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Leselupe.de > Horror und Psycho
Meine erste und bisher einzige fertiggestellte Geschichte(Horror)
Eingestellt am 06. 10. 2001 22:57


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Iranon
Hobbydichter
Registriert: Oct 2001

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Das Schwert

Sie hatten die verfallene Burg vor 3 Monaten gekauft und fast sofort angefangen sie zu renovieren. Das verfallene GemĂ€uer, einsam gelegen inmitten eines dichten Nadelwaldes, war fĂŒr ihre Zwecke perfekt. Als Richard und George auch noch erfuhren, daß es einst eine Raubritterburg war, mußten sie sie einfach kaufen. Die Geschichte des Burg passte einfach zu ihrem Beruf; Richard und George waren profes-sionelle Diebe. Angefangen hatten sie mit HauseinbrĂŒchen und ÜberfĂ€llen. Doch langsam hatten sie sich „hoch“- gearbeitet und nach der "Wiederbeschaffung" einiger „Sammlerobjekte“ fĂŒr einen anonymen Auftraggeber hatte sich genug Geld angehĂ€uft um erstmal eine Weile in Ruhe leben zu können. Da war die abgeschieden gelegene Burg in Mitteleuropa genau richtig. Das Haupthaus war bereits renoviert worden und nun sollte endlich der Schutt, die Reste eines eingestĂŒrzten Turmes, beseitigt werden, da er einen betrĂ€chtlichen Teil des Burghofes einnahm. Als sie den Geröllhaufen zur HĂ€lfte abgetragen hatten, entdeckte George es.

„Hey Richard komm mal her und sieh dir das an.“, rief George aufgeregt.
„Jaja. Was ist denn?“
VerblĂŒfft weiteten sich seine Augen. In einem aus dem Boden ragenden Fels steckte ein Schwert; der reich verzierte Griff schien aus purem Gold zu sein und endete in einem Drachenkopf mit leuchtend roten Edelsteinen als Augen.
‚Vielleicht Rubine‘,dachte er.
„Na was meinst du; ist es das verschollene Excalibur?“, scherzte George.
„Ist doch egal. Aber wenn wir das Ding heil aus dem Felsen kriegen, gibt dafĂŒr auf dem Schwarzmarkt bestimmt ein hĂŒbsches SĂŒmmchen.“
Im Geiste schÀtzte er das ungefÀhre Alter des Schwertes und den daraus resultierenden Preis ab. Er beugte sich vor um es genauer zu betrachten und wischte mit seinem Taschentuch den Dreck vom Schwertgriff.
„Das ist unglaublich. Schau's dir an. Da ist nirgends eine Spur von Korrosion oder Gebrauch; weder an Griff noch Klinge. So als wenn es erst grade eben gefertig worden ist.“
Aber ein genauer Blick auf den kunstvoll verzierten Griff bewies ohne Zweifel, daß es mehrere hundert Jahre alt und vorallem echt war. Berufbedingt konnte er ohne Probleme FĂ€lschungen von Orginalen unterscheiden.
Aber wie war die Klinge ĂŒberhaupt in den Fels getrieben worden? Kein normaler Mensch hatte soviel Kraft und das Schwert hĂ€tte sich eher verbogen, als sich in den Fels zu bohren. Echt verwirrend.
„Ich brauch erstmal was zu trinken, George.“ Damit wandte er sich ab und marschierte Richtung Wohnhaus, indessen Schatten ein kĂŒhles, erfrischendes Bier wartete.
Einige Minuten spÀter kam er mit zwei Dosen wieder. Eine warf er George zu, der immer noch an dem Fels stand.
„Da ist was in die Klinge eingraviert.“
„Was?“
Richard hÀtte beinahe sein Bier fallen gelassen.
‚Wie in einem verdammten MĂ€rchen. Das ist bestimmt ein schlechter Scherz.‘,grĂŒbelte er.
‚Aber das Schwert war zweifellos echt und sehr alt‘,sagte ihm sein Verstand.
Nachdem er nochmal den Verkaufspreis der Klinge abschĂ€tzte, kam er zu dem Schluß, daß er dafĂŒr so manchen ĂŒblen Scherz verkraften konnte.
„Also was steht da?“
„Wer immer es schafft dieses Schwert aus dem Felsen zu ziehen, wird ...“ Hier stockte George.
„Wird was? Was wird mit ihm?“
„Ich weiß es nicht. Der Rest ist unter dem Fels verborgen. Die Klinge steckt einfach zu tief drin. Merlin war woll high, als er es in den Fels rammte und hat wohl ein bißchen ĂŒbertrieben“
„Na klasse. Los ziehen wir es raus, dann wissen wir was drauf steht.“
Er packte den Griff mit beiden HĂ€nden, stemmte einen Fuß gegen den Fels und zerrte mit aller Kraft, aber das garstige Schwert bewegte sich keinen Millimeter. George beobachtete ihn belustigt, wĂ€hrend Richards Gesicht vor Anstrengungen rot anlief.
„Los hilf mir lieber, anstatt nur dumm dazustehen“
„Jaja“
Doch auch zusammen konnten sie das Schwert nicht bewegen. Der Griff war einfach zu klein fĂŒr sie beide, sodaß sie nicht richtig zugreifen konnten und sich eher gegenseitig behinderten. Erschöpft ließen sie von dem Schwert ab und George keuchte: „Wie wĂ€rs erstmal mit ‘ner kleinen StĂ€rkung.“
„Okay“

Aus der kleinen StĂ€rkung war wie fast jeden Abend ein ausgelassenes BesĂ€ufnis geworden; nachdem sie ein paar Steaks verschlungen hatten, wurde noch eine angemessene Anzahl Bierdosen geleert, die sich vor ihnen im KĂŒhlschrank versteckt hatten um dem Schicksal ihren zahllosen VorgĂ€nger zu entgehen.
Die AbenddĂ€mmerung hatte bereits den Burghof in sanfte Rot- und Orangetöne gefĂ€rbt. Als die 2 Profidiebe, immer noch die letzten Opfer ihrer spirituellen Erfrischung in den HĂ€nden haltend, die KĂŒche verließen. Leicht schwankend aber immerhin noch erstaunlich zielsicher steuerten sie auf das Schwert zu.
„Eschkalibur dein Meischter ist gekommen!“, lallte George. Richard grunzte zustimmend und nahm einen großen Schluck aus seiner Bierdose. Nach mehreren Versuchen hatte George es tatsĂ€chlich auch geschafft eines der 3 Schwerter mit einer Hand zu packen. Er hielt kurz inne und schĂŒttelte heftig den Kopf bis nur noch ein Schwert vor seinen Augen kreiste. Bei seinem ersten dilettantischen Ziehversuch wĂ€re er beinahe gestĂŒrzt. Richard, der ihn beobachtet hatte, bekam einen Lachanfall. Als dieser vorĂŒber war, hatte George wieder genug Kraft, Mut und Koordination um einen zweiten Versuch zu wagen. Diesmal hatte er mehr GlĂŒck; er stabilisierte sich einiger Maßen, indem er einen Fuß gegen den Fels unterhalb des Schwerts stemmte. Richard wurde wieder von einem Lachanfall geschĂŒttelt, was George eher noch ermutigte.
Nach einem heftigen Ruck taumelte er einige Schritte nach hinten, als der Fels plötzlich die Klinge frei gab. Ein starkes TriumpfgefĂŒhl erfĂŒllte ihn, da Richard das nicht geschafft hatte. Nachdem er es kurz ĂŒber seinen Kopf gehalten hatte um seine Überlegenheit zu demonstrieren , legte er es waagerecht auf seine HandflĂ€chen um die vollstĂ€ndige Gravur lesen zu können.
Richard hatte ihn wortlos angestarrt, doch jetzt öffnete sich sein Mund: „Was steht drauf? Wie endet der Satz?“
Es gefiel ihm gar nicht, daß George kreidebleich wurde und plötzlich heftig anfing zu zittern. Er nahm ihm das Schwert aus HĂ€nden und im schwachen DĂ€mmerlicht konnte er die Gravur zweifelfrei entziffern und las sie laut vor:

„Wer immer es schafft dieses Schwert aus dem Felsen zu ziehen, wird sterben.“

Er wiederholte sie noch einmal tonlos wie eine Beschwörungsformel. Doch die Inschrift hatte sich nicht geÀndert.
Fassungslos starrte er auf die Klinge. Jetzt wurde auch er totenbleich und ließ zitternd das Schwert fallen. Mit hohlem Klirren fiel es auf die Pflastersteine.
Die Sonne war bereits hinter den bewaldeten HĂŒgeln verschwunden und mit ihr auch die sanften Rot- und Orangetöne. Stattdessen erfĂŒllten unzĂ€hlige, lebendige Schatten den Burghof, die sie wild umtanzten. Irgendwo schrie eine Eule. Immer mehr lebende Dunkelheit erfĂŒllte den Burghof, sie schien von dem Fels, in dem das Schwert gesteckt hatte, aus zu gehen, und mit ihr kam eine eisige GrabeskĂ€lte, die schnell ihre Kleidung durchdrang und sie frösteln ließ. Doch mit der plötzlichen KĂ€lte war noch etwas anderes gekommen. Etwas Dunkles. Etwas Böses. Weglaufen war zwecklos; ein Dieb weiß wann er in der Falle sitzt. Sie waren schutzlos dem ausgeliefert, was auch immer in der Dunkelheit lauern mochte, doch es wĂŒrde sich Zeit lassen und mit ihnen spielen. Die ganze Nacht wenn es sein mußte. Oh ja die ganze Nacht.
Eine Nacht kann verdammt lang sein.

Die Sonne stand schon hoch am Himmel, als sich ein Mietwagen seinen Weg durch das mit Morgennebel erfĂŒllte Tal Richtung Burg bahnte. Am Steuer saß O’Riley, ein kleiner, rattengesichtiger Gauner,der die Angewohnheit hatte sich stĂ€ndig um zu sehen.
Als er die Burgmauer erreichte, stellte er seinen Wagen ab und stieg aus. Hier war er nun um die beiden Auftragsdiebe kontaktieren, doch irgendwie gefiel ihm das Ganze nicht. Am liebsten wĂ€re er wieder wieder in seinen Wagen gesprungen und davon gerast. Seine besonders ausgeprĂ€gte Feigheit hatte O’Riley immer vor grĂ¶ĂŸeren Schwierigkeiten bewahrt, aber auch dafĂŒr gesorgt, daß er stehts nur einfache Botenjobs bekam. Hier schlugen seine ĂŒberĂ€ngstlichen Sinne Alarm.
Der Ort war unheimlich. Irgendwie anders. Alles wirkte fremdartig, irreal. Nichts regte sich in den Burgmauern. Es war vollkommen still. Kein einziger Vogel war zu hören. Doch er hatte einen Auftrag zu erfĂŒllen; die Angst vor seinem Auftraggeber hatte ĂŒber die Angst vor dem, was er innerhalb der Burgmauern finden mochte, gesiegt. Also setzte er sich in Bewegung.
Als er den Burghof betrat wurde aus seinem GefĂŒhl der Beunruhigung Gewißheit. Auch hier war es totenstill. Neben einem riesigen Schuttberg machte er schließlich die grausige Entdeckung: Richard und George beide mausetot.
Er konnte die beiden Leichen ohne Zweifel identifizieren. Doch das Schlimme war der Ausdruck des maßlosen Schreckens in ihren Gesichter. Außerdem waren sie kreidebleich, so als hĂ€tte man ihnen das gesamte Blut abgezapft. Aber es lag nicht bei O’Riley das heraus zu finden, darum sollte sich ein Gerichtsmediziner kĂŒmmern. Nicht das er die Behörden verstĂ€ndigen wĂŒrde. Oh nein die stellten immer zu viele lĂ€stige Fragen. Fakt war die beiden Diebe waren tot und das wĂŒrde sich in nĂ€chster Zeit nicht Ă€ndern. Wodurch sie gestorben waren, wollten er lieber nicht wissen. ‚Neugier ist der Katze tot.‘,hatte seine Mutter immer gesagt und das war mit der Zeit zu einem seiner Lebensmottos geworden.
Er ließ seinen Blick ĂŒber den Burghof schweifen und entdeckte das Schwert. Jedenfalls den goldenen Griff, die Klinge steckte tief im Felsgestein.
O’Riley war nicht nur ziemlich feige, sondern auch noch völlig phantasielos. Er dachte erst gar nicht darĂŒber nach, wieso das Schwert in dem Felsen steckte und versuchte auch nicht es aus dem Stein zu ziehen. Stattdessen wandte er sich ab.
Nach einigen Suchen hatte er in einem wackligen Holzschuppen, in dem sie ihr Werkzeug aufbewahrt hatten, gefunden was er suchte.
Mit dem Trennschleifer war es kein Problem die Klinge genau dort ab zu trennen, wo sie im Fels verschwand. Er wickelte das abgesĂ€gte Schwert in ein Leinentuch, das er ebenfalls in dem Schuppen gefunden hatte. Dann rĂ€umte er den Trennschleifer wieder an seinen Platz und stahl sich davon. Auch wenn er seinen Auftrag nicht hatte erfĂŒllen können, so war das beschĂ€digte Schwert doch besser als nichts.

Sein Auftraggeber war enttĂ€uscht das die beiden Diebe tot waren, bot O’Riley aber eine ziemlich hohe Summe fĂŒr das Schwert, sodaß sich dieser erstmal einen ausgedehnten Urlaub gönnte.

Die Klinge ließ der alte MillionĂ€r von einem geĂŒbten Handwerker nachmachen, doch die Gravur wurde nie ergĂ€nzt und jetzt wenn er zwischen seinen unbezahlbaren Sammelobjekten sitzt und das Schwert betrachtet, grĂŒbelt er immer noch darĂŒber nach, wie die Inschrift wohl endet.

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Iranon
Hobbydichter
Registriert: Oct 2001

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Nachtrag

Bisher haben die Geschichte nur ein paar Bekannte gelesen. Ich wĂŒrde mich sehr ĂŒber unabhĂ€ngige Meinungen freuen.

Also was haltet ihr von meiner Geschichte? Was gefÀllt euch? Was nicht? Was könnte ich noch verbessern?

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

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na,

soweit ganz niedlich. nur die verbindung der diebe zu oreily und seinem auftraggeber ist nicht zu finden. an ausdruck und rechtschreibung könnte auch noch gearbeitet werden. die idee jedenfalls hat was. ganz lieb grĂŒĂŸt
__________________
Old Icke

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ingridmaus
Hobbydichter
Registriert: Oct 2001

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Hi Iranon,

ich finde die Idee wirklich klasse - vielleicht war Excalibur ja in Wirklichkeit etwas Boeses, und nur die Barden haben die Inschrift im Nachhinein umgedeutet?
Ich finde die beiden Diebe gut charakterisiert, durch die Dialoge wirken sie sehr lebendig. Allerdings finde ich es nicht passend, dass sie die Burg gekauft haben - waren sie nicht eher auf der Suche nach einem Versteck und sind dabei ueber einen der vielen unbeachteten Steinhaufen gestolpert? Ich glaube, es ist nicht wichtig fuer den Hintergrund, dass die Burg mal von Raubrittern besetzt war (eher im Gegenteil, was sollten Raubritter mit so einem Schwert?). Und falls sie nicht von dem kleinen Gauner sondern von nichtsahnenden Wanderern gefunden werden, kommt das Schwert vielleicht samt Stein in ein Museum und wartet auf den naechsten Idioten, der sich dran versucht... faende ich noch etwas unheilvoller.
Deinen Stil finde ich recht fluessig, nur hin und wieder hakt mal ein Ausdruck. Alles in allem: Grosses Kompliment zu deiner ersten Geschichte, keep writing.
Gruss
Ingrid
__________________
Never wake a sleeping dragon!

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