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Leselupe.de > Gereimtes
Meinem Freunde wird manchmal wunderlich...
Eingestellt am 23. 01. 2003 12:28


Autor
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Penelopeia
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2002

Werke: 149
Kommentare: 1964
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Meinem Freunde wird wunderlich manchmal,
ab zwei Bieren faselt er Stu├č.
Gestern nun sprach er vom Heiligen Geist,
der ihn begr├╝├čt h├Ątt' mit "Jesus"!

Er habe die Stimme deutlich geh├Ârt,
ganz direkt aus seiner Tasche.
Doch als er nachsah, entdeckte er nur
eine sehr leere Schnapsflasche...

Und wie er an der ganz vorsichtig roch,
schwebte er fast wie auf Fl├╝geln,
ihm war auch, als w├╝rd' er Marien schaun,
wenn auch nur beim Hemdenb├╝geln.

So beichtet' er mir in einer Bar
von seinen heil'gen Qualen.
Mit leichtem Gruseln wandt' ich den Blick,
starrte auf seine Sandalen.

Leider war ich auch ein bi├čchen zu feig,
die harte Wahrheit zu sagen.
So schwieg ich betreten. Und brach dann doch
aus in mitleidsvolles Klagen.

"Ach", jammerte ich, "was hast du da blo├č,
alter Freund, dir ├╝bernommen!? -
Ich seh' bez├╝glich des heiligen Plans
Probleme auf dich zukommen..!"

"Wo denn?", schrie mein Freund und schnaufte emp├Ârt,
"Gott macht doch wohl keine Fehler!
Er weidet uns auf einer gr├╝nen Au,
f├╝hrt uns in Bars, Hospit├Ąler..."

"Vertraue, mein Freund", so sprach ich zu ihm,
"wie bisher auch deinem Glauben".
Wer d├╝rfte sich schon an g├Âttlichem Plan
geringsten Zweifel erlauben..!?

Bedenken h├Ątte ich eigentlich nur
bei kleineren Einzelheiten,
und ich beschwor ihn inniglich,
nicht wieder mit mir zu streiten.

Erstens, erkl├Ąrte ich, g├Ąb's ein Problem
bei neuer Predigt vom Berge:
Die H├╝gel der Stadt seien dichtbebaut,
die Vorg├Ąrten voll bunter Zwerge...

Zweitens sei es heut' nicht so ganz leicht
mit Botschaft im Allgemeinen:
Zuviele schon h├Ątten die Menschen genervt,
taub seien viele, wollt's scheinen...

Hierzu erw├Ąhnt' ich so manche Sendung
des Fernsehns mit Werbeworten,
ich wies auf den Sommerschlu├čverkauf hin,
den man anpreis' allerorten...

Ich brachte ihm auch in Erinnerung
all der Polit'ker Versprechen,
zum Beispiel zum End' des Rabattverbots
und sonst'ger ├╝bler Gebrechen.

Ein drittes Problem g├Ąb es sicher auch
f├╝r die Kreuz'gung am Freitage:
Da w├Ąren die Deutschen beim Gro├čeinkauf
f├╝rs Wochenend', ohne Frage.

Noch schwieriger sei es damit bestimmt
an normalen Wochenenden:
Die B├╝rger, sie fl├╝chteten auf das Land
oder fr├Ą├čen, glotzten, pennten...

Desweit'ren, merkte ich einf├╝hlsam an,
k├Ânnt' sein Gewicht viel verderben:
Wer w├╝├čt', ob solch Kreuz auch die Last gut hielt
f├╝r die Zeit bis hinters Sterben..?

Au├čerdem w├Ąre die Grablegung sehr
durch volle H├Âhlen erschweret:
Sie h├Ątten sich leider zur Lagerung
von M├╝ll und Giften bewehret...

Auf meine Worte hin weinte mein Freund,
ich gab ihm mein Tuch zum Schneuzen.
"Ach", sprach ich, "schade, da├č nicht mehr modern
Messiasse an Holzkreuzen."

Vielleicht, tr├Âstet' ich, k├Ąm ein and'rer Traum,
einfach und schnell auszuf├╝hren,
viel angenehmer sei es sowieso,
n├Ągellos sich aufzuf├╝hren...

"Geh'", riet ich ihm, "doch f├╝r heute nach Haus,
Maria macht was zu essen.
Vielleicht kannst du bei einem Spiegelei
den Heiligen Geist vergessen!"

Da hellte sich auf das tr├╝be Gesicht,
als ob die Sonne aufginge.
Der Heilige Geist h├Ątt' grade gesagt,
er sei Elvis: "Geh hin. Singe!"

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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo, Penelopeia,

also die Idee von einem Menschen, der im Suff
g├Âttliche Eingebungen hat gef├Ąllt mir, ist auch
sehr humorig und ich mu├čte schon grinsen - nur
die Ausf├╝hrung, entschuldige bitte, aber da k├Ânnte man
viel mehr daraus machen. Ich habe mir sogar den Spa├č
gemacht und es "nachgedichtet" f├╝r mich sozusagen, ohne
Deinen Inhalt zu verf├Ąlschen, aber das w├╝rde jetzt bei
dieser L├Ąnge des Gedichtes zu weit f├╝hren.
Wie gesagt, Idee und Inhalt sind wirklich zum schmunzeln.

Sende Dir liebe Gr├╝├če

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Penelopeia
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2002

Werke: 149
Kommentare: 1964
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Nachdichtung...?

Hallo Klopfi,

danke f├╝r die Zeilen. Aber nun bin ich doch gespannt, wie Deine Fassung aussieht!?

VG Pen.

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