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Leselupe.de > Kurzprosa
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Eingestellt am 19. 03. 2012 22:09


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meradis
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2010

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In Weiten gr├╝ner Auen grasen wilde Pferde auf Marschland.
Am tiefblauen Himmel ziehen vereinzelt Wolkenb├Ąnder ├╝ber die Herde und die Nachmittagssonne malt mit Schilfhalmen Schatten-Lichtbilder auf Teichoberfl├Ąchen, w├Ąhrend sirrende Libellen ├╝ber dem Wasser gleiten.

Es schl├Ąngelt sich ein Sandpfad durch die Landschaft, doch ihre Schritte weichen an der Biegung ab. Durch Wei├čes Schnabelried f├╝hrt Sie der Weg, am Erlenbruch vorbei, zum See.
Sie steigt behutsam in das Wasser und schwimmt mit ruhigen Z├╝gen in die Bucht, an der sich Glanzgrasdolden wiegen und Fieberklee den Ufersaum verbr├Ąmt.
Hier h├Ąlt sie Ausschau nach dem Pferd, l├Ą├čt sich, im Pflanzengr├╝n versteckt, vom seichten Wogen treiben.

Ein St├Âhnen zeigt, wo sie die Stute findet.
Im S├╝├čgras auf der Seite liegend, umrahmt von Rasen-Schmiele Rispen, w├Âlbt sich der pralle H├╝gel ihres Bauches.
Schaum verziert an Hals und Schultern ihr kastanienbraunes Fell und dunkles Rot im samtig Schwarz der N├╝stern bebt.

Im Rythmus ihres tiefen St├Âhnens wogt Sonnenlicht wie Kupferglanz auf schwei├čbedeckter Flanke. Es heben sich Konturen auf dem angespannten Bauch und wellend dr├Ąngen Wehen eine W├Âlbung durch den Leib.
Umh├╝llt von grauwei├čer Membran, schiebt sich ein zarter Vorderhuf und kleiner Pferdekopf ins Freie. Die Stute schnauft und m├╝ht sich auf die Beine.
Die Haut der Fruchtblase gibt nach und feucht gleitet ein Fohlen in die Gr├Ąser.

Die Stute schnobert, stupst mit ihren N├╝stern seinen Hals.
Ihm zuckt das Ohr und niesend tritt es mit den kleinen Hufen. Sie f├Ąhrt mit ihrer Zunge durch noch nasses Fell, das langsam trocknet in die F├Ąrbung dunkles Karamell.
Der leichte Wind zerzaust ihm seine kurze schwarze M├Ąhne
und auf der Stirn prangt wei├č ein Stern.

Im Gegenlicht der tiefen Sonne versucht das Fohlen aufzustehen, den Vorderk├Ârper noch am Boden, hebt es das Hinterteil empor und seine Vorderhufe suchen festen Stand.
Es stemmt sich langsam in die H├Âhe, der kleine Schweif geht hin und her. Ein Violetter Silberfalter l├Ą├čt sich auf seiner Kuppe nieder und schwankend zwischen Flatter-Binsen kippt es zur├╝ck ins Gras.

Sie treibt versteckt im Ufergr├╝n und f├╝hlt sich sacht gewiegt und als das Fohlen abermals versucht sich zu erheben, verfolgt ihr Blick , vertr├Ąumt durch┬┤s Ried, sein Ringen mit der Schwerkraft.

Die Stute schnaubt tief brummelnd und rupft sich Halme aus dem S├╝├čgras. Ein Braunfrosch springt, vor ihrem Samtmaul, schr├Ąg hoch dem Ufersaum entgegen.
Leicht zitternd spreizt das Fohlen schlanke Vorderbeine und vollf├╝hrt, noch etwas staksend, den ersten Schritt zum Ruf der Mutter hin.
Aus fahlem Gr├╝n des Wasserschwaden-R├Âhrichts schwingt sich die Rohrdommel gen Abendhimmel. Im dichten Schilfgras tschilpen K├╝cken.

Vom Torfmoosduft umgeben sp├╝rt sie die Schwere ihrer Lider und sinkt in eine Welt die warm umh├╝llt.

Es grasen wilde Pferde hier im Marschland.
Auf Weiten gr├╝ner Auen, durchzogen von moorigen Wassern in denen Tr├Ąumenden Geister schweigen und die zum See geh├Ârende ruht, senkt sich die Nacht
und Lichter in der Ferne verl├Âschen nach und nach.


__________________
Nachts wird┬┤s hier auch dunkel

Version vom 19. 03. 2012 22:09
Version vom 30. 03. 2012 14:56

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