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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Marcel
Eingestellt am 02. 08. 2001 10:25


Autor
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Willi Corsten
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Marcel
von Willi Corsten

Ich hatte mir beim Fu├čballspielen b├Âse das Knie aufgeschlagen und musste, da es Sonntag war, zum Verbinden ins Krankenhaus. Wir fuhren in Mutters Wagen dorthin und nahmen meinen Bruder mit, weil der vierj├Ąhrige Christian ja nicht alleine zuhause bleiben konnte.
Vor der Ambulanz warteten schon einige Patienten auf den Arzt, und so setzten wir uns auf die St├╝hle, die im Flur bereit standen. Nach einer Weile wurde Christian ungeduldig und rannte hin├╝ber zur gl├Ąsernen Eingangst├╝r.
Dort kam ein Krankenwagen vom Roten Kreuz an. Zwei Sanit├Ąter stiegen aus und ├Âffneten die hintere T├╝r. Sie hoben ein fahrbares Bett heraus, rollten es an uns vorbei und stellten es vor dem Aufzug ab.
Christian hatte sich wieder zu uns gesetzt und beobachtete interessiert die alte Frau, die in dem Bett lag und m├╝hsam atmete. Dann kletterte er von seinem Platz und lief neugierig auf das Bett zu. Als er fast dort war, richtete sich die Frau auf, breitete die Arme aus und sagte: ÔÇ×Marcel, mein Sohn, lieb von dir, dass du gekommen bist.ÔÇť
Der Kleine blieb verwundert stehen, ├╝berlegte wohl, warum eine fremde Person ihn auf diese Art begr├╝├čte. Deutlich erkannte ich den Zwiespalt seiner Gef├╝hle. Er wendete den Kopf und wollte umkehren, doch da geschah ein kleines Wunder. Christian setzte mutig seinen Weg fort, schmiegte sich an die alte Dame und l├Ąchelte scheu. Die Frau strich mit zitternder Hand ├╝ber seinen Kopf, sank ersch├Âpft zur├╝ck und starb.
Und als gleich darauf ein herbei eilender Arzt bedauernd die Schultern zuckte, verkl├Ąrte immer noch ein Hauch stiller ÔÇÜWiedersehensfreudeÔÇś das Gesicht der toten Frau.

Mein Bruder schaute verst├Ąndnislos dem verwirrenden Treiben zu und begriff erst Jahre sp├Ąter, dass sein kindliches Vertrauen der alten Dame das Sterben um Vieles leichter gemacht hatte.

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Blueghost
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Vision├Ąr

Hallo Willi!

Zum weinen sch├Ân, was Du da geschrieben hast. Ist es doch letztendlich etwas, was sich jeder von uns w├╝nscht und was jeder seinen Lieben w├╝nscht, wenn die Zeit reif ist. Schade nur, da├č es nicht f├╝r jeden einen "Marcel" geben kann.

Gr├╝├če

Blue

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Willi Corsten
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Hallo Blue,
vielen Dank f├╝r die sch├Ânen Worte, die du f├╝r die - ├╝brigens wahre Geschichte - gefunden hast.
Liebe Gr├╝├če
Willi

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