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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Mann und Maus
Eingestellt am 28. 11. 2001 00:11


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Lukrezia
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Nov 2001

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Die Maus

Ein Mann lebte ganz allein in einem Haus. Er war schon ein wenig ├Ąlter. In seiner Jugendzeit hatte er eine Frau kennengelernt und geheiratet, aber durch die Zeit war sie ihm abhanden gekommen. Er hatte niemanden und er brauchte niemanden. Au├čerdem verstand er sich mit niemandem, nicht einmal mit seinem Sohn, der ÔÇô aus famili├Ąrem Pflichtbewusstsein, das er nur von seiner Mutter geerbt haben konnte ÔÇô f├╝r ihn Einkaufen ging und die Eink├Ąufe vor der T├╝r ablegte, um dann wieder seiner Wege zu gehen. Tag f├╝r Tag sa├č der Mann am Fenster und beobachtete die Menschen, die auf der Stra├če umhergingen und unglaublich gesch├Ąftig wirkten. Manchmal bemerkte ihn jemand, dessen Blick zuf├Ąllig auf sein Fenster fiel, aber dann runzelte der Mann unwillig die Stirn, stand auf und ging in die K├╝che, um sich etwas zu essen zu machen. Wenn er dann zur├╝ckkam, war der Mensch fortgegangen.

Eines Abends machte der Mann in der K├╝che eine B├╝chse Sardinen auf, um sich ein Brot zu streichen. Er a├č f├╝rs Leben gern Sardinen. Die M├╝llt├╝te quoll fast ├╝ber von Sardinenb├╝chsen. Er biss in die Brotscheibe, das ├ľl lief ihm ├╝ber das Kinn. Mit dem Handr├╝cken fuhr er dar├╝ber und wischte sich schlie├člich die fettigen Finger am Geschirrtuch ab. Der Mann leckte sich die Lippen, dann ├Âffnete er den M├╝lleimer hinter der Schrankt├╝r und schmiss die leere Dose hinein. Ein fremdartiges Ger├Ąusch war zu h├Âren, dann war alles still. Der Mann lauschte einen Moment und wollte eben die Schrankt├╝r wieder schlie├čen, als er das Ger├Ąusch wieder vernahm. Es war ein Knistern und Kratzen, ein Rascheln, ├╝berhaupt ein unangenehmes Ger├Ąusch und es kam aus dem M├╝lleimer. Der Mann hob die Plastikt├╝te hoch und schaute in den ├╝belriechenden Kasten: Eine Maus, graubraun und ziemlich gro├č reckte ihren Kopf dem Licht entgegen. Sie starrte den Mann an, w├Ąhrend ihre Barthaare zitterten, und angewidert starrte der Mann zur├╝ck. Hastig lie├č er die M├╝llt├╝te in den Kasten fallen. Es rumpelte. Eine Weile ├╝berlegte er, dann hob er den M├╝ll wieder hoch, in der Hoffnung, die Maus damit erschlagen zu haben. Leider lebte sie immer noch. Mit zusammengekniffenen Lippen beobachtete der Mann die Maus, die an den W├Ąnden des Eimers entlang lief und dem Licht zu entkommen suchte.

Der Mann holte eine Falle, tat ein St├╝ck Speck ÔÇô das er im Gem├╝sefach des K├╝hlschrankes entdeckt hatte ÔÇô hinein und stellt sie zu der Maus unter den M├╝ll in den Eimer. Dann ging er zufrieden zur├╝ck ins Wohnzimmer, wo er sich wieder in seinen Sessel setzte und den Fernseher einschaltete, bevor er schlie├člich ins Bett ging.

Doch kaum war er eingeschlafen, lief eine Maus durch seine Tr├Ąume und blinzelte ihn mit riesigen schwarzen Augen an. Unruhig warf sich der Mann im Schlaf in seinem Bett von einer Seite auf die andere und wedelte mit den Armen, um die Maus zu vertreiben. So ging das die ganze Nacht.

Am n├Ąchsten Morgen f├╝hlte der Mann sich sehr matt und sehr zornig. Er konnte es kaum erwarten, den M├╝llsack zu l├╝ften und die Maus in der Falle in ihrem Blute liegen zu sehen. Aber zu seiner Verbl├╝ffung war zwar die Falle zugeschnappt, von der Maus jedoch keine Spur im Eimer. Der Mann beugte sich tief ├╝ber die ├ľffnung und hielt sich die Nase zu. An der Unterseite des M├╝llbeutels entdeckte er ein Loch und mit Zufriedenheit kombinierte er, dass die Maus sich in den M├╝llsack gefressen haben musste. Schnell schloss er die T├╝r auf und begab sich zum M├╝llcontainer vor dem Haus, um umgehend den ungebetenen Gast im Plastiksack loszuwerden.





Zwei Tage sp├Ąter betrat der Mann am Nachmittag seine muffige K├╝che, um sich ein Honigbrot zu holen. Er hatte den ganzen Tag die Handwerker beobachtet, die schon fr├╝hmorgens am Haus gegen├╝ber begonnen hatten, das Dach neu zu decken. Sein Kopf war angef├╝llt mit Dachpappe, Dachziegeln und dem heiseren Geschrei der Dachdecker, sein Magen jedoch knurrte heftig. Mit dem Messer in der Hand drehte er sich um, um die Butter zu nehmen, da huschte am Rande seines Blickfeldes ein dunkler Schatten ├╝ber den K├╝chenboden. Der Mann hielt wie angewurzelt in der Bewegung inne. Es war eine Maus. Die Maus, ja sie musste es sein! Grimmig wollte sich der Mann mit dem Messer auf sie st├╝rzen, aber blitzschnell war sie zwischen K├╝chenschrank und Wand verschwunden und der Mann stie├č sich heftig den Kopf.

Der Mann ging auf die Suche. Den Hammer verwarf er wie schon das Messer. Nur ein au├čergew├Âhnlich raffiniertes Werkzeug w├╝rde diesem Plagegeist Herr werden k├Ânnen. In der Abstellkammer entdeckte er einen Spaten. In seiner Vorstellung sah der Mann sich geduldig wartend auf dem K├╝chenboden sitzen, die Schaufel ├╝ber den Kopf gehoben und bereit, sie auf die Maus sausen zu lassen, sollte sie auch nur ein Barthaar herausstrecken. Platt, nur noch ein blutiger Fleck, w├╝rde sie auf den Fliesen liegen und er h├Ątte wieder seine Ruhe.

Den ganzen Tag sa├č der Mann in der K├╝che auf dem Boden. Wenn seine Arme lahm wurden, ruhte er sich etwas aus, aber kaum raschelte oder knackte es irgendwo, riss er den Spaten ├╝ber den Kopf. Die Minuten und Stunden krochen dahin, aber die Maus war nicht zu sehen. Langsam sank der Spaten tiefer und tiefer, das Kinn sank auf die Brust und der Mann schlief ein.

Als er erwachte, war es bereits dunkel. Er stand auf, machte Licht, ├Âffnete eine Dose Sardinen und tat sie auf ein Brot. Da fiel ihm wieder ein, warum er auf dem Boden gesessen hatte und er ├Ąrgerte sich. Mit Verpackungsmaterial verstopfte er alle Ritzen zwischen den K├╝chenschr├Ąnken und der Wand und ging schlafen.

Auch in dieser Nacht besuchte ihn die Maus im Traum und wieder bem├╝hte sich der Mann vergeblich, sie loszuwerden. Er tr├Ąumte, dass die Maus auf seiner Brust s├Ą├če und ihm mit ihren Schnauzhaaren am Kinn kitzele. Es war ein merkw├╝rdiges Gef├╝hl, das sich ├╝ber sein Gesicht und die Brust ausbreitete und ein unbewohntes, angenehmes Kribbeln verursachte. Von diesem Kribbeln wurde der Mann wach, ├Âffnete vorsichtig die Augen, entdeckte jedoch weit und breit keine Maus.

Am Morgen begab sich der Mann wieder in die K├╝che und inspizierte die zugestopften Ritzen und Fugen. Alles sah aus wie am Tage zuvor. Da wollte der Mann sich erst einmal st├Ąrken, bevor er seine Jagd fortsetzte. Nachdem er gefr├╝hst├╝ckt hatte, bewaffnete er sich, entfernte ein St├╝ck Karton zwischen K├╝hlschrank und Wand und bezog seinen Posten. Lange Zeit sa├č er so, dann wurde es ihm langweilig, so dass er aufstand und sich erneut etwas zum Essen machte. In diesem Moment sah er aus dem Augenwinkel, wie die Maus durch die K├╝che sauste und durch die offene T├╝r im Flur verschwand.

Der Mann fluchte lauthals. Er st├╝rmte aus der K├╝che und begann in wilder Hast, im Wohnzimmer die B├╝cher aus den Regalen zu fegen, ├╝berall dort, wo er etwas gesehen oder geh├Ârt zu haben glaubte. Zwischendurch hielt er inne und lauschte und wenn er ein verd├Ąchtiges Ger├Ąusch h├Ârte, st├╝rzte er sich auf die Stelle und kramte und w├╝hlte, bis schlie├člich sein Wohnzimmer aussah, als h├Ątte eine Bombe eingeschlagen.

├ťber das blinde W├╝ten war er sehr m├╝de geworden. Er setzte sich mitten zwischen den Bergen an B├╝chern, Zeitschriften und Kleinkram auf den Boden, streckte die Beine von sich und starrte blicklos vor sich hin.

Langsam wurde es d├Ąmmrig. Der Mann sa├č schon eine ganze Weile, ohne sich zu r├╝hren. Schlie├člich legte er sich ganz nieder und blickte zur Decke. Er verga├č ganz, dass er Durst hatte oder Hunger und er verga├č sogar zur Toilette zu gehen. Er dachte nur an die blanken, schwarzen Kopfaugen der Maus, an die zitternden Barthaare, die rosafarbenen Ohren und den langen haarlosen Schwanz. Manchmal vermeinte er ein zartes Rascheln zu h├Âren, aber er hatte keinen Willen mehr sich darauf zu st├╝rzen. Er schlo├č die Augen und h├Ârte das Ticken der Standuhr. Die letzten V├Âgel sangen leise drau├čen vor dem Haus, dann wurde alles noch stiller.
Pl├Âtzlich war da eine Ber├╝hrung. An seiner linken Hand, an seinem kleinen Finger. Nur ganz sacht. Der Mann konnte sich nicht r├╝hren, kein Glied konnte er bewegen. Da war es wieder! Diesmal am Unterarm. Viel deutlicher war es zu sp├╝ren. Es musste die Maus sein. Er f├╝hlte, wie kratzende Pf├Âtchen auf seinem Unterarm entlang liefen, dann zw├Ąngte sich etwas in seinen Hemds├Ąrmel. Noch immer konnte sich der Mann nicht bewegen. Er lag ganz still, wie im Traum. Und wie im Traum kam da ein wohliges Gef├╝hl, das vom Arm ausging und sich langsam ausbreitete.

Das kleine Tier huschte jetzt ├╝ber seine Brust, verharrte am Rand des Unterhemdes und kroch dann darunter. Das Gef├╝hl wanderte zwischen den Brusthaaren hindurch, ├╝ber die Magengrube bis hin zum Bauchnabel. Es w├Ąre f├╝r den Mann ein leichtes gewesen, die elende Maus jetzt zu fangen, aber es war ihm immer noch unm├Âglich, sich zu regen. Es war fast so, als w├Ąre er der Gefangene. Das kitzelnde Gef├╝hl der Pf├Âtchen und des Schn├Ąuzchens lie├č ihn erschaudern ihn. Er sp├╝rte, wie eine erwartungsvolle Hitze unterhalb des Bauches erwachte, sie wuchs der Maus entgegen, die unbeirrt den Hosenbund passierte. Der Mann lag auf dem Boden wie angenagelt. Ihm schien, dass seine Haut gl├╝he.

Die Maus hatte es sich f├╝r einen Moment in seiner rechten Leiste bequem gemacht. Nach der Zeit im M├╝lleimer schien sie jetzt die feuchte W├Ąrme im Schritt des Mannes zu genie├čen. Der Mann hielt den Atem an. Die Erregung, die ihn ├╝berfallen hatte, vermischte sich mit dem Drang, Wasser zu lassen. Er wagte nicht, auch nur den kleinsten Versuch zu unternehmen sich zu r├╝hren.

Schlie├člich lief die Maus weiter, ├╝ber den rechten Oberschenkel und das Knie aus dem Hosenbein hinaus. Mit geschlossenen Augen blieb der Mann noch liegen, dann ├╝berkam ihn eine Not, schnellstens auf die Toilette zu kommen.

Nachdem er sich erleichtert hatte, kehrte er ins Wohnzimmer zur├╝ck. Sein Blick forschte nach der Maus, aber nun versp├╝rte er keinen Hass mehr auf das Tier.

Wieder war es Nacht. Der Mann lag in seinem Bett. Er tr├Ąumte. Unter der Decke, in seiner Pijamahose schlief ein kleines graubraunes Wesen nach einer reichhaltigen Mahlzeit, die ihm der Mann in der K├╝che angeboten hatte. Die Barthaare zitterten leicht und kitzelten den Mann an einer empfindlichen Stelle.

__________________
AdB

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Rosentraum
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Registriert: Nov 2001

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ein tierisches Vergn├╝gen

Hallo, Lukretia

Willkommen im Kreis derer unter der Lupe.
Eine tierisch gute Geschichte hast Du erz├Ąhlt...obwohl, der alte Mann ist doch bei Dir auch nur ein armes Schwein . . .

M├Âge Dir der Spa├č an der Freude erhalten bleiben.

mit einem leisen servus - der Rosentraum

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