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Leselupe.de > Humor und Satire
Meinesgleichen
Eingestellt am 06. 03. 2003 19:00


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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Ich w├Ąre ein sonderbares Kind, sagte man mir in meiner Jugend. Wie konnten sie das behaupten? Diese Behauptung entbehrte jeglicher Grundlage. Na gut, ich gebe es zu, hartn├Ąckig zu sein. Das ist wohl kein Verbrechen, oder? Und dass ich den Sachen auf den Grund gehe, was spricht dagegen?

Mutter h├Ątte es mir nicht immer wieder sagen m├╝ssen: „Kind, gib nur acht darauf, dass du nicht ausgerechnet einen ebensolchen Albino heiratest, wie du einer bist. Es werden wei├če, rot├Ąugige Kaninchen dabei herauskommen!“
Nein, ich suchte nicht krampfhaft nach einer Albino-Gattin. Sie lief mir nur so ├╝ber den Weg, nachdem ich in der Zeitung annonciert hatte: „H├╝bscher Albino, Mitte 20, sucht ebensolche Partnerin!“
Es war nicht schwer, sie zu erkennen, glich sie mir doch in allen optischen Feinheiten bis auf’s Haar. Sie hie├č Lucy und trug eine get├Ânte Sonnenbrille wie ich.
Lucy wollte vorl├Ąufig keine Kinder, doch gleich beim ersten Akt gingen mit mir die Pferde durch: Ich sah nur Kaninchen vor meinem geistigen Auge und so kam, was kommen musste: Ich f├╝hlte mich wie ein bis zum Anschlag gespannter Bogen: In neun Monaten sollte es nun soweit sein!
Es kribbelte mir in den Fingern. Immer wieder wollte ich Lucy’s Bauch betasten.
Ich meine, man m├╝sste es doch sp├╝ren, wenn sich vierbeinige Kaninchen in ihrem Bauch bef├Ąnden und jedesmal, wenn Lucy von der Ultraschall-Untersuchung zur├╝ck kam, brachte sie mir ein Foto mit.
„Ach mein kleiner, verr├╝ckter Harry!“ sagte sie nur zu mir und strich mir ├╝ber die wei├če Haarpracht, wenn ich laut ├ťberlegungen anstellte, wo diese vier Karnickel denn einen Schlafplatz finden w├╝rden.
Schade, aus den Ultraschall-Bildern konnte ich beim besten Willen nichts erkennen. Ich brauchte ein Stethoskop und fand zuf├Ąllig eins auf dem Tr├Âdelmarkt. Anfangs lie├č Lucy es ├╝ber sich ergehen, wenn ich jeden Morgen, noch bevor ich ins Gesch├Ąft ging ihren Bauch abh├Ârte und –tastete. Vier kleine Pfoten, das musste man doch sp├╝ren! Doch ja, einen Herzschlag konnte ich h├Âren und Lucy freute sich, wenn ich ihn wiederholte, so dass auch sie ihn nachvollziehen konnte.
Die Fotos, die sie vom Arztbesuch mitbrachte waren schon immer deutlicher, doch f├╝r mich nicht deutlich genug. Ich erkannte darauf ein Kaninchen, wenn nicht sogar zwei und wie oft fragte ich Lucy: „Bist du sicher, dass es nicht zwei sind?“ Ver├Ąrgert sah sie mich jedesmal an und sagte: „Ganz sicher!“ Ja und dann sagte ich nichts mehr. Ich lie├č mir meine Entt├Ąuschung nicht anmerken.
Ja und bald ist es soweit: Lucy erwartet ihre Jungen, heute oder morgen! Mensch bin ich aufgeregt!

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flammarion
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Registriert: Jan 2001

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prust,

kicher, lach! das ist ja genau so wie in der geschichte, wo das kind absichtlich nicht den teller leer isst, um zu sehen, ob es am anderen tag wirklich regnet! mach mal so weiter. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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hallo Marion,

Dein Vergleich passt sehr gut, danke

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