Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5552
Themen:   95240
Momentan online:
398 Gäste und 9 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Meinung bildet
Eingestellt am 27. 07. 2014 19:08


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Art.Z.
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Oct 2012

Werke: 107
Kommentare: 133
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Art.Z. eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Heute las ich bei facebook, dass unser Land im Unrecht sei. Dort stand, dass wir Verbrecher seien und Unschuldige t├Âten. Dort waren Videos, in denen Menschen weinten und schrien, M├Ąnner hielten Kinderleichen hoch und wutentbrannte Reden schallten zwischen zerst├Ârten H├Ąusern. Leichenberge h├Ąuften sich zwischen Tr├╝mmern und st├Ąndig schlugen neue Raketen ein. Schwarzer Rauch stieg in den blauen Himmel auf und am Bildschirmrand standen Namen. Dann wurde Barak Obama eingeblendet, dann Nitanjahu. Beide lachten und schienen sich ├╝ber den Tod und die Zerst├Ârung zu freuen. Ich ging zu meinem Vater und fragte ihn, ob es stimmen w├╝rde, was dieses Video zeigte. Er legte seine Zeitung zur Seite und sagte: ÔÇ×Alles Propaganda, mein Sohn. Sie nehmen alte Kriegsbilder und montieren alles so, dass es echt aussieht. Unser Land verteidigt sich nur und das ist unser gutes Recht. Unsere Soldaten k├Ąmpfen f├╝r deine Zukunft, damit du in einem friedlichen Land leben kannst. Wir m├╝ssen uns verteidigen, damit die Terroristen nicht mehr jeden Tag tausende von Raketen auf uns feuern. Wir haben lang genug zugesehen und eine Eskalation gescheut. Es ist nur nat├╝rlich, dass wir uns jetzt wehren.ÔÇť Da mein Vater mich noch nie angelogen hatte und ich seinen Worten vertraute, fragte ich nicht weiter nach. Der Fall war f├╝r mich erledigt. Am n├Ąchsten Tag in der Schule schlug unser Lehrer das Thema an. Er sagte: ÔÇ×Ihr bekommt bestimmt mit, was gerade in Gaza passiert. Sicher wisst ihr auch, dass der gr├Â├čte Teil unseres Volkes diesen Krieg bef├╝rwortet. Ich will nicht, dass ihr hirnlos dem glaubt, was unsere Regierung sagt. Wir leben in einer Demokratie und hier darf jeder seine Meinung ├Ąu├čern. Ich habe keine Angst zu sagen, dass dieser Krieg falsch ist. Ihr k├Ânnt es ruhig euren Eltern und Freunden sagen. Ich bin gegen diesen Krieg. Als normaler Mensch, der das F├╝hlen und Denken noch nicht verlernt hat, urteile ich nach dem, was ich sehe und was tats├Ąchlich geschieht. Ich will euch sagen, dass wir Zeugen eines schlimmen Verbrechens sind und die Welt wird es uns nicht vergeben. Dies hier ist kein Verteidigungskrieg sondern ein offenes Abschlachten von Frauen und Kindern, die wehrlos sind, die keine Fluchtm├Âglichkeit haben und jeden Tag darauf warten, dass eine Rakete ihr Heim und Leben nimmt. Ich will, dass ihr versteht, dass es falsch ist, Menschen zu t├Âten und dass kein Grund daf├╝r als Entschuldigung gelten kann.ÔÇť Mein Lehrer war ein kluger Mann. Von ihm hatte ich viele wichtige Dinge gelernt und ich sah keinen Grund darin, ihm nicht zu glauben. Aber wie konnte es sein, dass er etwas ganz anderes als mein Vater sagte? Diese Frage besch├Ąftigte mich den ganzen Tag. Als ich nach Hause kam legte ich mich ins Bett und dachte dar├╝ber nach. Doch mir fiel keine L├Âsung f├╝r diesen Konflikt ein. Am Abend ging ich in den Garten und fragte meinen Gro├čvater, der unter einem Baum sa├č und ein dickes Buch las. ÔÇ×Mein Junge, dein Vater und dein Lehrer haben auf ihre Weise beide Recht und Unrecht. Es sind ihre Meinungen, von denen sie ├╝berzeugt sind. Dein Vater ist politisch interessiert, er liest t├Ąglich die Zeitung und bildet sich so seine Meinung. Dein Lehrer ist ein kluger Mann, er wei├č viele Dinge und hat eine offenere Sicht auf die Dinge. Aber keiner von beiden kann die einzig wahre Wahrheit sagen, weil es so etwas nicht gibt. Es gibt kein Schwarz oder Wei├č, das Leben ist nicht so einfach wie ein Schachspiel, mein Junge. Was du machen kannst, ist m├Âglichst viele Seiten anzuh├Âren, um abzuw├Ągen, welche der Wahrheiten dir richtiger erscheint. Dazu brauchst du Zeit und einen klaren, unvoreingenommenen Kopf. Dann kannst du dir eine Meinung bilden. Dies ist dann deine Wahrheit. Aber pass auf, deine Wahrheit muss nicht f├╝r andere richtig sein. Bitte mache nicht den Fehler und versuche sie jemandem aufzuzwingen.ÔÇť Was seine Meinung ├╝ber die aktuellen Ereignisse ist, wollte ich wissen. ÔÇ×Mein Junge, ich k├Ânnte dir eine sehr lange und unsch├Âne Geschichte voller Unrecht, Leid und falschen Schuldzuweisungen erz├Ąhlen, aber das will ich nicht, weil es nichts bringen w├╝rde. Ich bin ein alter Mann, der sein Land genauso liebt, wie jedes Menschenleben. Wir beide sind in einem Alter, in dem man es sich leisten kann, keine Meinung haben zu m├╝ssen. Nutzen wir diese goldenen Jahre.ÔÇť

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Maribu
???
Registriert: Jun 2012

Werke: 69
Kommentare: 219
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Maribu eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hall Art. Z.

Der Opa ist ein weiser Mann! Oder ist es Resignation?

Selbstverst├Ąndlich kann man alles manipulieren! Die Kinderleichen sind leider echt. Dass Obama und Nitanjahu sich dar├╝ber freuen, glaubt ja wohl niemand und dient dem Anliegen der Pal├Ąstinenser nicht!
Das Kind k├Ânnte auch fragen: "Warum l├Ą├čt Gott und (oder)
Allah das alles zu?"
Es w├Ąre doch einfach, wenn alle Seiten Toleranz zeigen w├╝rden.
Die Religion des anderen respektieren und die Pal├Ąstinenser Israel als Staat anerkennen w├╝rden.
Aber Fundamentalisten auf beiden Seiten torpedieren immer wieder jeden Versuch der Ann├Ąherung!

Wir f├╝hlen uns immer noch schuldig (oder sollten uns zumindest schuldig f├╝hlen, egal wie jung wir "damals" waren oder noch ungeboren) und sollen Israel gegen├╝ber zur├╝ckhaltend mit Kritik sein. Trotzdem: Wenn sie nicht ihre "Siedlungspolitik" so rigeros fortf├╝hren w├╝rden, k├Ânnte das schon mal zur Entspannung beitragen!
Die "Hamas" beschie├čen Israel mit Raketen, die in Wohngebieten versteckt sind. Soll Israel sich das gefallen lassen? Haben sie kein Recht auf Verteidigung?!
Und, und, und...
Wie kann die "Welt" das durch Appelle und Boykott beenden?!!
Lieben Gru├č
Maribu

Bearbeiten/Löschen    


Ezreal
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Aug 2014

Werke: 2
Kommentare: 6
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Ezreal eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ich denke, dass der Konflikt in gro├čem Ma├če die Schuld der Europ├Ąer ist, da die Briten dort eine Kolonie hatten, wo das heutige Israel/Pal├Ąstina ist und die Pal├Ąstinenser unter den Briten lebten. Die Briten versprachen den Pal├Ąstinensern, dass wenn sie (die Briten) das Land verlassen, das Land den Pal├Ąstinensern zur├╝ckgegeben w├╝rde. Dann kam der 2. Weltkrieg und es gab Millionen Fl├╝chtlinge, die kein Europ├Ąisches Land aufnehmen wollte. Also beschloss man den Fl├╝chtlingen ein eigenes Land zu geben, genau da wo die Pal├Ąstinenser Lebten.
Und wie du schon sagtest Maribu ist die Siedlungspolitik Israels nicht gerade f├Ârderlich f├╝r eine friedliche Koexistenz...und dass in den deutschen Medien immer nur Israel als Opfer dargestellt wird, liegt ja bei der vergangenen Geschichte zwischen Juden und Deutschen auf der Hand. Zumal wir Israel ja milit├Ąrisch mit unseren Waffen etc. versorgen. Ich denke gerade wir sollten mal unsere Au├čenpolitik ├╝berdenken...

lg Text ist gut
__________________
Time waits for noone.

Bearbeiten/Löschen    


2 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Werbung