Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5498
Themen:   93852
Momentan online:
407 Gäste und 9 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
Matriarchat
Eingestellt am 13. 02. 2018 05:00


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Kalkule
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Apr 2010

Werke: 17
Kommentare: 4
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Kalkule eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Mutters Krötenpflichten

Und es ward noch stockfinstertiefdunkel als ich erwacht und Muttern stand neben dem Eisenstangengitternbett knallte die Gerte auf das Linolium und rief: Du hast nun aufzusteh´n Du pyknische Kröte. Ich will das. Sie holte aus die Gerte und drosch auf mich ein. Dennoch blieb ich nun erst recht mit geschlossenen Augen liegen, so dass sie den Klinikraum verließ. Draußen im Gang traf sie die hagere Kranke, die immer am Boden katzengleich schlich, von der Station gegenüber. Sie fand sich schlank und rank, aber man unterstellte ihr, sie ginge immer heimlich kotzen.
Du hast Dünnschiss, ich seh´ den feuchten Fleck am Arsch rief meine Mutter. Das Peitschenversohlen erklang und hallte durch das ganze Krankenhaus.
Dennoch hörte ich kein Geschrei der verschlossenen Schüchternen, die soeben geprügelt worden ward.
Sie war wohl erschlagen worden von meiner Mutter.

Der Chefpfleger betrat die Station. Dieser Schmächtige hatte immer eine Fahne vom Jägermeister. Ich hörte wie er jubelnd rief: „Na endlich ist sie abgekratzt, dann muss ich mich um die wenigstens nicht mehr kümmern.“

Draußen ging das Sonnenlicht an und ich sah aus dem Fenster all die jungen Mitpatienten die auf dem Spielplatz turnten und rannten und sich lauthals juchzend die Bälle zuwarfen. Als meine Mutter die schwere Eisentür öffnete und mit der Peitsche unter den Arm geklemmt den Hof betrat, hielten sie umgänglich inne, erstarrt bewegte sie sich nicht mehr und es herrschte eine Totenstille.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zurück zu:  Kurzprosa Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.



Werbung