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Leselupe.de > Gereimtes
Meine beschwerlichen Abendteuer mit meinem Boot (in orange) (Teil 1)
Eingestellt am 11. 08. 2002 00:07


Autor
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paula pink
Hobbydichter
Registriert: Apr 2002

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Kommentare: 3
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Das Boot da nehmen und einen Eimer Seifenlauge dr├╝bersch├╝tten. Erst mal kr├Ąftig schrubben (schrubben, damit mein wei├čes Segelr├Âcken sauber bleibt und ich damit an Land auch tanzen gehen kann, wenn es sich ergibt). Meine Fahne hissen und einige Kisten Prosecco aufladen. Die Haare zusammenbinden, damit ich freie Sicht habe. Loslegen! Vielleicht den jungen Mann da fragen, ob er mich begleiten will. Er verneint und verweist auf seinen Freund. Der kommt mit. Das Meer birgt nat├╝rlich Gefahren. Tiefe Abgr├╝nde, heftige Winde, andere Tiere, die noch keiner gesehen hat. Mein Ziel ist Afrika. Ein Gl├Ąschen Prosecco trinken mit ein paar Stra├čenh├Ąndlern oder einem Fischer. Nach Stunden sind wir nur noch ein orangener Punkt.
Mein Begleiter spricht nicht viel, aber er l├Ąchelt breit. Ich kann seine wei├čen Z├Ąhne in der Sonne blitzen sehen. Er schaut immerzu auf mein wei├čes R├Âckchen. Ich erinnere ihn an unseren Auftrag. Der Kapit├Ąn eines Schiffes in Mission sollte einige Strenge besitzen damit es zu keinen unkontrollierten Aktionen kommt. Jedoch mu├č er mit Sanftheit und Ruhe beschwichtigen und ein Klima der Kameradschaft schaffen. Die Sonne geht unter und mit der Nacht kommt ein schlimmer Sturm. Wir versuchen in stundenlanger Arbeit die Mannschaft und das Schiff zu retten. Hetzen und schreien. Als ich das Gef├╝hl habe aufgeben zu m├╝ssen werden wir von einer sportlichen Segeljacht aufgenommen. Umschlungen von einer braunen klammen Decke sitze ich frierend auf Deck und schaue auf meine kleines Boot, das schaukelt da ganz alleine. Jemand hat vergessen die Lichter auszumachen. Mein Begleiter l├Ąsst sich eifrig das Interieur zeigen. Er schnalzt dabei mit der Zunge. Ich bin traurig und schlafe ein. Die Ersch├Âpfung nimmt mir nervenaufreibende Gedanken. Am n├Ąchsten Morgen wache ich mit einem dumpfen Gef├╝hl auf. Die braungebrannte Mannschaft bet├Ątigt sich beim Morgensport. Der Kapit├Ąn pfeift im Rhythmus und verspr├╝ht dabei allgemeinen Optimismus. Ich entdecke meinen Begleiter. Er tr├Ągt ein wei├čes Mannschaftst-Shirt mit mintgr├╝nem Aufdruck. Bei einem sportiven Fr├╝hst├╝cksdrink erkl├Ąrt man mir, dass ich als aufgenommen gelte und mir mein Bleiberecht erarbeiten k├Ânnte in der K├╝che. Ich lehne dankend ab. Ich und mein Begleiter ( er sch├╝ttelt bedauernd den Kopf, dann senkt er ihn zu Boden ) sind doch auf Mission. Er will hier bleiben, mal was f├╝r die Fitness tun, sich einordnen ins sportliche Luxusgef├╝ge, aufgenommen werden, an internationalen Salatbuffets stehen und Golfschl├Ąger austauschen, um zu testen wie sie in der Hand liegen, auf farbfernsehrgr├╝nen Rasen. (Farbe zu hoch eingestellt). Ich f├╝hle mich verlassen, weil ich die Vorstellung nachts allein auf hoher See zu schaukeln beklemmend finde. Beim Abschied wird akkurat gewinkt.
Die See ist ruhig. Die hat mich heute gerne, die ist mir wohlgesonnen. Ich zwinker ihr zu. An Bord vernehme ich undefinierbare Ger├Ąusche. Nach mehrmaligen hei├čeren Husten erwische ich den schwarzen Passagier. Er ist wirklich ganz schwarz, tiefschwarz. „Afrika?“ „Willkommen! W├Ąre es ihnen recht einige Aufgaben an Bord zu ├╝bernehmen?“ Nach Tagen entwickelt sich Jonny zu meinem ganzen Gl├╝ck. Wir kochen Reis mit Prossecco und sprechen ├╝ber das besondere Licht Afrikas und die vielen bunten Farben. Er hat gro├če Sehnsucht und manchmal ist er ganz erschlagen von der langen Zeit, die wir noch vor uns haben. ├ľfters schlafen wir miteinander, das ist sehr sch├Ân, weil er einen gro├čen Schwanz hat.
Mein wei├čes Segelr├Âckchen ist vier Wochen sp├Ąter ganz oll geworden. Das viele Waschen mit billiger Kernseife hat die N├Ąhte rissig gemacht. Meine Haart├Ânung sitzt in letzten Z├╝gen in der untern H├Ąlfte meiner Haarpracht. Jonny wartet auf Afrika. Insgeheim denke ich, das er mir nicht mehr vertraut. Jeden Morgen l├Ąsst er sich die Karte zeigen. Ich versuche ihn den Kompass und das Wasserstra├čensystem zu erkl├Ąren. Mir herunterh├Ąngenden Schultern seufzt er aus der T├╝r. Ich frage ihn wenig sp├Ąter, warum er sein geliebtes Afrika ├╝berhaupt verlassen hat. Er beginnt mir eine abenteuerliche Geschichte aufzutischen. Von Burkina-Faso erz├Ąhlt er und seinem Heimatdorf Solnout, 40 Kilometer ├Âstlich von Qualigouya, von der sch├Ânen Lisala und wie sie immer gezwinkert hat und wie er immer geschwitzt hat, wenn sie laut lachend mit anderen M├Ądchen die W├Ąsche vom Fluss ins Dorf getragen hat. Von dem Rascheln ihrer Fu├čkettchen, vom Klirren ihres Haarschmuckes, vom seidigen Glanz ihrer Haare, von den wei├čen Z├Ąhnen, von ihren rosa Fu├čsohlen, welche auf gl├╝henden hei├čen Sand t├Ąnzelten. In seinen Tr├Ąumen versenkte er seinen Kopf in ihrem Schoss.
W├Ąhrend er da sa├č und versuchte mir klar zu machen, wie unglaublich sch├Ân Lisala doch gewesen sein mochte, klopfte es an die Seitenw├Ąnde des Schiffes. Ersch├Âpft, st├Ąndig nach Luft schnappend, salzverkrustet und von der Sonne krebsrot verbrannt, stellte sich Francois Bruiller vor, Meersforscher, gescheiterter Familieninhaber und auf einer seiner international ausgezeichneten Entdeckungsfahrten des nachts unbemerkt von Bord gegangen, weil zu betrunken. Am Prosecco sich festhaltend erkl├Ąrte er uns, das es nun an der Zeit sei, sein neugewonnenes Leben zu ├Ąndern. („Sie m├╝ssen wissen, Wissenschaftler zu sein, bedeutet sich gegen h├Âher Begabte durch unlautere Methoden durchzusetzen. “ Seine Frau, derzeit in Cradock lebend habe sich dem Rassenwahn angeschlossen und ist liiert mit einem schie├čw├╝tigen wei├čen Samenstrang. Die Kinder, jetzt acht und zehn Jahre alt, lassen sich bei w├Âchentlichen Therapiesitzungen ausreden, dass ihnen ihr Vater fehlt. Jonny und ich sch├╝tteln uns vor Traurigkeit. Wir sind sofort bereit auch Francois aufzunehmen.

__________________
ich hoffe freude bereitet zu haben
ihre paula pink

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B.Wahr
???
Registriert: Dec 2001

Werke: 188
Kommentare: 1661
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Boot-ABend-Teuer???

Hallo PaulaPink,
ich fand┬┤s ganz am├╝sant zu lesen, (obwohl ich in der LL - zumindest am Monitor nur kurze Poesie lesen mag) aber: da fehlen mir Abs├Ątze (oder Leerzeilen dazwischen und die Vertippser m├╝ssen raus). Und dann geh├Ârt┬┤s wohl unter Humor & Satire in PROSA, aber zugegeben, ich tu┬┤mich da auch oft schwer....
W├Ąre nett, wenn Du trotzdem weiterschreibst!
LG
B.Wahr

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