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Leselupe.de > Kurzprosa
Meine Liebe.
Eingestellt am 04. 09. 2004 12:56


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Lemma
Häufig gelesener Autor
Registriert: Feb 2004

Werke: 5
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Meine Liebe.

Heute weiß ich deine Tapferkeit zu schätzen.

Damals hast du in diesem großen Haus deine Seele gesucht und die Enge dort nicht mehr ausgehalten. Hast gelitten wie ein Tier, dich wund geheult, gekrischen, geflucht und gebettelt.
Als du seinen starren Augen kaum mehr Leben entgegensetzen konntest, bist du gegangen, ohne dich einmal umzudrehen.

Wie mutig du jedes Mal deine ausgekotzte Seele wieder aufgekehrt und von Neuem verschenkt hast.
Und wie einsam es dich gemacht haben muss, dass du dich jedesmal wieder aufgerissen hast und man dein Innerstes an sich nahm und dich so unvollständig zurückließ.

Unvorsichtig bist du. Dass du immer wieder die gleichen Fehler machst! Die, vor denen du dich selbst ständig warnst. Doch dann bist du wieder ein Kind; ausprobierend, wie weit es gehen kann. Wie lange der Schmerz zu ertragen ist.
In dir trägst du die Traurigkeit der Alten und die Wehmut der Jungen. Ich glaube, das ist es, was dich so rastlos macht.

Aber in dir ist auch deine kleine Heimat, die dich begleitet, egal wohin du gehst.
Weshalb du Spuren hinterlässt. Weshalb ich dich spüre und rieche und atme an jedem Ort, an dem du schon ein kleines Stück deines Lebens hinterlassen hast.


Wenn ich heute auf dem Boden sitze und weine wie ein Kind, bist du nicht da.
Du fehlst mir. Ich fühle mich benachteiligt, weil mir das, was fast alle ganz nah bei sich haben, fehlt. Es tut manchmal sehr weh, dass du so weit weg bist. Ich weiß einfach nicht, woran ich mich denn festhalten soll.

Aber es war und ist unser Weg, und so und nicht anders ist er verlaufen. Und das ist gut so.

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arle
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2004

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Liebe Lemma,

eben hat ein Freund, der deine Geschichte gelesen hat, gesagt: Mann, das haut einen um! Er nimmt mir damit die Worte aus dem Mund.

So traurig, so echt, so wahr, so hoffnungsvoll, so voller Liebe und so klar auf den Punkt gebracht.

Das wollte ich dir sagen.



__________________
Am jüngsten Tag, wenn die Posaunen schallen und alles aus ist mit dem Erdeleben, sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben von jedem Wort, das unnütz uns entfallen. - J.W. Goethe -

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Walter Walehn
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2001

Werke: 78
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Hallo Lemma,

eine Geschichte die unter die Haut geht, die Betroffenheit verbreitet. Hat mir sehr gut gefallen, auch wie du das geschrieben hast.

"Wie mutig du jedes Mal deine ausgekotzte Seele wieder aufgekehrt und von Neuem verschenkt hast."

Diesen Satz finde ich besonders gelungen. In ihm steckt unendlich viel Leid und Hoffnung so nah bei einander.

Gut!

LG Walter




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Kasoma
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Lemma,

nette Geschichte, doch bin ich mir nicht sicher, ob Du damit richtig liegst: Die Vergangenheitsform von kreischen ist nicht gekrischen, sondern gekreischt, oder!? Alles andere klingt dämlich!

Lieber Gruß von Kasoma

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Lemma
Häufig gelesener Autor
Registriert: Feb 2004

Werke: 5
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kasoma

nach meiner Information ist beides möglich; kreischte und gekrischen. Kreischte ist aber die ältere Form.

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Kasoma
Guest
Registriert: Not Yet

Ist das wirklich wahr? Ich glaub Dir das, aber es bringt mich zum Würgen, mir wird schlecht, ich kotze in den Duden, so schlimm klingt das...

Lieber Gruß von Kasoma, die kaum glauben will, dass sie alt wird, aber das scheint ein Zeichen zu sein...

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