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Leselupe.de > Kurzprosa
Meine Beerdigung
Eingestellt am 14. 07. 2002 16:20


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Pseudorinym
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gelöscht






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anke
???
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re: meine beerdigung

also, naja: ich find` den text eher mißlungen. warum geht es dir denn? die aussage, die sich mir eröffnete, war der letzte satz. aber dann war das ganze zuvor viel zu lang. wirklich: viel zu lang. übrigens stieß die wiederholung von "wie sie schlange steh`n..., um einen blick zu erhaschen.." o.s.ä. einfach nur als wiederholung auf. warum ich den text zu ende las, und das war geschickt gemacht, ich hoffte, es folge noch etwas über das leben nach dem tod. in dem zusammenhang würd` ich "allerdings kann ich es nicht beschreiben..usw." unbedingt weglassen (verdirbt einfach nur die spannung und ist ansonsten überflüssig: wieso auch sollte man in einer ausdrucksform, die etwas beschreiben will - in worten - darauf hinweisen, daß das nicht möglich sei. darum geht es doch beim schreiben - versuchen, worte zu finden...) jedenfalls würd ich kürzen, da sind keine neuen/ orginellen gedanken zum thema beerdigung zu finden, wenn es so ausformuliert, lieber mehr spielraum, oder?!
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anke

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jon
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Ich will ankes Kritik nicht nur unterstreichen, sondern noch zuspitzen: Um all dies über Beerdigungen sagen zu können, muss man nicht sterben (bzw. einen Gestorbenen erzählen lassen). Man muss nur alle damit verbunden Klischees auspacken und aneinanderreihen.

Zusätzlich stimmt ein Bild nicht: Wenn er ein Egoist (einer, der alles für sich nutzt und zu seinem Gunsten und Vergnügen manipuliert) war, dann hat schon dafür gesorgt, im Rampenlicht zu stehen – er KANN gar kein unscheinbarer Wicht gewesen sein. (Er kann allerdings ein lauter, schillernder, ätzender … Wicht gewesen sein.) Als Egozentriker (einer, der nur sich als Maß hat – die anderen also weder beeindrucken will noch von ihnen beindruckt ist) kann er allerdings schon ein Nie-Mittelpunkt gewesen sein.
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Pseudorinym
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hallo Anke,
danke, daß du dir die Mühe gemacht hast und deine meinung zu meinem text hin geschrieben hast,auch wenn er dir nicht gefallen hat.Wenn du nur geschrieben hättest,was für ein bescheuerter text es doch sei,dann hätte ich das wohl mit einem schulterzucken abgetan,aber dummerweise hat deine Kritik Hand und Fuß.

Also,ich hab den Text direkt nach einer beerdigung geschrieben und nicht lange überlegt,was ich dem Leser damit antue.Sogesehn gehört er eher in die kategorie "meine kleinen Tagebuchgedanken" und nicht hierher.
Ich wollte damit eigentlich ausdrücken,daß Beerdigungen heutzutage doch oft nur reine Volksaufmärsche sind,weil es etwas zu sehen gibt und daß wildfremde Leute auf einmal in Tränen ausbrechen. Traurigsein,nur weil die Mehrheit traurig ist,hat etwas Gruppenzwang ähnliches,beinahe so wie wenn bei Titanic der ganze Kinosaal heult und sich dadurch auf wundersame Weise verbunden und geeint fühlt.
Dann habe ich ĂĽberlegt wie sich wohl ein verstorbener fĂĽhlt,wenn wegen ihm so ein Tara da unten veranstaltet wird, sofern er ĂĽberhaupt einen gedanken daran verschwendet.
Okay,das Ganze ist unzusammenhängend und der erste Teil,wie sich der verstorbene fühlt, hat nichts mehr mit dem zweiten teil zu tun.

Also,ich gebe mich all deinen kritikpunkten geschlagen,bis auf den einen:
Ich finde es ist wichtig zu betonen,daĂź man mit Sprache nicht alles beschreiben kann.
Probier doch mal die Farbe rot mit Worten zu beschreiben,das ist unmöglich!


Ich probier auf jeden Fall eine neue version zu fabrizieren,falls mir das nicht gelingt,lösch ich das Ganze am besten wieder.



hallo Jon,
auch dir dankeschön für deinen Kommentar.
Der erste Teil ist,wie oben schon gesagt, unnötig,ich habe es ja jetzt eingesehen
Aber daß alle Egoisten zwangsläufig im Mittelpunkt stehen,sehe ich anders.
Es kann auch ein feiner,verhaltener Egoist gewesen sein,vielleicht auch so eine Art eleganter DrĂĽckeberger,der immer zuerst anderen die Arbeit aufhalsen will.
Wenn jemand nur an sich denkt,kann es schnell passieren,daĂź ihn die anderen ignorieren und nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen.Auch wenn er es gerne so wollte,er stĂĽnde dann nicht mehr im Mittelpunkt.

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jon
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Hallo Pseudorinym,

ist schon möglich, dass man einen, den man als Egoisten durchschaut hat, ignoriert. Aber der nächste, der ihn noch nicht erkannt hat, beschäftigt sich erstmal mit ihm. Außerdem entwickeln Leute, die Aufmerksamkeit wollen, auch rasch Strategien, diese Aufmerksamkeit zu kriegen.
Vielleicht stört mich auch einfach nur die Formulierung: „Dabei war ich doch immer eher der unscheinbare Typ, der die Gabe besaß von anderen übersehen zu werden. “ Ein Egoist würde sich selbst wohl nicht als "unscheinbaren Typen" betrachten und wenn man ihn ignoriert, würde er vermutlich nicht davon ausgehen, dass das Problem bei ihm liegt (Gabe haben), sondern behaupten, die anderen würden ihm die ihm zustehende Würdigung verweigern. Die beiden Bilder – das vom unscheinbaren, unauffälligenTypen und das, was sich mir mit dem Begriff Egoist verbindet – passen einfach nicht zueinander.
Dieser Bild-Widerspruch ist nun aber nicht wirklich so gravierend – den kann man getrost unter „Ansichtssache“ abbuchen. Ich wollte nur vermitteln, dass und worüber ich stolperte. Wenn du ohnehin noch mal in den Text gehst, färben sich diese beiden Bilder vielleicht sowieso ein wenig um – mir jedenfalls geht es oft so, dass ich mein Überarbeiten Dinge, die ich beim ersten Schreiben am Anfang „noch nicht wusste", einfließen lasse.

PS: „Der erste Teil ist,wie oben schon gesagt, unnötig,ich habe es ja jetzt eingesehen…" – Sorry, ich hatte ja keine Ahnung, dass du ankes Kommentar schon gelesen (und angenommen) hattest.
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Pseudorinym
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der erste text ist gelöscht und hier ist das,was mir letzte Nacht einfiel:





Es ist ein Mittwoch.
Langsam fĂĽllt sich der Friedhof mit Leben.
Die letzten schwarzgekleideten Gestalten
huschen aus den Autos und dann geht es
im wĂĽrdevollen Gang
zur ĂĽberfĂĽllten Kapelle.
So ein Mist, denkt sich die gute Frieda,
die besten Plätze sind schon weg.
Aber wenigstens funktioniert
der Lautsprecher.
Ein Requiem durchbricht die Stille,
die ersten TaschentĂĽcher werden gezĂĽckt,
ein verhaltenes Seufzen geht durch die Reihen
Alle sind traurig
Auch Frieda ist traurig und senkt den Blick.
Unter halbgeschlossenen Augenlidern
beobachtet sie, wer sonst noch alles da ist.
Neben ihr steht 's Nachbars Gretel,
die eingebildete Zimtziege,
die muĂź auch ĂĽberall dort sein,wo was los ist.
Und weiter hinten steht
Der alte Geizkragen Wiedmann,
der ihr immer noch die letzte Wohnungsmiete schuldet.
Hach, es ist schon ein Jammer,
daĂź sie es nicht mehr rechtzeictig geschafft hat,
die meisten ihrer Bekannten sitzen
in den vorderen Reihen.
Ganz zu schweigen von den Angehörigen der
Verstorbenen!
Na zum GlĂĽck gibt es ja Kondolenzlisten.
Der Pfarrer räuspert sich,
gleich beginnt die Grabrede.
Was?
Die Verstorbene war im Kirchenchor?
Frieda wundert sich sehr,
denn das hat sie nicht gewuĂźt.
Eigentlich hatten sie nur ein paarmal
miteinander gesprochen.
Meistens ĂĽber das Wetter,
ein Backrezept haben sie auch ausgetauscht.
Jetzt redet der Pfarrer ĂĽber
ihre Krankheit.
Wie schrecklich, die Arme hatte Krebs.
Mit 67 schon gestorben.
Frieda ist den Tränen nahe
und presst ein Spitzentaschentuch
an den Mund um
die heftigen Schluchzer zu dämpfen.
Vor ihren Augen verschwimmt die Sicht,
eine Träne kullert die Wange runter
-hoffentlich hält das Make-Up.
Aber immerhin sind die anderen Anwesenden
genauso geknickt wie sie
-ĂĽberall verweinte Gesichter, das verbindet
und gibt Kraft.
Frieda denkt schon an die nächste Beerdigung
und wie gut es doch ist, daĂź kein
Eintrittsgeld verlangt wird
-sonst wĂĽrde sie sich das nicht mehr
so oft leisten können.

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