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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Mayari und die blaue Donau
Eingestellt am 25. 02. 2018 15:27


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Utz Bahm
Festzeitungsschreiber
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Mayari und die blaue Donau


Mayari roch nicht sehr angenehm. Schon am Eingang zu dem kleinen Saal wurde dieser sĂŒĂŸliche und penetrante Geruch unangenehm. Pepe, ein Bekannter von mir, hatte mich gebeten ihn zu begleiten, um MayarĂ­ zu sehen. Bevor wir den Raum betraten, reichte er mir eine kleine Flasche mit billigem ParfĂŒm, um mein Taschentuch zu imprĂ€gnieren. Damit vor die Nase gehalten, betraten wir den mit elektrischen Kerzen schwach beleuchteten Raum. In seiner Mitte stand aufgebahrt der glĂ€nzende Sarg aus dunkel gebeiztem Holz, flankiert von 4 hohen silbernen Kerzenhalter. Eingebettet in weißem Satin lag Mayari. Man konnte nur ihren Kopf sehen mit den rot gefĂ€rbten langen Haaren die lose neben ihrem Gesicht lagen, denn der restliche Körper war von dem unteren Teil des Deckels bedeckt. Augenscheinlich hatte man sie geschminkt. Ihr sonst hellbrauner Teint hatte nun eine weiß-graue Farbe angenommen und ihre Wangen hatte man rosig bemalt. Das fĂŒr uns bekannte breite, heitere Gesicht war nun aufgedunsen. Ihre Augen und Mund waren geschlossen, in ihrer Nase steckten Wattebausche und es hatte jeden frĂŒher gehabten Ausdruck der Heiterkeit verloren. Pepe nĂ€herte sich dem Sarg, bekreuzigte sich und kĂŒsste flĂŒchtig Mayaris Stirn. Ich blieb einige Schritte hinter ihm mit dem parfĂŒmierten Taschentuch vor dem Gesicht. Es waren nur sehr wenige uns bekannte Personen im und außerhalb des Raumes. Schweigend grĂŒĂŸten wir sie kurz mit einem leichten Nicken, als wir uns dann zurĂŒckzogen.

Mayari war eine enge Freundin von Pepe, bei dem ich mit ihr flĂŒchtig bekannt geworden war. Pepe, eigentlich hieß er JosĂ©, war Vermessungsingenieur und hatte sein BĂŒro nahe dem Zentrum der Stadt. MayarĂ­ war Friseuse und betrieb daneben ihren sogenannten und viel besuchten Schönheitssalon, wie sie den kleinen Laden nannte. Ich erinnere mich an sie, als eine fröhliche Natur, immer guter Laune und sie freute sich des Lebens auf ihre einfache persönliche Art. Sie war 26 Jahre alt geworden, hatte, wie schon erwĂ€hnt, hellbraunen Teint, eine kleine Stupsnase mitten in ihrem breiten asiatischem Gesicht und leicht geschlitzten braune Augen, etwa 1,50 groß, etwas mollig und hatte die Gewohnheit dauernd ihre Haarfarbe zu Ă€ndern. Wie sie mir bei einer der wenigen Treffen erwĂ€hnte, war ihr Lebenstraum einmal den „Danubio Azul“ zu tanzen, jedoch vorlĂ€ufig ohne die dazu gehörige Verpflichtung. Dieser prĂ€chtige und in der ganzen Welt berĂŒhmte Walzer von Johann Strauss war und ist es noch immer in diesen geografischen Breiten, der Höhepunkt gefeierter Hochzeiten und so etwas wie ein Emblem dazu.

Die, fĂŒr mich exotische und erinnerungswĂŒrdige Geschichte Mayaris, erzĂ€hlte mir Pepe, nachdem wir uns vor eines der kleinen Kaffees setzten, um nach dem traurigen Besuch noch ein Bier zu trinken. Pepe war sichtlich betroffen und nahe der TrĂ€nen. Mit langen, schweigsamen Unterbrechungen „malte“ er dann den Werdegang Mayaris. Ab und zu lehnte er sich auf seinem Stuhl zurĂŒck, schaute schweigend in den Himmel und wischte sich verstohlen sein Gesicht mit einer Hand ab. Mayari war sozusagen, und dem Buchstaben nach, eine Amazone, das heißt sie wurde irgendwo auf einem der FlĂŒsse des Amazonas gezeugt und geboren. Ihr Vater war Chinese. Anscheinend kam er in den Urwald als Matrose ĂŒber Iquitos und blieb dort „hĂ€ngen“. Jedenfalls betrieb er einen ambulanten Handel mit einem bewohnbaren Boot in den von Indianern besiedelten FlĂŒssen des Amazonasbeckens. Damit kam er weit herum, sowohl nach Brasilien, Peru und sogar bis nach Ecuador. Bei irgend einem „geschĂ€ftlichen Halt“, hatte er sich eine GefĂ€hrtin „besorgt“, also eine Indianerin, die fĂŒr ihn kochen und seine dĂŒrftige Bekleidung Instand halten konnte. Unter diesen Bedingungen kam Mayari zur Welt und wuchs zunĂ€chst bei ihren Eltern auf dem Boot heran. Als sie in das PubertĂ€tsalter kam, verlor sie ihre Mutter durch eine Krankheit. Wie es so Brauch bei den Indianer war und noch ist, wurden ihre sterblichen Reste dem Fluss ĂŒbergeben. Pepe, als glĂ€ubiger Katholik, war zunĂ€chst schockiert ĂŒber diese Methode, als MayarĂ­ es ihm erzĂ€hlt hatte. Doch das Argument, dass ja der Fluss ihnen Leben gab und sie demnach also ihm gegenĂŒber eine Verpflichtung hatten, leuchtet ihm ein und war auch mir verstĂ€ndlich. Notgedrungen suchte der in diese Umwelt integrierterVater nun eine bildende Bleibe fĂŒr seine, in der Einfachheit herangewachsene Tochter. In dem gesamten Amazonasbecken gibt es, verstreut, viele christlichen Missionen verschiedener Credos. Eine von ihnen nahm dann die Kleine unter ihre religiösen Fittiche. Weshalb sich ihr Vater gerade in der christlichen Welt die Obhut seiner Tochter aussuchte, konnte Pepe mir nicht erklĂ€ren. Irgendwie schien dieses Thema fĂŒr MayarĂ­ tabu gewesen zu sein. Pepe meinte, dass bestimmt eine entsprechenden Entscheidung des Vaters nur durch eine gegebene OpportunitĂ€t erklĂ€rlich sei. Zudem hatte er den Verdacht, dass die Mutter MayarĂ­s aus einer Mission „entfĂŒhrt“ wurde. So wĂ€hlte und erlernte Mayari in dieser Mission, neben lesen und schreiben, ihren Beruf. Und da man in den armseligen Siedlungen im Urwald wenig Klientel fĂŒr einen Schönheitssalon bekommen konnte und die VergĂŒtung der entsprechenden Dienstleistung mittels Naturalien begleicht, also etwa mit einen frischen Fisch, oder einem Korb voller Maiskolben, blieb fĂŒr Mayari, nun Friseuse, kein anderer Weg als in eine Stadt umzusiedeln. Ehe auch er in einem der FlĂŒsse auf seinem Boot starb, unterstĂŒtzte Ihr Vater sie finanziell und erleichterte dadurch ihren Einstieg in das Berufsleben. Und sie wurde eine tĂŒchtige GeschĂ€ftsfrau, denn bald hatte sie ein geregeltes Einkommen und dies erleichterte ihr ein freies und ungebundenes Leben mit vielen Freundschaften zu fĂŒhren. Wie sie Pepe gegenĂŒber meinte, seien diese ja praktisch ihre Familie. Als Pepe sich beruflich und als Nachbar nieder ließ, war Mayari schon voll beschĂ€ftigt. Er verliebte sich in sie, aber einen Heiratsantrag Pepes schlug sie aus. Wie er mir gegenĂŒber, mit bedeckter Stimme, meinte, war sie eine geborene Schauspielerin die Anerkennung suchte und daher wie ein Schmetterling von BlĂŒte zu BlĂŒte herumflog. Sicher ist, dass sie ihre hart erarbeitete individuelle Freiheit genoss und liebte. Auch so, und ich nehme an gerade daher, behielt er seine Liebe fĂŒr sie.

Einige ihrer Freunde hatten eine Musikgruppe, die auf privaten und öffentlichen Veranstaltungen in den verstreuten Urwalddörfern aufspielte. Wenn man diese Orte nicht mit dem Boot oder ĂŒber eine der wenigen Wege erreichen konnte, mieteten sie sich ein kleines Flugzeug an. Manchmal wurde dann Mayari eingeladen an diesen kurzen Auftritten teilzunehmen. So auch dieses Mal. Auf dem RĂŒckflug aus einem der besuchten Dörfer stĂŒrzte die Maschine in den Wald und alle Insassen kamen ums Leben, unter ihnen eben auch Mayari. Erst zwei Tage nach dem Unfall konnten die Körper gefunden und mĂŒhselig in die Stadt transportiert werden.

Mayari hatte trotzdem ihren Wunsch erfĂŒllen können. Sie hatte lange gespart, um die Bewirtung ihrer vielen Freunde und die Miete des dazu benutzten Lokales zur Feier ihres 25sten Geburtstages zu finanzieren. Ja, und hierbei tanzte sie nun ausgiebig den Walzer „An der schönen blauen Donau“, gespielt vom Orchester der Wiener Staatsoper mit dem Dirigenten Herbert von Karajan – auf einer, ihr von mir geschenkten alten Grammofonplatte.


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Utz Bahm

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Hallo Utz Bahm,

danke fĂŒr deinen Beitrag.
Das Schicksal einer jungen Frau, die ohne BegrĂŒndung aus dem Leben tritt, ist ein harter Schlag fĂŒr Angehörige. Das hast du auch beschrieben.

Wieso sich die Geschichte trotzdem wahrscheinlich eher weniger Leser erfreut, liegt vermutlich daran, dass du diese Geschichte einfach vor dein Publikum stellst, ohne dem Ganzen eine kĂŒnstlerische Note zu verleihen. Ich versuche, einige Tipps zu geben, kann aber nichts garantieren:

1: Die Kommafehler laden natĂŒrlich - wie bei Fehlern dieser Art immer - zu Kritik ein. Deshalb erwĂ€hne ich sie - vielleicht lĂ€sst du deine Geschichten von einem Bekannten probelesen!

2: Die Geschichte enthÀlt eine Lebensgeschichte, die genauso gut weggelassen werden hÀtte können.

3: Deine Figuren sind nicht wirklich greifbar. Wichtig wÀre auch, Mayari nÀher an den Leser zu bringen. Wie soll ich Mitleid mit einem aufgedunsenen, stinkenden Brocken Gammelfleich haben?


quote:

Mayari roch nicht sehr angenehm. Ein eher huoristisch anmutender Einleitungssatz, der hier nicht passt Schon am Eingang zu dem kleinen Saal wurde dieser sĂŒĂŸliche und penetrante Geruch unangenehm. Pepe, ein Bekannter von mir, hatte mich gebetenKomma ihn zu begleiten, um MayarĂ­ zu sehen. Bevor wir den Raum betraten, reichte er mir eine kleine Flasche mit billigem ParfĂŒm, um mein Taschentuch zu imprĂ€gnieren. Damit vor die Nase gehaltenBesser: Das Taschentuch vor die Nase haltend betraten wir den mit elektrischen Kerzen schwach beleuchteten Raum. In seiner Mitte stand aufgebahrt der glĂ€nzende Sarg aus dunkel gebeiztem Holz, flankiert von 4 hohenKomma silbernen Kerzenhaltern. Eingebettet in weißem Satin lag Mayari. Man konnte nur ihren Kopf sehen mit den rot gefĂ€rbten langen Haaren Komma die lose neben ihrem Gesicht lagen, denn der restliche Körper war von dem unteren Teil des Deckels bedeckt. Dieser Satz ist ebenfalls unsauber konstruiert.
Augenscheinlich hatte man sie geschminkt. Ihr sonst hellbrauner Teint hatte nun eine weiß-graue Farbe angenommen und ihre Wangen hatte man rosig bemaltWie bemalt man "rosig"? Man kann sich hier leider kein deutliches Bild machen. Versuche, anschauliche Beschreibungen zu verwenden. Das fĂŒr uns bekannteKomma breite, heitere Gesicht war nun aufgedunsen. Ihre Augen und Mund waren geschlossen, in ihrer Nase steckten Wattebausche und es hatte jeden frĂŒher gehabten holprigAusdruck der Heiterkeit verloren. Pepe nĂ€herte sich dem Sarg, bekreuzigte sich und kĂŒsste flĂŒchtig Mayaris Stirn. Ich blieb einige Schritte hinter ihm Kommamit dem parfĂŒmierten Taschentuch vor dem Gesicht. Es waren nur sehr wenige uns bekannte Personen im innerhalbund außerhalb des Raumes. Schweigend grĂŒĂŸten wir sie kurz mit einem leichten Nicken, als bevorwir uns dann zurĂŒckzogen.

Hier kommt Mayaris Lebensgeschichte. "Sie war jung und unverdient gestorben" wĂŒrde mir hier reichen. Versuche stattdessen eher, tiefgrĂŒndigere Gedanken in einem Dialog zu verarbeiten oder der beschriebenen Umgebung Symbolcharakter zu verleihen.

Einige ihrer Freunde hatten eine Musikgruppe, die auf privaten und öffentlichen Veranstaltungen in den verstreuten Urwalddörfern aufspielte. Wenn man diese Orte nicht mit dem Boot oder ĂŒber eine der wenigen Wege erreichen konnte, mieteten sie sich ein kleines Flugzeug an. Manchmal wurde dann Mayari eingeladen Kommaan diesen kurzen Auftritten teilzunehmen. So auch dieses Mal. Auf dem RĂŒckflug aus einem der besuchten Dörfer stĂŒrzte die Maschine in den Wald und alle Insassen kamen ums Leben, unter ihnen eben auch Mayari. Erst zwei Tage nach dem Unfall konnten die Körper gefunden und mĂŒhselig in die Stadt transportiert werden.Dieser Abschnitt ist leider nicht wirklich spannend. Hier habe ich weitergelesen, als ich die Lebensgeschichte ĂŒbersprang. Was willst du mit dieser Textstelle erreichen?

Mayari hatte trotzdem ihren Wunsch erfĂŒllen können. Sie hatte lange gespart, um die Bewirtung ihrer vielen Freunde und die Miete des dazu benutzten Lokales zur Feier ihres 25sten Geburtstages zu finanzieren. Ja, und hierbei tanzte sie nun ausgiebig den Walzer „An der schönen blauen Donau“, gespielt vom Orchester der Wiener Staatsoper mit dem Dirigenten Herbert von Karajan – auf einer, ihr von mir geschenkten alten Grammofonplatte.





Ich hoffe, du merkst, wieso dieser Text sehr wenig Unterhaltungscharakter besitzt. Ich habe deine anderen Texte nicht gelesen, aber versuche, pfiffiger zu formulieren, unwichtiges einzudampfen und beim Schreiben einer Kurzgeschichte wirklich jedem einzelnen Satz eine Bedeutung fĂŒr den Gesamtverlauf der Geschichte zu geben! Ganz von der vielen negativen Kritik abgesehen hast du natĂŒrlich auch deinen individuellen Stil und ich eine individuelle Meinung - also lass dich nicht einschĂŒchtern!

Ich hoffe, du kannst damit etwas anfangen.
Viel Erfolg beim Schreiben wĂŒnscht
TobiD

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