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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Macht
Eingestellt am 19. 12. 2017 11:37


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J├╝rgen Hoffmann
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2017

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Mein Weg zu lieben


Meine Sch├Ânheit ist meine Waffe, die ich nicht einsetze.
Oder so, wie man es nicht macht. Er ist 20 Jahre ├Ąlter als ich, und ich bin es, die entscheidet, ob er den Job, den er so dringend will und unbedingt braucht, bekommt oder nicht. Was er sieht ist eine Frau im Business-Outfit, komplett angstfrei, k├╝hl, aber nett, kein b├Âses Wort, doch unendlich weit weg von seinem ganzen Schlammassel. Ich stelle mir vor, seinen Angstschwei├č zu riechen, ich stelle mir vor, wie er mir mit der flachen Hand ins Gesicht schlagen will, w├Ąhrend er mir so selbstbewusst wie m├Âglich in die Augen schaut, wir wissen beide, dass er das nicht ist, die Dem├╝tigung steht im Raum, aber es steht uns frei, so zu tun, als s├Ąhen wir sie nicht. 30-j├Ąhrige Frau taxiert 50-j├Ąhrigen Mann, ob er denn noch eine Chance verdient hat. Ich bl├Ąttere in seiner Mappe und schaue nicht g├Ânnerhaft, nicht gelangweilt, nicht gesch├Ąftig, nicht vor Energie platzend, nicht so, als h├Ątte ich brutal viel um die Ohren, ein Meeting hinter mir, eines vor mir, und zwischendrin dieses im Grunde nur l├Ąstige Vorstellungsgespr├Ąch, weil ich die Leute, die unter mir arbeiten, nat├╝rlich selbst einstellen muss, auch wenn es sich wie in diesem Fall nur um einen Idiotenjob handelt. Ich nehme alles raus, was die Situation aufladen k├Ânnte, lassen Sie uns einfach in Ruhe reden und schauen, ob der Job hier etwas f├╝r sie ist.
Mir wird nicht ├╝bel, wenn ich mir vorstelle, was er sieht, wenn er mich in den Blick nimmt (was er konstant tun muss, um sich nicht zu disqualifizieren), aber ich sp├╝re einen Hass, der mich dazu verleiten kann, etwas zu tun, was ich nicht tun sollte. Machen Sie sich frei, denke ich, er denkt nur im Traum daran, mit mir zu flirten, er wei├č, dass er nicht meine Liga ist, keine Chance, also versucht er es es erst gar nicht.
"In Ordnung, Herr Polter, mir gef├Ąllt, was ich hier sehe. Sehr sogar."
Er sieht mich an, als h├Ątte ich einen Witz auf seine Kosten gemacht, was nicht der Fall ist. Ich will mit ihm schlafen, es ist nichts Sexuelles. Ich schlafe nur mit M├Ąnnern, die nicht infrage kommen, Sex mit Jungspunden in meinem Alter in meinem Alter ist etwas, was ich nicht ertragen kann, mich killen diese s├Ąuberlich gebr├Ąunten Oberk├Ârper, die albernen Frisuren, die mit zu viel Bedacht ausgesuchten Anz├╝ge, in denen sich die Typen so besonders wohlf├╝hlen, sie lieben diese Anz├╝ge, in denen sie so fabelhaft aussehen und die zu ihren Auftritten in den Meetings genauso gut passen wie sp├Ąter an der Bar mit dann gelockerter Krawatte. Im Bett bleiben sie dann entweder cool oder werden liebevoll-nett, was ihnen ├╝berhaupt nicht steht, oder sie zeigen Schw├Ąchen und zeigen mit den kleinen Jungen in ihnen, ihren Schatten, der so ganz anders ist als das, was man in B├╝ro und Club von ihnen sieht, was nat├╝rlich eine einzige L├╝ge ist, an die sie aber komplett glauben. Wenn du ihnen sagst, dass das alles stimmt, dass ihr schneidiger Business-Auftritt auf dich tats├Ąchlich nur hochgradig l├Ącherlich und deprimierend unsympathisch wirkt, schauen sie dir b├Âse ins Gesicht und verschwinden.




"Ich bin etwas knapp in der Zeit Herr Polter, das ist mir sehr unangenehm. Was halten Sie davon, wenn wir uns heute Abend noch einmal treffen, sagen wir um 20 Uhr bei mir?"
"Ich f├╝rchte, ich verstehe nicht."
"Gehen Sie davon aus, dass Sie den Job haben. Aber wir m├╝ssen noch ein paar Dinge besprechen, das verstehen Sie ja sicher."

Bevor er kommt, mache ich mich h├╝bsch. Ich ├Âffne und schlie├če die Augen so oft, bis ich im Spiegel sehe, dass der Blick stimmt. Ich spreche zu mir, bis ich sp├╝re, dass meine Stimme den beruhigenden Ton hat, der in einem irritierendem Widerspruch zu meinem Business-Outfit steht. Meine Methode ist die nicht auftrumpfende Sch├Ânheit, kein aufregender Augenaufschlag, keine Zunge, die meine Lippen befeuchtet, keine Bewegungen, die meinen Busen unter dem eng anliegenden Kaschmirpullover und meine high-heels-gestreckten Beine zur Geltung kommen lassen. Es funktioniert erst dann, wenn es kein Trick mehr ist, keine Attit├╝de.
Als Polter meine Wohnung betritt, bin ich es, die des Trostes und der Liebe bed├╝rftig ist. Ich kann nicht gleich seine Hand nehmen und flach ├╝ber mein Gesicht gleiten lassen, wir bekommen das, was wir wollen, nie einfach so, selbst wenn es das ist, was der andere auch will. Bevor man sich umarmt, muss man andere Dinge tun, die es einem erlauben, sp├Ąter das zu tun, was beide wollen. Ein Kuss gleich zu Beginn ist uns nicht verg├Ânnt.
Polter ist unsicher, aber es steckt genug Kraft in ihm, sich mir nicht zu unterwerfen. Mein Vorteil ist: Ich bin 20 Jahre j├╝nger, beruflich um Lichtjahre erfolgreicher und ich bin sexuell attraktiv. Das ist viel, aber das ist bei weitem nicht genug, um einem anderen Menschen ├╝berlegen zu sein. Ich bin gl├╝cklich, dass Poltre das auch wei├č, zumindest kommt es mir so vor.

Am n├Ąchsten Morgen, als er noch schl├Ąft, schaue ich mir Hajo Polter an. Er hat ein rundes Gesicht, eine kr├Ąftige Nase, muskul├Âs wirkende Ohren, die vibrierend zur├╝ckschwingen, wenn man sie kippt. Ich denke dar├╝ber nach, ihm statt dem Job 20.000 Euro zu geben, was f├╝r mich keine gro├če Sache w├Ąre, das hei├čt, ich denke nicht dar├╝ber nach in dem Sinne, es wom├Âglich tats├Ąchlich zu tun, ich stelle es mir nur vor, und frage mich, ob Hajo verstehen w├╝rde, dass es keine zynische Geste w├Ąre, sondern eine angemessene Bezahlung. In Wirklichkeit ist er sch├Âner als man es sofort sieht, sein massiger Oberk├Ârper wird dominiert von Muskeln, nicht von Fett, seine Knie sind nicht so grotesk verknorpelt wie meine eigenen, wenn sich unsere nackten F├╝├če ber├╝hren gibt mir das ein Gef├╝hl der Geborgenheit. Nachdem wir miteinander geschlafen hatten, unterhielten wir uns unaufgeregt ├╝ber die Dinge des Lebens, alles war so, wie ich es mag. Nach dem Duschen und bevor er geht, fragen wir uns, wie es weitergeht.
"Es ist wahrscheinlich keine gute Idee, mir den Job zu geben."
"Willst du ihn denn?"
"Es ist eher so, dass ich ihn brauche."
"Nachdem du mir gegeben hast, was ich brauche, sollte ich jetzt wahrscheinlich das Gleiche f├╝r dich tun."
"Eine interessante Art, jemandem abzusagen."
Wir sahen uns betr├╝bt an und w├╝nschten uns beide, dass ohne unser Zutun eine L├Âsung auftauchte, die uns beide befreite. "Eigentlich", sagte ich schlie├člich, "bin ich zu allem bereit. Du musst mir nur sagen, was."
"Alles, bis auf den Job."
"Ja, ich f├╝rchte. Alles, bis auf den Job."
Als Hajo sich nach einer Umarmung verabschiedete, hatte ich das Gef├╝hl, er verl├Ąsst als Sieger den Raum. Ich sah mein sch├Ânes, melancholisches Gesicht im Spiegel, machte mich f├╝r die Arbeit zurecht, und alles war so, wie ich es mag.

Version vom 19. 12. 2017 11:37

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

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