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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Meine beste Freundin
Eingestellt am 25. 11. 2011 15:16


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Linive
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Nov 2011

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„Oh, Betty! Ich beneide dich immer so um deine Haare!“, quietscht Sarah als meine beste Freundin Bettina, genannt Betty, ihren Zopf löst.
Die anderen Mädchen aus der Umkleide murmeln ihre Zustimmung. Es ist direkt nach dem Sportunterricht.
Betty versucht zu lächeln, doch ich merke sofort, dass es ihr sehr unangenehm ist, ständig auf ihre dunkelbraunen vollen Locken angesprochen zu werden.
Sarah tritt näher an Betty heran, während diese dabei ist, ihre Sportklamotten in ihre rote Umhängetasche zu stopfen.
Ich beneide meine beste Freundin ein wenig darum, dass sie es unangenehm findet, Komplimente zu bekommen.
Ehrfürchtig lässt Sarah ihre Finger durch Bettys Haar gleiten. Diese scheint es nicht zu merken oder sie lässt es einfach über sich ergehen.
Vor der Umkleidetür fällt irgendwas zu Boden. Betty dreht ihren Kopf rum und dann geht alles ganz schnell. Als sie Sarah direkt hinter sich bemerkt, die allerdings immer noch ihre Finger in Bettys Haaren hat, springt sie erschrocken zurück. Sarah’s Finger verfangen sich in einer ihrer Locken und plötzlich hält sie Bettys Haarpracht in ihrer Hand.
Durch die vor Schreck erstickten Laute der anderen Mädchen, heben alle den Kopf und starren ungläubig von der Perücke zu Bettys kahlgeschorenem Kopf und wieder zurück.
„Oh mein Gott!“, entfährt es mir.
Betty steht da. Zunächst vollkommen regungslos. Tränen steigen ihr in die Augen. Ohne ihre Haare sieht sie plötzlich leichenblass aus.
Keiner wagt auch nur einen Ton von sich zu geben. Es ist totenstill.
„Na los!“, ruft Betty plötzlich. „Erzählt es den anderen!“
Immer noch bewegt sich keiner.
„Erzählt allen, dass Bettina Foster eigentlich alles andere als beneidenswert ist! Erzählt ihnen, dass ich der wohl bedauernswerteste Mensch der Schule bin! Seht mich mitleidig an! Kümmert euch um mich wie um ein Kleinkind!“
Ich bemerke ein Zittern in ihrer Stimme. Es ist aber kein ängstliches Zittern. Es ist zorniger, wütend. Vielleicht auch ein bisschen verletzt. Sie ist verwundbar.
„Und bevor ihr euch fragt, wer es wohl alles gewusst und diese brandheiße Information vor euch geheim gehalten hat: Es wusste keiner! Nur meine Eltern und ich! Damit mir Mitleid und derartige Situationen erspart bleiben!“
Einige wenden beschämt ihre Blicke ab. Ich bin immer noch unfähig mich zu bewegen.
„Sonst noch irgendwelche Fragen?! Meine verbleibende Lebenszeit vielleicht?! Sie ist scheiße noch mal genauso lang wie eure!“
Sie entreißt der immer noch ungläubigen Sarah die Perücke und stürmt an mir vorbei nach draußen.
Sarah lässt sich wie einen nassen Sack auf eine Bank sinken und starrt mit weit aufgerissenen Augen in die Leere. „Und wir haben ihr ständig gesagt, wie toll doch die Perücke ist, mit der sie ihr Geheimnis vor uns verbergen wollte…“, flüstert sie und beginnt zu weinen.

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