim war ziemlich überrascht, als Laura und Jonas mit vier fertig gesattelten Pferden bereitstanden.
„Moment mal! Hab ich erwähnt, dass es schon eine halbe Ewigkeit her ist, seit ich das letzte Mal geritten bin?“ Sie sah sich in der Runde um. Josh und Todie sahen sie schief an, aber Keith versuchte(Komma) sie zu beruhigen.
„Das ist wie Fahrradfahren. Reiten verlernt man auch nie!“
„Bist du dir sicher?“ bemerkte Kim ironisch und wollte einfach nicht zugeben, dass sie noch nie geritten war. Während sie sich von der Bauernfamilie verabschiedeten, fragte Todie ihre Freundin: „Was ist eigentlich Fahrradfahren?“
„Ach, vergiss es einfach!“ maulte Kim.
Mit Hans’ Hilfe hievte Kim sich auf den Rücken der braunen Maya, da der Bauer versichert hatte, die Stute wäre die zuverlässigste und bravste. Kim hatte sich sofort in die treuen Augen des Tieres verliebt, nur Gwgl hielt Abstand(Komma) als sie im Schritt, der Familie winkend, den Hof verliefen (verließen). Er hatte ziemlichen Respekt vor den viel größeren Vierbeinern. Kim musste sich erst langsam an den Takt des Pferdes gewöhnen. Aber nach einiger Zeit, den Hof konnten sie schon nicht mehr erkennen, saß das Mädchen schon recht ordentlich auf der ruhigen Maya. Todie bohrte noch einmal: „... Aber, war ist >>Fahrradfahren<<?“
„Ach, vergiss es doch endlich!“ sagte Kim, um das Gespräch zum Stillstand zu bringen, damit sie sich besser auf das Reiten konzentrieren konnte.
Die endlos scheinende,(kein Komma) Grasbewachsene (klein) Steppe,(kein Komma) durch die sie ihre Reisen nun führte, wellte sich in sanften Hügeln vor ihnen her. Kim hatte das Gefühl, als würden sie immer an der gleichen Stellen reiten, da die Landschaft ewig die selbe blieb. Der einzige Lichtblick waren die Waldausläufer, die sich in einiger Entfernung neben ihnen erstreckten.
Nahe an ihnen schlängelte sich ein kleiner glasklarer Bach seinen Weg durch die hügelige Landschaft. Eine ganze Weile schon ritten die Vier entgegen der Strömung, immer an dem steilen Ufer entlang. Die Umhänge hatten sie schon nach kurzer Zeit in ihren Satteltaschen verstaut, aber trotzdem litten sie unter der Hitze des sonnigen Sommertages. In den Mittagsstunden machten sie eine kleine Pause. Sie aßen im Schatten eines Buchenhains und ließen die Pferde in Frieden grasen.
Kim beobachtete(Komma) wie Gwgl immer wieder versuchte, sich den Pferden zu nähern(Komma) aber jedes Mal, wenn sich eines der großen Tiere bewegte, ergriff er die Flucht. Kim schmunzelte über ihre Situation hier. So weit waren sie nun schon gekommen. Sie hatte keine Ahnung, wie (sie) die Aufgabe, die sie sich aufgehalst hatte, bewältigen könnte. Kim dachte an die Gefahren und an den langen Weg, der ihnen noch bevorstand. Das Mädchen hörte, wie Josh und Keith darüber diskutierten, wie sie die Vorräte rationieren sollten und wäre beinahen eingenickt, wenn Todie nicht in diesem Moment aufgestanden wäre und gesagt hätte, das (dass) es Zeit zu Aufbrechen wäre.
Also packten sie ihre Sachen wieder in die Taschen und stiegen auf. Diesmal schaffte Kim es alleine(Komma) sich auf Maya’ s rücken (Rücken) zu setzen und ihre Laune verbesserte sich auch ein wenig, als sie ihren Weg,(kein Komma) den Bach entlang,(kein Komma) fortsetzten.

Die Vier ritten nun schon wieder eine ganze Weile, immer in einem gleichmäßigen Kräfte sparenden Trab und Kim konnte schon langsam jeden Muskel in ihrem Körper spüren. Vor ihr ritt Keith,(kein Komma) auf (dem) großen gescheckten Hengst Xano. Er saß putzmunter auf dem Pferd, als wären sie eben erst los geritten und unterhielt sich mit Todie. Sie erzählte ihm von den Bräuchen und Traditionen der Beaker und von den Göttern, die die Vogelmenschen außer Saphira noch anbeteten. Und natürlich von der Angst vor den Menschen und davor, nicht mehr in Frieden Leben (klein) zu können.
Mit Kim hatte er heute noch kaum ein Wort geredet. Sie war sauer auf ihn, weil er nicht zu ihr kam(Komma) um ihr ein wenig Gesellschaft zu leisten, doch er unterhielt sich lieber mit Todie.
War sie etwa eifersüchtig?
Wieso sollte sie das sein?
Und trotzdem hatte sich etwas verändert. Irgendwas war anders geworden(Komma) seit sie sich kennen gelernt hatten. Kim konnte gar nicht glauben, dass das noch nicht vor allzu langer Zeit gewesen war. Es kam ihr vor, als würden sie sich schon ewig kennen. Vorsichtig lenkte Kim Maya näher an das Ufer des nun langsam dahin gleitenden Stromes, um einen Blick auf ihr Spiegelbild zu werfen. Wolken schoben sich vor die,(kein Komma) sich dem Horizont zu neigenden (neigende) ,(kein Komma) Sonne und ermöglichten Kim einen ziemlich klaren Blick auf ihr eigenes Ich.
Müde Augen über dunklen Augenringen sahen ihr entgegen. Ein paar Strähnen ihres Haares fielen Kim ins Gesicht und verdeckte (verdeckten) einen Pickel, der auf ihrer Wange gewachsen war. Kim stöhnte auf. Ihr einziger Trost war, dass sie nicht die einzige war, die so fertig aussah. Ohne es selbst zu merken(Komma) wanderte ihr Blick wieder zu Keith. Gerade in diesem Augenblick drehte er sich lächelnd zu ihr um.
Kim’s Herz machte einen Sprung. Der Prinz sah genauso müde aus wie alle Anderen , aber trotzdem er war so... Kim kam nicht mehr dazu(Komma) diesen Gedanken fertig zu bringen. Maya verlor auf dem schlüpfrigen Ufer den Halt und stürzte unter einem herzzerreißenden Schrei einen Meter tief in den Bach. Auch Kim schrie, als sie von Maya’ s Rücken geworfen wurde und im Wasser landete. Das Pferd stand sofort wieder auf und erklomm den steilen Hang zurück zu seinen Kumpanen. Dort blieb es erschrocken stehen und schüttelte sich das Wasser aus dem Fell. Auch Kim rappelte sich wieder auf. Zum Glück war das Gewässer nicht besonders tief gewesen.
Todie, Josh und Keith waren abgesessen und kletterten nun zu Kim(Komma) um ihr zu helfen.
„Ist dir was passiert?“ fragte Keith, der als Erster bei ihr ankam. Kim schüttelte den Kopf und ging stumm zu den Anderen. Ihre Rippen schmerzten und ihr Kopf brummte wie verrückt, aber es war nichts Ernstes.
Todie reichte Kim eine Decke(Komma) mit der sie sich ins Gras setzte(Komma) während Josh die verängstigte Maya untersuchte.
Ein paar Minuten später kam er zu den Anderen (Komma) um ihnen Bericht zu erstatten: „Sie lahmt. Es ist nichts ernstes (groß), aber..., er wandte sich an Kim „du wirst sie wohl zwei, drei Tage nicht reiten können!“
„Na klasse (groß), und was soll ich dann machen?... Hinter euch herlaufen?“
Die Anderen sahen sich an, bis Keith zurückhaltend vorschlug: „Du kannst mit mir Reiten (klein)!“
Kim schluckte, aber Josh klatschte in die Hände(Komma) bevor sie noch etwas sagen konnte und sagte: „Na also, dann wäre dieses Problem ja gelöst.“ Er ging zu seinem Pferd Silvo und holte Verbände und eine Salbe aus den Satteltaschen(Komma) um Kim’ s Pferd zu verbinden.
Kim schrie innerlich um Hilfe! Der Gedanke(Komma) mit Keith ein Pferd zu teilen, ihm so nahe zu sein, behagte ihr gar nicht. Sie wusste nicht, wie sie sich herausreden wollte (sollte Komma) ohne das (dass) es sich anhörte, als würde sie nicht wollen. Denn insgeheim, aber das wollte sie sich selbst nicht eingestehen, hatte sie nichts dagegen.
Gleich nachdem Josh Maya verarztet hatte, stiegen sie auf(Komma) um nach einem Nachtquartier zu suchen. Zuerst Keith, dann nahm er den Fuß wieder aus dem Steigbügel und streckte Kim seine Hand entgegen. Nach drei vergeblichen Versuchen,(kein Komma) saß Kim endlich hinter dem Jungen auf dem großen Hengst. Hilflos saß sie nun dort und wusste nicht(Komma) was sie tun sollte.
„Und wo soll ich mich festhalten?“ fragte sie kleinlaut. Keith drehte sich ein wenig im Sattel um, sodass Kim beinahe das Gleichgewicht verloren hätte.
„An mir!“
Das hatte sie schon vermutet. Also legte sie ihre Hände auf seine Schulter (Schultern, rechts und links sind zusammen zwei) und unterdrückte die Röte, die in ihr aufsteigen wollte. Sie sah zu Josh, der schon ungeduldig darauf wartete, dass sie endlich aufbrachen, da es schon zu Dämmern begann. Dann zu Todie, die sie hämisch und schadenfroh angrinste. Kim wusste, was sie sich jetzt in der nächsten Zeit von dem Beakermädchen anhören musste.
Ein Rascheln hinter ihnen ließ Kim sich umdrehen. Gwgl war gerade wieder zu ihnen gestoßen. Kim hatte ihn in all der Aufregung total vergessen.
Da sie jetzt wieder komplett waren(Komma) brachen sie auf.
Zuerst fand Kim, das es zu Zweit (klein) auf einem Pferd noch unbequemer war als alleine, aber bald begriff sie, dass sie bei dieser Variante einfach nur sitzen bleiben musste und sonst nichts zu tun hatte.
Josh und Todie hatten zusammen die Führung übernommen und suchten nun die immer dunkler werdende Gegend nach einem geeignetem (geeigneten) Schlafplatz ab. Keith und Kim mit Maya im Schlepptau,(kein Komma) bildeten das Schlusslicht, da Kim darauf bestanden hatte, Gwgl nicht so alleine zu lassen.
Irgendwann versuchte Keith(Komma) ein Gespräch in Gang zu bringen: „Hast du eine Ahnung(Komma) was mit Josh los ist?“ fragte er sie. „Was soll denn mit ihm los sein?“
„Ich weiß auch nicht, er ist heute so still und er hat noch keine bissige Bemerkung abgegeben!“
„Oh... !“ Kim war gar nicht aufgefallen, dass mit dem Müllerssohn (Müllersohn) etwas nicht stimmte, aber jetzt, da Keith sie darauf angesprochen hatte, bemerkte die die Sorgen in seinem Blick auch.
„Fragen wir ihn doch einfach!“ Kim sagte das und ohne das (dass) Keith sie davon abhalten konnte(Komma) rief sie Josh auch schon. Er zügelte Silvo und ritt neben den Beiden.
„Was ist?“
„Irgendetwas stimmt doch nicht mit dir!“ äußerte Kim geradewegs heraus.
„Wie kommst du denn auf die Idee?“ fragte er abweisend, aber Kim bemerkte sofort(Komma) das (dass) sie genau ins Schwarze getroffen hatte.
„Sag schon... !“ drängte sie ihn weiter. Er stöhnte und gab dann nach. Auch Todie war zu ihnen nach hinten gekommen.
„Also gut... Ich vermisse meine Freundin, Sarah! Sie macht sich bestimmt schreckliche Sorgen um mich!“ Kim sah(Komma) wie seine Augen bei dem Gedanken an seine Freundin zu leuchten begannen.
„Wir kennen uns schon seit unserer Kindheit. Ihr Vater ist Bäcker und kauft unser Mehl. Sie wohnt in Phjenamo, im Südviertel.“
„Das ist ja soooo süß!“ sagte Todie und zeigte auf den Wald, dem sie im Laufe des Tages immer näher gekommen waren: „Da kannst du weiter träumen!“
Also steuerten sie den Mischwald mit seinen schönen alten Bäumen an, deren Äste,(kein Komma) wie zur Begrüßung in der frischen Abendprise (Abendbriese) schwangen.
Nicht weit im Inneren hatte (hatten) sie einen geschützten Platz zum übernachten gefunden. Gerade rechtzeitig als das letzte Licht der Sonne verlosch, hatte (hatten) sie ein Feuer entzündet, die Pferde versorgt und ihr Nachtlager aufgebaut. Zu fünft (überflüssig) saßen sie um das gemütlich knisternde Feuer und aßen ihr Abendessen.
„Wisst ihr eigentlich(Komma) in welchem Wald wir sind?“ fragte Keith in einem düsteren Ton.
„Oh bitte, keine Gruselgeschichten.“ jammerte Kim: „Ich will heute noch schlafen können!“
„Erzähl schon... ,“ forderte Todie und damit wurde Kim überstimmt.
„Wir sind im Wald der Zentauren, jene Wesen, die Saphira’ s Wächter sind! Es heißt, dass sie einst Menschen wie wir waren. Aber dann, vor vielen Jahrhunderten, haben sie sich entschlossen, ihr Leben ganz und gar Saphira zu widmen. Sich machte sie zu dem, was sie heute sind, damit sie ihr ähnlicher waren. Heute sind sie halb Mensch und halb Pferd und es heißt weiter, sie seien gefürchtete Krieger, die jeden, der den Wald betritt(Komma) bestrafen... Habt ihr das gerade gehört?“
„Haha, sehr witzig! So schrecklich war deine Geschichte nicht, dass ich auf so was Reinfalle (klein)!“ gab Kim ihm zu verstehen.
Aber auch Gwgl, der die ganze Zeit neben ihr gelegen hatte und sich den Kopf kraulen ließ, stellte plötzlich die Ohren auf. Todie schluchzte: „Jetzt hab ich es auch gehört!“
„Jetzt hört aber auf... !“ wollte Kim die anderen zurechtweisen, aber dann hörte sie das Geräusch selbst. Ein knacken (groß) von Zweigen, Blätter raschelten, waren das etwa Schritte?
„Was ist das?“



Die Staubpartikel schwebten durch den achteckigen Raum und war (waren) durch das sinkende Sonnenlicht, dass (das) durch die vier großen Fenster hereinfiel, gut sichtbar. Der Staub lag auch bereits auf den Kleidern, dem Haupt- und Barthaar des alten Mannes. Er suchte in den veralteten Kisten und Schränken, hinter Bücherstapeln und brösligen Pergamentrollen.
Wo war dieses verfluchte Ding nur?
Er war doch ein Seher, er müsste es Wissen!
Gerade schob Xandor einen Stapel mit Büchern über die Finanzen des Landes zur Seite, als er auf ein kleines verziertes Kästchen aufmerksam wurde. Er hob es vorsichtig auf und wischte mit einem Leinentuch den Staub ab.
„Ahh, da haben wir dich ja!“ rief er aus, und machte sich auf den Weg zur Krönungshalle.
Während der Seher die lange Wendeltreppe zu seinem Turm hinabstieg, ging er noch einmal die komplizierte Zauberformel durch, die er zur Beschwörung der Kugel benötigte.
Das Portal, das in den Saal führte, öffnete sich von selbst(Komma) als der Mann in die Nähe kam. Im Inneren warteten bereits der König und der Butler Benjamin, dessen Nase noch verbunden war.
Der Prinz hatte ihm bei der Flucht die Nase gebrochen, sie würde wahrscheinlich immer schief bleiben.
Ungeduldig blickten sie auf den Seher(Komma) als dieser einen kleinen Tisch und ein Kissen von einem Diener holen ließ. Der König stand aus seinem Thron auf und ging zu Xandor. Kurz darauf kam auch Benjamin.
„Wie geht es dir(Komma) Anwar?“ begrüßte Xandor den König, für den er schon(Komma) als dieser noch ein kleines Kind gewesen, jeden Tag gesorgt hatte.
„So weit gut, aber das weißt du sicher. Aber solange ich nicht erfahre, was mit den Kindern ist, werde ich wohl keinen Schlaf mehr finden!“
„Das verstehe ich gut!“ bestätigte Benjamin seinen (seinem) König.
„Na dann wollen wir mal sehen!“ Xandor nahm das kleine Kästchen, das er den ganzen Tag so verzweifelt gesucht hatte(Komma) und öffnete das bereits Rost(getrennt)ansetzende Schloss.
Ganz behutsam entnahm er die zwei Fäuste große Glaskugel, die auf samt (Samt) gebettet war und legte sie vorsichtig auf das Kissen. Sobald er die Kugel berührte(Komma) begann sich das milchige innere (groß) zu bewegen. Es war schon Ewigkeiten her, das (dass) Xandor sie das letzte Mal benutzt hatte. Xandor rief sich noch einmal die Formel ins Gedächtnis und begann dann leise murmelnd die gläserne Kugle (Kugel) zu beschwören. Farben und Formen begannen sich zwischen den Glaswänden zu bilden. Langsam wurden Personen erkennbar und eine Weile später konnte der König sie als Keith, den Müllerssohn , Todie und den Goobljn erkennen. Aber wo war das Mädchen? Auch Xandor war überrascht.
War es möglich, das Saphira sie aus ihrem Exil heraus abschirmte, damit der schwarze Magier sie nicht entdecken konnte? Das Bild wurde schärfer. Dann konnte er etwas erkennen. Eine verschwommene Gestalt, kaum als Mensch zu identifizieren. Das musste Kim sein! Wieder hatte sich ein Teil der Prophezeiung erfüllt. Sie war unsichtbar!
Der König machte sich Sorgen, dass sie es nicht aus den Katakomben schaffen würden, da die Tunnel eingestürzt sind. Das Tunnelsystem unter der Burg war nun komplett unter Wasser, aber dafür war die rote Kuppel, in der sie gefangen gehalten wurden, verschwunden.
Auch Nevytar’ s Macht hatte Grenzen.
Die drei Männer beobachteten, wie die fünf Gefährten durch die dunklen Tunnel gingen, sie sahen ihre Verzweiflung, als der Goobljn die Karte stahl und dann brach das Wasser in die uralten Höhlen, dass (das) die Freunde mit sich riss. Worauf irgendetwas geschah und sie waren gerettet.
Der König lachte erfreut, als er sah(Komma) wie der Bauer den Prinzen erkannte und sie in sein Haus einlud. Benjamin schimpfte über die Kindereien(Komma) während er die Wasserschlacht beobachtete und Xandor war erschüttert über die Intoleranz, die man Todie entgegenbrachte.
Inzwischen war es dunkel geworden und ein paar Diener hatten Licht gemacht.
„Die Kugel hat uns nun die Vergangenheit gezeigt, wollen wir nun zur Gegenwart übergehen... !“ erklärte er den Beiden (überflüssig), bevor er wieder einen Spruch aufsagte, um zu sehen, was genau in diesem Augenblick bei den fünf Reisenden geschah.
Zuerst war die Sicht wieder sehr verschwommen, aber schon bald klärte sich das Bild und gab den Blick auf ein Feuer frei, um das die vier schattenhaften Gestalten saßen und eine nicht erkennbare Person. Sie sahen allen erschrocken in eine Richtung, in die Dunkelheit der Bäume. Die drei Männer hätten ihnen am liebsten geholfen, aber das war jetzt unmöglich. Gerade in dem Moment, in dem sich die Blätter und Äste teilten und sie hätten sehen können(Komma) was dort geschah, verzerrte sich das Bild und die Kugel verwandelte sich wieder zu dem Stück milchigem Glas, dass es (das sie) ohne eine Zauberformel gewesen war.



Also gut, wenn er diese Möchtegern Abenteurer nicht aufhalten konnte, würde er eben dafür Sorgen (klein), dass die fünf Kinder ihr Ziel erreichten. Er wusste auch schon(Komma) auf welche Weise.
Der Dunkle lachte, sodass die Cylaptoren, die in dem Gebälk der großen Halle auf Befehle warteten, erschrocken aufflogen und wie zur Antwort ihre ohrenbetäubenden schrillen Schreie ausstießen. Messerscharfe Krallen zischten so nahe an seinem Gesicht vorbei, dass jeder andere panisch die Flucht ergriffen hätte. Aber er wusste, sie würden ihm nichts antun, so sehr sie ihn auch hassten. Die großen geflügelten Echsenwesen hatten viel zu viel Angst vor Ihm (ihm).
Das Lachen und die Schreie hallten in dem schwarzen Marmorwänden weiter, als er zu seinen Gemächern ging, um sich eine Weile auszuruhen. Das konnte er sich nun leisten. Er würde dieses törichte Balge (Balg) in seinem eigenen Reich vernichten. Dachten sie wirklich, dass es so einfach wäre, ihn zu besiegen?



Die Schritte kamen näher. Für einen kurzen Moment übertönte der Wind die fremden Geräusche. Dann konnte Keith einen Schatten im Dickicht erkennen. Fetzen hingen von der Gestalt und flatterten im Wind. Die Pferde, die von der Anspannung angesteckt worden waren, wurden unruhig und zerrten an den Zügeln, mit denen sie angebunden waren. Die finstere Gestalt ging weiter auf sie zu. Aus den Baumwipfeln schrie eine Krähe.
Keith stand auf und wollte sein Schwert holen, um sich wehren zu können, als Licht auf den Fremden (klein) Mann fiel. Er trug typische Kleidung für einen Reisenden.
Naturfarben, einen geschlitzten Umhang, um den Rucksack bequemer tragen zu können, über der Hose waren Tücher um die Beine gewickelt, um sie vor den scharfen Dornen der Waldpflanzen zu schützen und natürlich feste Schuhe.
Der Fremde war ein Mann von etwa 20 Jahren, dessen langes blondes Haar zu einem Zopf im Nacken gebunden war. Seine Indigofarbenen (klein) Augen strahlten in die Runde. Er trat noch einen Schritt auf die Gruppe zu und senkte seinen verzierten Wanderstab.
„Es tut mir wirklich Leid, wenn ich euch erschreckt habe!“ entschuldigte er sich mit einer freundlichen Stimme, mit der er sicher jeden um den Finger wickeln konnte.
Keith konnte ihn nicht leiden.
„Das ist ja auch gut so!“
„Keith... !“ fauchte Kim ihn an und sprach dann weiter zu dem Wanderer: „Ist schon in Ordnung... setz dich doch!“ sie (Sie) rutschte zur Seite(Komma) um ihm Platz zu machen. Der Mann lächelte sie strahlend an und Keith bemerkte sofort, wie Kim den Blick schüchtern abwandte.
Er hasste ihn!
„Wie schade, wir wollten gerade schlafen gehen!“ warf der Prinz ein, und (um) die Anderen dazu zu bewegen und (überflüssig) diesen Kerl endlich fortzuscheuchen. Schließlich kannten sie ihn überhaupt nicht. „Blödsinn“, warf Kim ein. Was hatte sie denn nur? „Du kannst gerne noch bleiben. Wie ist dein Name?“
„Ich heiße Chico.“
Keith hatte sich mittlerweile wieder hingesetzt und musterte den Neuankömmling von oben bis unten. Jetzt stellten sich auch die Anderen einer nach dem anderen vor, nur Keith blieb stumm, sodass Todie Chico seinen Namen sagte. Nach einer Weile wurde es dem Jungen zu dumm und er legte sich auf seine Decke und schlief, noch ehe er sich versah, ein.
„Keith... Wach endlich auf!“ er (Er) öffnete die Augen und sah Kim über sich stehen. „Du schläfst als erster und wachst als letzter auf!“
Keith lächelte sie an: „Guten Morgen!“ (So) überging er ihre Worte. Die letzte Nacht war vergessen, bis Kim es wieder zur Sprache brachte: „Du hättest gestern ruhig etwas netter zu Chico sein können!“ warf sie ihm vor. Seine gute Laune war wie weggeblasen. „Ach ja, vielleicht hättest du nicht so ganz nett zu ihm sein sollen!“ fuhr er sie an. In dem Moment ging Todie vorbei(Komma) um ihre Decke in der Satteltasche zu verstauen und hörte die beiden.
„Aha, Ehekrach!“ grinste sie und Josh lachte(Komma) als er das hörte.
„Blödsinn!“ schrieen Kim und Keith gleichzeitig, dann ging Kim ohne ein weiteres Wort, um ihre Sachen zu packen.
Keith sah sich um. Der Wanderer war nirgends zu sehen. Er war wohl weiter gezogen. „Zum Glück!“ murmelte Keith zu sich selbst. Es war(Komma) als würde ihm ein Stein vom Herzen fallen. Er setzte sich auf. Sein Rücken schmerzte, denn er war es nicht gewohnt, auf dem harten Boden zu schlafen. Aber auch die Anderen sahen nicht aus, als hätten sie eine bequeme Nacht hinter sich. Nur Gwgl sprang in den Bäumen von Ast zu Ast, wie ein Affe, den Keith einmal im Zoo gesehen hatte. Der Goobljn war gestern, nachdem Chico aufgetaucht war, verschwunden. Auch er schien etwas gegen Bekanntschaften dieser Art zu haben.
Ein paar Stunden später saßen sie alle wieder auf den Pferden und ritten Richtung Norden. Jetzt hatten sie (doppelt) sie die nördliche Grasebene erreicht. Sie waren umgeben vom Geheul der wilden Wölfe, aber man erzählte sich(Komma) sie seien harmlos, da sie Saphira’ s Freunde waren. Was wäre also jetzt, da das Einhorn verschwunden war? Die Einzigen, die dieser Gedanke nicht zu quälen schien(Komma) waren, (kein Komma) erstaunlicher Weise,(kein Komma) die Pferde. Sie liefen ganz ruhig(Komma) wohin sie ihre Reiter lenkten, immer die Hügel auf und ab in der einseitigen (eintönigen) Landschaft.
Kim rutschte unruhig hinter Keith hin und her. Sie waren in einer furchtbar peinlichen Situation, denn sie hatten seit dem Streit am Morgen nur noch das nötigste miteinander geredet. Keith wusste nicht, wie er das Schweigen, das sich zwischen ihnen ausbreitete, hätte brechen können. Er wollte doch mit ihr Reden, aber über was?
Xano begann aufgeregt zu tänzeln. Die Stimmung der beiden Reiter übertrug sich auf das Pferd. Auch Maya schien es nicht zu gefallen, denn sie zog immer wieder an dem Strick(Komma) mit dem sie am Sattelknauf des Hengstes festgebunden war. Die Pferden (Pferde) waren den ganzen Tag nur Schritt gegangen aus Rücksicht auf Maya. Aber selbst der verletzten Stute wurde bereits langweilig.
Da kam Keith eine Idee, wie der (er) die angespannte Stimmung in der Gruppe etwas bessern konnte. Vorsichtig löste er den Knoten(Komma) mit dem Maya angebunden war. „Was haltet ihr von einem Wettrennen?“
„Bist du verrückt?“ mahnte Kim(Komma) aber er hörte gar nicht hin.
„Du hast keine Chance!“ Josh grinste ihn selbstsicher an.
„Nein!“ brüllte Kim jetzt(Komma) als sie bemerkte, das (dass) die anderen nicht abgeneigt waren. „Ich bin dabei!“ rief Todie und trabte bereits an. Kim schrie noch einmal und hätte, als Keith losgaloppierte, beinahe das Gleichgewicht verloren und wäre nach hinten gestürzt. Aber sie krallte sich fest, sodass Keith ihre Fingernägel noch durch seine Kleidung spürte. All das ging im Donner der Hufe unter, als die drei großen Tiere den leicht ansteigenden Hang,(kein Komma) mit dem Kniehohen (klein) Gras,(kein Komma) hinauf rasten. Zuerst sah es so aus, als hätte Xano die Nase vorn, aber da er zwei Reiter transportieren musste, ermüdete er schneller. Todie hatte mit ihrer Rappstute Jena eine kleine Meinungsverschiedenheit, weil die Stute nur schwer dazu zu bewegen war(Komma) ein schnelleres Tempo als nötig einzuschlagen. So blieb sie die ganze Zeit (überflüssig) hinter den beiden Hengsten zurück. Wie zwei Blitze schossen sie den Hügel hinauf, Gwgl hatte sich der braunen Stute angeschlossen, die ruhig hinter ihnen her trabte.
Keith fühlte(Komma) wie Kim sich langsam wieder entspannte und es Xano leichter machte(Komma) Silvo einzuholen. Kurz bevor sie den höchsten Punkt erreicht hatten, setzte der Fuchs aber noch einmal zum Endsport an und so gewann Josh mit einer halben Pferdelänge Vorsprung.
Mit einem noch breiteren Siegergrinsen wendete er sich Keith und Kim zu.
„Ich hab’ s ja gesagt... !“
„Ja, ja ist schon gut!“ grinste Keith zurück. Kim setzte sich wieder bequem in den Sattel, nachdem sie sich beruhigt hatte. „Dafür... “ keuchte sie Keith leise ins Ohr: „... hasse ich dich!“ obwohl (groß) er genau wusste, das (dass) sie es nicht ernst meinte, versetzte es ihm einen Stich. „Tu das... “ brachte er halbwegs lächelnd zu Stande (klein).
Endlich kamen auch Todie, die auf halben Wege den Kampf mit Jena aufgegeben hatte und kurz nach ihr Maya mit Gwgl, der sich in Sicherheitsabstand hielt. Dieser verringerte sich allerdings mit der Zeit. „Was?! Ich hab’ euch absichtlich gewinnen lassen!“ verschönte das Beakermädchen ihre Niederlage.
„Natürlich!“ alberte Kim, nachdem sich auch ihre Laune gebessert hatte.
Sie ritten den Hügel auf der anderen Seite wieder hinunter(Komma) um im Schatten einiger Sträucher Pause machen zu können.
An diesem Abend machten sie etwas eher halt (groß). Sie bauten ihr Lager auf. Dann brach Josh auf, um, wie er es früher mit seinem Vater getan hatte, auf Kaninchenjagd zu gehen. Er würde sie zuerst aufscheuchen und dann mit einem gut gezielten Pfeil töten. Das hohe Gras erschwerte seinen Beutezug erheblich, aber von Silvo’ s Rücken aus und mit Gwgl’ s Hilfe hatte er beim ersten Einbruch der Dunkelheit, zwei, zwar kleine, aber fette Tiere erlegt. Als er zurück kam(Komma) brannte bereits ein Feuer(Komma) auf dem er die Kaninchen grillen würde.
Einige Zeit später hing der verführerische Duft von Frischgebratenem (klein) Fleisch in der Luft. Über der kleinen Gruppe funkelten die Sterne wie Diamanten in dem glasklaren Himmel und der Mond erhellte ihr spätes Abendmahl. Nachdem Kim’ s Magen begonnen hatte(Komma) lautstark zu rebellieren(Komma) hatte sogar sie sich dazu überwunden, ein Stück des Kaninchens zu probieren. Zu ihrer Überraschung schmeckte es ihr. Der Abend verlief ruhig und sie erzählten sich Lagerfeuergeschichten(Komma) bis sie den Ruf einer Krähe vernahmen und ein (eine) bekannte Stimme sich aus der Dunkelheit erhob: „Euer Feuer ist weithin zu sehen, meine Freunde!“ Chico trat, wie an dem Abend zuvor, in das flackernde Licht. Keith stöhnte. Raucht
„Der schon wieder!“ murmelte er und bekam einen Schlag in die Hüfte von Kim, die sofort Platz machte, damit er sich setzten (setzen) konnte. Genau zwischen Keith und ihr! „Ihr solltet darauf achten, dass euer Feuer nicht zu sehr Raucht (klein). Denn sonst werdet ihr noch entdeckt!“ Der blonde Mann sah sich in der Runde voller fragender Gesichter um und blieb an Keith hängen. „Ich dachte nur... Ein (Eine) kleine Gruppe von der jeder das königliche Wappen trägt, aber ohne Bewachung? Sieht so aus(Komma) als wolltet ihr unentdeckt bleiben!“ Chico lächelte Keith wissend an.
Er hätte ihm am liebsten die Zähne aus seinem strahlendem (strahlenden) Lächeln geschlagen. Aber Keith beherrschte sich.
„Wie konntest du uns so schnell einholen?“ hakte Todie nach, während sie ihm ein Stück Fleisch gab. Chico teilte es in zwei Hälften und pfiff dann einmal durch die Zähne.
„Ist er jetzt verrückt geworden?“ fragte sich Keith(Komma) als ein schwarzer Schatten auf dem Behandschuhten (klein) Arm des Mannes landete. Die (Eine) Krähe kam, schnappte sich das Stück(Komma) das Chico ihr hinhielt und setzte sich dann damit ins Gras. Gwgl wich immer weiter zurück, bis er hinter Maya’ s Beinen versteckt war. Er hatte sich anscheinend mit der braunen Stute angefreundet. Erst als Chico selbst ein Stück gegessen hatte(Komma) begann er zu sprechen: „Entschuldigt,(kein Komma) meinen Begleiter,“ er deutete auf den Vogel: „Er hat etwas gegen Fremde... “
„Nicht nur er ... !“ dachte sich Keith.
„Sein Name ist Tyrone! Und um zu deiner Frage zurück zu kommen... Ich kenne viele Schleichwege und Abkürzungen!“ Der Prinz sah ihn Misstrauisch (klein) an, aber er schien der Einzige zu sein, der an dem makellosen Getue des Schönlings zweifelte. Alle Anderen waren begeistert von ihm.
„Ich könnte sehr nützlich für euch sein,“ sprach der Wanderer weiter: „egal(Komma) wie eure Mission aussieht, ich würde euch gerne Helfen (klein). Ich möchte euch begleiten.
Keith blieb der Mund offen stehen. Das konnte er doch nicht etwa ernst meinen, oder etwa doch?
Keith wusste sofort(Komma) das (dass) seine Stimme nicht mehr zählte, als seine Freunde begannen(Komma) ihren neuen Führer zu Feiern (klein).





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Old Icke

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