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Leselupe.de > Humor und Satire
Mein Feind
Eingestellt am 23. 03. 2003 17:10


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Silberstreif
???
Registriert: Jun 2001

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Er hat wieder zugeschlagen.
Grausam, unerbittlich, hinterrĂŒcks. Ich lebe in stĂ€ndiger, angstbehafteter Symbiose mit ihm, trotzdem ĂŒberrascht er mich jedesmal, wenn er mich heimsucht.
Ich hasse ihn. Ich versuche alles um ihm zu entgehen, Woche um Woche stehle ich mich aus seinen FĂ€ngen, dennoch erwischt er mich immer wieder unerwartet.
Die unterschiedlichsten Tricks habe ich mir angeeignet um ihm ein Schnippchen zu schlagen. Diverse Hilfsmittel, RatschlĂ€ge aller Art - selbst die aberwitzigsten - habe ich ausprobiert. Über Wochen, gar Monate scheinen sie auch von Erfolg gekrönt, so dass ich glaube ihn endgĂŒltig vertrieben zu haben, doch dann kehrt er erbarmungsloser und gieriger denn je, zurĂŒck.
Möglicherweise wĂ€re es hilfreich, ihn zu ignorieren, ihn zu vergessen, denn die SchĂ€den die er anrichtet lassen sich nach Tagen meistens wieder auf ein Mindestmaß reduzieren, doch ist der Ärger und die Wut im Moment des Erkennens zu groß.
Frustration und Minderwertigkeit bestimmen fĂŒr einige Zeit mein SelbstverstĂ€ndnis. Wie kann das geschehen? Wie kann das ausgerechnet mir passieren? Wieso?
Ich weiss nicht, ob andere ihn auch kennen, gar so fĂŒrchten wie ich. DarĂŒber spricht man nicht. Er ist ein Tabu. Selten jemand wĂŒrde den Makel, den seine Anwesenheit verursacht, zugeben.
Ich fĂŒhle mich einsam in meinem, gegen mich selbst gerichteten, Zorn. Ich habe ihn verflucht, angeschrien, angebettelt. Vergebens. Er ist nicht fassbar, nicht sichtbar, nicht erkennbar. Es bereitet ihm unendliche Freude unerkannt seine TĂŒcke auszukosten.
Meine Verzweiflung nÀhrt ihn. Ein unachtsamer Moment, ein merkliches Nachlassen der Aufmerksamkeit meinerseits, und schon ist er zur Stelle.
Ich weiss, dass mir auf lange Sicht nichts anderes ĂŒbrigbleibt, als mich in mein Schicksal zu fĂŒgen, ihn anzunehmen, als Teil meiner Selbst, als meine UnzulĂ€nglichkeit.
Dennoch strĂ€ubt sich etwas in mir dagegen. Ich will mich gegen ihn wehren, ihn auslöschen - ein fĂŒr allemal.
Doch ich vermag das nicht.
Ich stehe wieder da, mit fĂŒnf einzelnen Socken. Doch noch gebe ich den Kampf nicht auf, gegen ihn, meinen Feind, den Sockenfresser.
__________________
will man, was man muss?

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kaffeehausintellektuelle
Guest
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so. ich breche das tabu. wir haben einen gemeinsamen feind. wie gut ich dich verstehen kann.
ich dachte ja bisher, es ist die waschmaschine. ich dachte wirklich, meine waschmaschine ernÀhrt sich von socken.
und ich hab einen korb im badezimmer, so einen kleinen einkaufskorb, der ist prall gefĂŒllt mit einzelnen socken. weil man schmeißt ja einen socken nicht gleich weg, nur weil man seinen partner nicht findet. man lĂ€sst sich ja auch nicht gleich scheiden, weil der mann außer haus ist.
aber gelegentlich trenne ich mich dann doch wieder von ein paar stĂŒcken, bei denen ich mir sicher bin, der partner taucht nie wieder auf.
und siehe da! plötzlich ist es da. also er ist weg. also einer ist weg, nĂ€mlich im mĂŒll und der andere ist da. da ich aber nicht so ein organisierter mensch bin, der listen fĂŒhrt mit fehlenden und weggeworfenen und wiederaufgetauchten socken, behalte ich dann die gefundenen erstmal auf. vielleicht war es ja nur eine verwechslung.

ich habe eine lösung gefunden fĂŒr dieses problem. das problem der lösung ist jedoch, sie ist theoretischer natur.
ich habe beschlossen, ich kaufe 100 schwarze socken der gleichen marke. da ist es dann völlig egal, wenn einer verschwindet, weil ja noch 99 andere da sind. die sich dann auch nicht einsam und verloren fĂŒhlen.

allein. es gibt keine socken, auf denen "grĂ¶ĂŸe 27 bis 45" steht.

die k., verstÀndnisvoll

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Oblivia
Hobbydichter
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Seltsam, das erinnert mich an ein PhĂ€nomen, dass ich seit Jahren bei mir beobachte. Untypischerweise tauchen bei mir dauernd einzelne Socken auf, die niemandem meiner Familie gehören. Ich habe schon einen großen Karton davon im Keller stehen, und es werden wöchentlich mehr.

Anfangs habe ich mir noch Gedanken darĂŒber gemacht, es dann aber akzeptiert verdrĂ€ngt. Wenn ihr jetzt von diesem geheimnisvollen Sockenfresser sprecht: Vielleicht wohnt der ja bei mir und legt sich ein Depot fĂŒr schlechte Zeiten an.

Vielleicht handelt es sich aber auch einen Riss im RaumgefĂŒge, so dass die Socken beim Schleudern durch eine Art Tunneleffekt (siehe: Werner Heisenberg - Die Physik der Atomkerne, 1943) durch das Kontinuum diffundieren.

Oblivia

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Zeder
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quote:
ich habe beschlossen, ich kaufe 100 schwarze socken der gleichen marke. da ist es dann völlig egal, wenn einer verschwindet, weil ja noch 99 andere da sind. die sich dann auch nicht einsam und verloren fĂŒhlen.

allein. es gibt keine socken, auf denen "grĂ¶ĂŸe 27 bis 45" steht.


Liebe KHI,

das GLEICHE Problem trifft mich auch: Es gibt eben keine UniversalgrĂ¶ĂŸen-Socken! Vielleicht könnten wir alle unsere EinzelstĂŒcke mal zusammen werfen - eventuell gibt es ein paar zufĂ€llige Treffer?

@Silberstreif: Du siehst, was Du mit Deinem Text anrichtest... ;-) Sehr schön hast Du das "Geheimnis" bis zum Textende aufbewahrt. Gut!

Viele GrĂŒĂŸe,

__________________
"Die Ceder ist ein hoher Baum, oft schmeckt man die Citrone kaum" (Wilhelm Busch)

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Silberstreif
???
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himmel

das scheint ja wirklich ein Ă€ußerst dramatisches Problem zu sein. Und Ihr glaubt nicht, wie froh ich bin, dass ich nicht alleine dieses Mal auf der Stirn trage.

Oblivia: Her mit meinen Socken! Wenigstens die hĂŒbschen. Oder stopfe das Raumloch doch mit einer Socke.

:-)
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Oblivia
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Nun, das mit der SingularitÀt in meiner Waschmaschine ist ja zunÀchst einmal eine Hypothese.
Wir haben jetzt allerdings die vielleicht einmalige Gelegenheit, maßgeböliche, vielleicht revolutionĂ€re wissenschaftliche Erkenntnisse zur erringen. Vielleicht schaffen wir es ja sogar, den Nobelpreis fĂŒr Physik zu bekomen.

Als erstes mĂŒssen wir nun ein paar Versuche machen, um zu beweisen, dass dieser Tunnel durch das Kontinuum tatsĂ€chlich existiert. Socken alleine reichen da als Beweis nicht aus.

Wie wĂ€re es, wenn ihr einmal typische GegenstĂ€nde ind die Waschmaschine steckt, deren Herkunft eindeutig belegen, dass sie von ech kommen. Ich denke da zum Beispiel an Diamantschmuck, gravierte Eheringe, Bilderalben, ÖlgemĂ€lde,Sammeltassen (Unikate), oder auch Haustiere solange sie die GrĂ¶ĂŸe von Socken nichtwesentlich ĂŒberschreiten, denn ich vermute einen Zusammenhang zwischen der Diffusionswahrscheinlichkeit und der GrĂ¶ĂŸe der Explorate. Schaltet dann auf "KochwĂ€sche" und maximale Schleudergeschwindigkeit, damit die energetisch gĂŒnstigsten Bedingungen geschaffen werden.

Sobald die ersten GegenstÀnde in meiner Waschmaschine auftauchen, werde ich hier berichten und die Versuchsergebnisse selbstverstÀndlich genau dokumentieren.

Oblivia (von wissenschaftlichem Feuer erfasst)

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