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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Männer!
Eingestellt am 17. 09. 1999 00:00


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ziner
Festzeitungsschreiber
Registriert: Mar 2003

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Männer sind seltsam. Sie wollen immer das essen, was gerade nicht im Haus ist. Sie wollen immer dahin, wo man sie nicht will. Sie wollen immer das haben, was sie nicht bekommen sollen. Dann trinken sie zuviel, wollen mit dem Kopf durch die Wand und wundern sich auch noch darüber, daß sie Kopfschmerzen bekommen. Sie tun Dinge, die ihnen nicht guttun. Vielleicht liegt es daran, daß solche Situationen, mit gradlinigem Denken nicht zu bewältigen sind. Haben sie es mit einer unstrukturierten Lage zu tun, können sie damit nicht umgehen. Männer können gut mit Computern und Technik umgehen. Weil sie folgerichtig ist. Es gibt Ja und Nein, Null und Eins, Ein und Aus. Und diesem wohnt Folgerichtigkeit inne. Am Ende steht immer ein Ergebnis. Sie können mit Vielleicht, Möglicherweise und Gegebenenfalls nichts anfangen. Frauen hingegen sind an unzuverlässige, unstrukturierte Zustände gewöhnt. Sie haben in mehr als 20.000 Jahren Evolutionsgeschichte gelernt damit umzugehen, sie zu meistern. Haben gelernt die Vielleichts zu beherrschen. Sie paßten auf die Feuer auf, wenn die Jungs zur Jagd waren, zogen den Nachwuchs groß. Wenn die Jungs von der Arbeit kamen - wenn sie denn alle wiederkamen, denn hin und wieder wurde eines der Mannsbilder von Mammut oder Frühpferd erlegt - bereiteten sie das Mahl, kümmerten sich um die Fleischeslust der Göttergatten, versorgten Wunden und richteten die Helden für den nächsten Arbeitsgang wieder her. Je nach Lage der Dinge. Ein entschiedenes "Vielleicht". Zwischendrin schliefen sie mit einem wachen Auge, immer bereit Gefahren abzuwehren. Vertrieben Bär, Säbelzahntiger und anderes Raubgetier. Das schult. Das sind Anforderungen, die flexibles, schnelles und improvisiertes Denken erfordern. Folgerichtigkeit läßt sich nur gebrauchen bei Geschehen mit vorherbestimmbarem Ausgang. Das war selten für die Mädchen. Die Jungs kannten immer nur ein Ziel: Mach das Mammut tot, daß die Familie was zum Beißen hat. Mithin zielgerichtetes Denken, an dessen Ende ein Ergebnis steht. Haut das nicht hin, machen sich die Recken aus dem Staub und versuchen woanders ihr Glück. Während in der heimischen Höhle die Mädels warteten und den Rest erledigten. Irgendwann - sagen wir: frühe Spät-Bronzezeit - dämmerte dem maskulinen Teil der Krone der Schöpfung, daß sie eine ziemlich dubiose Rolle in dieser Geschichte spielen. Tausende von Jahren hatten sie ihren Weibchen die wirklich wichtigen Bereiche ihres Lebens überlassen. Sie hatten sich darauf beschränkt zu jagen. Sie konnten nicht kochen, brachen den Kindern den Hals - aus Versehen, wenn sie mit ihnen spielten - wußten nicht wie der Herd angeht. Sie beschlossen, daß ihr Beitrag der Bessere, Edlere war. Was wußten Frauen schon von der Jagd. Sie begannen die Not zur Tugend zu machen und verkündeten, daß Frauen schwach und hilfebedürftig seien. Daß sie nur durch den Mut und die Geschicklichkeit ihrer Männer am Leben blieben. Das wurde dann noch unterfüttert durch spirituelle und gesellschaftliche Ausgrenzungen. So ging das dann einige tausend Jahre weiter und gipfelte schließlich in: "Er für Gott und Vaterland; sie für Gott in ihm" und "Frauen und Kinder zuerst." Deswegen hätten wir eigentlich keine Frauen-, sondern eine Männerbefreiung gebraucht.

(Übernommen aus der 'Alten Leselupe'.
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