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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Marga Spiegel - eine große Jüdin und Autorin ist von uns gegangen
Eingestellt am 12. 03. 2014 09:00


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helmutagnesson
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Marga Spiegel überlebte die Shoah dank der Hilfe westfälischer Bauern und wurde als Autorin des Buches "Retter in der Nacht" bekannt, in welchem sie einen wesentlichen Teil ihrer Lebensgeschichte erzählt. Das Buch erschien bereits 1969 und wurde 2009 unter dem Titel "Unter Bauern" verilmt. Die Verfilmung löste zwei Neuveröffentlichungen der Rettungsgeschichte unter dem Originaltitel sowie unter dem Buchtitel "Bauern als Retter" aus, beide erschienen im LIT-Verlag.

Die Lebensdaten von Marga Spiegel
Marga Spiegel wurde am 21.06.1912 in Oberaula geboren und verstarb am 11.03.2014 in Münster. Die jüdischen Daten sind der 6.Tamus 5672 als Geburtsdatum und der 9. Adar II als Todesdatum. Die Monate des jüdischen Kalenders beginnen mit dem Neumondtag, damit die Festtage innerhalb derselben Jahreszeit bleiben, erfolgt die regelmäßige Einschaltung von Schaltjahren mit einem zusätzlichen Monat. Der Geburtsname Margas lautet Rothschild. Marga hat eine 1938 geborene und früher als ihre Mutter verstorbene Tochter namens Karin sowie einen Sohn namens Daniel. Marga verbrachte die Zeit von 1943 bis 1945 in einem Versteck bei der Bauernfamilie Aschoff in Ascheberg, während ihr Mann Siegmund von einem anderen Landwirt geschützt wurde. Den Nachbarn der Bauernfamilie Aschoff wurde vermittelt, dass es sich bei ihren Gästen um eine Einquartierung nach einem Bombenangriff handelte.


Marga Spiegel als Buchautorin und die Verfilmung

Marga Spiegel veröffentlichte 1969 die Geschichte ihrer Rettung. Das Buch wurde 2009 mit Veronica Ferres in der Hauptrolle verfilmt. Seit dieser Zeit sind Marga und die Schauspielerin durch eine innige Freundschaft verbunden gewesen. Eine sehr markante Sequenz des Filmes zeigt, dass die Tochter der Aschoffs einen deutlichen Wandel von einem überzeugten Nazi-Mädel zu einer guten Freundin der versteckten jüdischen Frau und ihrer Tochter wurde. Anni Aschoff (später Anni Richter) freundete sich mit Marga an und hat nie verschwiegen, dass ihre anfängliche Einstellung nicht der ihrer Eltern entsprach. Die Rolle der Anni Aschoff spielte in der Verfilmung Lia Hoensbroech. Bereits nach dem Erscheinen ihres Buches, verstärkt nach dessen Verfilmung, wirkte Marga Spiegel als Zeitzeugin und teilte ihre Erlebnisse bei Besuchen in Schulen und auf weiteren Veranstaltungen.


Meine Begegnungen mit Marga Spiegel

Ich kenne Marga aus der Müsteraner Synagoge, wo sie häufig den Schabbat-Gottesdienst besuchte. Am meisten beeindruckt hat mich ihre Schilderung von Reisen zu Filmpräsentationen. Sie erzählte mit leuchtenden Augen von zahlreichen Begegnungen und davon, dass sie am späten Abend noch fit war, während die wesentlich jüngeren SchauspielerInnen müde waren und ins Bett gehen wollten. Marga war zum Zeitpunkt der Verfilmung ihres Buches immerhin bereits 97 Jahre alt. Die Filmveröffentlichung stellte natürlich auch für die Münsteraner jüdische Gemeinde einen Höhepunkt dar.


Die Erinnerung an Marga Spiegel bleibt lebendig

Ein jüdischen Sprichwort besagt, dass ein verstorbener Mensch weiterlebt, solange sich seine Mitmenschen an ihn erinnern. Marga bleibt in der Erinnerung ihrer Familie, ihrer Freunde und der Gemeindemitglieder der Münsteraner jüdischen Gemeinde lebendig. Die Trauer um den Tod eines Menschen wird nach einer angemessenen Zeit abgelöst durch die Erinnerungen an schöne Begegnungen und die Würdigung des Lebenswerkes. Marga Spiegel hat durch ihr Buch und durch ihr freundliches Wirken als Zeitzeugin zu einem besseren Verständnis zwischen Juden und der Mehrheitsbevölkerung beigetragen. Sie bleibt in meiner Erinnerung als eine mutige und lebensfrohe Frau. Eine Lebenszeit von 101 Jahren erscheint als lange, der übliche jüdische Wunsch zum Geburtstag lautet aber "bis 120", so dass Marga Spiegel auch aus dieser Sicht viel zu jung verstorben ist.


Version vom 12. 03. 2014 09:00

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jon
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quote:
Das Buch erschien bereits 1969 und wurde 2009 unter dem Titel "Unter Bauern" verfasst.
Es wurde 40 Jahre NACH dem Erscheinen erst geschrieben?? Lustiger Tippfehler


Mein Gesamteindruck von dem Text ist: Da hat ein Offizieller einen Nachruf für ein Amtsblatt verfasst. Es sind ein paar Infos drin (auch irrelevante wie der betonte Umstand des "Gesinnungswechsels" von Anni) und der übliche "unvergessen"-Teil.

Frage: Wieso war Marga Spiegel eine "große Jüdin"? Sie war Jüdin. Sie war offenbar "nett" und "lebendig". Aber das macht sie nicht zu einer "großen Jüdin". Vorschlag: Entweder du schreibst noch, was sie so groß sein ließ, oder du änderst den Titel.
Und falls du auch "große Autorin" meinst: Dieses eine(!) Buch rechtfertigt so eine Aussage auch nicht wirklich.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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