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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Meer in der Nacht
Eingestellt am 21. 03. 2006 18:27


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Elfi
???
Registriert: Feb 2006

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Meer in der Nacht

Du stehst am Ufer des tosenden Meeres, keine M├Âwen kreischen, denn es ist Nacht. Die Sterne leuchten so hell und klar vom mondlosen Himmelszelt und ein sanfter Wind weht ├╝bers Meer, der dir dein Haar aus dem Gesicht weht. Er tr├Ągt dir einen Duft her├╝ber, nicht nach Fisch oder Meer, sondern nach mehr. Angestrengt l├Ąsst du seine Augen ├╝ber die Wellen blicken. In der tosenden Gischt schwimmt nichts, aber hinter dem Meer siehst du pl├Âtzlich das andere Ufer und ein heller Lichtschein dringt zu dir her├╝ber. Ein Irrlicht? Du legst deine H├Ąnde ├╝ber die Augen und schaust ein weiteres Mal her├╝ber: das Licht schneidet noch immer mit seinem Strahl durch die Dunkelheit.
Dort ist das Licht und hier? Ich w├╝nschte, ich h├Ątte das Licht ...
Wenn ich dort w├Ąre, h├Ątte ich Licht!
Aber wer wei├č, ob es nicht eines Tages verlischt, wenn ich am anderen Ufer bin ...
Die M├╝digkeit ├╝berkommt dich, du legst dich hin und tr├Ąumst, und als du erwachst, denkst du an diesen Traum:
Sie lag neben dir und du konntest sie sehen. Haare wie fl├╝ssiges Gold bedeckten ihr Gesicht und das Licht str├Âmte ihr aus den Augen, als sie ihr langes Haar aus dem Gesicht strich. Ihr L├Ącheln war so sanft und sacht und mit ihren H├Ąnden strich sie ├╝ber dein Gesicht.
Du kannst es noch f├╝hlen, als war der Traum kein Traum!
Noch dauert die Finsternis an; es ist eine lange Nacht und du erhebst dich. Wartend stehst du am Ufer und die Wellen umsp├╝len deine F├╝├če. Erneut schaust du ├╝ber das tosende Meer und vom anderen Ufer scheint das Licht zu dir her├╝ber, doch du f├╝hlst die K├Ąlte an deinen F├╝├čen. Rasch trittst du einen Schritt zur├╝ck. Unruhe ├╝berkommt dich. Du l├Ąufst am Ufer lang und siehst, wie das Meer deine Fu├čabdr├╝cke im feuchten Sand verwischt, deshalb wei├čt du nicht, wie viele Schritte du machst, w├Ąhrend du darauf wartest, dass das Licht zu dir kommt.
Das Licht kommt nicht, doch die M├╝digkeit macht sich in dir breit und erneut legst du dich zur Ruhe. Ehe der Schlaf dich ├╝berkommt, denkst du an den wunderbaren Traum, dass das Licht zu dir k├Ąme.
Du erwachst und erinnerst dich daran, dass sie erneut bei dir war. Ihre H├Ąnde ber├╝hrten abermals dein Gesicht, und mit deinen H├Ąnden k├Ąmmtest du ihr langes Haar.
Du kannst es noch f├╝hlen, als war der Traum kein Traum!
Noch immer ist Finsternis um dich herum, als du dich erhebst. Wieder starrst du zum anderen Ufer und das Licht scheint dir so hell und klar her├╝ber, dass du das Meer vergessen m├Âchtest! Du krempelst deine Hosenbeine auf und watest durch das Wasser des Meeres. Kalt ist es und nach einigen Schritten sp├╝rst du deine Beine kaum noch.
Nein, wenn ich jetzt weiter gehe, wird das Meer mich von den Beinen rei├čen! Ich muss hier warten!
Ungeduldig gehst du am Strand auf und ab und ├╝berlegst.
Dann bleibe ich eben wach, wenn ich schlafen m├Âchte, um herauszufinden, ob das Licht tats├Ąchlich bei mir ist ...
Du wartest, bis es Zeit ist, sich niederzulegen und tr├Ąumst mit geschlossenen Augen den sch├Ânen Traum, ohne zu schlafen.
Sie ist da! Du kannst ihre Anwesenheit f├╝hlen und ihren lieblichen Duft riechen! Sp├╝rst ihre H├Ąnde an deinem Gesicht und mit deinen H├Ąnden f├Ąhrst du ihr sacht ├╝bers g├╝ldene Haar.
Dann schl├Ągst du deine Augen auf:
Sie ist unsichtbar! Nur das Licht brennt glei├čend neben dir. Und dann ist es weg, als w├Ąre es nie bei dir gewesen.
Gr├╝belnd stehst du am Ufer und starrst hin├╝ber. Das Licht! Es leuchtet.
Tage vergehen, du schl├Ąfst und wachst, und wenn du wachst, starrst du her├╝ber. Das Licht! Es leuchtet in der Ferne, aber es ist nicht bei dir.
Wochen vergehen, du schl├Ąfst und wachst, und das Licht leuchtet noch immer so hell zu dir her├╝ber, wenn du am Ufer auf und ab gehst.
Wenn doch das Meer nicht w├Ąre!
Jahre sind vergangen und das Licht vom anderen Ufer leuchtet immer noch hell und klar zu dir her├╝ber. Unbeirrt nimmst du deinen ganzen Mut zusammen und watest durch das tosende Meer auf das Licht zu. Kalte Wellen umsp├╝len deine F├╝├če.
Ich kann noch, wenn ich das Licht sehe!
Die Wellen bei├čen in deine Waden.
Ich kann noch, wenn das Licht immer noch brennt!
Sie zehren schon an deinem Oberk├Ârper und du besinnst dich darauf, dass du schwimmen kannst.
Ich lasse mich nicht vom Meer vertreiben, so lange ich das Licht sehe!
Und du schwimmst, ohne deinen Blick vom Licht zu l├Âsen, doch die Distanz zum anderen Ufer schwindet nicht!
Kr├Ąfte verzehrend! Du bist kurz davor, umzudrehen, doch dann siehst du erneut zum Licht!
Es leuchtet dir den Weg und gibt dir W├Ąrme, nebst Kraft, dein Vorhaben auszuf├╝hren.
Du schwimmst weiter, Zug un Zug, aber das Ufer bleibt in der Ferne; nur das Licht leuchtet und noch wei├čt du nicht, dass du endlos schwimmen wirst ...

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