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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Malina
Eingestellt am 03. 06. 2001 14:18


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mortisha
Hobbydichter
Registriert: Oct 2000

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Malina hei├čt Himbeere. Und diesmal ging sie eindeutig zu weit.


Malina hat ihr Spiegelbild angeschrien. Und da hat es sich die Ohren zugehalten und angefangen zu weinen. Sie hat ein Messer genommen und ihre Kleider zerschnitten. So dass hinterher alle ganz w├╝tend auf sie waren und die K├Âpfe sch├╝ttelten und sagten, was sei sie doch f├╝r ein schreckliches M├Ądchen. Da hatte Malinas Spiegelbild aufgeh├Ârt zu weinen. Die Brauen ├╝ber den Augen zogen sich zusammen und Malina sah ihrem Spiegelbild tief in die Augen und versuchte herauszufinden, wo das Schreckliche war, das sie zu einem schrecklichen M├Ądchen machte.


Malina stahl ihrem Bruder Geld und kaufte sich Zigaretten. Weil die Leute erz├Ąhlten, vom M├Ądchen von nebenan, das ein schreckliches M├Ądchen sein musste, das Dinge tat, die die Menschen Kopfsch├╝tteln machten, das M├Ądchen nebenan war beim Rauchen erwischt worden und Mutter hatte mit der Zunge geschnalzt und den Kopf gesch├╝ttelt. Malina probierte die Zigaretten und sie schmeckten ihr nicht und machten, dass sie Halsschmerzen bekam und ihr ├╝bel wurde. Sie versteckte die Zigaretten hinter den B├╝chern. Als Vater sie fand, schlug er Malina halbtot.





Da stand Malina wieder vor ihrem Spiegelbild, als sie wieder stehen konnte und bef├╝hlte die roten Stellen ihrer Haut und ihren Kopf und grinste b├Âse. Das Spiegelbild grinste wissend zur├╝ck. Das war der Tag, an dem Malina die Katze aus dem Fenster warf. Sie sah zu, wie der K├Ârper immer kleiner wurde, bevor er unten auf der Stra├če aufschlug. Niemand schlug sie an diesem Abend.





Malina erkannte, dass sie Gott war. Sie konnte machen, dass die Katze starb. Alle mussten sterben. Malina stellte sich vor den Spiegel. Sie sah dem Spiegelbild in die Augen und erkannte all das Schreckliche in ihnen. Sie nahm einen Schuh der Mutter und rammte dem Spiegelbild den Absatz tief in seine Augen.





Von diesem Tag an, behauptete der Spiegel nicht mehr, dass Malina ein schreckliches, ein furchtbares M├Ądchen sei. Er war still. Er war einfach still.

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flammarion
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re

bemerkenswert. eine v├Âllig neue sicht auf die maxime "Augen zu und durch!", nach der so viele menschen leben. die geschichte gef├Ąllt mir. mach mal so weiter! lg
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Old Icke

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