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Leselupe.de > Kurzprosa
Mein Puzzle
Eingestellt am 06. 02. 2003 22:33


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Flitzi
Routinierter Autor
Registriert: May 2001

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Ich sitze vor meinem Puzzle. Hunderte von kleinen Teilchen liegen vor mir. Sie flehen mich an, zusammengef├╝gt zu werden. Sie wollen, m├╝ssen ein Ganzes werden.
Los geht┬┤s. Mit meiner Hand nehme ich die Teilchen und drehe sie herum. Mit meinen Augen sehe ich, was auf ihnen abgebildet ist. Hier ein St├╝ck lachende Kindheit, dort ein bunter Tupfer meiner Schult├╝te. Ich schmunzle und decke weitere Teile auf. Ein lebendiger Umriss meines ersten Kusses und da ein chaotischer Streifen des ersten Arbeitstages. Ich staune, schmunzle, schwelge in Erinnerungen. Die Teile, die ich kenne lege ich zusammen. Mit meinem Herzen betrachte ich die ersten Formen des Gesamtbildes, schaue, warte. Gef├Ąllt mir gut. Weiter geht┬┤s.
Mit meinen Fingern w├╝hle ich in den anderen Teilchen herum und fische. Ich sehe ein braunes Teilchen bemalt mit Hass und ein Dunkles mit Krankheitsflecken. Mag ich nicht, kommt weg. Weiter geht┬┤s.
Ich sortiere den riesigen Teilchenberg, denn ich ben├Âtige nicht alle Teile f├╝r mein Puzzle. Mit meinem Herzen versuche ich die richtigen St├╝cke aufzusp├╝ren. Die Falschen werden aussortiert. Weg damit. Weiter geht┬┤s.
Mit meinen Armen fange ich ein paar Teilchen auf, die gerade vom Tisch fallen wollen. Eine fast verpasste Chance. Die nutze ich, die nehme ich, die passt genau hierein.
Ich w├╝hle weiter, sortiere, suche passende Teilchen, lege sie zurecht und betrachte sie. All diese Teile sind sch├Ân. Doch es sind viele, zu viele f├╝r mein kleines Puzzle. Ich muss mich entscheiden, denn ich kann nicht alle nehmen. Ich muss mich entscheiden, sonst kann ich nicht weiter puzzeln. Nehme ich das blaue Teilchen mit dem Weg ins Ausland oder das Rote mit dem Weg zu einer neuen Liebe? Ich nehme das Rote. Weiter geht┬┤s.
Ich nehme neue Teile, drehe sie herum, bin erstaunt. Sie sind leer; nichts zu sehen. Ich halte sie an mein Puzzle. Sie passen. Ich muss mich wieder entscheiden. Nehme ich ein buntes Teil oder ein leeres? M├Âchte ich mich ├╝berraschen lassen, wie sich das leere Teilchen im Gesamtwerk f├Ąrbt oder m├Âchte ich die Farben meines Puzzles dirigieren? Ich bin nicht sicher, aber es liegt in meiner Hand. Es ist mein Puzzle. Ich w├Ąhle die Teile, ich kann mich entscheiden. Ich lehne mich zur├╝ck und betrachte mein bisheriges Werk. Es ist wunderbar, nicht perfekt, aber einzigartig, sch├Ân und vor allem meins. Ich bin gl├╝cklich, weil ich puzzeln und mir die Teile aussuchen darf. Ich betrachte den Haufen. Weiter geht┬┤s.

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Evchen13
???
Registriert: Jan 2003

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Hallo Flitzi,

deine Idee f├╝r die Geschichte ist sch├Ân und sehr interessant. Wenn ich deine Aussage richtig interpretiere, schreibst du ├╝ber dein/das Leben. Der Lebensweg als Puzzle dargestellt!

Was mich dabei ungeheuer st├Ârt oder ich nicht so sehe, ist deine Aussage, dass du in deiner Erinnerung einfach Teile wegwirfst und dir nur die angenehmen sch├Ânen/bunten heraussuchst.
Gr├╝bel, hier bastelst du dir ja dann selber eine Scheinwelt, eine Traumwelt zusammen und nicht dein Leben, eben eine sch├Âne angenehme Geschichte!

Zuk├╝nftig ist es ok, die nichtbedruckten Teile. Ja, da hast du recht. Jeder kann wohl selber entscheiden, ob er blau, rot oder gr├╝n nehmen m├Âchte und so fort ...

Andererseits hat deine Geschichte wenig Aussage ├╝ber den Puzzleleger, warum, weshalb er das eine oder andere nicht so gut findet und es eventuell in die Ecke links oben legen m├Âchte. F├╝r mich fehlt etwas an der ganzen Sache. Du l├Ąsst den Leser unwissend zur├╝ck!

Also dann bis bald mal wieder

Ev
__________________
Tr├Ąume nicht dein Leben, sondern lebe deine Tr├Ąume!

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Flitzi
Routinierter Autor
Registriert: May 2001

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Hallo Evchen!
Vielen Dank f├╝r Deine Anmerkungen. Anscheinend ist etwas falsch her├╝bergekommen. Die Puzzleteile die aussortiert werden, sind keine der Vergangenheit, sondern die der Zukunft. Ich m├Âchte damit ausdr├╝cken, dass der Puzzleleger, oder besser gesagt jede Person, sich seine Teile, seinen Weg aussuchen kann. Ich bin ├╝berzeugt, dass man das Negative wie Hass oder in gewissem Umfang auch Krankheit aus seinem Leben halten kann, wenn man sein Leben mental positiv beeinflusst.
Die Geschichte soll gar keine detaillierten Informationen ├╝ber eine bestimmte Person r├╝berbringen, sondern eher eine Lebenseinstellung verdeutlichen und anderen Mut machen: jeder kann sein Leben in die eigene Hand nehmen und seinen Weg aussuchen. Man muss nichts auf sich zukommen lassen, sondern man ist selbst der Dirigent. Das Leben kann sch├Ân sein und Spa├č machen, wie ein Spiel. Es ist nat├╝rlich nicht immer nur "rosarot", aber deshalb habe ich auch erw├Ąhnt, dass es nicht perfekt ist.
Die Geschichte soll dem Leser einen Anschub zum Denken geben.
Mal sehen, ob noch mehr Anmerkungen kommen. Vielleicht muss ich dann einiges noch ├╝berdenken.
Trotzdem vielen Dank.

Sabine

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