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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Mada und Ave
Eingestellt am 22. 04. 2001 11:22


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Evi
Hobbydichter
Registriert: Apr 2001

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Mada und Ave

Wie jeder andere Tag war dieser Tag auch grau, verregnet und kalt. Die W├Ąlder um sie herum war trist und ├Âde. H├Ątte sie gewu├čt, was die Sonne ist, sie w├Ąre zutiefst betr├╝bt gewesen.
Sie kannte nichts anderes als graue traurige Regenwolken. An den wenigen Tagen, da es nicht regnete versuchte die Erde das Wasser aufzunehmen und die Wiesen waren nicht gar so morastig. Heute aber regnete es seit dem fr├╝hen Morgen.

Sie dachte wieder einmal dar├╝ber nach, warum das alles so war. Warum regnete es die ganze Zeit? Warum war alles so grau? Warum war sie hier auf dieser Welt? Woher kam sie? Wohin ging sie? Was, warum, wieso? Gab es noch etwas anderes? So weit es ihr einfaches Denken zulie├č, versuchte sie eine Antwort zu finden.
Sie war allein, ganz allein. Nein, das stimmte nicht. Es gab au├čer ihr auch noch ihn. Dort hinten, einen halben Tagesmarsch entfernt in den H├Âhlen der Berge.
Sie mochte ihn aber nicht! Er roch unangenehm und in den H├Âhlen leben wollte sie nicht.
Hier auf den Wiesen f├╝hlte sie sich wohl. - Das hei├čt, das war sie gew├Âhnt. Sie kannte nichts anderes und wollte auch nichts anderes kennenlernen. Hier war sie sicher.

Ihr Magen knurrte, da es Mittagszeit war. So sammelte sie einige Wurzeln und Beeren, die sie auch sogleich verschlang. Auf dem Boden schauend und suchend streifte sie in den Wiesen umher. Pl├Âtzlich stand er vor ihr. Sie erschrak, hatte sie ihn doch weder kommen gesehen noch geh├Ârt. Er sah freundlich aus. Er l├Ąchelte sie an. Sie ├╝berlegte, ob sie ihn vertreiben sollte.
Scheu hielt er ihr eine lange gekr├╝mmte gelbe Frucht vor die Nase. Diese Frucht riecht gut dachte sie sich. Sie war versucht, nach der Frucht zu fassen. Er l├Ąchelte und ergriff ihre Hand. Sie machte eine Faust und bem├╝hte sich den Arm wegzuziehen. Es gelang ihr aber nicht. Sie wollte ihre Hand nicht ├Âffnen, darum legte er die Frucht auf den Boden. Kniete sich nieder und zog sie mit ins Gras. Dort sa├čen sie.
Er hielt ihre Faust mit der Linken und ├Âffnete vorsichtig und sanft mit der Rechten jeden einzelnen Finger ihrer Hand. Ihr Zutrauen zu ihm wuchs immer mehr. Er ist freundlich und riecht nicht so entsetzlich wie bei der letzten Begegnung dachte sie.
Da ihre Hand jetzt offen in seiner lag, nahm er die gelbe Frucht und legte sie vorsichtig hinein. Sie wollte diese Frucht nicht. Es war nicht erlaubt, diese Frucht zu essen. Sie durfte nur Wurzeln und Beeren essen, aber in gewisser Weise reizte es sie doch, diese leckere Frucht zu sich zu nehmen. Was sollte schon passieren, wenn sie etwas anderes als jahraus, jahrein Wurzeln a├č?

Er zeigte ihr, da├č man von dieser Frucht die gelbe Schale abziehen mu├čte. Das E├čbare war weich, gelblich-wei├č und s├╝├č. Er brach ein kleines St├╝ck ab und steckte es ihr vorsichtig in den Mund. Dann brach er sich selbst ebenfalls ein St├╝ck ab. ├ľffnete seinen Mund und steckte es hinein. Sie fand es k├Âstlich. Der Geschmack war wunderbar. Sie geno├č es, von ihm mit dieser k├Âstlichen Frucht gef├╝ttert zu werden und er geno├č es, sie zu f├╝ttern.

Nachdem die Frucht aufgegessen war, schliefen beide Seite an Seite ein. Sie wachten gemeinsam wieder auf. Als sie langsam aus dem Schlaf erwachte, sp├╝rte sie, da├č er mit seiner Brust und seinem Bauch ihren R├╝cken w├Ąrmte. Sie lagen beide auf der Seite hintereinander. Er hatte seine Hand auf ihrer H├╝fte. Als sein Denken klarer wurde und er merkte, wo seine Hand lag, erschrak er und zog sie schnell zur├╝ck.

Sie rekelten sich und sahen sich dann staunend um. Da war kein Regen und keine grauen Wolken. Es war weder kalt noch na├č.
Der Himmel war blau, die Sonne strahlte, es war warm. Sie sahen das erste Mal Blumen bl├╝hen. Das Gras der Wiese roch saftig und gr├╝n. Schmetterlinge schwirrten auf der Wiese von Blume zu Blume. Bienen, Fliegen und K├Ąfer surrten und brummten ├╝ber das Gras. Im Hintergrund h├Ârten sie V├Âgel in den W├Ąldern zwitschern und kleines Getier raschelte im Unterholz des Waldes.

Dieses Erwachen war das sch├Ânste Erwachen, welches beide je erlebt hatten. Er setzte sich auf und zog sie zu sich hoch. Als sie beide sich gegen├╝ber sa├čen legte er seine rechte Hand auf seine Brust und sagte langsam
"Mada, - Mada" er zog die beiden Silben sehr lang "Maaadaaa".
Dann zeigte er mit seiner Linken auf sie. Sie verstand und antwortete
"Ave, Ave".
Mada zeigte auf sich "Mada" und dann auf sie "Ave". Dann tat Ave das gleiche und wiederholte beider Namen.

__________________
Copyright Evi Eversun

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Andrea
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6 von 10 Punkten

Sch├Âne Variation des Themas, gef├Ąllt mir gut. Sprachlich manchmal zu abgehackt. Du schreibt h├Ąufig recht kurze S├Ątze hintereinander, v.a. im dritten Absatz zerst├Ârt das ein wenig die Stimmung. Und an einigen Stellen, z.B. "Ihr Zutrauen zu ihm wuchs immer mehr." h├Ąmmerst du deinem Leser eine Entwicklung ein, die du auch an den Figuren zeigen k├Ânntest. Aber es liest sich trotzdem gut.
__________________
Andrea Rohmert

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