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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Mein Traum
Eingestellt am 01. 02. 2004 18:10


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kingofsorrow
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Jul 2002

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Mein Traum

Es mu├č Anfang bis Mitte Herbst gewesen sein, denn es war noch fr├╝her Nachmittag und die Sonne stand schon recht tief. Es war ein wenig k├╝hl und sobald ich in den Schatten der Wohn- und Gesch├Ąftsh├Ąuser kam, fr├Âstelte es mich. Alles war wie in kaltes Gold getaucht und fast wie in einem dieser Kitschromane, die man aus Langeweile zu lesen beginnt und sich schon bald f├╝rchterlich dar├╝ber aufregt, wie jemand so dick auftragen kann. Sp├Ąter schreibt man dann oft selber solches Zeug.
Ich ging durch die Fussg├Ąngerzone in Altenkirchen, die Stadt, die zu jeder Jahreszeit ein gleicherma├čen schlechtes Bild abgibt. Man k├Ânnte meinen, sie w├Ąre alt und m├╝de geworden unter dem ganzj├Ąhrigen Trott, den sie noch dazu auf ihre Ein- und Anwohner zu ├╝bertragen scheint. Auf der H├Âhe des Marktplatzes war eine Art freistehendes Zelt zwischen den H├Ąuserfassaden der ersten Etage gespannt, das sich quer ├╝ber den Marktplatz bis zum oberen Ende der Fu├čg├Ąngerzone zog. Man ging durch eine Passage, deren Dach aus einer alten wei├č-grauen Plane bestand. An einigen aufgerissenen Stellen kam Sonnenlicht hindurch, und seine Strahlen t├Ąnzelten auf dem Pflaster, das der Wind mit Bl├╝tenstaub hauchd├╝nn benetzt hatte.
Vor den Gesch├Ąften und Lokalen in der Passage standen ├Ąhnlich wie in Bierzelten bei Sch├╝tzenfesten zu St├Ąnden umfunktionierte Klapptische mit gr├╝n lackierten, teilweise rostigen Gestellen. Die Tischplatten waren gezeichnet von tiefen Kerben, irgendwelchen mit Messern und Autoschl├╝sseln eingeritzten Schriftzeichen und Brandflecken. Die rote Farbe der Tischplatten bl├Ątterte ab. An einigen tropfte schales stinkendes Bier herunter, das von merkw├╝rdigen Gestalten, die das Bier ausschenkten wohl versch├╝ttet worden war, bei dem Versuch, es den Passanten ├╝ber die Klapptische hinweg anzupreisen und zu verkaufen. Viele der Umherstehenden waren angetrunken und wankten schwerf├Ąllig, nahezu zeitlupenartig umher.
Am oberen Ende der Stadt angekommen, machte ich ohne zu ├╝berlegen Kehrtwende wieder stadtabw├Ąrts. Mir war, als h├Ątte ich jemand Bekanntes auf meiner ersten Tour gesehen und ihn dennoch irgendwie verpa├čt. Als ich wieder am unteren Ende der Passage stand, sah ich mit einem Mal ein paar Freunde von mir an einem der Bierst├Ąnde. Sie standen vor einer halbkreisbildenden Klapptischreihe mit einem Fa├č Bier vor sich. Als auch sie mich erblickten, winkten sie mich heran und luden mich ein, mit ihnen zu trinken. Die Runde war gesellig und bot viel Spa├č. Drau├čen wurde es immer d├╝sterer und k├Ąlter und bald schon verabschiedeten sich die Trinkbr├╝der. Ich jedoch blieb und kam mit einer ├Ąlteren fettleibigen Dame ins Gespr├Ąch. Am Ende kam es zu einem Streit ├╝ber Geld zwischen ihr und mir und ich schlenderte leicht anges├Ąuselt auf dem ├╝berdachten Marktplatz umher, um dem Zorn dieser f├╝rchterlichen Person zu entgehen, was kurz darauf auch gelang, denn SIE betrat die ÔÇ×B├╝hneÔÇť, und die Alte war schon bald vergessen. Ich wei├č nicht wie, wann oder warum SIE auf einmal auftauchte. Es war mir schon im ersten Augenblick, als SIE mir gegen├╝berstand wieder egal, woher SIE so pl├Âtzlich kam. SIE war da, und das war die Hauptsache. Ich kannte SIE, und trotzdem war es zeitweise so, als ob es das erste Mal w├Ąre, das wir uns sahen.




Der Alkohol lie├č schnell nach, und meine Bewegungen wurden zunehmend fl├╝ssiger und koordinierter. Nach einer l├Ąngeren Unterhaltung mit IHR lud SIE mich ein, mit IHR mitzukommen. Ich wu├čte zwar nicht, wo SIE hinwollte, aber ich folgte IHR bedingungslos und in vollkommener (Un-)Klarheit.
SIE f├╝hrte mich in eine nahegelegene Wohnung, die SIE mit IHREM Freund Mark gemeinsam bewohnte. Im Innern glich die Wohnung dem ÔÇ×Casa MagneticaÔÇť aus dem ÔÇ×PhantasialandÔÇť, nur war sie nicht so dunkel, und weder war der Boden eine einzige Rampe, noch die Ecken so spitzwinklig. Es war viel mehr wie auf festen Meereswellen zu gehen, immer ein bi├čchen Angst vorn ├╝ber zu fallen. Der Raum war nicht sehr gro├č und in sechs Carr├ęs, drei zur Linken und drei zur Rechten, eingeteilt, das jedes f├╝r sich eine geschlossene Einheit darstellte mit einem ihm eigenen Flair; wie im Kindergarten die verschiedenen Spielecken f├╝r Baukl├Âtze, Puppenspiel oder Basteln.
So gab es ein Carr├ę, das einem Esszimmer mit einem kleinen Tisch und zwei St├╝hlen glich, ein anderes gab ein Wohnzimmer her, eingerichtet mit zwei riesigen Sitzkissen und einer Holzkommode mit Kerzen und einem Radio darauf. Und ein wieder anderes war ein Schlafzimmer ohne Bett. Decken und orangefarbene Kissen s├Ąumten den welligen, blauen Teppichfu├čboden, und die W├Ąnde waren ausgepolstert mit ebenso gro├čen Kissen, wie sie im Wohnzimmer die Sessel oder das Sofa bildeten. Ich kam mir vor wie Alice im Wunderland, weil die Zimmerdecke so niedrig hing. Vielleicht war ich auch der Hase und Alice hatte mich hierher gebracht. SIE kam auf mich zu und bot mir an, Kaffee zu kochen, und ich f├╝hlte mich ein wenig geschmeichelt von IHRER Gastfreundlichkeit. Mir kam es kurz so vor, als w├Ąren wir eines dieser Filmp├Ąrchen, die sich nach dem Dinner noch auf einen Kaffee zusammensetzen, um sich zueinander vorzutasten und die ahnen, wof├╝r Kaffee noch gut sein kann, wenn die Nacht jung ist.
SIE kam mit zwei Tassen zur├╝ck, wobei ich nicht richtig sah woher, da ich ├╝berhaupt kein K├╝chencarr├ę ausfindig machen konnte. SIE gab mir eine der Tassen, als mich IHRE Hand zum ersten Mal streifte an diesem Abend, und ich dachte, da├č diese kurze Ber├╝hrung f├╝r ein Leben lang ausreichen w├╝rde. Beinahe w├Ąr mir die Tasse vor lauter Aufregung und Anspannung heruntergefallen. Wir setzen uns ins ÔÇ×EsszimmerÔÇť, das links im mittleren Carr├ę war und tranken. Ich konnte mich nicht daran erinnern, dass SIE jemals in meiner Gegenwart Kaffee getrunken hatte.
SIE erz├Ąhlte von IHREM Freund und seinen Zukunftspl├Ąnen, IHREM Job, IHRER Familie und IHREN eigenen Lebenspl├Ąnen. Ich sa├č da und lauschte IHR, w├Ąhrend SIE mich mit IHREN blau-grauen Augen um den Verstand brachte. Wir sa├čen wohl Stunden so und plauderten, aber ich merkte nicht, wie die Zeit verging.
Aus irgendeinem Grund kam SIE dann auf mich zu und f├╝hrte mich ins ÔÇ×SchlafzimmerÔÇť. Als wir dort zwischen den Kissen voreinander sa├čen, nahm SIE meine Hand, legte sie in IHRE und f├╝hrte sie dann zwischen ihre warmen, zarten Br├╝ste. Ich konnte IHREN Herzschlag sp├╝ren und es war, als hielte ich IHR Herz in meiner Hand. Mein Puls begann zu rasen. SIE kam n├Ąher und n├Ąher und immer n├Ąher, bis sich unsere Lippen ber├╝hrten und ihre Zunge vorsichtig tastend nach meiner zu suchen begann; und sie bald fand. Sie war das S├╝├česte, das ich jemals gekostet und das weichste, das ich jemals ber├╝hrt hatte. Der ÔÇ×WellenbodenÔÇť unter mir brach weg, und ich trieb auf offenem Meer; vom Salz getragen, vom Wind gelenkt und von der Sonne gew├Ąrmt, gelabt an der unendlichen S├╝├če IHRES K├Ârpers. SIE stand pl├Âtzlich nackt vor mir und IHR K├Ârper schien nach mir zu rufen, wie die Sirenen nach den mutigen Seeleuten. Jede IHRER Ber├╝hrung war gleich einer Ber├╝hrung meiner Seele, als ob SIE sie von au├čen streicheln und immerzu liebkosen k├Ânnte.
Irgendwann tauchte ich in SIE ein oder SIE in mich oder wir ineinander und es f├╝hlte sich an wie ein einziges ewiges Dahinschmelzen.
Als wir am n├Ąchsten Morgen erwachten, fragte SIE mich, ob ich es sch├Ân gefunden h├Ątte bei IHR und ob ich in SIE verliebt w├Ąre. Ich antwortete IHR, da├č es das gewesen w├Ąre, was ich mir schon immer gew├╝nscht h├Ątte, schon seit ich SIE kenne. SIE ging.
Wir trafen uns erst Tage sp├Ąter wieder. Bis zu diesem Tag hatte ich geglaubt, ich h├Ątte SIE beleidigt mit dem, was ich auf IHRE Frage hin geantwortet hatte. - Dabei war ich immer irgendwie in SIE verliebt gewesen, mal mehr und mal weniger. Ich hatte aber nie die Gelegenheit und den Mut gehabt, IHR das zu zeigen, geschweige denn zu sagen. Meistens hatten sich andere Frauen in mein Leben verirrt und manchmal ich in das Leben von ihnen. Au├čerdem war SIE schon seit Jahren mit Mark zusammen. Und dennoch hat diese Verliebtheit nie wirklich aufgeh├Ârt. ÔÇô
Ich war be├Ąngstigt dar├╝ber, die Liebe verloren zu haben, die nicht einmal richtig angefangen hatte, und ich kam mir sch├Ąbig vor, weil es nur diese eine Nacht gab und es danach aussah, als w├Ąre es nur darum gegangen. Bei unserem Wiedersehen fragte ich SIE, ob SIE mich heiraten wolle und ob wir wohl Kinder haben w├╝rden. SIE sagte ohne zu z├Âgern: ÔÇ×Ja!ÔÇť.
Die Dinge ├╝berschlugen sich hiernach und kaum versehen bestellten wir das Aufgebot. IHRE Mutter war anfangs nicht so begeistert. Wahrscheinlich h├Ątte Sonja lieber Mark an meiner Stelle gesehen. Inmitten der Hochzeitsvorbereitungen fuhr ich zur├╝ck zu der Wohnung, in der alles begann und die SIE jetzt mit mir teilte. Als ich ankam, stand Mark mit seinem Autobus am Stra├čenrand gegen├╝ber und starrte traurig L├Âcher in die Luft. Was ich nicht gemerkt hatte war, da├č Sonja mir gefolgt war. An der Wohnungst├╝r kam sie zu mir und wir unterhielten uns kurz ├╝ber Mark und wie schwer es f├╝r ihn sein m├╝├čte. Sonja sagte, da├č er eines Tages dar├╝ber hinweg kommen w├╝rde. Ich jedoch hatte ein schlechtes Gewissen und ich kam mir so sch├Ąbig vor, wie nach der ersten Nacht mit IHR.
Die Hochzeit lie├č mich all das vergessen oder zumindest verdr├Ąngen. Der Himmel leuchtete jetzt in allen Farben. Wir bekamen bald eine Tochter; so anmutig und h├╝bsch wie SIE.


Der Wecker klingelt.

__________________
KoS

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