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Leselupe.de > Ungereimtes
Mägdelein
Eingestellt am 24. 05. 2002 07:38


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lester
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2002

Werke: 50
Kommentare: 41
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Vergißmeinnicht, dass nie, dass nicht,
sollst hungrig mir durchs Feuer tanzen,
Nachtschatten du, schon abgewelkt,
doch bei Johanni feurig, heilig,
und heute Nacht, wenn du besuchst, dann
spring mich an, mich: Mägdelein,
bis Morgentau sollst ihn mir beissen,
den Ginsterbusch und bis aufs Blut
den roten, roten Fingerhut.

Ist deine Kränzchenzeit,
die sich in meine hat gesteckt und jetzt,
jetzt doppelt schnell zu Ende hetzt.

Dann ist es hin,es bleibt die weiße Rose Schmerz,
der du dann folgst, nun mundgerecht,
du hebst die Hand, hebst auch die Augen,
und mit Erstaunen im Gesicht
begreift du, was du neu erfahren:
du wolltest alles, alles nicht.

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ziner
Guest
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Hi, Lester.
Das ist schön. Erinnert mich an Villon. Aber ein, zwei Anmerkungen hab ich dennoch.
Für meinen Geschmack hat‘s zu viele Kommata. Es würde den appellativen Charrakter des Textes unterstützen, setztest du ein, zwei Punkte. Es unterstreicht den Imperativ dann besser. (Wohlgemerkt: Das ist meine Meinung).
Dann: Du nennst sie Mägdelein, also ein Diminutiv, eine Verkleinerung. In Verbindung mit dem Magdtum das veraltet für jungfräulichkeit steht, scheint mir das Nachtschatten du, schon abgewelkt nicht ganz plausibel. Hier assoziiere ich eine ältere, erfahrene Frau, die zu bestimmten Anläßen lebhaft, feurig ist.
Aber im Weiteren Verlauf scheint es mir um eine Defloration zu gehen ...bis aufs Blut, ...die weiße Rose Schmerz..., Kränzchenzeit... also nicht abgewelkt, sondern im erblühen begriffen... Hm, naja... dies scheint mir die einzig schwache Stelle zu sein.

Ich habe mich mal darüber hergemacht. Ich hoffe, du nimmst mir das nicht übel. Die Stellen, die du meiner Meinung nach ändern oder weglassen solltest, habe ich in Parenthese gesetzt. Ich hoffe wirklich, daß du mir meinen Übergriff nicht übel nimmst. Der Text ist nämlich wirklich gut, aber es geht noch besser. (Womit ich ganz und gar nicht meine Version meine.)

Gruß flo


Vergißmeinnicht.
Das nie.
Dass nicht,
sollst hungrig mir durchs Feuer tanzen.
(Nachtschatten du, schon abgewelkt,
doch bei Johanni feurig, hell,)
Heut Nacht, wenn du besuchst, dann
spring mich an. Mich: Mägdelein.
Bis Morgentau sollst du ihn beissen,
den Ginsterbusch mir bis aufs Blut
den roten, roten Fingerhut.

Ist deine Kränzchenzeit,
die sich in meine hat gestreckt
und jetzt,
jetzt doppelt schnell zu Ende hetzt.

(Dann ist es hin,)
Es bleibt die weiße Rose Schmerz,
der du nun folgst, (nun mundgerecht,)
du hebst die Hand,
hebst auch die Augen,
und mit Erstaunen
im Gesicht begreift du,
was du neu erfahren:
du wolltest alles,
alles nicht.

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