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Leselupe.de > Humor und Satire
Marktdominanz
Eingestellt am 21. 10. 2007 11:17


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huwawa
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Marktdominanz

Irgendwie hatte man das immer schon geahnt und befürchtet, jetzt ist es offenbar so weit. Die Zeiten der unerbittlichen Preiskämpfe, in denen kleinere Anbieter vernichtet wurden und sich die Handelsketten gegenseitig zu Tode unterboten - was uns Konsumenten immer niedrigere Preise bescherte – scheinen vorbei zu sein. Die (Preis)Schraube dreht sich jetzt in die entgegengesetzte Richtung!

Mit der Milch hatte es angefangen. Weil die Chinesen und Inder so viel Fruchtjoghurt schlürfen und Süßigkeiten schlecken und weil in Neuseeland das Wetter schlecht war, musste dieses Grundnahrungsmittel bei uns empfindlich verteuert werden. Ähnliches gilt auch für Fleisch, Brot, Erdäpfel, Obst usw. Da eine Missernte, dort ein erhöhter Bedarf, eine Überschwemmung in Südpatagonien, eine grausame Dürreperiode in Ruanda und Burundi, dazu noch eine Ameisenkeuchhusten-Pandemie in der Wüste Gobi – die Gründe für Preiserhöhungen scheinen unerschöpflich zu sein und mit ihrer Marktdominanz setzen die globalen Konzerne diese auch durch.

Im Rahmen meiner geringfügigen Möglichkeiten beschloss ich, diesen teuren Trend zu kompensieren. Kürzlich wollte mein Freund Rudi ein Buch von mir kaufen, als Geschenk für seine alte Tante Hilde. Die freue sich ohnehin über jeden Blödsinn, meinte er treuherzig. Es ist schön, so liebe und gute Freunde zu haben, wie Rudi! Aber Freund hin, Freund her, eingedenk der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse im Allgemeinen und meiner dadurch prekär gewordenen finanziellen Lage im Besonderen, forderte ich kühn achtundzwanzig Euro. „Bist du wahnsinnig geworden?“ Schnaubte Rudi, „beim Letzten hast du noch vierzehn verlangt!“ „Tut mir leid“, konterte ich trocken, „aber die Bücher lagern im Keller meiner Wohnung und die Miete ist gestiegen. Ebenso wurden die Strom- und die Liftkosten erhöht und niemand kann mir zumuten, dass ich die Bücher deshalb durch ein unbeleuchtetes Stiegenhaus schleppe. Zudem hat der Tod des weithin bekannten westjakutischen Mundartdichters Sibir Schan eine nur schwer zu schließende Lücke gerissen!“

Rudi tippte sich an die Stirn: „Um achtundzwanzig Eier kaufe ich lieber das neue Buch vom A. und das neue vom G. dazu,“ vertschüsste er sich, und brachte mich über meine anscheinend noch nicht stark genug ausgeprägte Marktdominanz ins grübeln.

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manchmal sind die anderen klĂĽger als man(n) selbst...denkt

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