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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Madlaine (Kurzgeschichte)
Eingestellt am 20. 01. 2002 18:57


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Anamida
???
Registriert: Jan 2002

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(In memoriam Anais Nin)

Madlaine

Eine leichte Abendbrise strich ├╝ber Madlaines nasse Wangen und verst├Ąrkte ihr Sehnsuchtsgef├╝hl.
Sehnsucht nach den zarten H├Ąnden, die ihren K├Ârper erbeben lie├čen. Sehnsucht nach den vollen Lippen, die sie in Ekstase versetzten. Sehnsucht nach der Einmaligkeit des Gl├╝cks, das so selten kommt und bleibt. Und Noel kam nicht mehr zu ihr. Er hatte das Gef├╝hl f├╝r mich verloren, sagte er.
O ja, das stimmte, denn er hatte Christine gefunden.
Christine wohnte gleich im Haus gegen├╝ber. Sie war vor einem Monat hierher gezogen. Sie hatte nicht viel Gep├Ąck gehabt und war ├╝ber Nacht eingezogen. Am darauf folgenden Morgen sa├č sie auf ihrer Veranda und war in ein Buch vertieft. Am Nachmittag besuchte sie mich, um sich, wie sie sagte, bekannt zu machen. Ihre elfengleiche Statur bewegte sich elegant und ungezwungen. Ihr feines Gesicht wurde von Engelslocken umrahmt. Ihr bet├Ârender Duft von Veilchen umgab sie gleich einem Schleier und ihr Lachen war einnehmend.
Ich hatte sie gleich in mein Herz geschlossen und wir verbrachten viel Zeit miteinander. Wir gingen ins Theater, in Caf├ęs und bummelten ├╝ber die gro├čen Stra├čen. Es war eine unbeschwerte Zeit, gleich so wie die Kindheit, ohne Zwang und Erwartungen, die man zu erf├╝llen hatte.
Dann lernte ich eines Abends, als mich ein heftiger Schauer ├╝berraschte, Noel, einen geheimnisvollen jungen K├╝nstler kennen. Das Erste, was mich in seinen Bann zog, waren seine dunklen, tiefen Augen. Ich ertrank regelrecht in ihnen. Wir schauten uns lange an, ohne den Zauber durch Worten zerbrechen zu lassen. Er war wie ein wildes Tier: Anmutig und voller Leidenschaft, wild und frei. Er nahm mich bei der Hand und f├╝hrte mich schweigend durch kleine verschlungene, romantische Gassen und brachte mich schlie├člich in eine vom Mond durchflutete Dachwohnung. Sie bestand aus einem einzigen gro├čen Raum, der sp├Ąrlich m├Âbliert war.
In der Mitte des Raumes stand eine gem├╝tliche Couch mit Blick auf das Panoramafernster. Es standen mehrere Staffeleien mit unfertigen Bildnissen von Landschaften, anmutigen, filigranen Frauenk├Ârpern verteilt im Raum. Auf der linken Seite des Raumes war eine kleine offene K├╝che, sie ├Ąhnelte einem Caf├ę. Auf der rechten H├Ąlfte des Zimmers befand sich eine Galerie, die man ├╝ber eine Wendeltreppe erreichte. Ein ├╝berdimensionales, gem├╝tliches Bett mit Tierfellen f├╝llte den meisten Platz auf der Galerie, den Rest nahm das marmorierte Bad ein.
Sanft und doch bestimmt nahm er mich bei der Hand und f├╝hrte mich die Wendeltreppe rauf zur Galerie. Dort umfasste er mich begehrend an der Taille und seine gro├čen, sanften H├Ąnde lie├čen meinen K├Ârper erzittern, als er, begierig wie ein Kind die Welt, die Formen meines K├Ârpers erkundete. Seine Lippen saugten wie ein verdurstendes Tier an meinem Hals, meinen Br├╝sten, meinem Quell der Lust, so dass ich unter meiner erschauernden Lust schwach wurde und meine Beine nachgaben.




Seine starken Arme hielten mich und ich sp├╝rte tiefe Sicherheit, so dass ich mich fallen lassen konnte, wie ich es noch nie vermochte. Sein ganzer K├Ârper sprach von Liebe, von Begehren, von Sehnsucht und Losgel├Âstheit. Seine erfahrenen Finger waren ├╝berall, sie f├Ârderten Empfindungen zutage, von denen ich nicht wusste, dass ich sie jemals haben k├Ânnte.
Ich war berauscht von seiner wilden Z├Ąrtlichkeit, von dem Sturm unserer Gef├╝hle. Wie von Sinnen war ich, als ich auf dem H├Âhepunkt der Lust zugleich mit ihm explodierte. Nach dem gemeinsamen Erwachen vereinigten wir uns wieder und wieder, bis wir ersch├Âpft und v├Âllig selig, tiefe Zweisamkeit teilend, beieinander lagen und uns mit Augen der Liebe anblickten.
Die Tage unserer Zweisamkeit wogen mehr, als die Jahre der einsamen Suche nach Erf├╝llung durch einen Menschen, der das Gegenst├╝ck zu einem selbst darstellte.
Dann, als ich wieder einmal zu Hause nach dem Rechten sah, klingelte Noel unvermutet an der T├╝r. Sein exotisches Gesicht warf mir ein L├Ącheln zu, das mich zum Schmelzen brachte. Er nahm mich auf seine starken Arme und trug mich in mein t├╝llverhangenes Bett; dort liebten wir uns leidenschaftlich lange.
Die Sonne warf ihren warmen Strahl auf unsere eng verschlungenen K├Ârper und umh├╝llte uns mit einem flammenden Ring. Noels K├Ârper war ebenm├Ą├čig und muskul├Âs, aber nicht protzig. Auf seinem Gesicht, im Schlaf genauso entspannt wie im Wachzustand, lag ein leichter verschmitzter Zug. Seine schwarzen, langen Haare umgaben ihn wie ein verwunschenes Schloss, das ein kostbares Kleinod beherbergt. Ich verlor mich im Anblick seines wundervollen K├Ârpers und der Erinnerung an seine Leidenschaft, als mich die T├╝rglocke aus meinem Tagtraum zur├╝ckholte.
Christine.
Sie hatte mein Auto gesehen und nutzte sogleich die seltene Gelegenheit, mich wieder einmal zu sehen. Sie hatte mich vermisst. Wir lagen uns freudig in den Armen, wiegten uns hin und her und lachten vor Freude. In meinem Gl├╝ck mit Noel hatte ich sie ganz vergessen. Ihr warmes Lachen, ihre z├Ąrtlichen Gesten, ihre erfrischende Gesellschaft. Die wundervollen Stunden, die wir ganz allein auf ihrer Veranda verbrachten und ├╝ber verschiedene Wolkenformationen lustige Interpretationen machten.
├ťberschw├Ąnglich, so dass sie mir lachend Einhalt gebot, erz├Ąhlte ich ihr von meinem Wunder.
Ein Hauch von Bitterkeit stahl sich ├╝ber ihr offenes Gesicht. Ich bemerkte es nicht. Ich strahlte vor Gl├╝ck und sah nicht, dass ich sie damit verletzte, sie zur├╝cksetzte. Nun war sie nicht mehr mein zweites Selbst. Nun war Noel an ihre Stelle getreten.
Und da regte sich seine muskul├Âse Gestalt im T├╝rrahmen. Geschmeidig trat er n├Ąher, wie eine Raubkatze auf der Pirsch. Sein L├Ącheln, das die Sonne in den Schatten stellte, schien den ganzen Raum zu erhellen.
Christine schien nie eine Bitterkeit empfunden zu haben. Mit ihrer herzlichen Art nahm sie Noel gleich an. Sie blieb den ganzen Tag. Noel und Christine verstanden sich, wie Zwillinge es tun.
Ich war gl├╝cklich. Ich hatte eine liebe Freundin und einen wundervollen Mann. Wir gingen in ein Caf├ę, erz├Ąhlten uns Geschichten, beobachteten die vorbeiziehenden Leute und lachten gemeinsam. Wir nahmen keine Notiz von der fortschreitenden Nacht, die Zeit lief an uns vorbei.
Irgendwann in den Morgenstunden, als die V├Âgel erwachten, landeten wir in Noels Atelier. Noel brachte Wein und wir berauschten uns an unseren erhitzten K├Ârpern. Noel strahlte eine Erotik aus, die uns beide ansteckte. Er fing an, meine Schenkel ganz langsam zu streicheln, sein K├Ârper streckte sich mir langsam entgegen. Seine Lippen liebkosten meine empfindlichen Br├╝ste. Als seine Hand in mein Lustzentrum wanderte, wand ich mich vor Lust. Christine hatte ich vergessen.
Als ich zufrieden zu Sinnen kam, lag ich auf dem gro├čen Bett, Noel und Christine neben mir. Christines Hand lag auf meiner Brust und knetete sie z├Ąrtlich. Als ich mich regte, drehte sie ihr Gesicht zu mir und l├Ąchelte mich an. Noel lag auf ihr und versetzte sie in Ekstase. Er schien mein Erwachen zu sp├╝ren, warf mir einen leidenschaftlichen Blick zu und seine Hand glitt in meinen Schritt. Er rieb den H├╝gel der Lust und Christine streichelte sanft meinen K├Ârper. Es war ein aufregendes Gef├╝hl, das durch den Anblick der beiden verschmelzenden K├Ârper noch intensiver wurde.
Eine kurzweilige Zeit lang bestand das Universum nur noch aus uns Drei. Wir liebten uns gegenseitig hemmungslos. Doch die Harmonie w├Ąhrte nicht lange, der Egoismus obsiegte. Jeder wollte jeden f├╝r sich allein haben. Die Vertrautheit zerbr├Âckelte wie steinerne Monumente vom Anbeginn der Zeit.
Wir trafen uns nur noch einzeln, bis auch das nicht mehr gen├╝gte. Der ÔÇ×KampfÔÇť um das Gl├╝ck ging f├╝r mich negativ aus, denn ich hatte, im Gegensatz zu Christine, nicht ihre Neugier, die Losgel├Âstheit und auch nicht das Feuer, welches die Lust n├Ąhrte.
Christine gewann, sie und Noel passten zusammen wie Ying und Yang.
Und nun sitze ich hier, weine und bin dennoch gl├╝cklich dies erlebt haben zu d├╝rfen.

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Rosentraum
???
Registriert: Nov 2001

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die Quadratur des Kreises . . .

Hallo, liebe Yasmin

Eine sehr feinsinnig erz├Ąhlte Geschichte. Sie gef├Ąllt mir gut. Aber beim Thema Liebe zu dritt ist es wie mit der Quadratur des Kreises - im Gro├čen betrachtet eine brilliante Idee . . . aber da zu lieben ja auch zu verzeihen bedeutet . . . wer soll wem dann noch was verzeihen . . .?
Es sei denn, wir denken uns in eine andere Welt . . .

M├Âge Dir der Spa├č an der Freude erhalten bleiben.

mit einem leisen servus - der Rosentraum

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Anamida
???
Registriert: Jan 2002

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allo Rosentraum

Diese Geschichte schrtieb ich nachdem ich mein erstes Buch von Anais Nin gelesen habe. Ich war fasziniert was die Liebe alles so hervorbringt.
Die Freude wird mir stets erhalten bleiben wenn meine Geschichten Freude machen.
liebe gr├╝├če
yasmin

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Sanne Benz
Guest
Registriert: Not Yet

liebe jasmin,
ich hoffe, es ist dir recht..(bin da vorsichtig geworden und mach das kaum noch) das ich paar vorschl├Ąge mache?
ich w├╝rde sie nicht machen, wenn ich die geschichte nicht f├╝r sehr gut halte.
Sie hat mir gefallen..ok,der schluss h├Ątte es etwas an mehr noch verdient..das ging mir zu schnell..
mich hat die geschichte auch interessiert,weil mich die kunst interessiert und ich viele biographien von bekannten malern schon gelesen habe..
selten hier so gutes erotisches gelesen...

"waren seine dunklen, tiefen Augen. Ich ertrank regelrecht in ihnen."

"waren seine dunklen, tiefen Augen, in denen ich zu ertrinken drohte."

"Dann lernte ich eines Abends, als mich ein heftiger Schauer ├╝berraschte, Noel, einen geheimnisvollen jungen K├╝nstler kennen. Das Erste, was mich in seinen Bann zog, waren seine dunklen, tiefen Augen"

"Eines Abends lernte ich Noel, einen geheimnisvollen K├╝nstler kennen, dessen tiefe, dunklen Augen mich sofort in seinen Bann zogen und ich drohte in ihnen zu ertrinken"
(was meinst du mit SCHAUER? sicher den,der g├Ąnsehaut macht,nicht wahr? Das mit den augen hattest du oben bereits erw├Ąhnt,ich w├╝rde mich auf einmal beschr├Ąnken..)

Du verwendest,meies erachtens RAUM zu viel, also was in dem RAUM stand, k├Ânnte man in einem satz verbinden..
auch bei"auf der linken seite des (Raumes)..." k├Ânnte RAUM weg..es erschl├Ągt ein wenig.


"Sanft und doch bestimmt" meinst du sanft und doch BESTIMMEND?

Die Beschrebung seines K├Ârpers unten, w├╝rde ich oben,als du ihn zum erstenmal neben dir hattest..einbauen.

"Sie hatte mein Auto gesehen und nutzte sogleich die seltene Gelegenheit, mich wieder einmal zu sehen. Sie hatte mich vermisst."
(zweimal mit SIE anfangen, hier k├Ânnte man diese beiden s├Ątze miteinander verbinden?)

"Ein Hauch von Bitterkeit stahl sich ├╝ber ihr offenes Gesicht. Ich bemerkte es nicht. Ich strahlte vor Gl├╝ck und sah nicht, dass ich sie damit verletzte, sie zur├╝cksetzte "

(W├Ąhrend ich vor gl├╝ck nur so strahlte, bemerkte ich den Hauch von Bitterkeit,der sich ├╝ber ihr offenes(?) gesicht legte und das ich sie zu verletzen schien, nicht.)

"Christine schien nie eine Bitterkeit empfunden zu haben"
(hm,aber oben legte die bitterkeit (ersichtlich)sich ├╝ber ihr gesicht.?)

puh..hoffe,es kommt nicht negativ bei dir an, sind nur vorschl├Ąge..und ich weiss, jeder schreibt anders. :-)
lG
sanne

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Anamida
???
Registriert: Jan 2002

Werke: 88
Kommentare: 154
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allo sanne,

vielen lieben dank f├╝r dein lob, f├╝hle mich sehr geschmeichelt.
deine verbesserungsvorschl├Ąge nehme ich denkend an. ich bin f├╝r konstruktive vorschl├Ąge dankbar, da sie mir doch helfen meine schw├Ąchen aufzufinden.
mit schauer meinte ich einen regenschauer (werd das dahingehend noch ├Ąndern).
ganz liebe gr├╝├če
yasmin
__________________
Gesten der Liebe oder der Freundschaft sind nicht mit Geld aufzuwiegen.
by Mich

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Sanne Benz
Guest
Registriert: Not Yet

ola' anamida,
da bin ich aber froh..
deine fussnote.. finde sie sehr treffend!(was uns nicht kaputt macht..macht uns stark)
upps..hast du sie ge├Ąndert..
sch├Ânen sonntag
lG
sanne

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