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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Meine Erlebnisse mit Marie (gelöscht)
Eingestellt am 04. 07. 2009 19:30


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Buecherbiene
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Gernot Jennerwein
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hallo Bücherbiene

ich hab mir erlaubt, deinen Text (den ich gut finde) ein wenig zu korrigieren.

"Marie?"
"Marie, bist du schon fertig?"
Bisher hat es mit dem alleinigen Toilettengang immer noch geklappt. Doch gut, dass ich nachschaue. Marie ist dabei und wickelt das Klopapier von der Rolle.-
Dies erinnert an kleine Kinder. Nur wenn Erwachsene so etwas tun, verliert sich das Lächeln und man schüttelt den Kopf. Wie oft hatte man in jungen Jahren Witze gemacht: Wie hieß er gleich wieder, der Herr Alzheimer mit Vornamen? Na siehst du, so fängt es an, war die blöde Antwort und man konnte kichern. Oder wenn man merkt, daß die eigene Vergeßlichkeit zunimmt, fällt unmittelbar gedankenlos der Satz: Ich glaube ich habe Alzheimer.
Weiß man von dieser Krankheit, die nach ihrem Entdecker Alois Alzheimer benannt wurde, mehr, als nur den Namen, dann denkt man anders und hat mehr Verständnis.
Marie versucht mit der Toilettenpapierschlange den Boden aufzuwischen. Ich helfe ihr beim Aufstehen. Sie steht da wie ein begossener Pudel, ihre Jeans ist klitschenaß. Ich spreche sie ganz ruhig an: "Wir bringen das wieder in Ordnung." Wie ist das jetzt passiert, denke ich. Dabei half ich ihr doch den Hosenknopf zu öffnen, als ich merkte, wie schwer dieser aufging. Scheinbar hat sie ihn wieder geschlossen, weil sie vergessen hatte, dass sie musste. Nun ich werde zukünftig besser aufpassen und ihr die Hose gleich runterziehen und bei ihr bleiben.
Kaum umgezogen, möchte Marie spazierengehen, sie zieht ihre Schuhe an. Wir sind etwa eine halbe Stunde unterwegs, da läuft sie instinktiv zurück nach Hause. Sie setzt sich auf den untersten Treppenabsatz, ich öffne ihr beide Doppelknoten, bis ich mich recht(auseinander)versehe bindet sie die Schuihbänder wieder zu.
Ähnlich Szene:
Zum Schuhe anziehen, setzt Marie(sich Marie) sich auf die erste Stufe der inneren Haustreppe. Doch sie bleibt nicht sitzen, sie rutscht rückwärts den Stufen empor. "Bleib doch bitte da Marie", sagt ihr Ehemann genervt. Er pflegt seine Frau und ist überfordert. Es ist sehr schwer für ihn zu verstehen, dass seine Frau nicht mehr so ist, wie früher. Zu zweit helfen wir ihr dann in den Schuh. Am besten mit Humor nehmen. Ob Marie noch lachen kann?
Ach, was habe ich mit Marie gesungen, ich kann nicht singen, doch auf weiter Flur hört es ja keiner. Abends im Bett, hatte ich noch Maries "Lustig ist das Zigeunerleben" - Lied im Kopf, auf das sie immer wieder zurückfiel, egal welches Lied wir dann noch gesungen hatten. Die Leute in ihrer Straße winken ihr zu und sprechen sie freundlich mit dem Vornamen an. Sie ist als Fernsehstar richtig "populär" geworden. Die Nachbarn, die sie kennen und die Regionalsendung sahen, gehen seitdem anders mit ihr um. Die Aufzeichnung, die im Auftrag der Alzheimerhilfe.(punkt streichen) gedreht wurde, kam gut bei ihnen an. Es zeigte genau diese sich immer wiederholende Szene mit den Schuhen und die Orienierungslosigkeit der Frau im eigenem Haus. Einmal wurde sie zu mir gebracht und wir gingen in unserem Dorf spazieren. Es standen ein paar Nachbarn zusammen, sie kannten Marie nicht. Und da konnte ich gleich erkennen, wer Verständnis hatte und wer nicht. Während zwei Frauen dumm aus der Wäsche schauten (eine mehr als die andere), weil Marie ihr Lied anstimmte, sang der nette Nachbar einfach und lautstark mit. Er erklärte, dass bei ihm zu Hause auch immer gesungen wurde. Da lachte Marie.

ich hoff, ich hab nichts übersehen.
Es ist eine sehr eindringliche Geschichte, die ich gerne gelesen habe.

liebe grüße
gernot
__________________
der Sibirier

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