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Leselupe.de > Ungereimtes
Mein Aug, im Krebsgang, weit hinter mir
Eingestellt am 04. 09. 2009 19:15


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Zarathustra
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2003

Werke: 108
Kommentare: 471
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Mein Aug
im Krebsgang,
weit hinter mir,
jenseits der steinernen Brücke
im Dunkel der Kapelle
die Spuren in Jahresringen lesend.

….
Jenseits weiter Gewändern aus Gestern
gesammelte Muschelbilder aus weißer Asche
zurückgetragener, verlorener
Viersöhne –Staub;
glühend heiß,
versengt er die Hand.

Säulen brennender Träume
wie Ziegelschlote rauchender Himmel…

Mein Auge floh.
späht hinter Wolken –
trinkt dort
blaues endlos lichtes Gift das Himmel schien
und Hölle rot war.

Geborstene Glasfenster-
Hände der Kirchen
täuschen Lippen die von Psalmenliedern schweigen.


Stumme Fresken
farbblasse Apostel, Dämonen und Propheten.

Da lag schön wie eine reife Frau,
die alle Unschuld verlor
die blaue Ackerfurche des Himmels über den Kuppen der
Berge.
Es regnet dort Farben einäugiger Fische.

Auch wenn jenes Land - manche Menschen Himmel rufen,
wenn es auch goldene Weizenähren trägt,
sechzigfach
auch hundertfach,
ja tausendfach
nach frischem Brot duftet.

Ich aber
liege verhungernd da!

__________________
Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt! (Bertold Brecht)

Version vom 04. 09. 2009 19:15
Version vom 07. 09. 2009 17:13

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Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Zarathustra,

sicherlich bist du auch an einem Kommentar zu deinem Gedicht interessiert .

Mir gefällt es ungemein, wie du tradierte (biblische) Sprache überträgst - besonders mundet mir die Stelle mit den Fresken:

quote:
Stumme Fresken
farbblasse Apostel, Dämonen und Propheten.
Bis auf zwei Stellen finde ich es makellos:

quote:
Da lag schön wie eine reife, unschuldige Frau
Reife impliziert für mich stets Erfahrung und die kann in meinen Augen niemals "unschuldig" sein. Warum auch? Die landläufige "Unschuld" birgt vieles, vor allem Dummheit ...

Was sind die Farben einäugiger Fische? Dies erschließt sich mir (noch) nicht.

Ansonsten finde ich dein Werk ungemein poetisch. - Im Endvers würde ich allerdings einen Zeitenwechsel und den Präsens bevorzugen:
quote:
Ich aber liege
verhungernd da

Liebe Grüße
Heidrun

P. S. Hier ist dir ein h durch die Lappen gegangen:

späht hinter Wolken –



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