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Leselupe.de > Lange Texte
M/DWdS_Kapitle7.1
Eingestellt am 25. 02. 2004 12:34


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Najitzabeth
One-Hit-Wonder-Autor
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Werke: 7
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Der richtige Weg


Die Beiden schlichen durch die dunkelrot beleuchteten Gänge der Burg. Die Wachen vor der Tür hatten, lautstark schnarchend, geschlafen. Alles war ruhig, es musste wohl kurz nach Mitternacht sein. Die Stille war in dieser Nacht unnatürlich und beängstigend, da die Kuppel die normalen Geräusche der Nacht aussperrte. Es wehte noch nicht einmal ein kleines Lüftchen. Langsam folgte Keith dem Goobljn. Er versuchte sich leise zu bewegen, da er niemanden aufwecken wollte. Einmal hatten sie sich vor einem Pärchen verstecken müssen, die in ihr Zimmer geschlichen waren. Ansonsten schien die gesamte Burg in Frieden zu schlafen. Nur hinter einigen wenigen Türen hatte Keith Stimmen vernommen. Ursprünglich hatte der Prinz vorgehabt, Todie und Josh zu holen. Aber Gwgl war einfach, ohne Rücksicht auf ihn, weitergerannt. Sie liefen immer tiefer in die Burg hinein, permanent abwärts.
Wollte Gwgl in den Keller?
Aber der Soldat vor der Schatzkammer hatte Kim doch nicht gesehen!
Der kleine Kerl führte Keith über den Hof und in das gegenüberliegende Gebäude.
Dort hetzten sie weiter die Gänge entlang. Bis der Goobljn abrupt stehen blieb. Keith hätte ihn beinahe über den Haufen gerannt.
„Was soll den das, Gwgl?“, tadelte er Kim´s Begleiter: „Wo ist sie nun?“ Gwgl zeigte auf eine Tür. „Da drin?“
„Gwgl!“ Keith seufzte und öffnete die schmucklose Holztür. Wie konnte Kim die ganze Zeit in dieser Kammer gewesen sein, ohne das man sie entdeckt hatte? Das quietschen ungeölter Schahniere durchbrach die erdrückende Ruhe. Der Prinz zuckte bei dem ungewohnt lauten Geräusch zusammen. In dem Raum war es stock finster und staubig.
„Kim,“ rief er vorsichtig in die Dunkelheit: „Bist du da drin?“. Er bekam keine Antwort. Gwgl lief zwischen Keith’ Beinen hindurch in die Kammer und nachdem Keith sich versichert hatte, dass wirklich niemand, der vielleicht nicht schlafen konnte, in der Nähe war, holte er sich eine Fackel, die beinahe neben ihm an der Wand hing (dabei fiel ihm auf, dass bereits eine fehlte) und betrat herzklopfend das Zimmer. Das flackernde Licht des Feuers erhellte den Raum nur spärlich, zeigte Keith aber mehr als deutlich die Verwüstung in der kleinen Abstellkammer. Überall lagen Kisten durcheinander, deren Inhalt verschüttet worden war, auch sämtliche Putzutensilien waren umgeworfen oder von den Regalen gefegt worden. Der Staub, der noch immer teilweise in der Luft schwebte und Keith zum husten brachte, kam von einem alten Perser, der umgefallen war.
Es sah aus als hätte hier ein Kampf stattgefunden!
„Was ist hier passiert, Gwgl?“, flüsterte Keith ohne auf eine antwort zu hoffen. Was war mit Kim passiert?
„Wo ist Kim?“ Gwgl sprang über einen Haufen Kisten und anderen Ramsch und verschwand dahinter. Keith folgte ihm, allerdings weniger geschickt, und kam stolpernd zu dem kleinen Goobljn. Dieser zeigte auf einen winzige, hüfthohe Tür und versuchte sie zu öffnen, was allerdings für ihn aussichtslos war, denn ein umgekippter Holzstuhl war im Weg. Keith warf den Stuhl in eine andere Ecke und öffnete die Tür. Dahinter lag ein Gang, der gerade mal groß genug war, um zu kriechen. „Da ist Kim ´rein?“ murmelte der Prinz, allerdings mehr an sich selbst gerichtet. Er konnte sich gar nicht vorstellen dass das Mädchen dort freiwillig hineingekrabbelt sein soll.
„Gwgl!!“ der Goobljn lief auf allen Vieren in den abweisend dunklen und engen Schlot. Keith seufzte und folgte ihm.
Was hatte er für eine Wahl?
Nach einer Weile wurde der Gang höher, sodass der Prinz wieder aufrecht gehen konnte. Gwgl führte ihn bis zu einer Stelle, an der sich der Weg verzweigte. Dort blieb der Goobljn etwas ratlos stehen. Sie mussten hier in den Katakomben sein, überlegte Keith, aber man hatte ihm einmal erzählt, sie wären schon vor Zeit verschüttet worden. Wenn Kim sich hier verlaufen hatte, war sie wirklich in Schwierigkeiten!
Er wollte gar nicht daran denken was sie während des Erdbebens, dessen Spuren er hier nur allzu deutlich erkennen konnte, durchgemacht haben musste.
Der Goobljn, der sich nun anscheinend doch noch für einen Weg entschieden hatte, übernahm wieder die Führung.

Sie mussten nun schon seit einigen, ewig scheinenden, Stunden in den unterirdischen Labyrinth herumirren. Keith hatte permanent das Gefühl im Kreis herum zu irren. Nach seinem Hunger und der Erschöpfung, die sich langsam in ihm breit machte, zu urteilen, musste an der Oberfläche schon der neue Tag angebrochen sein. Benjamin würde sich furchtbare Sorgen machen, was den Prinzen aber nicht wirklich störte.
Was ihm mehr Angst machte war, das Gwgl nicht wirklich zu wissen schien, wo sie lang gehen mussten. Immer wieder lief er voraus, nur um ein paar Minuten später wieder aufzutauchen und in die andere Richtung zu laufen. Mittlerweile musste sich Keith auch im Dunkeln weitertasten, denn die Fackel war schon lange ausgebrannt.
Jetzt begegnete er dazu noch immer wieder anderen Bewohnern der Höhlen, die er zuvor durch das Licht noch verscheucht hatte. Die Ratten flohen aber jedes Mal wenn sie ihm bemerkten und Keith war froh nur ihr quicken zu hören. Er war überrascht, das überhaupt etwas hier unten existieren konnte. Die Zerstörung, die das Erdbeben verursachte, war klar zu sehen. Überall lag Geröll herum und versperrte ihm den Weg. Keith hatte die Hoffnung schon so gut wie aufgegeben Kim zu finden, als Gwgl wieder verschwand.
Er blieb stehen, bis jetzt war er immer den tapsenden Schritten des Goobljn gefolgt. Jetzt war es totenstill. Dann durchbrachen Gwgl’ s Schreie wieder die Stille. Keith lief blind den Tunnel entlang, immer Gwgl’ s Stimme folgend. Nach etlichen Metern, die ihm in dem stockdunklen Gang wie Kilometer vorkamen, schien das Gekreische des Goobljn’ s immer näher zu kommen und er glaubte auch noch etwas anderes zu hören.
Keith beschleunigte seine Schritte, als er plötzlich über etwas stolperte und zu Boden fiel. Er landete hart auf dem Felsboden und schürfte sich die Knie auf. Er hörte wie jemand aufschrie.
„Gwgl, du hättest mich ruhig vorwarnen können!“
Keith stand auf.
„Keith?!“, flüsterte eine bekannte Stimme und etwas bewegte sich in der Dunkelheit.
„Kim, bist du das?“ fragte der Prinz.
„Keith!!!“ Sie war es!
Er war überglücklich. Keith half ihr aufzustehen und kaum standen sie, fiel ihm Kim um den Hals und der Junge schloss sie wiederum in die Arme. Er war so begeistert, das ihm gar nicht auffiel, das es etwas heller in dem Tunnel geworden war. Als würden die Steine selbst das Glück, das beide nun fühlten, wiederspiegeln.
Ihm war gar nicht klar gewesen, wie viel Sorgen er sich wirklich um sie gemacht hatte und ihm wurde schlagartig klar wie sehr er sie mochte. Aber noch bevor er den Augenblick noch richtig genießen konnte räusperte sich Kim und entzog sich ihm wieder, als wäre ihr erst jetzt klar geworden was sie da tat.
Wiederwillig ließ er sie los. Und auch das Licht verblasste wieder. Trotzdem blieb es Hell genug um ein wenig sehen zu können.
„Wie hast du mich gefunden? Oder hast du dich etwa auch verirrt?“ Kim brach das peinliche Schweigen.
„Ja... nein, ich habe mich nicht verirrt... nicht direkt! Gwgl hat mich hergeführt.“
„Achso, und ich dachte Gwgl würde verfolgt und hab versucht ihm den Mund zu zuhalten, als du gekommen bist!...“
„... Und dann hast du mir den Fuß gestellt!“ beendete Keith Kim’ s Satz.
„Tja...“, Kim zuckte mit den Schultern du wechselte das Thema: „Vielleicht sollten wir schön langsam mal sehen, wie wir hier `rauskommen, sonst verdurste ich noch!“
„Ja, du hast recht! Wir sind schon lange genug hier. Wo ist Gwgl?“, Keith stellte diese Frage so beiläufig, als wäre ihm gar nicht bewusst, dass sie ohne Gwgl keine Chance hatten hier herauszukommen. Aber der kleine Kerl war nicht weit weg. Er stand weiter vorne im Gang und rief jetzt nach ihnen. Keith und Kim gingen gemeinsam zu dem Goobljn, der wie sie darauf brannte, das Labyrinth zu verlassen. „Wie bist du eigentlich hier her gekommen? Schlafgewandelt?“, wollte der Prinz wissen:
„Na ja, ich weiß nicht! Gwgl hat mich aufgeweckt und ich bin ihm gefolgt, aber vielleicht hab’ ich das ja nur geträumt.“ „Hmhm...“, bestätigte Keith und blickte zu Gwgl, der ein paar Meter vor ihnen lief, als wäre er beleidigt.

Einige Stunden später, die sie größtenteils schweigend verbracht hatten, waren alle Drei unendlich müde, aber sie nahmen noch das letzte bisschen Kraft zusammen, denn der Ausgang konnte nicht mehr weit sein. Sie gingen gerade um eine Ecke, als Kim, die nun schon länger im Dunkeln war, einen feinen Lichtschimmer wahrnahm.
Das musste die Tür sein!
Aus einem Impuls heraus faste Keith Kim’ s Hand und gemeinsam liefen sie dem Licht entgegen. Gwgl sprang hinterher. Die letzten Meter krochen sie wieder auf allen vieren. Kurz vor der Tür drängte sich Kim neben Keith, der auf sie gewartet hatte.
„Bereit?“, fragte er und grinste sie an. Ohne auf eine Antwort zu warten schlug er die kleine Tür auf, die, nachdem sie den neu aufgestellten Stapel Kisten umgeworfen hatte, lautstark gegen die Wand prallte. Sie krochen aus dem Gang und gingen zur Tür der Abstellkammer. Auch Gwgl, der mittlerweile wieder auf Kim’ s Schulter saß, schien froh darüber, wieder an der Erdoberfläche zu sein. Beide kniffen die Augen zusammen, als sie die Tür öffneten. Selbst das gedämpfte rote Licht blendete sie. Nachdem die Beiden sich wieder einigermaßen an die Helligkeit gewöhnt hatten, wollten sie den Raum verlassen, als Keith plötzlich Kim’ s Hand auf seiner Schulter spürte. Zuerst fühlte er ein angenehmes Prickeln im Bauch durch die Berührung und seine Phantasie arbeitete auf Hochtouren und erfand verschiedenste Szenen, die jetzt geschehen konnten. Er drehte sich zu ihr um, um sie zu fragen was los sei, aber dazu kam er nicht mehr, denn Kim hatte sich nur an ihm festhalten wollen und brach jetzt vor seinen Augen zusammen. Gwgl konnte sich mit einem Satz noch davor retten, unter ihr begraben zu werden. Der Prinz fing sie noch im Fallen auf und nahm die bewusstlose Kim auf den Arm um sie schnellstmöglich zu einem Arzt zu bringen.
Sie hatte in den letzten Tagen zuviel mitgemacht. Kim hatte sich sehr gut geschlagen aber letztendlich war es ihr doch zuviel geworden. Auch Keith war furchtbar erschöpft aber das Mädchen war viel länger dort unten gewesen. Ohne Nahrung! Keith trug sie zu ihrem Zimmer, gefolgt von einigen fragenden, aber auch neugierigen Blicken anderer Bewohnern der Burg. Irgendwie war es ihm peinlich. Er fragte sich wie er wohl aussehen mochte, nachdem er stundenlang durch den Dreck gekrochen war. Wahrscheinlich nicht anders als Kim, ihr Nachthemd war mehr schwarz als weiß, was es in dem roten Schein ohnehin nicht gewesen wäre, und war an etlichen Stellen zerrissen. Sie atmete jetzt ganz ruhig und ihr Gesicht hatte, soweit Keith das unter dem Schmutz beurteilen konnte, auch wieder etwas mehr Farbe bekommen. Trotzdem beeilte er sich, denn sie musste unbedingt etwas Flüssigkeit zu sich nehmen. Er sorgte sich jetzt immer weniger um sie, denn sie hatte soviel durchgemacht und hatte es immer irgendwie geschafft, Kim würde auch das hier überleben, sie musste. Außerdem war sie ja jetzt nicht mehr allein.
Keith lief weiter den Gang entlang, es war nicht mehr weit bis zu Kim’ s Schlafzimmer. Sie hatte in den beiden Tagen in der Höhle abgenommen. Kim war vorher schon sehr dünn gewesen aber jetzt fühlte er unter dem Stoff überall ihre Knochen durch. Es kam Keith vor als würde er ein Skelett tragen.
Endlich erreichte er die Tür. Der Prinz drückte mit einer Hand die Klinke nach unten und stieß mit der Schulter einen Flügel der Tür nach innen. In dem Zimmer war es dunkel, weil jemand die Vorhänge geschlossen hatte. Keith legte das Mädchen vorsichtig auf das Bett. Kim stöhnte kurz auf, blieb aber bewusstlos. Nachdem er eine Steppdecke aus einer Kiste am Fuße des Bettes geholt hatte, deckte er Kim zu. Dann wollte er den Arzt holen, als sich die Tür abermals öffnete. Zuerst sprang Gwgl herein und sofort zu Kim auf das Himmelbett. Danach betrat Xandor den Raum.
„Was?... was macht ihr hier?“ wollte Keith von dem alten Mann wissen.
„Ich habe nach euch gesucht, junger Prinz!“
„Und woher...?“ die frage blieb Keith im Halse stecken, als ihm klar wurde wie unsinnig sie war. Der Mann kicherte.
Statt dessen sagte er: „Kim braucht Hilfe.“
Xandor nickte und schritt hinüber zu dem großen Himmelbett, in dem das Mädchen schlief.
Keith lag eine Frage schwer auf der Seele und jetzt, da er mit dem Seher alleine war konnte er ihn endlich fragen: „Wusstet ihr die ganze zeit wo Kim war, oder habt ihr es womöglich vorhergesehen und niemanden etwas gesagt?“
Er konnte den alten Mann nicht ansehen, denn er glaubte die Antwort zu kennen. Xandor, der zuerst Kim’ s Puls fühlte und sich jetzt vergewisserte, dass sie kein Fieber hatte, sah zu Keith.
„Nein...Nein ich wusste es nicht. Ich habe gesehen, dass ihr sie suchen würdet, aber ich wusste nicht wo sie war. Irgendetwas lässt nicht zu, dass ich ihre Zukunft oder ihr Schicksal erkenne... hoffen wir nur, dass es dem Dunklen Magier genauso ergeht und er noch nicht weiß, dass sie hier ist.“
Keith sah zuerst Xandor an und dann aus dem Fenster ins unnatürliche Rot des Abendhimmels. Der Alte verstand diese wortlose Frage sofort: „Ihr habt recht, er muss es wissen, sonst hätte er uns hier nicht eingeschlossen. Vielleicht denkt er, er könnte so etwas Zeit gewinnen aber das Schicksal findet immer einen Weg.“ Er stockte kurz und sah zu Kim: „Jetzt solltet Ihr euch keine Sorgen machen. Geht lieber auf Euer Zimmer und schlaft Euch aus.“
Als Keith nicht ging, sondern stattdessen Kims Decke zurechtzupfte, fügte er noch hinzu: „Es geht ihr gut. Sie hatte nur einen Schwächeanfall. Morgen wenn sie aufwacht wird sie erst einmal etwas zu Essen wollen und dann kann sie auch ohne Bedenken aufstehen. Ich werde eine Zofe beauftragen nach ihr zu sehen.“
Keith lächelte ihn an: „Danke“, sagte der Prinz. Dann blickte er noch einmal zu Kim. Er war froh, dass sie nichts allzu Ernstes hatte, und verließ dann das Zimmer. Er schloss leise die Tür um sie nicht aufzuwecken und ging dann den Gang entlang zu seinem Zimmer.
Auf den mit Marmorplatten ausgelegten Korridoren hallten seine Schritte durch die abendliche Burg. Er fühlte sich elend und schmutzig. Keith wollte jetzt nur noch ein Bad nehmen und dann bis zum Morgen durchschlafen. Gerade als er die Türklinke nach unten gedrückt hatte, wurde sie ihm von Innen aus der Hand gerissen. Benjamin stand in der Tür und sah ihn erschrocken an, er hatte wohl genauso wenig wie Keith erwartet das jemand auf der anderen Seite stand.
Der Butler starrte den Prinzen an, zuerst konnte er unendliche Erleichterung in Benjamins Augen lesen aber nur wenige Sekundenbruchteile später verwandelte sich das in blanke Wut. Benjamin musterte seinen Schützling zuerst abfällig von oben bis unten um sämtlich verstöße gegen das Protokoll und die Benimmregeln, die er immer versuchte Keith einzuhämmern, aufzulisten und dann dem Prinzen seine Verstöße vorzuwerfen. Aber Keith war schneller, bevor Benjamin etwas sagen konnte hob er gebieterisch die Hand: „Egal was du jetzt sagen willst... Merk´ es dir bis morgen und sag´ es mir dann. Ich bin zu müde um mich zu streiten!“
Wie um diese Aussage zu stützen nahm Keith die noch immer erhobene Hand und hielt sie sich vor den Mund, während er herzhaft gähnte. Dann wollte er an Benjamin vorbei und in sein Zimmer gehen aber der ältere Mann blieb stur und mit noch immer vor Wut glitzernden Augen im Türrahmen stehen.
„Benjamin, bitte...“ begann Keith aber er wurde sofort unterbrochen:
„Ihr...“ der Butler sog die Luft an wie ein kleines Kind, bevor es einen Heulkrampf bekommt:
„... Ihr seid gestern Nacht einfach verschunden, ohne irgendjemanden bescheid zu sagen und taucht jetzt so in diesem Zustand, wieder auf, als wäre nichts geschehen! Wo um alles in der Welt, ward ihr?“ fuhr er Keith an.
„Ja, aber ich musste doch Kim...“
„Kim!“ Benjamin kreischte so laut, das man ihn fast durch den gesamten Trakt hören musste. Keith wollte etwas zu seinem Schutz sagen, kam aber gar nicht dazu:
„Kim, Kim, Kim... immer dreht sich alles um dieses Mädchen.
Sie ist für euer Volk nicht wichtig. Keiner würde auch nur einen Gedanken an sie verschwenden, wenn sie sterben würde. Aber ihr, euch brauchen diese armen Menschen da draußen, ohne euch gibt es keine Zukunft! Ihr seid der einzige Sohn des Königs!“ Keith war baff, Benjamin meinte es wirklich ernst. Aber Kim war doch wichtig, sie war doch das Mädchen aus der Prophezeiung! Sie musste sein Volk vor dem Bösen retten! Außerdem würde er sie vermissen... ! Noch bevor Keith etwas sagen konnte, tauschte Benjamin mit ihm Platz und stieß ihn nicht sehr sanft in sein Zimmer. Keith strauchelte kurz, konnte sich aber auf den Beinen halten. Er hörte wie Benjamin die Tür zuschlug und als Keith sich umdrehte vernahm er noch das Klicken des Riegels, der von außen verschlossen wurde. Außerhalb des Zimmers dröhnte die Stimme des Butlers weiter: „Damit ihr euch nichts antun könnt oder noch einmal so einen Blödsinn macht, habt ihr bis auf weiteres Hausarrest!“
Der junge Prinz war schockiert: „Was, schon wieder?!“ Er lief zur Tür und begann mit den Fäusten darauf einzuschlagen: „Das kannst du nicht machen!“
Keith versuchte die Tür aufzubrechen aber sie war natürlich stark genug, das niemand es schaffte sich gewaltsam Eintritt in die Räumlichkeiten des Prinzen zu verschaffen, und genau diese Tatsache wendete sich nun zu seinem Nachteil. Das Einzige das er schaffte war, sich an den groben Schnitzereien, die die große Eichentür zierten, die Knöchel aufzureisen. So sank er, zu Tode erschöpft, hungrig und mit blutigen Händen und mit dem Rücken an die Bretter gelehnt, die ihm den Ausweg verwerten, zu Boden. Keith war am Ende. Er war wieder einmal gefangen, gefangen in seinem exquisiten Gefängnis!
Er zog die Knie an, umschlang sie mit den Armen und legte den Kopf darauf. Er würde Benjamin das heimzahlen.
Der Zorn stieg in ihm empor.
Er würde hier wieder herauskommen und dann würde er mit Kim Saphira retten um danach mit ihr zurück in ihre Welt zu gehen. Sollte der eingebildete Benjamin doch Regieren, wo er es doch anscheinend so gut konnte. Keith wollte sowieso nie König werden. Ganz normal sein, das ist es, was er immer wollte. Hier wie Josh mit seinen Geschwistern spielen oder in Kim’ s Welt mit den Dorfkindern um die Häuser ziehen. Aber er war nun einmal in diese Rolle hineingeboren worden und einzig ein Wink des Schicksals hatte dazu geführt, das es in zwei Welten aufwuchs.

__________________
Wenn etwas leicht zu lesen ist, dann war es schwer zu schreiben.
Enrique Jardiel Poncela
spanischer Humorist

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flammarion
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Der richtige Weg


Die Beiden schlichen durch die dunkelrot beleuchteten Gänge der Burg. Die Wachen vor der Tür hatten, lautstark schnarchend, geschlafen. Alles war ruhig, es musste wohl kurz nach Mitternacht sein. Die Stille war in dieser Nacht unnatürlich und beängstigend, da die Kuppel die normalen Geräusche der Nacht aussperrte. Es wehte noch nicht einmal ein kleines Lüftchen. Langsam folgte Keith dem Goobljn. Er versuchte(Komma) sich leise zu bewegen, da er niemanden aufwecken wollte. Einmal hatten sie sich vor einem Pärchen verstecken müssen, die in ihr Zimmer geschlichen waren. Ansonsten schien die gesamte Burg in Frieden zu schlafen. Nur hinter einigen wenigen Türen hatte Keith Stimmen vernommen. Ursprünglich hatte der Prinz vorgehabt, Todie und Josh zu holen. Aber Gwgl war einfach, ohne Rücksicht auf ihn, weitergerannt. Sie liefen immer tiefer in die Burg hinein, permanent abwärts.
Wollte Gwgl in den Keller?
Aber der Soldat vor der Schatzkammer hatte Kim doch nicht gesehen!
Der kleine Kerl führte Keith über den Hof und in das gegenüberliegende Gebäude.
Dort hetzten sie weiter die Gänge entlang. Bis der Goobljn abrupt stehen blieb. Keith hätte ihn beinahe über den Haufen gerannt.
„Was soll den (denn) das, Gwgl?“, tadelte er Kim´s Begleiter: „Wo ist sie nun?“ Gwgl zeigte auf eine Tür. „Da drin?“
„Gwgl!“ Keith seufzte und öffnete die schmucklose Holztür. Wie konnte Kim die ganze Zeit in dieser Kammer gewesen sein, ohne das (dass) man sie entdeckt hatte? Das quietschen (groß) ungeölter Schahniere (Scharniere) durchbrach die erdrückende Ruhe. Der Prinz zuckte bei dem ungewohnt lauten Geräusch zusammen. In dem Raum war es stock(zusammen) finster und staubig.
„Kim,“ rief er vorsichtig in die Dunkelheit: „Bist du da drin?“. Er bekam keine Antwort. Gwgl lief zwischen Keith’ Beinen hindurch in die Kammer und nachdem Keith sich versichert hatte, dass wirklich niemand, der vielleicht nicht schlafen konnte, in der Nähe war, holte er sich eine Fackel, die beinahe neben ihm an der Wand hing (dabei fiel ihm auf, dass bereits eine fehlte) und betrat herzklopfend (mit Herzklopfen) das Zimmer. Das flackernde Licht des Feuers erhellte den Raum nur spärlich, zeigte Keith aber mehr als deutlich die Verwüstung in der kleinen Abstellkammer. Überall lagen Kisten durcheinander, deren Inhalt verschüttet worden war, auch sämtliche Putzutensilien waren umgeworfen oder von den Regalen gefegt worden. Der Staub, der noch immer teilweise in der Luft schwebte und Keith zum husten (groß) brachte, kam von einem alten Perser, der umgefallen war.
Es sah aus(Komma) als hätte hier ein Kampf stattgefunden!
„Was ist hier passiert, Gwgl?“, flüsterte Keith(Komma) ohne auf eine antwort (groß) zu hoffen. Was war mit Kim passiert?
„Wo ist Kim?“ Gwgl sprang über einen Haufen Kisten und anderen Ramsch und verschwand dahinter. Keith folgte ihm, allerdings weniger geschickt, und kam stolpernd zu dem kleinen Goobljn. Dieser zeigte auf einen (eine) winzige, hüfthohe Tür und versuchte(Komma) sie zu öffnen, was allerdings für ihn aussichtslos war, denn ein umgekippter Holzstuhl war im Weg. Keith warf den Stuhl in eine andere Ecke und öffnete die Tür. Dahinter lag ein Gang, der gerade mal groß genug war, um zu kriechen. „Da ist Kim ´rein?“ murmelte der Prinz, allerdings mehr an sich selbst gerichtet. Er konnte sich gar nicht vorstellen(Komma) dass das Mädchen dort freiwillig hineingekrabbelt sein soll.
„Gwgl!!“ der Goobljn lief auf allen Vieren in den abweisend dunklen und engen Schlot. Keith seufzte und folgte ihm.
Was hatte er für eine Wahl?
Nach einer Weile wurde der Gang höher, sodass der Prinz wieder aufrecht gehen konnte. Gwgl führte ihn bis zu einer Stelle, an der sich der Weg verzweigte. Dort blieb der Goobljn etwas ratlos stehen. Sie mussten hier in den Katakomben sein, überlegte Keith, aber man hatte ihm einmal erzählt, sie wären schon vor Zeit (Zeiten) verschüttet worden. Wenn Kim sich hier verlaufen hatte, war sie wirklich in Schwierigkeiten!
Er wollte gar nicht daran denken(Komma) was sie während des Erdbebens, dessen Spuren er hier nur allzu deutlich erkennen konnte, durchgemacht haben musste.
Der Goobljn, der sich nun anscheinend doch noch für einen Weg entschieden hatte, übernahm wieder die Führung.

Sie mussten nun schon seit einigen, ewig scheinenden, Stunden in den unterirdischen Labyrinth herumirren. Keith hatte permanent das Gefühl(Komma) im Kreis herum zu irren. Nach seinem Hunger und der Erschöpfung, die sich langsam in ihm breit machte, zu urteilen, musste an der Oberfläche schon der neue Tag angebrochen sein. Benjamin würde sich furchtbare Sorgen machen, was den Prinzen aber nicht wirklich störte.
Was ihm mehr Angst machte(Komma) war, das (dass) Gwgl nicht wirklich zu wissen schien, wo sie lang gehen mussten. Immer wieder lief er voraus, nur um ein paar Minuten später wieder aufzutauchen und in die andere Richtung zu laufen. Mittlerweile musste sich Keith auch im Dunkeln weitertasten, denn die Fackel war schon lange ausgebrannt.
Jetzt begegnete er dazu noch immer wieder anderen Bewohnern der Höhlen, die er zuvor durch das Licht noch verscheucht hatte. Die Ratten flohen aber jedes Mal(Komma) wenn sie ihm bemerkten und Keith war froh(Komma) nur ihr quicken (Quieken) zu hören. Er war überrascht, das (dass) überhaupt etwas hier unten existieren konnte. Die Zerstörung, die das Erdbeben verursachte, war klar zu sehen. Überall lag Geröll herum und versperrte ihm den Weg. Keith hatte die Hoffnung schon so gut wie aufgegeben(Komma) Kim zu finden, als Gwgl wieder verschwand.
Er blieb stehen, bis jetzt war er immer den tapsenden Schritten des Goobljn gefolgt. Jetzt war es totenstill. Dann durchbrachen Gwgl’ s Schreie wieder die Stille. Keith lief blind den Tunnel entlang, immer Gwgl’ s Stimme folgend. Nach etlichen Metern, die ihm in dem stockdunklen Gang wie Kilometer vorkamen, schien das Gekreische des Goobljn’ s immer näher zu kommen und er glaubte(Komma) auch noch etwas anderes zu hören.
Keith beschleunigte seine Schritte, als er plötzlich über etwas stolperte und zu Boden fiel. Er landete hart auf dem Felsboden und schürfte sich die Knie auf. Er hörte(Komma) wie jemand aufschrie.
„Gwgl, du hättest mich ruhig vorwarnen können!“
Keith stand auf.
„Keith?!“, flüsterte eine bekannte Stimme und etwas bewegte sich in der Dunkelheit.
„Kim, bist du das?“ fragte der Prinz.
„Keith!!!“ Sie war es!
Er war überglücklich. Keith half ihr aufzustehen und kaum standen sie, fiel ihm Kim um den Hals und der Junge schloss sie wiederum in die Arme. Er war so begeistert, das (dass) ihm gar nicht auffiel, das (dass) es etwas heller in dem Tunnel geworden war. Als würden die Steine selbst das Glück, das beide nun fühlten, wiederspiegeln.
Ihm war gar nicht klar gewesen, wie viel Sorgen er sich wirklich um sie gemacht hatte und ihm wurde schlagartig klar(Komma) wie sehr er sie mochte. Aber noch bevor er den Augenblick noch richtig genießen konnte(Komma) räusperte sich Kim und entzog sich ihm wieder, als wäre ihr erst jetzt klar geworden(Komma) was sie da tat.
Wiederwillig ließ er sie los. Und auch das Licht verblasste wieder. Trotzdem blieb es Hell (hell) genug(Komma) um ein wenig sehen zu können.
„Wie hast du mich gefunden? Oder hast du dich etwa auch verirrt?“ Kim brach das peinliche Schweigen.
„Ja... nein, ich habe mich nicht verirrt... nicht direkt! Gwgl hat mich hergeführt.“
„Achso, und ich dachte Gwgl würde verfolgt und hab versucht(Komma) ihm den Mund zu zuhalten, als du gekommen bist!...“
„... Und dann hast du mir den Fuß gestellt!“ beendete Keith Kim’ s Satz.
„Tja...“, Kim zuckte mit den Schultern du (und) wechselte das Thema: „Vielleicht sollten wir schön (überflüssig) langsam mal sehen, wie wir hier `rauskommen, sonst verdurste ich noch!“
„Ja, du hast recht! Wir sind schon lange genug hier. Wo ist Gwgl?“, Keith stellte diese Frage so beiläufig, als wäre ihm gar nicht bewusst, dass sie ohne Gwgl keine Chance hatten(Komma) hier herauszukommen. Aber der kleine Kerl war nicht weit weg. Er stand weiter vorne im Gang und rief jetzt nach ihnen. Keith und Kim gingen gemeinsam zu dem Goobljn, der wie sie darauf brannte, das Labyrinth zu verlassen. „Wie bist du eigentlich hier her gekommen? Schlafgewandelt?“, wollte der Prinz wissen:
„Na ja, ich weiß nicht! Gwgl hat mich aufgeweckt und ich bin ihm gefolgt, aber vielleicht hab’ ich das ja nur geträumt.“ „Hmhm...“, bestätigte Keith und blickte zu Gwgl, der ein paar Meter vor ihnen lief, als wäre er beleidigt.

Einige Stunden später, die sie größtenteils schweigend verbracht hatten, waren alle Drei unendlich müde, aber sie nahmen noch das letzte bisschen Kraft zusammen, denn der Ausgang konnte nicht mehr weit sein. Sie gingen gerade um eine Ecke, als Kim, die nun schon länger im Dunkeln war, einen feinen Lichtschimmer wahrnahm.
Das musste die Tür sein!
Aus einem Impuls heraus faste (fasste) Keith Kim’ s Hand und gemeinsam liefen sie dem Licht entgegen. Gwgl sprang hinterher. Die letzten Meter krochen sie wieder auf allen vieren. Kurz vor der Tür drängte sich Kim neben Keith, der auf sie gewartet hatte.
„Bereit?“, fragte er und grinste sie an. Ohne auf eine Antwort zu warten(Komma) schlug er die kleine Tür auf, die, nachdem sie den neu aufgestellten Stapel Kisten umgeworfen hatte, lautstark gegen die Wand prallte. Sie krochen aus dem Gang und gingen zur Tür der Abstellkammer. Auch Gwgl, der mittlerweile wieder auf Kim’ s Schulter saß, schien froh darüber, wieder an der Erdoberfläche zu sein. Beide kniffen die Augen zusammen, als sie die Tür öffneten. Selbst das gedämpfte rote Licht blendete sie. Nachdem die Beiden sich wieder einigermaßen an die Helligkeit gewöhnt hatten, wollten sie den Raum verlassen, als Keith plötzlich Kim’ s Hand auf seiner Schulter spürte. Zuerst fühlte er ein angenehmes Prickeln im Bauch durch die Berührung und seine Phantasie arbeitete auf Hochtouren und erfand verschiedenste Szenen, die jetzt geschehen konnten. Er drehte sich zu ihr um, um sie zu fragen(Komma) was los sei, aber dazu kam er nicht mehr, denn Kim hatte sich nur an ihm festhalten wollen und brach jetzt vor seinen Augen zusammen. Gwgl konnte sich mit einem Satz noch davor retten, unter ihr begraben zu werden. Der Prinz fing sie noch im Fallen auf und nahm die bewusstlose Kim auf den Arm(Komma) um sie schnellstmöglich zu einem Arzt zu bringen.
Sie hatte in den letzten Tagen zuviel mitgemacht. Kim hatte sich sehr gut geschlagen(Komma) aber letztendlich war es ihr doch zuviel geworden. Auch Keith war furchtbar erschöpft(Komma) aber das Mädchen war viel länger dort unten gewesen. Ohne Nahrung! Keith trug sie zu ihrem Zimmer, gefolgt von einigen fragenden, aber auch neugierigen Blicken anderer Bewohnern (Bewohner) der Burg. Irgendwie war es ihm peinlich. Er fragte sich(Komma) wie er wohl aussehen mochte, nachdem er stundenlang durch den Dreck gekrochen war. Wahrscheinlich nicht anders als Kim, ihr Nachthemd war mehr schwarz als weiß, was es in dem roten Schein ohnehin nicht gewesen wäre, und war an etlichen Stellen zerrissen. Sie atmete jetzt ganz ruhig und ihr Gesicht hatte, soweit Keith das unter dem Schmutz beurteilen konnte, auch wieder etwas mehr Farbe bekommen. Trotzdem beeilte er sich, denn sie musste unbedingt etwas Flüssigkeit zu sich nehmen. Er sorgte sich jetzt immer weniger um sie, denn sie hatte soviel durchgemacht und hatte es immer irgendwie geschafft, Kim würde auch das hier überleben, sie musste. Außerdem war sie ja jetzt nicht mehr allein.
Keith lief weiter den Gang entlang, es war nicht mehr weit bis zu Kim’ s Schlafzimmer. Sie hatte in den beiden Tagen in der Höhle abgenommen. Kim war vorher schon sehr dünn gewesen(Komma) aber jetzt fühlte er unter dem Stoff überall ihre Knochen durch. Es kam Keith vor(Komma) als würde er ein Skelett tragen.
Endlich erreichte er die Tür. Der Prinz drückte mit einer Hand die Klinke nach unten und stieß mit der Schulter einen Flügel der Tür nach innen. In dem Zimmer war es dunkel, weil jemand die Vorhänge geschlossen hatte. Keith legte das Mädchen vorsichtig auf das Bett. Kim stöhnte kurz auf, blieb aber bewusstlos. Nachdem er eine Steppdecke aus einer Kiste am Fuße des Bettes geholt hatte, deckte er Kim zu. Dann wollte er den Arzt holen, als sich die Tür abermals öffnete. Zuerst sprang Gwgl herein und sofort zu Kim auf das Himmelbett. Danach betrat Xandor den Raum.
„Was?... was macht ihr hier?“ wollte Keith von dem alten Mann wissen.
„Ich habe nach euch gesucht, junger Prinz!“
„Und woher...?“ die frage (Die Frage) blieb Keith im Halse stecken, als ihm klar wurde(Komma) wie unsinnig sie war. Der Mann kicherte.
Statt dessen sagte er: „Kim braucht Hilfe.“
Xandor nickte und schritt hinüber zu dem großen Himmelbett, in dem das Mädchen schlief.
Keith lag eine Frage schwer auf der Seele und jetzt, da er mit dem Seher alleine war(Komma) konnte er ihn endlich fragen: „Wusstet ihr die ganze zeit (Zeit Komma) wo Kim war, oder habt ihr es womöglich vorhergesehen und niemanden (niemandem) etwas gesagt?“
Er konnte den alten Mann nicht ansehen, denn er glaubte(Komma) die Antwort zu kennen. Xandor, der zuerst Kim’ s Puls fühlte und sich jetzt vergewisserte, dass sie kein Fieber hatte, sah zu Keith.
„Nein...Nein ich wusste es nicht. Ich habe gesehen, dass ihr sie suchen würdet, aber ich wusste nicht(Komma) wo sie war. Irgendetwas lässt nicht zu, dass ich ihre Zukunft oder ihr Schicksal erkenne... hoffen wir nur, dass es dem Dunklen Magier genauso ergeht und er noch nicht weiß, dass sie hier ist.“
Keith sah zuerst Xandor an und dann aus dem Fenster ins unnatürliche Rot des Abendhimmels. Der Alte verstand diese wortlose Frage sofort: „Ihr habt recht, er muss es wissen, sonst hätte er uns hier nicht eingeschlossen. Vielleicht denkt er, er könnte so etwas Zeit gewinnen(Komma) aber das Schicksal findet immer einen Weg.“ Er stockte kurz und sah zu Kim: „Jetzt solltet Ihr euch keine Sorgen machen. Geht lieber auf Euer Zimmer und schlaft Euch aus.“
Als Keith nicht ging, sondern stattdessen Kims Decke zurechtzupfte, fügte er noch hinzu: „Es geht ihr gut. Sie hatte nur einen Schwächeanfall. Morgen(Komma) wenn sie aufwacht(Komma) wird sie erst einmal etwas zu Essen wollen und dann kann sie auch ohne Bedenken aufstehen. Ich werde eine Zofe beauftragen(Komma) nach ihr zu sehen.“
Keith lächelte ihn an: „Danke“, sagte der Prinz. Dann blickte er noch einmal zu Kim. Er war froh, dass sie nichts allzu Ernstes hatte, und verließ dann das Zimmer. Er schloss leise die Tür(Komma) um sie nicht aufzuwecken und ging dann den Gang entlang zu seinem Zimmer.
Auf den mit Marmorplatten ausgelegten Korridoren hallten seine Schritte durch die abendliche Burg. Er fühlte sich elend und schmutzig. Keith wollte jetzt nur noch ein Bad nehmen und dann bis zum Morgen durchschlafen. Gerade als er die Türklinke nach unten gedrückt hatte, wurde sie ihm von Innen (innen) aus der Hand gerissen. Benjamin stand in der Tür und sah ihn erschrocken an, er hatte wohl genauso wenig wie Keith erwartet(Komma) das (dass) jemand auf der anderen Seite stand.
Der Butler starrte den Prinzen an, zuerst konnte er unendliche Erleichterung in Benjamins Augen lesen(Komma) aber nur wenige Sekundenbruchteile später verwandelte sich das in blanke Wut. Benjamin musterte seinen Schützling zuerst abfällig von oben bis unten(Komma) um sämtlich verstöße (groß) gegen das Protokoll und die Benimmregeln, die er immer versuchte Keith einzuhämmern, aufzulisten und dann dem Prinzen seine Verstöße vorzuwerfen. Aber Keith war schneller, bevor Benjamin etwas sagen konnte(Komma) hob er gebieterisch die Hand: „Egal(Komma) was du jetzt sagen willst... Merk´ es dir bis morgen und sag´ es mir dann. Ich bin zu müde(Komma) um mich zu streiten!“
Wie um diese Aussage zu stützen(Komma) nahm Keith die noch immer erhobene Hand und hielt sie sich vor den Mund, während er herzhaft gähnte. Dann wollte er an Benjamin vorbei und in sein Zimmer gehen(Komma) aber der ältere Mann blieb stur und mit noch immer vor Wut glitzernden Augen im Türrahmen stehen.
„Benjamin, bitte...“ begann Keith(Komma) aber er wurde sofort unterbrochen:
„Ihr...“ der Butler sog die Luft an wie ein kleines Kind, bevor es einen Heulkrampf bekommt:
„... Ihr seid gestern Nacht einfach verschunden (verschwunden), ohne irgendjemanden bescheid zu sagen und taucht jetzt so in diesem Zustand,(kein Komma) wieder auf, als wäre nichts geschehen! Wo um alles in der Welt, ward (wart) ihr?“ fuhr er Keith an.
„Ja, aber ich musste doch Kim...“
„Kim!“ Benjamin kreischte so laut, das (dass) man ihn fast durch den gesamten Trakt hören musste. Keith wollte etwas zu seinem Schutz sagen, kam aber gar nicht dazu:
„Kim, Kim, Kim... immer dreht sich alles um dieses Mädchen.
Sie ist für euer Volk nicht wichtig. Keiner würde auch nur einen Gedanken an sie verschwenden, wenn sie sterben würde. Aber ihr, euch brauchen diese armen Menschen da draußen, ohne euch gibt es keine Zukunft! Ihr seid der einzige Sohn des Königs!“ (hatte er nicht n paar Kapitel früher n kleinen Bruder?) Keith war baff, Benjamin meinte es wirklich ernst. Aber Kim war doch wichtig, sie war doch das Mädchen aus der Prophezeiung! Sie musste sein Volk vor dem Bösen retten! Außerdem würde er sie vermissen... ! Noch bevor Keith etwas sagen konnte, tauschte Benjamin mit ihm (den) Platz und stieß ihn nicht sehr sanft in sein Zimmer. Keith strauchelte kurz, konnte sich aber auf den Beinen halten. Er hörte(Komma) wie Benjamin die Tür zuschlug und als Keith sich umdrehte(Komma) vernahm er noch das Klicken des Riegels, der von außen verschlossen wurde. Außerhalb des Zimmers dröhnte die Stimme des Butlers weiter: „Damit ihr euch nichts antun könnt oder noch einmal so einen Blödsinn macht, habt ihr bis auf weiteres Hausarrest!“
Der junge Prinz war schockiert: „Was, schon wieder?!“ Er lief zur Tür und begann mit den Fäusten darauf einzuschlagen: „Das kannst du nicht machen!“
Keith versuchte(Komma) die Tür aufzubrechen(Komma) aber sie war natürlich stark genug, das niemand es schaffte(Komma) sich gewaltsam Eintritt in die Räumlichkeiten des Prinzen zu verschaffen, und genau diese Tatsache wendete sich nun zu seinem Nachteil. Das Einzige(Komma) das er schaffte(Komma) war, sich an den groben Schnitzereien, die die große Eichentür zierten, die Knöchel aufzureisen (aufzureißen) . So sank er, zu Tode erschöpft, hungrig und mit blutigen Händen und mit dem Rücken an die Bretter gelehnt, die ihm den Ausweg verwerten (verwehrten), zu Boden. Keith war am Ende. Er war wieder einmal gefangen, gefangen in seinem exquisiten Gefängnis!
Er zog die Knie an, umschlang sie mit den Armen und legte den Kopf darauf. Er würde Benjamin das heimzahlen.
Der Zorn stieg in ihm empor.
Er würde hier wieder herauskommen und dann würde er mit Kim Saphira retten(Komma) um danach mit ihr zurück in ihre Welt zu gehen. Sollte der eingebildete Benjamin doch Regieren (klein), wo er es doch anscheinend so gut konnte. Keith wollte sowieso nie König werden. Ganz normal sein, das ist es, was er immer wollte. Hier wie Josh mit seinen Geschwistern spielen oder in Kim’ s Welt mit den Dorfkindern um die Häuser ziehen. Aber er war nun einmal in diese Rolle hineingeboren worden und einzig ein Wink des Schicksals hatte dazu geführt, das es (dass er) in zwei Welten aufwuchs.



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Old Icke

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