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Leselupe.de > Kindergeschichten
Marlon lernt das Fliegen
Eingestellt am 23. 09. 2006 13:22


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Schreiberlinchen
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Registriert: Sep 2006

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Marlon lernt das Fliegen

„Kommst du wohl . . .
„Kommst du wohl sofort vom Garagendach herunter!“, ruft
Mama streng.
„Wie oft habe ich dir schon gesagt, wie gefährlich das ist!“
Marlon klettert missmutig die Leiter runter.
„Aber von da oben hat man eine so tolle Aussicht“, verteidigt
er sich.
„Und es ist so, als ob man fliegen könnte“, schwärmt er weiter.
„So ein Unsinn“, unterbricht Mama seine Träumereien.
„Menschen können nicht fliegen und gefährlich ist es allemal.
Schluß jetzt damit.“, bestimmt sie.

Am Abend . . .
Am Abend schleicht sich Marlon wieder auf das Garagendach.
Leise klettert er die Leiter hoch – das schafft er ganz leicht.
Er steht auf dem Dach und schaut in die Dämmerung.
Marlon blickt über die Häuser hinweg, bis rüber zum kleinen Wald.
Die Bäume stehen eng beieinander, ragen hoch in den Himmel.
„Und wenn ich nun doch fliegen kann“, denkt Marlon
und breitet seine Arme aus.
„Wie schön es wohl wäre, über die Baumspitzen hinweg zu fliegen“, stellt sich Marlon vor.
„Ich probiere es“, sagt er laut und springt.

Aber Marlon . . .
Aber Marlon kann nicht fliegen – wirklich nicht!
Er fällt schwer wie ein Stein hinunter zum Boden.
„Nein! Hiiiilfe“, schreit er ängstlich und kneift vor Schreck die Augen zu.
„Jeden Moment schlage ich auf. Das ist mein Ende!“, denkt er.
Doch genau in diesem Moment, packt ihn jemand an der Schlafanzughose.
Sanft landet Marlon neben der Garage.
Seine Knie fĂĽhlen sich weich wie Wackelpudding an.
Vorsichtig blickt er hinter sich - dorthin wo er seinen
Retter vermutete.

Doch da steht . . .
Doch da steht niemand.
„Ich kann dich gut verstehen“, tönt es dafür vom Garagendach herunter.
Marlon blickt hoch und traut seinen Augen kaum – da sitzt
ein Junge!
„Hast du mich gerettet?“, fragt er ungläubig.
Mit einem Satz steht der Junge neben ihm.
„Logo, oder siehst du sonst noch jemanden hier, der das
geschafft hätte?“, will er mit Angebergesicht
von Marlon wissen.
„Nein! Aber wie kannst du fliegen? Du bist doch ein Junge
so wie ich!“
Marlon ist ganz durcheinander.

Der fliegende Junge . . .
Der fliegende Junge lacht Marlon an.
„Naja, nicht ganz so! Schließlich kann ich fliegen und
du nicht!“, antwortet er.
„Aber wie?“, fragt Marlon nochmal.
„Reine Übung...und natürlich gehört auch eine ordentliche Portion Talent dazu“, behauptete der fliegende Junge.
„Kannst du es mir beibringen? Bitte!“, bettelt Marlon.
Der fliegende Junge kratzt sich nachdenklich an der Stirn.
„Klar, warum nicht“, meint er plötzlich, „dann muss ich wenigstens nicht mehr alleine fliegen!“
Und somit ist die Sache beschlossen!

Von nun an . . .
Von nun an treffen sich Marlon und der fliegende Junge
jeden Tag zum Ăśben.
Nach einer Woche meint der fliegende Junge schlieĂźlich:
„Genug am Boden geübt. Heute wollen wir eine kleine Runde fliegen.“
Marlon kann sein GlĂĽck kaum fassen.
Fliegen – endlich wird er fliegen!
Der Junge nimmt Marlon Huckepack und fliegt mit ihm
hinĂĽber zum kleinen WaldstĂĽck.
Marlon ist glĂĽcklich.
Fliegen ist groĂźe Klasse.
Die Luft weht ihm heftig um die Nase.
Und die Häuser unter ihnen, werden immer winziger.
SchlieĂźlich fliegen sie eine letzte Runde und landen
dann direkt neben dem WaldstĂĽck.

„Jetzt bist du . . .
„Jetzt bist du dran!“, fordert der fliegende Junge Marlon auf.
Marlon rutscht vor Angst das Herz in die Hose.
„Trau dich!“, ruft der fliegende Junge nochmal.
Marlon zögert, seine Hände fühlen sich ganz feucht an.
Schließlich breitet er die Arme aus und läuft los – genauso
wie er es gelernt hat.
Mit einem Schwung hebt er vom Boden ab.
Im Takt schwingt er die ausgestreckten Arme hoch und runter.
Dann fliegt er.
In der Luft trifft er Vögel und Wolken.
„Ich fliege . . . ich fliege . . .“, schreit er überglücklich.
Plötzlich ist der fliegende Junge neben ihm.
„Genug!“, ruft er Marlon zu, „ es reicht für heute."
Doch Marlon denkt ĂĽberhaupt nicht daran.

Immer höher...
Immer höher steigt er hinauf und wird immer übermütiger.
„Kehr um! Du bist zu hoch!“, warnt ihn der fliegende Junge.
Aber Marlon will nicht hören.
Plötzlich lässt seine Flugkraft nach.
Marlon rudert wild mit den Armen herum.
Laut schreit er um Hilfe.
Aber es ist zu spät.
Im Sturzflug saust er dem Boden entgegen.
Doch bevor er aufschlägt wird Marlon gerettet.
Diesmal von seiner Mutter.
„Aufstehen!“, ruft sie und zieht die Vorhänge zur Seite.
„Na, schön geträumt?“
„Geträumt?“, fragt Marlon erstaunt.
Und tatsächlich: Marlon hat alles nur geträumt.
©Antje Szillat















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