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Leselupe.de > Anonymus
Mathematisches Dreiecksmärchen
Eingestellt am 07. 06. 2005 16:36


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Anonymous
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Registriert: irgendwann

Mathematisches Dreiecksmärchen

Es war einmal ein trauriges A, das in die Welt hinaus zog um seinen Beruf auszuüben. In einem trostlosen und hoffnungslos überteuerten Kämmerlein in einer fremden Stadt fristete es sein kümmerliches Dasein.
Nur in den Stunden des emsigen Arbeitens war A glücklich und zufrieden, es wuchs dann sogar ein wenig über sich hinaus. In diesen Glücksmomenten wurde aus ihm ein A+x. Leider hielt der selige Zustand nie lange an, denn immer wieder versank das A in eine tiefe Traurigkeit. Wenn dies geschah, spaltete sich das x von ihm ab und zerfiel in tausend Stücke, und aus dem A wurde ein A-y.

A hatte keine Freunde in der Stadt, denn es war sehr wählerisch. Es gab nur einen einzigen guten Freund aus Kindertagen - nennen wir ihn B1 - der nie von seiner Seite gewichen war. A war von Kindesbeinen an ein bemitleidenswertes mathematisches Geschöpf gewesen, und B1 war ein sehr hilfsbereites XY.
Bedauerlicherweise lebte B1 in einer 286 km entfernt gelegenen Kleinstadt. B1 war zwar nicht ganz so einsam wie A, aber Freunde hatte es auch nur wenige.

So geschah es, das A und B1 sich Briefe schrieben, in denen sie allerlei Einzelheiten ihres täglichen Lebens und noch einiges mehr miteinander teilten. Schließlich wurden die Briefe länger und länger, die Portokosten stiegen und stiegen und die Sehnsucht, sich zu sehen, wurde stärker und stärker. Also beschlossen die beiden, sich mehrmals in der Woche zu treffen, denn 286 km Autofahrt und durchwachte Nächte sind immer noch besser als unzählige traurige Stunden mit einem quälenden -y.

Wer so viel Mühsal und zig Tausende km Verkehrsstau erträgt, nur um ein anderes XY für ein paar Stunden zu sehen, der liebt es auch, das ist ganz klar.

Sie haben es bestimmt schon erraten – richtig! - bald darauf heirateten A und B1. Sie gaben ein hübsches Paar ab und lebten sehr glücklich und zufrieden in einem Reihenendhaus in einer mittelgroßen Kleinstadt.

Eines Tages, A war gerade beim wöchentlichen Großeinkauf, geschah das Unfassbare. Besser gesagt, es stolperte dem A in der Gestalt von B2 vor die Füße. Die beiden sahen sich nur kurz in die Augen und es war um sie geschehen.

Sie denken sicher, dass sich in diesem Moment eine Tragödie anbahnte, weil sich von nun an B1 und B2 ein A teilen mussten. Oh nein, das wäre niemals gut gegangen! Wie so oft im Leben, kam es anders als gedacht.
Immer, wenn das B2 in der Nähe war, wuchs A über sich hinaus und wurde wieder zu A+x. Über dieses x hatte sich B1 nie Gedanken gemacht, es konnte sich nur dunkel daran erinnern, dass am Anfang ein mysteriöses x mit im Spiel gewesen war. Aber es war mit der Zeit verschwunden, und das war auch gut so, denn ein Leben ohne x war für A+B1 viel einfacher und überschaubarer.

A war ein sehr treues A und wusste, was es B1 zu verdanken hatte. Es wäre niemals auf die Idee gekommen, sich von ihm zu trennen, denn die Erinnerung an das grausame -y und die langen durchwachten Nächte war noch allzu lebhaft. B1 hatte A vor dem -y gerettet, und A hatte sich geschworen, B1 dafür die Treue x zu halten, komme was da wolle.
Dass eines Tages B2 kommen würde, konnte ja keiner ahnen.
Hätte A den Treueschwur gebrochen, wäre aus ihm ein A-x geworden. Auch B2 - Sie ahnen es sicher schon - hätte keinen Grund zur Freude gehabt, denn A-x+x=A.
Hier endet meine kleine Geschichte, den Rest überlasse ich Ihrer mathematischen Fantasie.

Falls es Sie interessiert: A+B1 wohnen immer noch in dem hübschen Reihenendhaus, und einmal die Woche treffen sich ein überaus glückliches x und ein bis über beide Ohren verliebtes B2 beim Großeinkauf in einer mittelgroßen Kleinstadt.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann rechnen Sie noch heute ...

(c) Anonyme

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Penelopeia
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Registriert: Nov 2002

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Hallo A.

Dreiecke und Dreiecksbeziehungen kommen in Mode! Haben wir hier die tatsächliche Tendenz einer Rückkehr zu pythagoreischen Denkweisen(Wort und Zahl in Einheit)?

Habe mich sehr amüsiert!

P.

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