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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Mein Freund der Elefant
Eingestellt am 05. 08. 2001 22:10


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Der kleine Grauhai
Hobbydichter
Registriert: Apr 2001

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Eines Tages fand Roland auf seinem Nachhauseweg einen schmalen, leichten Elefanten. Er saß, einfach so, neben der Strasse in einem lila Pappkarton herum und sah ihn erwartungsvoll an, ein leises, fröhliches Lied trötend. Roland, noch ganz mĂŒde von zu viel Mathematikunterricht, nahm den Elefanten auf seine Hand und streichelte ihm ein bißchen ĂŒber den Kopf, wobei das erstaunlich handliche Tier breit zu grinsen begann. „Wer hat dich denn ausgesetzt, du kleiner Elefant?“, fragte Roland ihn, wĂ€hrend sein Freund es sich auf seiner Hand gemĂŒtlich machte. „Tröööt!“ machte der Elefant. Nun, Roland beschloß den winzigen, vom Aussterben bedrohten Elefanten mit zu sich nach Hause zu nehmen. Als er, das Tier immer noch auf der HandflĂ€che, in den Flur trat, hörte er seine Mutter in KĂŒche herumhantieren. „Mama!“ rief der kleine Roland, „Ich habe auf dem Nachhauseweg einen Elefanten gefunden, darf ich den behalten?“. Roland nahm ihr Schweigen als Zustimmung hin und ging auf sein Zimmer, wo er dem rĂŒsseligen Freund erstmal eine tolle Schlafschachtel zeigte. Roland hatte nĂ€mlich noch einen alten Schuhkarton ĂŒbrig, der war blau-weiß gestreift und sah sehr gemĂŒtlich aus. Auch der kleine Elefant trötete ein zufriedenes GerĂ€usch und legte sich sofort ein wenig schlafen, mĂŒde von der fĂŒr ihn anstrengenden und aufregenden Wohnungssuche. Roland aber machte brav seine Hausaufgaben und ging danach noch schnell in die Stadt um Elefantenfutter zu erwerben. Der nette Mann in der Zoohandlung hatte ihm eine genaue Liste gemacht, mit Sachen die Elefanten tĂ€glich so zu sich nehmen. Da der Hauselefant aber ja sehr klein war, kaufte Roland statt 20kg ErnĂŒssen nur zwei und statt 120 Toastbroten nur eins. Als der stolze Junge jedoch nach Hause kam, mußte er feststellen, dass sein Tier inzwischen ein wenig gewachsen war. Der Elefant saß nicht mehr in seinem Pappkarton, sondern lag in der Badewanne und ĂŒbte verschiedene FontĂ€nen mit seinem RĂŒssel. Von jetzt an hatte Roland natĂŒrlich erhebliche Schwierigkeiten den Elefant zu verstecken. Die paar ErdnĂŒsse und die Brote nahm sein neuer Freund beinahe in einem Atemzug zu sich und der sich trotzdem anschliessende Nahrungsmangel hatte unangenehme Folgen. Denn der kleine Elefant konnte erstaunliche Sachen essen. Erst verspeiste er sĂ€mtliche Cornflakes Packungen des Hauses, dann knabberte er an der Wohnzimmergarnitur und dem Duschvorhang, danach war des Nachbarn grasgrĂŒner Lattenzaun dran und zuletzt aß er sogar mit einem riesigen Bissen dessen Garage. Danach war der Elefant selbstredend alles andere als klein. Mit Ende des Tages maß er stolze 4 Meter in der Höhe, 6 Meter in der LĂ€nge und hatte zwei gewaltige, schneeweiße ElfenbeistoßzĂ€hne.

So stand er also abends unter der großen Buche in Rolands Garten und schaute den kleinen Mann zufrieden an. Der wußte ehrlich gesagt nicht mehr was er machen sollte. Einen kleinen Elefanten, der in einem Schuhkarton schlĂ€ft, ja, den kann man bei sich im Zimmer halten, aber ein so großes Tier, welches gerade mal in den Garten passt, nein, wie sollte das funktionieren.

Roland seufzte, setzte sich neben seinen Elefanten und sah in den Sonnenuntergang. „Menno, kleiner Elefant. Was sollen wir denn jetzt machen?“ Die beiden verstĂ€ndigten sich inzwischen, wie fĂŒr Elefanten jeder GrĂ¶ĂŸe ĂŒblich, durch Intraschall zwischen 14 und 24 Hz, denn Roland war sehr lernfĂ€hig. Der Elefant blickte Roland an und hielt ihm seinen RĂŒssel hin. „Halt dich da mal fest“, trötete er, „ich habe eine Idee“. Und er nahm Roland auf seinen RĂŒcken und trottete aus dem Garten, die Strasse entlang, aus der Stadt, durch den Wald und Richtung Meer. Dort baute der Elefant dem kleinen Jungen ein prĂ€chtiges Strandhaus mit einem Riesenelefantenanbau fĂŒr seine eigenen vielfĂ€ltigen Quadratmeter, und bemalte alles wie selbstverstĂ€ndlich Lila. Von da an saßen die zwei Freunde meist vor ihrem Haus und erzĂ€hlten sich Geschichten oder brachten sich tolle Sachen bei. So zeigte der Elefant Roland zum Beispiel einen Trick wie man sich hundert Jahre an etwas erinnern kann. Der Elefant aber lernte Schachspielen, Tore schiessen und lesen.

In ihrer tollen Strandbude leben sie ĂŒbrigens noch heute. Und wenn sie Hunger haben, geht Roland in das kleine Dorf und kauft Cornflakes, oder der Elefant geht fischen. SpĂ€ter dann, abends, bevor die Sonne sich im Meer schlafen legt, spielen die beiden Verstecken. Roland tut dann jedes Mal erst so, als wĂŒrde er den Elefanten nicht sehen damit er nicht zu traurig ĂŒber seine unglaublich schlechten Versteckideen ist. Meist verbirgt er sich nĂ€mlich hinter dem einzigen verdorrten Ast der auf dem großen Strand herumliegt. Wenn Roland ihn dann dahinter hervorzerrt, lachen die zwei ganz viel und rennen in ihre Betten. „Schlaf gut kleiner Elefant“, sagt Roland dann immer leise und beide trĂ€umen von einer Welt, in der ihre Geschichte nicht unmöglich ist.
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Kyra
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Mar 2001

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wie gut dass es Dich gibt!!

Liebster Grauhai,

es ist sooooo schön dies zu lesen wenn man wie ich das Gehirn mit so hÀsslichen Geschichten vollgestopft hat.
DANKE

Kyra

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Willi Corsten
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Apr 2001

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Hallo, kleiner Grauhei,
schade, dass du keine VerbesserungsvorschlĂ€ge annimmst. Du könntest mit wenigen Änderungen aus dieser so schönen Geschichte eine wunderschöne Geschichte machen. Das Talent dazu hast du allemal. Kompliment!
Es grĂŒĂŸt dich lieb
Willi

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Der kleine Grauhai
Hobbydichter
Registriert: Apr 2001

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das

stimmt doch gar nicht, das ich nie welche annehme. Ich habe schon sehr viel an anderen Geschichten geĂ€ndert nachdem man mich auf verschiedenes aufmerksam gemacht hat. Ich glaube auch nicht das ich je anderes behauptet habe. Ich sagte EINMAL das ich lieber etwas neues schriebe. Da ging es aber auch darum, die besagte Geschichte komplett neu zu schreiben, und darauf hatte ich keine Lust. Außerdem gefiel sie mir ja. Ich kann doch nicht jeden Verbesserungsvorschlag annehmen. An dieser Geschichte ist noch einiges auch mir im Unklaren, also, wenn du Lust hast, gib mir Tipps. Vor allem das Ende finde ich etwas holprig. GrĂŒĂŸe vom Grauhai.
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Willi Corsten
Manchmal gelesener Autor
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Hallo Kleiner Grauhei,
bitte nicht böse sein. Deine Antwort klingt ein wenig vorwurfsvoll.
Dabei meinte ich es wirklich nicht so. Du weißt doch, wie sehr ich deine Geschichten mag.
Heute bin ich in Eile, daher nur ein paar kurze Anregungen. DemnÀchst schreibe ich aber mehr, versprochen ist versprochen.
Also: ich wĂŒrde einige mal ‘kleine‘ streichen. Das Wort kommt einfach zu oft vor. Weiter unten sprichst du immer noch vom kleinen Elefanten, obwohl er erstaunlich schnell gewachsen ist.
Den Schluss finde ich ĂŒbrigens nicht holprig, wie du meinst. Mir gefĂ€llt er sehr gut.
Liebe GrĂŒĂŸe sendet dir
Willi

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Der kleine Grauhai
Hobbydichter
Registriert: Apr 2001

Werke: 16
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du hast

recht, ich habe ein faible fĂŒr das wort "klein". Ich werde mal sehen welche ich streichen kann. Das der Elefant am ende immer noch klein genannt wird soll so. grĂ¶ĂŸenangaben in meinen geschichten sind immer sehr variabel. der elefant ist am ende zwar riesengroß aber auch trotzdem irgendwie noch ein kleiner. Naja. Ich geh mal streichen... Danke schon mal willi. grauhai.
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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
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oh,

lieber grauhai, diese geschichte ist einfach fabelhaft! ich bin begeistert. was deine fehler anbetrifft, habe ich sie inzwischen als deinen extravaganten stil akzeptiert. sie fallen mir gar nicht mehr auf. ganz lieb grĂŒĂŸt
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Old Icke

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