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Leselupe.de > Gereimtes
Mein alter Vater
Eingestellt am 18. 05. 2003 19:30


Autor
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Ohrensch├╝tzer
???
Registriert: Oct 2002

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Mein alter Vater oder
Er-Kenntnis

Er schleppte sich durch Raum und Zeit
Mehr tot schon als lebendig
Im Hirn den Alz, im Bein den Kalk
Es ging ihm hundselendig

Er winkte sich im Spiegel zu
Das lie├č uns wieder hoffen
Als ob er jemand wieders├Ąh'
Den lang er nicht getroffen

Er hat wahrscheinlich justament
Sein Lebensgl├╝ck verstanden
Doch dann erstarrte sein Gesicht
Und seine Kr├Ąfte schwanden

Er fiel zur├╝ck in Apathie
Man konnt' es ihm verg├Ânnen
Wie viele Menschen gibt es, die
Sich nie erkennen k├Ânnen
__________________
Der Ohrensch├╝tzer

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Gonzo Gonzales
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Mar 2003

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Hi

der opa eines freundes ist an alzheimer gestorben.
ich habe dadurch vieles von dieser schrecklichen krankheit mitbekommen.
in diesem fall w├╝rde ich sagen ist das vergessen durchaus ein segen.
w├Ąre ja nicht auszudenken was in so jemanden vorgehen w├╝rde, wenn er obwohl er nicht mehr selbstst├Ąndig essen kann, noch etwas mitbek├Ąme.

__________________
jeder mensch wird als original geboren,
aber die meisten sterben als kopie

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kaffeehausintellektuelle
Guest
Registriert: Not Yet

zum thema alzheimer empfehle ich "small world" von martin suter. ein hinrei├čendes buch. gef├╝hlvoll, witzig und wunderbar geschrieben.

die k.

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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber Ohrensch├╝tzer,
zuerst m├Âchte ich sagen, da├č Du Dein Gedicht handwerklich
einwandfrei geschrieben hast und daf├╝r ALLE ACHTUNG.
Was ich zu bem├Ąngeln h├Ątte ist das Gereimte. Irgendwie
verharmlost der Reim als solches diese Thematik.
Es wirkt alles so leicht, viel zu leicht f├╝r die Sache.
Mir fehlt hier die Schwere, denn es ist eine Tragik
an Alzheimer zu erkranken (welche ernsthafte Krankheit ist
keine Tragik?)
Na, ja, das ist auch das Einzige, das ich hier "zu Bem├Ąngeln" h├Ątte. Also, nichts f├╝r ungut ))

W├╝nsche Dir eine sch├Âne Woche
und ganz liebe Gr├╝├če

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Ohrensch├╝tzer
???
Registriert: Oct 2002

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@Gonzo: Mhm. Vergessen und Nicht-Wahrnehmung grenzt an vorzeitige Erl├Âsung.

@khi: Suter kennend, schlie├če ich mich Deiner Empfehlung an.

@Klopfstock: Danke f├╝r die ehrliche und interessante Kritik, und nat├╝rlich auch f├╝rs Lob. Wenn ich dich richtig verstehe, erweckt der Reim bei dir einen verniedlichenden Eindruck. Von diesem Gef├╝hl ausgehend (das ich jedoch so nicht nachempfinden kann) ist dein Einwand an sich berechtigt, allerdings handelt es sich um mehr als eine Darstellung von extremen Altersverfall. Mitten im Leid findet sich eine poetische Situation, wo sich ein maltr├Ątierter, kaum lebensf├Ąhiger Mensch zu einer leichtlebigen, oberfl├Ąchlich sinnlos scheinenden Handlung hinrei├čen l├Ąsst: Er winkt sich selbst freundlich im Wandspiegel zu. Mich ber├╝hrt das enorm, und zwar auf sehr zarte, poetische Weise, vielleicht gerade deshalb, weil der Kontrast zur brutalen Realit├Ąt so stark ist. Auch dir eine sch├Âne Woche

und sch├Ânen Gru├č an Euch alle drei,
__________________
Der Ohrensch├╝tzer

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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo, Ohrensch├╝tzer,
so habe ich das nicht betrachtet und Du hast mich voll
├╝berzeugt. Wei├čt Du, auf jeden wirkt Geschriebenes anders
und man l├Ą├čt sich einfach vom ersten Lesen leiten.
Jetzt nach Deiner Erkl├Ąrung - und Du wei├čt ja ├╝ber den
Verlauf der Dinge besser Bescheid, als Familien-Betroffener-
jetzt habe ich das Gedicht nochmals gelesen und sehe es
unter dem Eindruck Deiner Erkl├Ąrung auch anders.
Somit bedanke ich mich daf├╝r, da├č Du mich etwas schlauer
gemacht hast )) und w├╝nsche Dir noch einen heiteren Tag
und eine gute Woche!!!

Liebe Gr├╝├če

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