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Leselupe.de > Gereimtes
Meine werte Prinzessin von Wind
Eingestellt am 18. 02. 2007 13:29


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Fan Lou
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2006

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Meine werte Prinzessin von Wind,

Der Brief kommt wohl sehr unerwartet,
doch ich konnt nicht mehr widerstehen.
Weil ich, weil ihr nach Liebe fragtet,
entstand in mir ein l├Ąngst entwohntes Sehnen.

Wie steht es um euren Herrn Gemahl?
Ich mochte ihn noch nie sehr leiden.
Er ist's, der mir die Chance stahl,
f├╝r euch und f├╝r uns stark zu bleiben.

Hach, doch ihn trifft wahrlich nicht die Schuld,
wenn mich die Sehnsucht nach euch bedr├Ąngt,
f├╝r die ich warte jede Nacht zur sp├Ąten Stund,
dass ihr mir ein St├╝ck eures Himmels schenkt.

Meine werte Prinzessin von Wind,
es ist nicht mein Ersuchen zu besitzen.
Ihr seid der schwarze freie Schmetterling!
Nur steh ich nicht des Neides Todesspritzen.

Und so, meine werte Prinzessin von Wind,
die Erinnerung an euch wird bleiben,
nehmt mich als euren Chaosprinz'n.
oder versto├čt mich, ich bin bereit zu leiden.

Meiner Schattenbraut gewitmet...
__________________
dick-asylum.psychodendron.org

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Hallo Fan Lou,

Du gestattest, da├č ich Deinen Text ein wenig vom Metrum her "gegl├Ąttet" habe. Er sind dann so aus:

quote:
Der Brief kommt wohl sehr unerwartet,
doch ich konnt nicht mehr widerstehen.
Weil ich, als Ihr nach Liebe fragtet,
in mir erkannt entw├Âhntes Sehnen.

Wie steht es um den Herrn Gemahl?
Ich mochte ihn noch nie sehr leiden.
Er ist's, der mir die Chance stahl,
f├╝r Euch und f├╝r uns stark zu bleiben.

Doch ihn trifft wahrlich nicht die Schuld,
wenn mich die Sehnsucht so bedr├Ąngt.
Ich wart die Nacht zur sp├Ąten Stund,
dass Ihr ein St├╝ck des Himmels schenkt.

Meine Prinzessin von dem Wind,
mein W├╝nschen ist nicht zu besitzen.
Ihr seid der freie Schmetterling,
W├Ąrn da nur nicht des Neides Spitzen!


Und so, Prinzessin von dem Wind,
Erinnerung an Euch wird bleiben,
nehmt mich als Euren Chaosprinz,
oder versto├čt mich, um zu leiden
.
Auf diese Weise entsteht durchg├Ąngig das Versbild -^-^-^-^(-), der allseits bekannte Knittelvers (vierhebiger Jambus). Diesen kennen wir aus dem Lied, denn fast alle Volkslieder (auch die Folksongs des englischen Sprachraums) benutzen ihn.

Damit habe ich weder etwas zur Sprache noch zum Inhalt des Textes geagt. Allerdings sollten Reimgedichte der obigen Art schon den Vorgaben der Form folgen.

Zur Sprache: Diese ist merkw├╝rdig "altert├╝mlich", entspringt ein wenig dem Minnesang, wie er in manchen M├Ąrchen gebraucht wird. Warum probierst nicht einfach einmal so zu dichten, wie Dir der Schnabel gewachsen ist?

Die Reime: kann man so machen, aber reine Reime h├Âren sich einfach besser an. Oben haben wir sehr viel sog. "germanischen" Endreim, was hei├čt, die Endsilbe hat einen ├Ąhnlichen Klang, ist aber nicht ganz "korrekt".

Vorschlag: Dieser Text sollte in die Schreibwerkstatt verschoben werden, um an ihm noch ein wenig zu feilen. In jedem Falle hoffe ich, da├č er bei der Adressatin gut angekommen ist, und das ist am Ende wahrscheinlich wichtiger, als wie er hier gesehen wird. Wenigstens in der nahen, unmittelbaren Zukunft.

Gru├č W.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Fan Lou
Schriftsteller-Lehrling
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Lieber Walther,

ich hatte ganz vergessen, dass ich hier Texte reinstelle, um Kritik zu erhalten(Selbststudien und Stil├╝bungen lassen ganz vergessen, dass man hier ein Publikum hat, bei dem es nicht darauf ankommt, was der Text MIR bedeutet, sondern wie er pr├Ąsentiert wird). Ich war ein wenig beleidigt, denn deine Kritik zeigt, dass du den Text nicht "f├╝r voll nimmst", ihm keine Liebe schenkst und ihn in ein Korsett zw├Ąngst. Klar wei├č ich, dass das Gedicht altert├╝mlich geschrieben ist und genauso war es geplant. Es wird in einem Buch vorkommen, welchen eine durchg├Ąnig altert├╝mliche Sprache hat, orientiert an Goethe, umgesetzt in der Moderne.
Ich fand' es jedoch sehr nett von dir, dir die M├╝he zu machen, meinen Text zu gl├Ątten. Mit Freude la├č ich diesen Vorschlag, auch wenn ich teilwei├če l├Ącheln musste, da so inhaltliche Fehler entstanden und dies bei pers├Ânlichem Bezug besonders die Fantasie anregt.

"nehmt mich als Euren Chaosprinz,
oder versto├čt mich, um zu leiden."

Ich wollte ihr damit nicht drohen =) Der Sinn, der sich mir bei dieser Konstruktion erschlie├čt ist, dass sie mich versto├čen soll, dass sie selbst leidet=) Eigentlich war dies nicht der Sinn. Doch in Strophe 3 war es ganz anders, dort hat sich f├╝r mich ein noch besserer Sinn durch ihre Gramatik erschlo├čen =) Danke f├╝r die Inspiration. m... Jambus finde ich pers├Ânlich viel zu langweilig, insgesammt, auch weil ich aus einem rhytmischen und schlagzeuglastigen Interessenbereich komme in der Musik und dazu das Schauspielen liebe, benutze ich individuelle Betonungen und Rhytmen, die nat├╝rlich keinen Sinn ergeben und nicht erkannt werden k├Ânne, ohne dass ich Notenwerte oder Vorlesungen dazu stelle. F├╝r mich ist der Rhytums nur die Idee des Ganzen, dass hei├čt, es muss im Ganzen zusammen passen und nicht im Moment. Es geht nicht darum, einen Text in betonte und unbetonte Stellen zu zw├Ąngen um dann 5 Strophen ├á 4 Zeilen ├á 8 (Un)betongen zu haben, sondern vielmehr darum, dass manden Text h├Ârt und dann staunt, weil der Rhytmus und die Betonung SELBST schon eine Geschichte erz├Ąhlen. Schande ├╝ber mich =)

Doch das mit den Endreimen, das ist mir neu. Ich werde mich nachher gleich dar├╝ber infomieren, danke f├╝r den Denkansto├č =)

Ich bin entschieden dagegen, dass der Text in die Schreibwerkstatt verschoben wird, es ist kein Text, an dem andere Autoren herumfeilen sollen, nein, es soll ein Text sein, den man lie├čt, und mir sagt, was man f├╝r Eindr├╝cke und was f├╝r Ideen davon hat um mir damit einen neuen Eindruck ├╝ber mein eigenes zu vermitteln.

Mit freudnlichsten Gr├╝├čen
VanPhantom (Ja, mein Nick ist veraltet)
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Walther
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Hallo Van,

zuerst einmal eine Klarstellung: Deine Texte geh├Âren Dir, Du hast das alleinige Recht, Vorschl├Ąge zu ihrer Ver├Ąnderung anzunehmen oder zur├╝ckzuweisen. Es w├Ąre ja noch sch├Âner, wenn andere bestimmen k├Ânnten, was man zu schreiben hat. Daher kann man einen Originaleintrag ja auch nicht ver├Ąndern. Das kann aus gutem Grund nur der Autor selbst.

Meine Vorschl├Ąge haben, zweitens, auch nichts damit zu tun, ob ich Deinen Text "liebe" oder nicht. Ich habe ihn mit Respekt behandelt, indem ich mich mit ihm besch├Ąftigt habe. Ich h├Ątte ihn ja auch einfach ignorieren k├Ânnen. Es erschien mir wichtig, daraufhin zu weisen, da├č Reimgedichte bestimmten formalen Anforderungen unterworfen sind. Wenn Du m├Âchtest, kann ich Dir gerne ein bi├čchen Literatur dazu empfehlen.

Meine "Gl├Ąttungen" sind bewu├čt nicht komplett dem Inhalt entlang gemacht worden. Sie sollten nur aufzeigen, da├č Rhythmen und Metren in der Reimdichtung gewissen Strukturen folgen. Daher mu├čte der gesamte Text angeschaut werden.

Die Ambivalenz, also Doppeldeutigkeit, des letzten Verses der letzten Strophe habe ich ├╝brigens bewu├čt in Kauf genommen. Ich fand sie interessant und dem Inhalt der Strophe durchaus angemessen. Schlie├člich kann auch die Angebetete, indem sie sich irrt, an der Liebe leiden.

Ich w├╝nsche Dir viel Erfolg und Spa├č beim Dichten in der LeLu und an anderen Orten, z.B. auf Deiner neuen Webseite.

Liebe Gr├╝├če

W.


__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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