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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Maricel in der Stadt - Ein Bilderreigen
Eingestellt am 07. 10. 2004 22:57


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kio
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Die Sonne strahlte. Sie konnte ihre Ungeduld vor der letzten Weichenstellung kaum bezwingen.
Maricel kam am Bahnsteig 11 an. LeichtfĂŒĂŸig sprang sie aus dem Zug, nachdem er endlich angehalten hatte. Die Sonnenstrahlen brachen sich im verglasten Dach der Bahnhofshalle. Sie ließ sich von den Menschenmassen weitertreiben. In und aus dem U-Bahnschacht. Und endlich war sie angekommen. Am Hauptplatz saßen viele Menschen um den Springbrunnen und genossen die Sonnenstrahlen neben dem in sprudelnden WasserfontĂ€nen tanzenden Licht. Maricel beobachtete flirtende LiebespĂ€rchen, die gemeinsam an einem Eisstiel ihre lustvollen Zungenspiele betrieben. Am blauen Himmel zogen ein paar Schönwetter-Kumuluswolken vorbei. Ein herzförmiger Luftballon hatte sich selbstĂ€ndig gemacht und entschwand immer weiter in das Blau. Versonnen und kurz in die Unendlichkeit getaucht blickte sie ihm nach.

Die Regentropfen am Zugfenster sammelten sich zu kleinen senkrechten BĂ€chen und rannen entlang der Scheibe nach unten. Jede Ansammlung von Regentropfen schien ihrem eigenen Gesetz zu folgen. Es war wie eine GleichmĂ€ĂŸigkeit ohne Regeln. Der Zug stand schon mindestens 2 Minuten still und die meisten FahrgĂ€ste waren bereits ausgestiegen. GegenĂŒber schnarchte noch ein Mann, der die Bierdose fest umklammerte. Endstation. Lustlos stieg Maricel aus. Der Bahnsteig war voll von GeschĂ€ftigkeit. Rastlos hasteten die Menschenmassen an ihr vorbei. Ein oder zwei Handys klingelten, ein Kind schrie laut nach seiner Mutter, die zwar bei ihm war, doch es vor Ungeduld hinter sich herzerrte. Als Maricel zum Glasdach der Bahnhofshalle hinaufschaute, um auch dort die GleichmĂ€ĂŸigkeit der Regentropfen zu erkunden, wurde sie von den Menschenmassen so geschubst, dass sie MĂŒhe hatte, das Gleichgewicht zu halten. Von innerer Unruhe getrieben, passte sie sich dem hektischen Strom an. Endlich am Hauptplatz angekommen, musste sie feststellen, dass die Kanalisationsarbeiten ihren Tribut gefordert hatten. Ein RattenpĂ€rchen wĂ€re ihr fast ĂŒber die FĂŒĂŸe gelaufen. Noch rechtzeitig sprang sie zur Seite. An der nach abgestandenem Fett stinkenden Pommesbude grölte ein Paar unverstĂ€ndliche Lieder. Der Springbrunnen war heute nicht in Gang, dafĂŒr kam das Wasser von oben. Sie blickte in den von dunklen Wolken vollgestopften Himmel. Immer grauer kam er ihr vor, je lĂ€nger sie suchte.


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so einfach, wie möglich, aber nicht einfacher. A. Einstein

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