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Leselupe.de > Gereimtes
Magnolia
Eingestellt am 20. 04. 2008 17:34


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Sta.tor
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Magnolia


Auf dem Friedhof „Waldesruh“
trug sich letztens etwas zu
und zog mich in seinen Bann,
weil ich`s nicht erklären kann.

Denn ich traf dort eine Frau.
Ich erinnre mich genau,
welchen Grund ihr Dasein hatte:
tief im Boden lag ihr Gatte.

Ja, wir kamen ins Gespräch,
gingen dann ein Stück gemäch-
lichen Schrittes durch den Hain
und des FrĂĽhjahrs Sonnenschein.

„Manfred hieß mein Ehemann“,
fing sie zu erzählen an,
„er war kräftig von Statur
und er liebte die Natur.

Er erfreute sich an BlĂĽten,
die im FrĂĽhjahr sich bemĂĽhten,
nach der Zeit, wenn Farben sterben
um der Augen Gunst zu werben.

Ganz besonders eine Pflanze
schien ihm im erhöhten Glanze.
Höchst entzückt, wie er sie sah,
sprach er von Magnolia.

Dieser Baum mit BlĂĽtenpracht
nahm ihn ein mit Ăśbermacht.
Ob als Tulpe oder Stern
hätte er ihn all zu gern

heim, im Garten selbst zu stehen.
Doch man darf nicht ĂĽbersehen:
Da, wo ich noch heute wohne,
war magnolienfreie Zone.

Erst die Wende neunundachtzig
brachte uns den Baum und hastig
rannte Manfred zum Basar
und erstand ein Exemplar.

Doch war’s von geringer Güte
und trug fortan keine BlĂĽte
bis zu seinem zehnten Jahr,
welches Manfreds Todes war…

Wir trugen ihn im März zu Grabe;
nur sechzig wurd’ der alte Knabe.
Und im April, man glaubt es kaum,
da blĂĽhte der Magnolienbaum.

Mit tausenden von TulpenblĂĽten,
die in der Sonne rosa glĂĽhten,
erfreute mich Magnolia
und Manfred war’s, der’s nicht mehr sah.

So bringe ich ihm jedes Jahr
ein Zweiglein von Magnolia.
Mit BlĂĽten zart und rosarot
hierher, und das seit seinem Tod.“

Dann hielt sie inne, sah mich an:
„Er war ein wunderbarer Mann.
Und wunderbar ist auch sein Baum.
Ein regelrechter Blütentraum.“

Ich gab zum Abschied ihr die Hand
und bin zum Grab zurĂĽck gerannt.
Dort lag ein Zweig des Baumes, nur
von rosa BlĂĽten keine Spur.


__________________
schlimmer geht immer

Version vom 20. 04. 2008 17:34
Version vom 22. 04. 2008 07:00
Version vom 22. 04. 2008 21:04
Version vom 27. 04. 2008 20:51
Version vom 01. 05. 2008 22:02
Version vom 02. 05. 2008 14:29

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OhrenschĂĽtzer
???
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Hallo Tom,

schönes Reimgedicht, die Wendung am Schluss ist besonders gelungen. Am Anfang hältst Du sehr streng die Form, später wird es ein bisschen lockerer - ganz OK, finde ich.

Ein paar Anmerkungen:
Dann fiel ihr ein Wunder ein.
Eine etwas wunderliche Aussage. Vielleicht besser
Ihr fiel ein Kuriosum ein.

Er erfreute sich an BlĂĽten,
die im FrĂĽhjahr sich bemĂĽhten,

Jeweils Beistriche am Ende.

nach der Zeit des Farbensterbens
Ich weiĂź, Du brauchst das Reimwort, aber es heiĂźt trotzdem "Farbensterbens", da fĂĽhrt kein Weg drum rum.

bringt den Baum und hastig macht sich
Hier bist Du plötzlich im Präsens.

war magnolienfreie Zone.

Und sie steht heute auch noch da.
Das "und" ist ĂĽberflĂĽssig.

und trug FrĂĽhjahrs nicht eine BlĂĽte
Hier bräuchte ich eine Hörlupe. Wie würdest Du das betonen? Bei mir holperts im jeder Fassung. Die einfachste Lösung, die mir einfiele, wäre:
und trug FrĂĽhjahrs keine BlĂĽte

Wir trugen ihn im März zu Grabe;
Hier wĂĽrde sich ein Strichpunkt am Ende gut eignen, zumindest aber ein Beistrich.

Ich hoffe, meine Vorschläge bringen Dich ein Stück weiter. Beste Grüße,
__________________
Der OhrenschĂĽtzer

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Sta.tor
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Überarbeitet findet es ja vielleicht doch noch Gefallen, aber es hat eben Überlänge (für hiesige Verhältnisse).

VG Thomas
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