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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Maria
Eingestellt am 30. 07. 2001 23:51


Autor
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Korina
Hobbydichter
Registriert: Jul 2001

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Maria

In meinem Zimmer war es hei├č und stickig. Der Schwei├č lief mir in den Kniekehlen zusammen und triefte allm├Ąhlich meine Waden hinunter. Diese Hitze war ekelhaft. Es war 23:58 Uhr, gleich war es so weit. Gleich war 0:00 Uhr und dann hie├č es eine Minute lang die Augen offen halten, wachsam sein, leise bis gar nicht atmen, den Mund offen halten, damit man besser h├Âren konnte... Ich ha├čte diese Uhrzeit. Und was geschah jedes mal um 0:00 Uhr? Gar nichts. Also warum machte ich diese Prozedur jede Nacht durch? Ich versuchte mich anders zu betten. Bei dieser Hitze klebte alles. Die Balkont├╝r stand offen, den Rollanden zum Schutz dann doch lieber unten. Zum Schutz vor was? Ich sollte aufh├Âren zu denken. Ich schlief ein. K├Ânnte mir bitte jemand helfen zu atmen? JETZT? SCHNELL WENN'S GEHT! Ich schreckte hoch, schwei├čgebadet schnaufte ich in mein dunkles, schw├╝les Zimmer. Die Stra├čenlaterne war schon l├Ąngst ausgeschaltet. Ich brauchte Licht. Hatte ich etwa Angst im Dunkeln? Ach was, ich doch nicht. Oder doch? Im Haus schr├Ąg gegen├╝ber brannte im obersten Fenster die ganze Nacht lang das Licht. Wahrscheinlich brauchte dort ein Kleinkind von 5 Jahren ein Nachtlicht, oder so, aber ich? Ich brauchte das nicht, nein. Ich stand auf und knipste das Licht an. Ich starrte erschrocken auf das Poster neben mir, welches k├╝hl zur├╝ckstarrte, hielt den Mund leicht offen, damit ich besser h├Âren konnte... So, jetzt war es an. Jetzt stand ich hier dumm im Zimmer herum. Und nun? Wenn das Licht an war, war es gleich nicht mehr so hei├č. Ich schaute in den Schrank. Was erwartete ich blo├č darin? Ein Monster? Ich schlo├č den Schrank beruhigt wieder, nichts dergleichen darin gefunden zu haben. Einen letzten Blick auf das Poster, den Weg zum Bett merken, schnell das Licht aus, ins Bett hechten, trotz Hitze die Decke bis ins Gesicht ziehen. Es war 0:15 Uhr. Die Decke mutig umgedreht, damit die k├╝hlere Seite jetzt auf meiner Haut lag. 0:20 Uhr, die Decke mutig umgedreht, 0:25 Uhr, die Decke mutig umgedreht, 0:30 Uhr, die Decke mutig umgedreht... Sollte das die ganze Nacht so gehen? Ich drehte mich zur Wand. Drei kurze Blicke zur Uhr, kein Monster im Zimmer gesichtet, beruhigt wieder umgedreht. Doch noch ein kurzer Blick hinter den Schrank? Nur um sicher zu gehen, nicht das ich auch da etwas vermutet h├Ątte, aber man darf ja nichts ausschlie├čen... Es war nichts dahinter... F├╝nf Minuten Schlaf! Bitte, g├Ânn' ihn mir doch! La├č mich schlafen! F├╝nf Minuten Schlaf. Ich wachte auf und roch den Schwei├č meiner Gro├čmutter. Es war die Nacht, in der sie starb.

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Yamiko
Guest
Registriert: Not Yet

ich finde die geschichte w├╝rde in pr├Ąsens besser r├╝berkommen. auch das "Es war die Nacht, in der sie starb" klingt wie ein anh├Ąngsel. siehst du, es liest sich alles wie etwas was gerade passiert, der innere monogog versetzt mich als leserin direkt in das geschehen und dann so ein distanzierter satz, das ist einbisschen pl├Âtzlich. aber ich finde es echt toll wie du die nacht beschreibst!

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schwafelfasel
Guest
Registriert: Not Yet

Echt,

... kann man wirklich besser h├Âren, wenn man den Mund offen h├Ąlt? Ich mein, ich hab's noch nie probiert, kann ja durchaus sein - aber gibt's da auch sowas wie eine biologische Begr├╝ndung daf├╝r? Und dass sich Hitze durch Licht vertreiben l├Ąsst, ist ├╝brigens auch eine v├Âllig neue Erkenntnis f├╝r mich.

Aufrichtig interessiert,
Schwafelfasel

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Korina
Hobbydichter
Registriert: Jul 2001

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Hallo Schwafelfasel!

Mein Vater hat mir das erz├Ąhlt, als er bei der Bundeswehr war, mu├čten sie immer den Mund leicht offen halten, damit sie besser h├Âren... wie die biologische Begr├╝ndung aussieht wei├č ich nicht und ob es da ├╝berhaupt eine gibt, da├č wei├č ich irgendwie auch nicht

Da├č sich Hitze durch Licht vertreiben l├Ą├čt, stimmt so ja auch wieder nicht, da Licht ja auch eine W├Ąrmequelle ist, aber dem in der Geschichte ging es mit Licht eben besser, weil er in der Dunkelheit vor Angst zus├Ątzlich noch geschwitzt hat... oder so...

Danke f├╝r deine Kritik,
viele Gr├╝├če
Korina.

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schwafelfasel
Guest
Registriert: Not Yet

Da sieht man mal wieder:

Man lernt nie aus.

Schwafelfasel

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gladiator
Manchmal gelesener Autor
Registriert: May 2001

Werke: 10
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Ich finde auch...

...da├č die Geschichte im Pr├Ąsens eindringlicher w├Ąre, zumal ab und an Deine Verwendung der Zeiten nicht ganz eindeutig erscheint.

Ansonsten eine sch├Âne Geschichte, abgesehen vom letzen Satz der Gro├čmutter, der leider v├Âllig unkommentiert und ohne Erkl├Ąrung in der Luft h├Ąngen bleibt.

Mir ist noch nie aufgefallen, da├č ich den Mund aufmache, wenn ich besser h├Âren will, aber es scheint tats├Ąchlich so zu sein...

Gru├č
Gladiator
__________________
Die Raben fliegen in Scharen, der Adler fliegt allein.

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Yamiko
Guest
Registriert: Not Yet

bei mir ist es so, dass wenn ich nicht sehen kann, im dunkeln z.b., dass mir dann so vorkommt als k├Ânnte ich auch schlechter h├Âren, schon seltsam )

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