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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Männer und solche, die es werden wollen
Eingestellt am 02. 01. 2008 22:07


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Pfefferminze
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Nov 2007

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Manche Frau ist mit einem Mann geschlagen, den sie nicht so einfach in die Wüste schicken kann:
den eigenen Sohn.
Aber statt ob der Unmöglichkeit sich seiner zu entledigen ins Jammern zu verfallen, kann Frau auch die günstige Gelegenheit nutzen um tiefe Einblicke in das Seelenlebens der unbekannten Hälfte der Menschheit zu erlangen, die ihr sonst verborgen bleiben würden.

Da ist der Junge erst wenige Monate alt und schon bedienen sie sich typisch männlicher Verhaltensmuster. Sobald er motorisch dazu in der Lage ist, seine beiden Hände rhythmisch vor dem Körper gegeneinander zu schlagen, tut er das immer und immer wieder um sich unserer Aufmerksamkeit und unseres Applaus' zu versichern.
Und welche Dinge Wichtigkeit haben im Leben eines Mannes lässt sich an den Wörtern erkennen, die er zu erst spricht: Ham, Audo, Bavo (soll heißen: Essen, Auto, Ich war toll, gell?)
Durch die Pflege und Aufzucht der Generation von Männern, die der Generation von Frauen, die nach uns kommt das Leben schwer macht, liegt eine große Verantwortung auf unseren Schultern.
Aber sollen wir an dieser Last zerbrechen?
Nein, wir nutzen die Gunst der Stunde und erkennen, warum Männer so sind, wie sie sind!
Hier ein Beispiel: Es gibt Sätze, die so prägnant sind, dass sie in einer Männeranthologie auf keinen Fall fehlen dürfen.
„Mama, guck mal, ich kann’s ganz groß machen!“
Ob solcher Meisterleistung ziehe ich es vor zu schweigen, das Badezimmer zu verlassen und mich angenehmeren Dingen zu widmen, Geschirr spülen oder Wäsche bügeln zum Beispiel.
Und wie ich mich so in meine Hausarbeit vertiefe gerate ich ins Grübeln:
Diese Selbstverliebtheit und die Bewunderung, die Männer ihrem angeblich besten Stück angedeihen lassen, ist sie etwa genetisch bedingt?
Wie sonst ließen sich solche Aussprüche im zarten Alter von 5 Jahre erklären?
Beängstigend, oder?
Auch die Angewohnheit durch einen kurzen, zielsichern Griff zu kontrollieren ob sich denn noch alles an seinem angestammten Ort und in bester Ordnung befindet scheint genetisch dispositioniert zu sein.
Also? Was sollen wir tun?
Verzweifeln ob der Aussichtslosigkeit, dass sich etwas ändert?
Oder doch lieber noch ein bisschen besser genauer hingucken.
Vielleicht ist es doch ein bisschen zu einfach, alles auf das genetische Material zu schieben.
Der wissenschaftliche Beweis, dass es Männern in den Genen liegt, fremdzugehen, dass sie quasi gar nichts dazu können, wurde ganz zweifellos von einem Mann erbracht und soll hier auch gar keiner weiteren Betrachtung gewürdigt werden.
Ich will einfach nicht glauben, dass Männer einfach nur Sklaven ihrer Gene sind und überhaupt keine Möglichkeit haben, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Wer also hindert sie dran?
Und damit komme ich auf den Punkt liebe Damen: so ganz unschuldig scheint mir mein eigenes Geschlecht daran nicht zu sein.
Und da muss ich ganz klar auf die Generation von Frauen vor uns verweisen: Wer hat denn die Männer von heute großgezogen? Wer hat die Männer unselbstständig gehalten und sie in dem Bewusstsein erzogen, im Haushalt mitzuhelfen würde ihrer Männlichkeit schaden?
Jungs kommen ohne Bedenken heim zu Mami und bringe ihrer schmutzige Wäsche mit. Nur um sie wenige Tage später frisch gewaschen und gebügelt wieder abzuholen. Zwar hört man immer wieder die Mütter klagen, wie viel Arbeit sie doch damit hätten, aber kaum eine kommt auf die Idee, ihrem Sohn zu zeigen, wie eine Waschmaschine und ein Bügeleisen funktionieren. Denn damit ist gesichert, dass der Junge weiterhin von ihr anhängig bleibt.
Ja meine Damen, auch wir tragen Mitschuld.
Umso größer wird unsere Verantwortung für die heranwachsende Generation von Männern. Machen wir es doch der Generation von Frauen, die nach uns kommt ein bisschen einfacher und erziehen unser Jungs zu mehr Selbstständigkeit.
Ich will einen Anfang wagen und gelobe feierlich meinem Sohn bei seinem Auszug aus der elterlichen Wohnung eine Waschmaschine zu schenken und ihn auch vorher schon in die Tricks und Kniffe eines solch hochtechnischen Gerätes einzuführen.
An alle Männer, die dieses Traktat lesen: wenn ihr denkt, dass ihr jetzt eine Entschuldigung für alle Lebenslagen habt, dann habt ihr euch gewaltig geirrt.
Aus kleinen Jungs müssen erwachsene Männer werden und als solche Verantwortung für ihr Handeln übernehmen.

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