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Leselupe.de > Kindergeschichten
Mein kleines Raumschiff
Eingestellt am 14. 10. 2009 21:03


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onie
AutorenanwÀrter
Registriert: Aug 2009

Werke: 9
Kommentare: 14
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Der Titel hat mit dem Inhalt nicht viel zu tun, aber fĂŒr mich ist er historisch. Ich hab die Geschichte so etwa mit 13 geschrieben und seitdem am GrundgerĂŒst nichts mehr geĂ€ndert. Deswegen ist sie vielleicht auch ein bisschen wertlos, aber dafĂŒr bestimmt kindergeeignet. Hoffentlich reicht's trotzdem fĂŒr einen Schmunzler zwischendurch.



Mein kleines Raumschiff

Montag, war mein erster Gedanke. Der zweite: Oh nein. Schon wieder Schule! – Stop. Es fehlte etwas. Ach ja, genau, der... Wecker? Hallo, Wecker? Hatte ich den etwa schon ausgeschaltet? Zu dumm. Ohne das Leuchten des Weckers war es dunkel – jetzt sah ich nichts. NĂ€chstes Mal wĂŒrde ich ihn ans andere Ende des Zimmers stellen, denn dort konnte ich ihn nicht ohne Weiteres ausschalten. Allerdings: Was wĂŒrde es nutzen? Das schwache Leuchten, das von ihm ausging, wĂŒrde dann nicht stark genug sein, um mich zu erreichen und meine verschlafene Welt zu erhellen.
Aber halt! Meine Aufgabe war jetzt erst einmal, das Licht anzuschalten. Leider hatte ich keine Idee, wie ich es anstellen sollte, denn zu diesem Zweck wĂŒrde ich nĂ€mlich zuerst das halbe Zimmer durchqueren mĂŒssen! Und bei der GrĂ¶ĂŸe dieses Raumes... Oje. Also, Wecker anschalten... Nein, das ging nicht. Dazu hĂ€tte ich ihn erst umstellen mĂŒssen. Ich konnte jetzt nur auf „Demo“ drĂŒcken, und danach hĂ€tte ich volle zehn Sekunden Zeit. WĂŒrde das reichen?
Nein. Nie im Leben. Dann dachte ich: Ich habe ja eigentlich kein besonders großes Problem!
Mutig fasste ich den Entschluss, kniff die Augen zusammen, setzte mich... Um dann gleich wieder in mein weiches Kissen zu sinken. Warum auch zur Schule gehen? Da waren sowieso nur diese blöden Lehrer.
Okay, sagte ich mir, fass dir ein Herz. Diesmal, beim zweiten Versuch, kam ich schon bis zu der Stelle, wo ich mir fast meine Zehen brach. Bei der Unordnung... Ich wĂŒrde irgendwann aufrĂ€umen mĂŒssen. Die Zehen tasteten sich ĂŒber herumliegende Stifte und Socken. GĂ€hnend dachte ich etwas Ähnliches wie: heute nicht...
Und entsetzt schrie ich auf. Was war das jetzt schon wieder gewesen? Ein Legostein. Was suchte der da? Ich hatte ihn doch gar nicht dort hingelegt. Ich spielte ja schon seit meinem zwölften Geburtstag nicht mehr, schon gar nicht mit Lego! Schließlich ĂŒberlegte ich mir, dass es auch mein kleiner Bruder gewesen sein konnte. Ach, diese dĂ€mliche NervensĂ€ge!
Als nĂ€chstes stolperte ich, und wo landete ich? NatĂŒrlich in meinem Zirkel. Deutlich spĂŒrte ich den Stich in meinem großen Zeh. Wie bitte? In meinem Zirkel? Aber der lag doch auf der anderen Seite! Ich fluchte: Verdammt noch mal, warum habe ich das Bett bloß in die Mitte gestellt?
Ich hatte mich wohl im Schlaf umgedreht und war dann eben gerade auf der falschen Seite aus dem Bett gestiegen. Das erklÀrte ja auch den Legostein! Plötzlich erinnerte ich mich an Hausaufgaben und stellte fest, dass ich wieder einmal keine gemacht hatte. Dabei hatte ich es mir extra noch auf die Hand geschrieben! Na, das konnte noch heiter werden...
Vorsichtig stakste ich also weiter, bis mir wieder einfiel, dass ich in die falsche Richtung wanderte. In meinem Kopf zeichnete ich eine Karte: Wenn ich jetzt gerade nach rechts unten lief, ging ich in Wirklichkeit nach links oben. Also musste ich jetzt nach rechts oben, dann nach links rechts, nach hinten...
Es brachte alles nichts: Nun hatte ich die Orientierung endgĂŒltig verloren! Zuerst das Bett finden. Das war schon schwer genug. Und dann wusste ich noch immer nicht, was wo war und wo was war. Meine beiden Kissen waren verteilt – also an Kopf- und Fußende je eines. Aber wo war welches? Ich musste das Kissen vom Kopfende auf die FĂŒĂŸe legen. Nein, die Enden der FĂŒĂŸe auf den Anfang des Kopfes und dann den Hals umdrehen, zum Wecker, und in die andere Richtung laufen.
Ach verdammt! Da gab ich es entnervt auf und suchte die leuchtenden Ritzen des Rollladens. HĂ€? Keine da? Ach ja! Es war draußen ebenfalls dunkel. Und die Straßenlaterne war offensichtlich mal wieder kaputt. Was sollte ich jetzt nur tun? Ha, dachte ich: Den Wecker suchen. Ich hatte ihn vermutlich auf dem kleinen MetallschrĂ€nkchen neben meinem Bett stehen. Dieses stand, soweit ich mich erinnerte, am Kopfende, aber da ich mich mit grĂ¶ĂŸter Wahrscheinlichkeit nicht dort befand, musste ich erst einmal dorthin gelangen. Ich hob den Arm, um mich zu strecken... KRASCH!
Es war ein kleiner Wecker, dum-dum-dideldum, der fiel im Zimmer rum..., schoss es mir durch den Kopf.
UnwillkĂŒrlich musste ich lachen: Was war das nur fĂŒr ein Tag! Schließlich besann ich mich wieder, ich musste ja immerhin zur Schule – oh nein.
What shall we do with a drunken sailor, what shall we do with a drunken sailor, what shall we do with a drunken sailor, early in the morning? Hooray, and up she rises, hooray, and up she rises...
Wenigstens funktionierte der Wecker noch. Ich ließ meine Hand nach unten gleiten, um ihn aufzuheben... Doch ich musste feststellen, dass er total zersplittert war. Soweit ich es ertasten konnte, war alles zertrĂŒmmert, und die Melodie war nur eine Kurzschlussreaktion. Und ich bekam auch noch einen Stromschlag. Meine Finger kribbelten lustig. Ich zischte.
...hooray, and up she rises, early in the morning! What shall we do...
Oh nein! Bei dem LÀrm musste ich den Lichtschalter finden! Mein SchÀdel dröhnte. Na ja, zumindest war ich jetzt wach... Eine Taschenlampe. Ich brauchte eine Taschenlampe. Die war im SchrÀnkchen.
Ach nein! Mein Bruder hatte ja unbedingt mit der Taschenlampe baden wollen. Also keine Taschenlampe.
„Was ist denn hier los?“ fragte eine gedĂ€mpfte Stimme. Ich zuckte so sehr zusammen, dass ich aus meinem Bett raus und gegen das MetallschrĂ€nkchen stĂŒrzte. Erschöpft entschloss ich mich, zu antworten: „Ich habe den Wecker gekillt.“ Dann rieb ich mir den angeschlagenen Ellbogen.
„Wieso, hast du etwa schlecht getrĂ€umt?“
„HĂ€?“
„Mensch, es ist drei Uhr nachts und Samstag!“
Mit einem Stöhnen griff ich mir an den Kopf, jetzt vollkommen davon ĂŒberzeugt, dass ich verrĂŒckt war. Wie war ich bloß auf die Idee gekommen, dass es Montagmorgen sei? Wunderbar! „Jedenfalls bin ich jetzt hellwach“, sagte ich. Meine Schwester seufzte: „Ich auch!“
__________________
the donkey, at some point, had a point.

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