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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Maffay macht Kunst
Eingestellt am 29. 08. 2008 14:39


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jon
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Maffay macht Kunst
Erste Impressionen vom Album „Ewig“

Es klingt sicher seltsam und ist womöglich ungerecht, aber das dachte ich wirklich: „Oh Gott, jetzt macht’er Kunst.“ Und zwar dachte ich das ziemlich genau mitten im zweiten Lied des neuen Albums, das den lakonischen Titel „Ewig“ trägt. Pflichtschuldigst schämte ich mich auch sofort dafür, was nichts daran änderte, dass der Gedanke beim Anhören der Scheibe noch ein paarmal wiederkam. Ohne „Oh Gott“, dafür aber mit diesem und jenem Gedanken, wie es „dazu kommen konnte“.

Wie es dazu kommen konnte. Nun ja. Also. Es liegt wohl daran, dass Peter Maffay seit ein paar Jahren Frieden gemacht hat – mit sich, der Welt und womit man noch so seinen Frieden machen kann. In so einer Stimmung können Kopf und Herz ganz ungestört von jeglichem Bauchgrollen „etwas Schönes“ machen. Schöne Musik zum Beispiel, große, weit greifende Melodien, die in hohen Tonlagen erstrahlen. Das war bisher nicht unbedingt maffay-typisch und reicht auch auf diesem Album auf Lichtjahre nicht an Paul Potts heran – aber es ist unverkennbar deutlich da. „Abgehoben“ fällt mir dazu ein und es ist nicht als „arrogant“ gemeint. Eher als „losgelöst“ – losgelöst vom Instinkt, von dieser aus Wut geborenen Kraft, vom existentiellen Drang, „es“ zu äußern. Peter Maffay muss das nicht mehr – „es“ heraussingen –, er würde an ungesungenen Liedern nicht mehr ersticken. Gut so. Für ihn. Denk ich.

Der gewöhnungsbedürftige Klang des neuen Albums kommt auch von der Suche nach mehr Nähe – der Nähe zu den Fans. Ich nahm an, mit dieser Formulierung meine Peter Maffay die räumliche, vielleicht auch klangliche Nähe in den Konzerten. Ihretwegen habe er – so hatte er erzählt – diesmal eher „klassische Säle“ statt der üblichen Hallen für die Frühjahrstour zum Album ausgewählt. Die CD klingt auch so: sehr akkustisch, sehr „clubig“. Und irgendwie vertraulich. Dadurch entsteht bei den meisten Titeln eine seltsame Diskrepanz zwischen der Größe und Gewichtigkeit der Themen und dem eher an einen Smalltalk unter Freunden erinnernden Kaffeehaustisch-Ambiete. Extrem angenehm aus diesem Rahmen heraus fällt „Ich will nicht alleine sein“ und „Du bist göttlich“ – zwei erfrischend bodenständige Flirt-Songs, wie unmittelbar aus dem Moment abgeschrieben. Bauchgefühl inklusive.

Als angenehm empfand ich – trotz den großen Themas – auch das Lied „Meine Welt“. Wahrscheinlich, weil es ohne den Pathos der andern Songs auskommt. „In dir ist immer noch ein Licht“ hat es ebenfalls in die Kategorie „angenehm“ geschafft, aus dem gleichen Grund. Und das Beste an dem Album? Im Moment seh’ ich zwei Dinge: Die unglaubliche Stimmpräsenz Peter Maffays im ersten Titel – auch wenn da extra-viel Kunst drinsteckt – und dass nun wieder viele Konzerte folgen.

__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

Version vom 29. 08. 2008 14:39
Version vom 05. 04. 2009 12:47

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