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Leselupe.de > Ungereimtes
Melancholie (Die Schrecken des Eises und der Finsternis)
Eingestellt am 02. 06. 2005 09:52


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Zarathustra
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2003

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Die Schrecken des Eises und der Finsternis


Melancholie nennt mal wohl die Stimmung
in der ich bin
mir selbst falle ich zur Last.

Suche immer nach Segeln
die ich ausspannen kann
um fort zu kommen;
es ist aber windstill
und in der Sonnenspiegelung der Horizont so weit,
so bin ich orientierungslos und ohne fortkommen...

oder die Segel sind vom kalten Regen zu schwer,
ich sitze fest im Packeis.

DafĂŒr aber
verliebt sich in der kommenden Polarnacht
der Unterschied zwischen Tag und Nacht,
(zwischen Sieg und Niederlage,
zwischen Tod und Leben)
unter den tief ziehenden Wolken
meiner schwerlastigen Gedanken.

Gerne nehme ich an was kommt!

Über den Nebeln verschwimmt dann der Horizont
in einer grauen, endlosen Helligkeit.
Ein diffuser Lichterglanz.
Tausendmal tausend Grautöne spielen miteinander.

Die Zeit beginnt in diesen Stunden langsamer zu werden;
- inniger erlebt.

Die Zukunft wird zur geometrischen Denkfigur,
ein Farbenspiel,
das unglaublich zart und wunderbar ist.

Man meint dann, es ist Leere,
ein inneres und Ă€ußeres Nichts.
Man meint Jahre zu verbringen
in einer furchtbaren Verbannung,
fern von allem Leben und weit
abgedriftet von den Hoffnungen auf Liebe; -
man scheint umringt von Gefahren der Einsamkeit.

***

Aber dann schreibt Julius Payer, der Leiter der österreichischen
Arktisexpedition von 1876 in sein Tagebuch:

Habt Mut Leute, schon in ein paar Tagen sehen wir Land: das
KĂŒstenwasser vor der Insel Nowaja Semlja wird ruhiger sein; - schöne
Berge werden wir sehen....

__________________
Was sind das fĂŒr Zeiten, wo ein GesprĂ€ch ĂŒber BĂ€ume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen ĂŒber so viele Untaten einschließt! (Bertold Brecht)

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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Hallo Zarathustra,

das ist Dir gut gelungen, die inneren Regungen mit dem Naturschauspiel da draußen auf einen Nenner zu bringen, finde ich. Gut auch, wenn man in solchen Zeiten, wenn sich im inneren keine Hoffnung mehr finden lĂ€sst, ein zuversichtliches Wort von außen aufnehmen kann.

Rosste hatte auch schon einmal ĂŒber diese Zeit im hohen Norden einen kurzen Text geschrieben. Er freut sich aber dann immer, weil er dann besonders gut fischen kann.

Eure unterschiedlichen Wahrnehmungen sind fĂŒr mich jetzt sehr interessant, weil ich selbst dieses Naturerlebnis nur vom Hörensagen kenne.

Liebe GrĂŒĂŸe von Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Perry
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Aug 2004

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Hallo Zarathustra,
Du hast hier ein gewaltiges Wortbildnis der inneren KĂ€lte und Finsternis gemalt.
Möglicherweise könnte es durch eine Verdichtung noch an IntensitÀt gewinnen. Einige Formulierungen sind mir nicht so ganz klar bzw. könnten noch verbessert werden:
Welchen Unterschied zwischen Tag und Nacht (Sieg und Niederlage zwischen Tod und Leben) meinst Du genau?
Können Gedanken (inmateriell) schwerlastig sein?
Tausend mal tausend Grautöne kann sich wohl keiner mehr vorstellen.
Die „Man-Formulierungen“ am Schluss sind wenig lyrisch.
Wenn Du willst mache ich dir gerne einige VorschlÀge dazu.
LG
Manfred

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Zarathustra
Routinierter Autor
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@perry

Hallo Perry, danke fĂŒr deine Anregungen; - Kritik ist wie immer hilfreich:


Die Schrecken des Eises und der Finsternis
stellen einerseits das Schauspiel der Natur und
andererseits das dramatische Schauspiel von
melancholischer Stimmung dar


Melancholie nennt mal wohl die Stimmung
in der ich bin
mir selbst falle ich zur Last.

Suche immer nach Segeln
die ich ausspannen kann
um fort zu kommen;
es ist aber windstill
und in der Sonnenspiegelung der Horizont so weit,
so bin ich orientierungslos und ohne fortkommen...

oder die Segel sind vom kalten Regen zu schwer,
ich sitze fest im Packeis.

DafĂŒr aber
verliebt sich in der kommenden Polarnacht
der Unterschied zwischen Tag und Nacht,
(zwischen Sieg und Niederlage,
zwischen Tod und Leben)

Der Melancholiker in mir verliebt sich oft in den
Gedanken seiner Niederlagen, und in das gedankliche
Zwischenspiel - genau in mitten - von Tod und Leben.


unter den tief ziehenden Wolken
meiner schwerlastigen Gedanken.

Gerne nehme ich an was kommt!

Über den Nebeln verschwimmt dann der Horizont
in einer grauen, endlosen Helligkeit.
Ein diffuser Lichterglanz.
Tausendmal tausend Grautöne spielen miteinander.
viele Möglichkeiten bieten sich den Melancholiker, doch wenn es auch tausend mal tausend sind, so bleibt doch
alles grau und hoffnungslos...

Die Zeit beginnt in diesen Stunden langsamer zu werden;
- inniger erlebt.


... also wenn du VorschlĂ€ge hast, auch zur Verbesserung der Allgemeinfloskel "man" .. dann nur zu; - ich freue mich darĂŒber
__________________
Was sind das fĂŒr Zeiten, wo ein GesprĂ€ch ĂŒber BĂ€ume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen ĂŒber so viele Untaten einschließt! (Bertold Brecht)

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Perry
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Registriert: Aug 2004

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Hallo Zarathustra,
ich habe mal versucht einige Alternativpassagen zu entwerfen, vielleicht kannst Du ja was davon gebrauchen:



DafĂŒr aber
verliebe ich mich in der kommenden Polarnacht
in den Unterschied zwischen Tag und Nacht,
(zwischen Sieg und Niederlage,
zwischen Tod und Leben)
unter der tief ziehenden Wolkenlast
meiner Gedanken.

Gerne nehme ich an was kommt!

Über den Nebeln verschwimmt dann der Horizont
in einer grauen, endlosen Helligkeit.
Ein diffuser Lichterglanz.
in dem unzÀhlige Grautöne miteinander spielen.




Es ist wie eine Leere,
ein inneres und Ă€ußeres Nichts.
Jahre scheinen zu vergehen
in einer furchtbaren Verbannung,
fern von allem Leben und weit
abgedriftet von den Hoffnungen auf Liebe; -
umringt von Gefahren der Einsamkeit.

LG
Manfred

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Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Zarathustra

Dieser Abschnitt ist meines erachtens die kernaussage
die urangst, der auslöser der depression

quote:
Man meint dann, es ist Leere,
ein inneres und Ă€ußeres Nichts.
Man meint Jahre zu verbringen
in einer furchtbaren Verbannung,
fern von allem Leben und weit
abgedriftet von den Hoffnungen auf Liebe; -
man scheint umringt von Gefahren der Einsamkeit

wenn dir das man zu viel ist, ersetze es mit ich, oder gehe auf andere art drum herum
aber bitte nicht streichen

die anderen teile deines werkes geben stimmungen wieder, fĂŒhren mit bildern behutsam hin zum quell der angst

das ist ein Zitat aus einem Gedicht ĂŒber Liebe
"SO SIND
gebeugt und mĂŒd die daran Armen
schwer im Gedanken, schwer im Schritt
doch dieses Ding es hat Erbarmen
trÀgt an der Erdenschwere mit."

lieb grĂŒĂŸt
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